Ein Mann im Sakko sitzt an seinem Schreibtisch und schaut sich die Gehaltsabrechnung an.
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Das Wichtigste in KürzeGefühlt unterbezahltFair oft über RealgehaltMarktwert-EinschätzungUnterschiede bei BranchenGehaltsverhandlungenZiele außer ReichweiteGehalt ist nicht allesWas bedeutet das für dich?FAQs

Bist du zufrieden mit deinem Gehalt? Nein? Dann geht es dir wie fast zwei Drittel aller Berufstätigen. Die aktuelle Gehaltsbefragung von Stepstone zeigt: Die geringe Gehaltszufriedenheit betrifft nahezu alle Altersgruppen und Berufsbereiche. Gleichzeitig ist die Gehaltszufriedenheit in den letzten Jahren leicht gestiegen.

Dabei geht es längst nicht nur um die Höhe des Gehalts. Wertschätzung, eine faire Unternehmenskultur, Gehaltstransparenz und der eigene Marktwert spielen eine zentrale Rolle. Es zeigt sich: Gehaltszufriedenheit entsteht heute aus mehr als Geld allein. Auch Sozialleistungen, Arbeitsbedingungen und Zusatzleistungen beeinflussen, wie zufrieden Mitarbeitende ihren Job erleben. 

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Das Wichtigste in KürzeGefühlt unterbezahltFair oft über RealgehaltMarktwert-EinschätzungUnterschiede bei BranchenGehaltsverhandlungenZiele außer ReichweiteGehalt ist nicht allesWas bedeutet das für dich?FAQs

Das Wichtigste in Kürze

Die Mehrheit fühlt sich unterbezahlt

Laut der aktuellen Stepstone Gehaltsbefragung empfinden 71 Prozent ihr Einkommen im Verhältnis zu Leistung und Verantwortung als zu niedrig. Sie empfinden sich subjektiv als nicht fair bezahlt und es geht dabei nicht um Einzelfälle, sondern um ein verbreitetes Stimmungsbild unter Mitarbeitenden in vielen Unternehmen.

Auffällig ist, dass sich diese Einschätzung durch nahezu alle Altersgruppen und Berufsbereiche zieht. Die fehlende Wertschätzung betrifft nicht nur einzelne Phasen im Berufsleben, sondern begleitet viele Arbeitnehmer über Jahre hinweg. Wer dauerhaft das Gefühl hat, mehr zu leisten, als das Gehalt widerspiegelt, verliert Vertrauen in die Unternehmenskultur.

Dabei geht es nicht allein um die absolute Höhe des Gehalts. Entscheidend ist der Vergleich. Mit Kolleg*innen, mit ähnlichen Rollen in anderen Unternehmen oder mit dem, was als fair empfunden wird. Fehlen Gehaltstransparenz und klare Strukturen, entsteht schnell das Gefühl, unter Wert bezahlt zu werden.

Gehaltszufriedenheit in Deutschland: Rund 36 % zufrieden oder sehr zufrieden

Infografik zeigt Gehaltszufriedenheitsverteilung 2026
© The Stepstone Group

Gehaltszufriedenheit zuletzt gestiegen

Gleichzeitig zeichnet ein Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahre unterm Strich ein positives Bild: Trotz der strukturellen Unterschiede steigt die Gehaltszufriedenheit seit drei Jahren kontinuierlich: 36 % der Beschäftigten zeigen sich 2025 zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrem Einkommen (nach 34 % im Jahr 2024 und 32 % im Jahr 2023). Die Mehrheit bleibt jedoch unzufrieden: 47,5 % gaben in der aktuellen Gehaltsbefragung an, unzufrieden mit ihrer Vergütung zu sein, 16,1 % waren sogar sehr unzufrieden.

Was als fair empfunden wird, liegt oft über dem realen Gehalt

Viele Arbeitnehmer*innen haben ein klares Gefühl dafür, welches Gehalt sie für ihre Arbeit als fair empfinden. Die aktuelle Stepstone Gehaltsbefragung zeigt jedoch: Zwischen diesem subjektiv wahrgenommenen Marktwert und dem tatsächlichen Einkommen liegt häufig eine deutliche Lücke. Im Durchschnitt liegt das als fair empfundene Gehalt rund 20 Prozent über dem realen Median-Gehalt.

Besonders groß ist die Abweichung zwischen realem Gehalt und fair empfundener Vergütung in bestimmten Berufsfeldern:

Deutlich kleiner fällt die Lücke in Bereichen wie Personal, bei Ärzt*innen oder im Finanzwesen aus. Dort bewerten mehr Beschäftigte ihre Vergütung als angemessen, auch weil Vergleichswerte und Gehaltstransparenz häufiger vorhanden sind.

Wie Beschäftigte ihren Marktwert einschätzen

Was viele Befragte als fair empfinden, entsteht nicht aus einem reinen Bauchgefühl. Arbeitnehmende orientieren sich an konkreten Vergleichspunkten. Dazu zählen ähnliche Rollen im eigenen Unternehmen, Gehaltsangaben in Stellenanzeigen oder Erfahrungen aus dem eigenen Netzwerk. Auch Verantwortung, Qualifikation und Berufserfahrung fließen in diese Einschätzung ein.

Fehlt es an Gehaltstransparenz, verstärkt sich das Gefühl mangelnder Wertschätzung. Unternehmen, die keine klaren Gehaltsstrukturen oder Vergleichswerte kommunizieren, riskieren sinkende Gehaltszufriedenheit und wachsende Unzufriedenheit unter Mitarbeitenden.

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Große Unterschiede zwischen Branchen und Berufen

Die Gehaltszufriedenheit ist in Deutschland sehr ungleich verteilt. Je nach Branche und Berufsfeld unterscheiden sich Wahrnehmung und Realität der Vergütung deutlich. Besonders hoch ist die Unzufriedenheit dort, wo hohe Verantwortung, starke Belastung und gesellschaftliche Bedeutung auf vergleichsweise niedrige Gehälter treffen.

Top 5-Branchen mit den niedrigsten Gehältern
Top 5-Branchen mit den niedrigsten Gehältern © The Stepstone Group

Am stärksten betroffen sind Arbeitnehmer im Gesundheitswesen. In Pflege, Therapie und Assistenz empfindet die große Mehrheit ihr Gehalt als nicht angemessen. Viele fühlen sich deutlich unterbezahlt. Ähnlich ausgeprägt ist die Unzufriedenheit in sozialen Berufen, im Handwerk sowie in kreativen Tätigkeiten. In diesen Bereichen fehlt es häufig nicht nur an Gehalt, sondern auch an sichtbarer Wertschätzung.

Anders zeigt sich die Situation in Berufsfeldern wie Personal, Finanzen, Controlling und Versicherungen. Dort bewerten deutlich mehr Beschäftigte ihre Vergütung als angemessen. Ein Grund dafür ist der bessere Einblick in Gehaltsstrukturen, Vergleichswerte und eine klarere Unternehmenskultur.

Top 5-Branchen mit Top-Gehältern
Top 5-Branchen mit Top-Gehältern © The Stepstone Group

Gehaltsverhandlungen und Jobwechsel: Wer profitiert wirklich?

Wer mehr verdienen möchte, setzt oft auf ein Gehaltsgespräch oder den nächsten Karriereschritt. Die Stepstone Gehaltsbefragung zeigt jedoch: Der größte Hebel für ein höheres Gehalt liegt meist im Jobwechsel. Die Unterschiede werden besonders deutlich beim Blick auf Gehaltssteigerungen:

Auch zwischen Frauen und Männern zeigen sich Unterschiede:

Beide Gruppen verhandeln ähnlich häufig. Der Unterschied liegt weniger in der Bereitschaft zur Verhandlung als im Ergebnis. Gehaltstransparenz, Vorbereitung und klare Vergleichswerte spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Gleichzeitig zeigt die Befragung: Gehaltsverhandlungen sind für viele mit Unsicherheit verbunden. Besonders Frauen fühlen sich dabei häufig unwohl. Der Unterschied liegt weniger in der Bereitschaft zur Verhandlung als im Ergebnis. Gehaltstransparenz, gute Vorbereitung und klare Vergleichswerte spielen eine entscheidende Rolle für den Verhandlungserfolg.

Eine Frau sitzt am Tisch und gibt Zahlen in den Taschenrechner ein.
© nateemee/Eyeem

Wer sein Gehalt angemessen findet, fühlt seine Leistung wertgeschätzt.

Finanzielle Ziele bleiben für viele außer Reichweite

Gehalt beeinflusst nicht nur die Zufriedenheit im Job, sondern auch die Planung der eigenen Zukunft. Viele Arbeitnehmer zweifeln daran, ihre finanziellen Ziele mit dem aktuellen Einkommen erreichen zu können. Besonders stark betrifft dies jüngere Generationen.

Besonders deutlich zeigt sich die Unzufriedenheit beim Blick auf finanzielle Ziele:

Mit zunehmendem Alter verschieben sich die Prioritäten:

Gehalt ist wichtig, aber nicht alles

So zentral das Gehalt für die Gehaltszufriedenheit ist, es steht längst nicht mehr allein im Fokus. Die Stepstone Gehaltsbefragung 2026 zeigt: Für viele Arbeitnehmer*innen zählt das Gesamtpaket. Arbeitsbedingungen, Flexibilität, Gehaltstransparenz und Zusatzleistungen beeinflussen zunehmend, wie attraktiv ein Job wahrgenommen wird.

Mehr als die Hälfte der Beschäftigten gibt an, ein niedrigeres Gehalt zu akzeptieren, wenn der Job dafür überzeugende Vorteile bietet. Besonders gefragt sind flexible Arbeitszeiten, zusätzliche Urlaubstage und Möglichkeiten zur Weiterbildung. Diese Sozialleistungen schaffen Freiräume und werden von vielen als echte Form von Wertschätzung wahrgenommen.

Je nach Lebensphase und Beruf unterscheiden sich die Prioritäten. Während jüngere Beschäftigte und Studierende besonders auf Flexibilität und Entwicklungsmöglichkeiten achten, gewinnen für andere Themen wie Altersvorsorge, Gesundheitsangebote oder Mobilitätszuschüsse an Bedeutung. Gehaltszufriedenheit entsteht aus dem Zusammenspiel aller Faktoren.

Was bedeutet das für dich?

Gehaltszufriedenheit hängt davon ab, ob Leistung, Verantwortung und Vergütung als fair empfunden werden. Für dich heißt das vor allem eines: Orientierung ist entscheidend. Wenn du deinen Marktwert kennst und realistisch einordnest, gewinnst du Sicherheit. Das hilft dir, dein Gehalt besser zu bewerten und fundierte Entscheidungen zu treffen, egal ob im aktuellen Job oder bei einem möglichen Wechsel.

Gleichzeitig lohnt sich der Blick auf das Gesamtpaket. Gehalt bleibt wichtig, doch auch Flexibilität, Entwicklungsmöglichkeiten und Sozialleistungen spielen eine immer größere Rolle. Je klarer deine Prioritäten sind, desto besser kannst du einschätzen, welcher Job wirklich zu deinem Leben passt.

Quelle: Wie zufrieden sind Beschäftigte in Deutschland mit ihrem Gehalt? Um diese Frage zu beantworten, hat Stepstone zwischen dem 14. und 18. November 2025 insgesamt 3.070 Berufstätige und 297 Recruiter*innen befragt. Die Stichprobe der Berufstätigen ist repräsentativ für die deutsche Erwerbsbevölkerung nach Alter, Geschlecht und Bildung. ​

FAQ zur Gehaltszufriedenheit

Warum sind so viele Beschäftigte in Deutschland mit ihrem Gehalt unzufrieden?

Viele Beschäftigte empfinden ihr Gehalt im Verhältnis zu Leistung und Verantwortung als nicht angemessen. Laut aktueller Stepstone Gehaltsbefragung fühlt sich die Mehrheit unterbezahlt. Ein zentraler Grund ist die Lücke zwischen dem tatsächlichen Einkommen und dem Gehalt, das als fair empfunden wird. Hinzu kommen fehlende Transparenz, eingeschränkte Vergleichsmöglichkeiten und steigende finanzielle Erwartungen, etwa durch höhere Lebenshaltungskosten.

Wie finde ich heraus, ob mein Gehalt fair ist?

Ein faires Gehalt hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen Beruf, Branche, Region, Berufserfahrung und Verantwortung. Orientierung bieten Gehaltsangaben in Stellenanzeigen, Marktvergleiche und Erfahrungswerte aus dem eigenen Netzwerk. Wer den eigenen Marktwert kennt, kann das Gehalt realistischer einordnen und besser entscheiden, ob ein Gehaltsgespräch oder ein Jobwechsel sinnvoll ist.

Lohnt sich ein Jobwechsel für mehr Gehalt?

Für viele Beschäftigte ist ein Jobwechsel der effektivste Weg zu einer spürbaren Gehaltssteigerung. Die Daten zeigen, dass die Gehaltssprünge beim Wechsel zu einem neuen Arbeitgeber deutlich höher ausfallen als innerhalb derselben Rolle. Wichtig ist dabei eine gute Vorbereitung, ein klarer Blick auf den eigenen Marktwert und die Frage, welches Gesamtpaket aus Gehalt, Benefits und Arbeitsbedingungen wirklich zum eigenen Leben passt.

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