Hast du dich auch schon einmal gefragt, ob du das Gehalt bekommst, das du wert bist? Oder suchst du eine Antwort auf die Frage: Verdiene ich genug Geld für mein Alter? Möchtest du herausfinden, wie du im Vergleich zu anderen Berufstätigen in deiner Gehaltsklasse abschneidest? Dann haben wir hier einige praktische Tipps für dich, wie du in Erfahrung bringen kannst, wie ein für dich angemessenes Gehalt aussieht. Mit den richtigen Fragen und basierend auf verlässlichen Daten ist es ganz einfach, den eigenen Marktwert zu ermitteln.
Ein gutes Gehalt kann motivieren, weil es deine Leistung wertschätzt. Es deckt im besten Fall nicht nur deine Lebenshaltungskosten, sondern schafft auch finanzielle Freiräume.
In Deutschland ist mehr als die Hälfte der Beschäftigten übrigens nicht mit ihrem Gehalt zufrieden. Das hat die aktuelle Stepstone-Befragung zu Gehältern und Gehaltstransparenz 2023/2024 gezeigt. Nur 47,6 % der Befragten sind mit ihrem Gehalt zufrieden. Das sind 2,2 % weniger als im Jahr 2022. Was die Umfrage ebenfalls herausgefunden hat: 27,5 % der Befragten können ihren eigenen Marktwert nicht gut einschätzen. 2022 waren es noch 21,8 %.
Gehörst du auch zu denjenigen, die mit ihrem Gehalt nur bedingt zufrieden sind, solltest du im ersten Schritt deinen Marktwert ermitteln. Denn wenn du weißt, was du wert bist und was dir zusteht – zum Beispiel aufgrund deiner Ausbildung oder deiner Berufserfahrung– schaffst du eine gute Grundlage, um nach einer Gehaltserhöhung zu fragen. Das haben 2023 übrigens mehr als die Hälfte der befragten Berufstätigen nicht gemacht. Aber es lohnt sich: Von den 26 Prozent, die mehr Gehalt gefordert haben, sind fast zwei Drittel (64 %) zufrieden aus der Gehaltsverhandlung gegangen.
Wie zufrieden sind Arbeitnehmer*innen in Deutschland mit ihrem Gehalt? Können sie ihren Marktwert einschätzen? Und wie transparent gehen sie mit dem Thema Gehalt um? Stepstone hat im November 2023 zu diesen und weiteren Themen rund 5.700 Beschäftigte, darunter ca. 1.200 Führungskräfte, in Deutschland befragt. Die Befragung ist repräsentativ für die deutsche Erwerbsbevölkerung nach Alter, Geschlecht und Bildung.
Du wirst im Netz viele Informationen zum Durchschnittsgehalt finden. Das Durchschnittsgehalt summiert zunächst alle ermittelten Gehälter und teilt diese Summe danach durch die Anzahl der ermittelten Gehälter. Der so berechnete Durchschnitt ist dann nur bedingt aussagekräftig, weil z.B. sehr niedrige oder sehr hohe Gehälter die Zahlen verzerren können. Im Stepstone Gehaltsreport arbeiten wir deshalb mit dem Mediangehalt. Genau 50 % verdienen mehr und 50 % verdienen weniger. Das Mediangehalt ist somit sehr gut geeignet, um deinen Marktwert einzuordnen.
Wenn du noch neu in einem Unternehmen bist und wenig Berufserfahrung mitbringst, wird dein Marktwert voraussichtlich niedriger sein als bei anderen, die schon zehn Jahre dort arbeiten. Bringst du aber selbst schon viel Arbeitserfahrung mit, kann sich das positiv auf deinen Marktwert auswirken.
Ein Beispiel: Startest du mit 1 bis 2 Jahren in den Job im Bankensektor, liegt das Brutto-Mediangehalt laut Stepstone Gehaltsreport 2024 bei 44.000 €. Bringst du 3 bis 5 Jahre Berufserfahrung mit, erhöht sich das Mediangehalt auf 54.500 €.
Im Finanzsektor spielt die Berufserfahrung beim Marktwert eine sehr große Rolle. In anderen Branchen wie der Gastronomie sind die Unterschiede bei Gehältern in Bezug auf die Berufserfahrung kleiner.
In fast allen Branchen macht es beim Gehalt einen deutlichen Unterschied, ob du einen akademischen Abschluss hast oder nicht. Hast du ein Studium abgeschlossen, ist dein Marktwert in der Regel also höher als mit einer abgeschlossenen Ausbildung.
Arbeitest du z.B. im Einzelhandel, sind im Median mit Uni-Abschluss 50.000 € möglich, während das Mediangehalt mit Ausbildung bei 35.000 € liegt.
Im Handwerk sieht es dahingegen ganz anders aus. Hier zeigt der Gehaltsreport von Stepstone, dass die Unterschiede zwischen Uniabsolvent*innen (42.750 €) und Berufstätigen mit Ausbildung (40.000 €) nur marginal ist. Es gibt somit auch ohne Studium top-bezahlte Jobs.
Es macht einen deutlichen Unterschied beim Gehalt, ob du auf dem Land oder in der Stadt arbeitest. Auch zwischen den Bundesländern gibt es Unterschiede bei der Vergütungsstruktur. Daneben fließen auch deine Branche oder die Unternehmensgröße mit ins Gehalt ein. Dein Marktwert ändert sich also entsprechend, wenn du von der Stadt aufs Land ziehst oder die Branche wechselst. Das solltest du beim Ermitteln des Marktwerts berücksichtigen.
Ein Beispiel: Während das Mediangehalt laut Stepstone Gehaltsreport 2024 in Hamburg bei 49.750 € liegt, beträgt es in Sachsen 38.000 €.
Führungskräfte verdienen im Unternehmen mehr als Mitarbeitende ohne Personalverantwortung. Je kleiner dein Verantwortungsbereich ist, desto kleiner fällt somit bei diesem Aspekt dein Marktwert aus.
Der Stepstone Gehaltsreport unterstreicht diese Tatsache. So verdienen z.B. Berufstätige ohne Personalverantwortung in Baden-Württemberg im Median 43.750 €, während Führungskräfte auf ein Gehalt von 76.000 € im Median kommen.
Kannst du deine Teammitglieder perfekt motivieren? Verstehst du es, Konflikte zu lösen und gehst du Herausforderungen lösungsorientiert an? Bist du über deine Jobrolle hinaus im Unternehmen engagiert und für viele andere im Unternehmen ein wichtiges Vorbild? Dann solltest du deine Softskills bei der Berechnung deines Marktwerts berücksichtigen. Denn sie sind es u.a., die dich vom Durchschnitt abheben. Diese Softskills lassen sich nicht direkt in Zahlen oder Durchschnittsgehälter umwandeln. Allerdings können sie beim Mitarbeitergespräch eine Gehaltserhöhung unterstreichen und noch besser rechtfertigen.
Dein Marktwert hilft dir maßgeblich dabei, dein eigenes Gehalt besser einzuschätzen. Tatsächlich ist mehr Geld allein nicht alles. Manche Arbeitgeber bieten z.B. umfassende Mitarbeiterbenefits an. Das können kostenlose Fortbildungen, ein Jobticket, flexible Arbeitszeitregelungen oder die Jahreskarte fürs Gym sein. Diese Benefits sind mehr als eine reine Kompensation für weniger Gehalt, denn sie drücken auf andere Weise Wertschätzung für deine Arbeit aus. Dank der Benefits kannst du etwas für deine Gesundheit tun oder hast mehr Zeit für dich und deine Familie. Am Ende musst immer du abwägen, wo deine Prioritäten liegen.
Den eigenen Marktwert zu kennen, ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung. Das rät auch Personalerin und Karriere-Expertin Lara Kieninger:
- Lara Kieninger, Karriere-Expertin und Personalerin bei StepstoneDer wichtigste Tipp für das Vorstellungsgespräch? Kenne deinen eigenen Marktwert! Als Bewerber*in solltest du dir darüber klar sein, welche Bezahlung für deine Leistung und Branche angemessen ist. Dann gilt es, ein „Gehalts-Must-Have" und „Nice-to-Have" zu definieren und in der Verhandlung mit dem „Nice-to-Have" zu starten. Wird dies abgelehnt, so empfehle ich dir, dich nur maximal bis zu deiner Schmerzgrenze („Must-Have”) runterhandeln zu lassen. Alles darunter führt langfristig zu Frustration.

Lara Kieninger ist Senior Talent Acquistion Manager bei Stepstone und unterstützt seit Juni 2021 verschiedene Fachbereiche dabei, das "Perfect Match” für ihre Teams zu finden und den Bewerbungsprozess optimal zu gestalten. Als erfahrende Personalerin stand sie im Laufe ihrer Karriere sowohl verschiedenen Unternehmen als auch zahlreichen Arbeitssuchenden und Bewerber*innen beratend zur Seite. Was sind NoGos im Lebenslauf? Wie verändert KI unseren Bewerbungsprozess und welche Tipps & Tricks gibt es bei der Gehaltsverhandlung im Vorstellungsgespräch? Lara Kieninger weiß Antwort. Als Expertin und Gastautorin für das Stepstone Magazin “about work” hat sie die Trends und Entwicklungen der Arbeitswelt genau im Blick und hilft mit ihren wertvollen Insights allen Leser*innen dabei, sich in der ständig wandelnden Job-Landschaft zurechtzufinden. Zu Laras Themenschwerpunkte gehören unter anderem die Themen Gehalt, Anschreiben & Lebenslauf, Vorstellungsgespräche sowie Diversity & Inklusion.
So spielst du deinen Marktwert richtig aus:
Weitere hilfreiche Tipps zur Vorbereitung findest du im Beitrag Gehalt verhandeln im Vorstellungsgespräch.
Willst du ein angemessenes Gehalt ermitteln, solltest du einige Faktoren berücksichtigen. Diese haben wir dir gezeigt. Mit einem Tool wie beispielsweise dem Stepstone Gehaltsplaner findest du in wenigen Schritten eine Antwort auf die Frage: Was bin ich wert in Bezug aufs Gehalt? Und wo stehe ich mit meinem Gehalt? Dabei profitierst du von aktuellen Daten zum Gehaltsbenchmarking und von realistischen Vergleichswerten wie den von uns regelmäßig erhobenen Mediangehältern. So bist du perfekt gerüstet, um in die nächste Gehaltsverhandlung zu gehen. Oder vielleicht bist du einfach nur zufrieden mit dem, was du jetzt schon verdienst?
Hinweis: Die Gehaltsdaten in diesem Beitrag basieren auf dem Stepstone Gehaltsplaner und beziehen sich auf eine Analyse aus Januar 2024. Umfassende aktuelle Gehaltsdaten findest du auf der Seite "Der große Gehaltsvergleich".
Das hängt von zahlreichen weiteren Faktoren wie Berufserfahrung, Region und Verantwortung ab – der Stepstone-Gehaltsplaner, s.o. liefert dir ein realistisches Mediangehalt sowie eine Gehaltsspanne für deine Branche und unter Berücksichtigung aller Faktoren, basierend auch echten Gehaltsdaten.
Das Wunschgehalt ist deine persönliche Erwartung oder Bedürfnisse, während das marktübliche Gehalt der Median- oder Durchschnittswert ist, den vergleichbare Positionen tatsächlich zahlen.
Berufliche Weiterbildungen erhöhen nachweislich deinen Marktwert – die damit erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse solltest du auf jeden Fall bei Gehaltsverhandlungen thematisieren.
Am besten überprüfst du deinen Marktwert vor jeder wichtigen Veränderung (z. B. Jobwechsel, Beförderung oder Gehaltsrunde).
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