Du warst voll motiviert und hast viel Aufwand betrieben, doch letztendlich spiegelt der Notenschnitt das nicht wider? Das ist keinesfalls selten. Schuld an verpatzten Noten sind meist längere Erkrankungen, Prüfungsangst oder Lernschwächen – also Faktoren, die erst einmal gar nichts mit deinen Fähigkeiten zu tun haben. Das ist zwar ärgerlich, aber menschlich und kein Grund, aufzugeben. Ganz im Gegenteil: Mit unseren Tipps erfährst du, wie du dich trotzdem erfolgreich bewerben kannst.
Vielleicht kennst du folgende Gedankenspiele:
Du erkennst dich in diesen Punkten wieder? Dann haben wir eine gute Nachricht für dich: Nur 25 % der Unternehmen sagen, dass Noten zu den wichtigsten Auswahlfaktoren für eine Berufseinsteigerposition gehören. Das ergab eine Stepstone Umfrage zum Thema “Karrierestart”.
Für dich bedeutet das, dass du dich von deinem Notenschnitt nicht demotivieren lassen solltest. Denn mit der richtigen Einordnung erkennst du schnell, dass schlechte Noten kein Ausschlusskriterium für eine erfolgreiche Karriere sein sollen.
Noten sind eine Momentaufnahme, die deinen Leistungsstand zu einem bestimmten Zeitpunkt widerspiegelt. Nicht mehr, nicht weniger.
Mit einem flexiblen Mindset und einer Prise Abenteuerlust matchst du vermutlich optimal mit dem agilen Arbeitsumfeld eines modernen Start-ups. Wenn du hingegen eher auf klare Hierarchien stehst und formelle Kommunikation voll dein Ding ist, dann wartet der richtige Job eher in einem traditionellen Unternehmen auf dich.
In beiden Fällen gilt, dass dir auch trotz schlechter Noten viele Türen offenstehen.
Im Laufe deiner beruflichen Karriere verlieren deine schlechten Noten darüber hinaus kontinuierlich an Bedeutung. Anstatt auf Noten kommt es dann vor allem auf deine praktischen Erfahrungen und deine erworbenen Fähigkeiten an. Praktika, Werkstudentenjobs und ehrenamtliche Tätigkeiten können daher echte Türöffner für deine Karriere sein. Und mit jeder beruflichen Station sammelst du weitere Nachweise über deine Fähigkeiten und Kenntnisse und wirst immer unabhängiger von deinen Noten. Ein schlechtes Zeugnis in der Bewerbung ist also noch kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken!
Tipp: Du bist Berufseinsteiger*in? Dann besuche auch unsere kostenfreien Webinare für Studierende & Absolvent*innen.
Schlechte oder unterdurchschnittliche Noten musst du nicht offensiv in deiner Bewerbung ansprechen – vor allem nicht im Anschreiben. Konzentriere dich stattdessen lieber auf das, was dich auszeichnet: praktische Erfahrungen, Soft Skills, Motivation und deine Stärken im Berufsalltag.
Genau solche Dinge gehören dann in den Vordergrund. Du kannst schwächere Noten im Gespräch thematisieren – aber im Idealfall nur dann, wenn du eine nachvollziehbare Erklärung hast (zum Beispiel Krankheit, familiäre Belastung oder berufliche Neuorientierung). Wichtig ist dabei: Zeig, dass du daraus gelernt hast und heute motiviert bist, im Job voll durchzustarten.
Tipp: Wenn du dich auf einen Beruf bewirbst, bei dem praktische Fähigkeiten wichtiger sind als Schulwissen, solltest du das betonen. Noten sind dann nur ein Teil des Gesamtbilds – und nicht der entscheidende, wie wir im folgenden Abschnitt zeigen.
Auch bei der Berufswahl gilt: Nicht jeder Job passt zu jedem bzw. jeder. Deswegen: Recherchiere zu Beginn den Arbeitsmarkt und informier dich über die verschiedenen Branchen, Unternehmen und Arbeitsfelder, die für dich interessant sind. Untersuche, welche Art von Jobs und Positionen dort angeboten werden und welche Fähigkeiten oder Erfahrungen gefragt sind.
Denn viele Jobs setzen vor allem auf deine praktischen Fähigkeiten, Kreativität oder deine Persönlichkeit. Das gilt für manche Branchen und Berufe besonders stark, etwa:
Denk außerdem immer dran: Geduld ist bei der Jobsuche mit schlechten Noten eine wichtige Voraussetzung. Bereite dich also darauf vor, dass die Suche nach dem richtigen Job möglicherweise etwas mehr Zeit und Mühe erfordert.
Personaler*innen urteilen blitzschnell, ob du der*die richtige Kandidat*in für ein Vorstellungsgespräch bist. Deine Bewerbungsunterlagen sind also das Aushängeschild deiner Bewerbung. Gerade mit schlechten Noten solltest du dich deshalb umso besser vorbereiten:
Gute Noten sind also keineswegs die Voraussetzung, um zum Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden. Und hast du es einmal dorthin geschafft, sind deine Chancen auf den Job umso höher.
Es folgt der nächste Schritt: Dein Bewerbungsschreiben hat gewirkt und der*die Personalverantwortliche bittet dich, deine Stärken im Vorstellungsgespräch zu präsentieren. Gemeint sind damit deine persönlichen Kompetenzen und Talente. Deine Alleinstellungsmerkmale. Folgende Punkte solltest du bei der Präsentation deiner Stärken unbedingt beachten:
Formulierungshilfe gewünscht? Wir zeigen dir, wie du deine Selbstpräsentation mit lebhaften Beispielen krönst:
Tipp: Du wünschst dir noch mehr Input rund um das Thema Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch? Wir zeigen dir, worauf es bei der optimalen Vorbereitung auf dein Bewerbungsgespräch ankommt.
Dennoch ist es durchaus möglich, dass dein Notenschnitt im Vorstellungsgespräch thematisiert wird. Auch das ist kein Problem, wenn du richtig darauf reagierst:
Abschließend noch der Hinweis auf einen weiteren starken Faktor. Denn um dir den richtigen Job trotz schlechter Noten zu angeln, kann auch ein professionelles Netzwerk enorm hilfreich sein. Die Bedeutung von Networking wird immer noch oft unterschätzt, obwohl „Vitamin B“ längst als mächtiges Hilfsmittel bekannt ist – und das bereits seit Jahrzehnten.
Tipp: Wie du die Kontaktaufnahme und Beziehungspflege auch angehst, es gilt stets die Grundregel: Weniger ist mehr. Achte lieber auf die Qualität statt auf die Quantität deiner Kontakte.
- Lara Kieninger, Karriere-Expertin und Personalerin bei StepstoneDurch meine eigene Networking-Erfahrung habe ich gelernt, dass es wichtig ist, Beziehungen langfristig zu pflegen. Mein Tipp: Nimm dir Zeit für dein Netzwerk und bleib in Kontakt. Die Vorteile zeigen sich oft erst später, aber sie können einen entscheidenden Unterschied für deine Karriere bedeuten. Und das nicht nur bei der Jobsuche: Meine Kontakte haben mir schon oft in geholfen, indem sie mich z.B. auf interessante Themen, Projekte oder Kooperationen aufmerksam gemacht haben. Gleichzeitig gilt: Networking ist keine Einbahnstraße. Selbst hilfsbereit und offen für die Anfragen deiner Kontakte zu sein, gehört eben auch dazu.
Auch wenn dein Zeugnis auf den ersten Blick nicht überzeugt, heißt das noch lange nicht, dass du keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt hast. Viele Arbeitgeber*innen achten zunehmend auf ganz andere Dinge: Persönlichkeit, Engagement, Praxiserfahrung und die Bereitschaft, dazuzulernen.
Wenn du weißt, was dich ausmacht und das klar kommunizierst, kannst du auch mit einem nicht perfekten Notendurchschnitt richtig punkten. Nutze jede Gelegenheit, deine Stärken zu zeigen: im Anschreiben, im Lebenslauf, im Gespräch – und vor allem im echten Arbeitsalltag.
Zeig also, dass du motiviert, lernbereit und du selbst bist, denn dann einer erfolgreichen Karriere nichts im Weg.
Natürlich kann es passieren, dass dich der*die Personaler*in auf deine schlechten Noten im Vorstellungsgespräch anspricht. Mach dir im Vorfeld Gedanken über deine persönlichen Fähigkeiten und stell deine Eignung für den Job in den Vordergrund. Rechtfertige dich im Bewerbungsgespräch nicht für schlechte Noten und zeig stattdessen plausible Gründe für deine Leistungen auf.
Dein Schulabschluss steht kurz bevor und du bist noch auf der Suche nach dem richtigen Job für dich? In Zeiten von Personal- und Fachkräftemangel bietet dir der Arbeitsmarkt auch mit weniger guten Schulnoten eine große Auswahl an spannenden Berufen. Hast du eine gute körperliche Kondition und arbeitest lösungsorientiert? Dann könnten die Bereiche Handwerk, Bau oder Handel spannend für dich sein. Oder bist du eher kreativ und empathisch? In der Kreativbranche oder in sozialen Berufen werden Talente wie du immer gesucht.
Damit deine Jobsuche trotz schlechter Noten von Erfolg gekrönt ist, kannst du die Starthilfeverschiedener Institutionen in Anspruch nehmen. Bei deiner individuellen Karriereplanung unterstützen dich beispielsweise Berufsberatungsdienste, Karriere- und Jobmessen oder Mentoring-Programme.
Nutze jede Möglichkeit, dich positiv hervorzuheben: durch individuelle Bewerbungen, persönliche Kontaktaufnahme, Empfehlungen und gezielte Weiterbildung. Zeig, dass du motiviert und lernbereit bist – das wirkt oft stärker als jede Note.
Auch bei schlechten Schulnoten kannst du mit gezielter Vorbereitung punkten. Online-Übungstests, Lernplattformen oder Vorbereitungskurse helfen dir, Wissenslücken zu schließen und sicherer im Umgang mit Testfragen zu werden.
Ja, eine Weiterbildung kann dir immer neue berufliche Chancen eröffnen – unabhängig von deinem Schulzeugnis. Viele Anbieter achten eher auf deine Motivation und Vorkenntnisse als auf deine Noten. So kannst du Fachwissen aufbauen und deine Bewerbungen aufwerten.
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