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Das Wichtigste in KürzeWas ist ein Empfehlungsschreiben?Wann brauche ich es?Empfehlungs- vs. ReferenzschreibenWer kann Empfehlung verfassen?Um Empfehlungsschreiben bittenEmpfehlungsschreiben AufbauÜberzeugende FormulierungenVorlage für EmpfehlungsschreibenEmpfehlung in Bewerbungsmappe3 Tipps für EmpfehlungsschreibenFAQs zum Empfehlungsschreiben

Du fragst dich, ob ein Empfehlungsschreiben für deine Bewerbung wirklich nötig ist? Die Antwort: Es kann dein entscheidender Vorteil sein. Hier erfährst du, warum ein Empfehlungsschreiben so wertvoll ist, wann du es brauchst, wer es schreiben kann und wie du am besten danach fragst. Außerdem findest du Tipps für überzeugende Formulierungen und eine kostenlose Vorlage.

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Das Wichtigste in KürzeWas ist ein Empfehlungsschreiben?Wann brauche ich es?Empfehlungs- vs. ReferenzschreibenWer kann Empfehlung verfassen?Um Empfehlungsschreiben bittenEmpfehlungsschreiben AufbauÜberzeugende FormulierungenVorlage für EmpfehlungsschreibenEmpfehlung in Bewerbungsmappe3 Tipps für EmpfehlungsschreibenFAQs zum Empfehlungsschreiben

Das Wichtigste in Kürze

Was ist ein Empfehlungsschreiben?

Ein Empfehlungsschreiben ist eine persönliche Einschätzung deiner Fähigkeiten, welche von einer Person ausgestellt wird, die dich fachlich kennt und einschätzen kann. Es legt als persönliche Bewertung dar, warum du für einen Job, ein Stipendium oder eine Ausschreibung der*die richtige Kandidat*in bist. Im Unterschied zum klassischen Arbeitszeugnis ist ein solches Schreiben nicht verpflichtend auszustellen und es gibt auch keine genauen Vorgaben dafür.

Es bietet einen Rahmen, deine Soft Skills besonders hervorzuheben und besondere Fertigkeiten und Qualifikationen von einer anderen Person bestätigen zu lassen. Gerade bei Bewerbungen im internationalen Umfeld (etwa bei einer Hochschule oder einem Unternehmen im Ausland) sind die sogenannten „letters of recommendation“ schon längst Standard. Doch auch bei deutschen Arbeitgebern gewinnen sie zunehmend an Bedeutung.

Wann brauche ich ein Empfehlungsschreiben?

Ein Empfehlungsschreiben kann in vielen Situationen den entscheidenden Unterschied machen, wie zum Beispiel bei einer Bewerbung für ein Praktikum, einen Platz an einer Hochschule, eine Beförderung oder einen neuen Job. Manchmal wird auch bei der Bewerbung um eine Wohnung ein Empfehlungsschreiben eingefordert, welches dann in der Regel vom vorigen Vermieter kommt. Oft wird in Stellen- oder Studienplatzausschreibungen schon direkt angegeben, dass Empfehlungsschreiben beigelegt werden sollen.

Aber auch wenn es nicht explizit erwähnt wird, solltest du Empfehlungsschreiben in Erwägung ziehen. Zwei bis drei Empfehlungsschreiben von unterschiedlichen Aussteller*innen sind ein guter Richtwert, eines allein reicht nicht aus. Empfehlungsschreiben gehören zu den Anlagen deiner Bewerbung, sie können zusätzlich zum Arbeitszeugnis beigelegt werden oder stattdessen, wenn (noch) keines vorhanden ist.

Empfehlungsschreiben vs. Referenzschreiben

Das Empfehlungsschreiben und das Referenzschreiben wirken auf den ersten Blick sehr ähnlich, sie unterscheiden sich aber in einigen Punkten:

Ein Empfehlungsschreiben wird zum Beispiel für eine neue Stelle, ein Praktikum, ein Stipendium oder ein Studienprogramm gezielt für eine konkrete Bewerbung ausgestellt. Es richtet sich an eine bestimmte Ansprechperson und betont, warum du für genau diese Position geeignet bist. Hier liegt der Fokus auf Soft Skills, deinen Leistungen und darauf, was der*die Referenzgeber*in an der Zusammenarbeit mit dir besonders schätzt.

Ein Referenzschreiben dagegen ist allgemeiner formuliert. Es hat keine*n vordefinierte*n Empfänger*in und zudem können Referenzgeber*innen auch als Kontakte in der Bewerbung angegeben werden. Diese kannst du für unterschiedliche Bewerbungen einsetzen, wobei der*die Referenzgeber*in auf deine Qualifikationen, Tätigkeiten und bisherigen Erfolge eingeht.

Wer kann eine Empfehlung verfassen?

Ein Empfehlungsschreiben sollte immer von einer Person stammen, die dich fachlich gut einschätzen kann. Ideal ist jemand, der deine Fähigkeiten, Arbeitsweise und Entwicklung im Alltag miterlebt hat. Das können direkte Vorgesetzte, Mentor*innen, Teamleitungen oder auch Projektverantwortliche sein. Bei Student*innen kommen auch Professor*innen infrage, allerdings sollte es natürlich jemand sein, der dich persönlich kennt und eine glaubwürdige sowie realistische Referenz abgeben kann.

Ein Empfehlungsschreiben entsteht in der Regel nicht aus dem Nichts, sondern aus einer bestehenden, gepflegten Beziehung. Deshalb lohnt es sich, aktiv in dein berufliches Netzwerk zu investieren.

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Durch meine eigene Networking-Erfahrung habe ich gelernt, dass es wichtig ist, Beziehungen langfristig zu pflegen. Mein Tipp: Nimm dir Zeit für dein Netzwerk und bleib in Kontakt. Die Vorteile zeigen sich oft erst später, aber sie können einen entscheidenden Unterschied für deine Karriere bedeuten. Und das nicht nur bei der Jobsuche: Meine Kontakte haben mir schon oft in geholfen, indem sie mich z.B. auf interessante Themen, Projekte oder Kooperationen aufmerksam gemacht haben. Gleichzeitig gilt: Networking ist keine Einbahnstraße. Selbst hilfsbereit und offen für die Anfragen deiner Kontakte zu sein, gehört eben auch dazu.

- Lara Kieninger, Karriere-Expertin und Personalerin bei StepstoneClosing quote for citation
Lara Kieninger

Lara Kieninger ist Senior Talent Acquistion Manager bei Stepstone und unterstützt seit Juni 2021 verschiedene Fachbereiche dabei, das "Perfect Match” für ihre Teams zu finden und den Bewerbungsprozess optimal zu gestalten. Als erfahrende Personalerin stand sie im Laufe ihrer Karriere sowohl verschiedenen Unternehmen als auch zahlreichen Arbeitssuchenden und Bewerber*innen beratend zur Seite. Was sind NoGos im Lebenslauf? Wie verändert KI unseren Bewerbungsprozess und welche Tipps & Tricks gibt es bei der Gehaltsverhandlung im Vorstellungsgespräch? Lara Kieninger weiß Antwort. Als Expertin und Gastautorin für das Stepstone Magazin “about work” hat sie die Trends und Entwicklungen der Arbeitswelt genau im Blick und hilft mit ihren wertvollen Insights allen Leser*innen dabei, sich in der ständig wandelnden Job-Landschaft zurechtzufinden. Zu Laras Themenschwerpunkte gehören unter anderem die Themen Gehalt, Anschreiben & Lebenslauf, Vorstellungsgespräche sowie Diversity & Inklusion.

Tipp: Allgemein sollte es jemand Ranghöherer sein, es muss nicht unbedingt der*die Abteilungsleiter*in oder Geschäftsführer*in sein, auch unmittelbare Vorgesetzte können diese verfassen. Ist die Kündigung noch nicht offen ausgesprochen, kann es auch sinnvoll sein, ehemalige Vorgesetzte in anderen Firmen zu fragen. Als Freiberufler*in kann man namhafte Kund*innen um ein Empfehlungsschreiben bitten.

Um ein Empfehlungsschreiben bitten

Wie kannst du zielgerichtet um ein Empfehlungsschreiben bitten?

Du brauchst ein Empfehlungsschreiben für deine nächste Bewerbung? Sprich die Person, von der du dir das Schreiben wünschst, möglichst persönlich und in einem ruhigen Moment an. Gerade frühere Kolleg*innen oder Vorgesetzte freuen sich oft, wenn sie deine Entwicklung weiterhin unterstützen können.

Wenn du zum Beispiel bei einem früheren Arbeitgeber oder einer Hochschule schriftlich anfragst, erinnere kurz daran, in welchem Zusammenhang ihr zusammengearbeitet habt. Das hilft der ausstellenden Person, dein Profil besser einzuordnen.

Wichtig: Gib ausreichend Zeit für das Verfassen des Empfehlungsschreibens – idealerweise ein paar Wochen. Je klarer dein Anliegen formuliert ist, desto leichter fällt es, das Schreiben zu verfassen.

Teil dem*der Verfasser*in alle notwendigen Infos mit:

Empfehlungsschreiben Aufbau

Ein Empfehlungsschreiben ist ein persönliches Schreiben, weshalb es individuell formuliert und in der Ich-Form verfasst sein sollte. So wird deutlich, dass es sich um eine subjektive Einschätzung handelt, nicht um ein standardisiertes Dokument.

Am besten steht das Empfehlungsschreiben auf offiziellem Briefpapier, wie zum Beispiel von der Hochschule oder dem ehemaligen Arbeitgeber. Das wirkt professionell und schafft Vertrauen. So kann der Aufbau aussehen:

Welche Formulierungen überzeugen im Empfehlungsschreiben?

Ein starkes Empfehlungsschreiben lebt von konkreten Beispielen, die deine Kompetenzen und Qualifikationen sichtbar machen. Wichtig ist dabei, dass die ausstellende Person deine Eignung glaubwürdig in einer Sprache darstellt, die sowohl professionell als auch persönlich wirkt.

Nach der einleitenden Bemerkung, in welchem Arbeitsverhältnis du zu dem*der Referenzgeber*in stehst, folgen in der Regel Formulierungen wie:

Begründung für den Jobwechsel oder die Bewerbung:

Bewertung der bisherigen Arbeit:

Hervorhebung der Soft Skills:

Vorlage für ein Empfehlungsschreiben

Du brauchst eine Orientierung für ein Empfehlungsschreiben? Diese Muster-Vorlage hilft Aussteller*innen dabei, den richtigen Ton zu treffen und das vor allem, wenn sie zum ersten Mal ein solches Schreiben verfassen. Sie zeigt den typischen Aufbau, bietet bewährte Formulierungen und lässt sich flexibel anpassen.

Wichtig: Es soll nur zur Inspiration dienen, ein Empfehlungsschreiben soll natürlich gezielt für deine individuelle Bewerbung geschrieben werden.

Text-Vorlage

Name des*der Referenzgebers*in
Anschrift
PLZ Ort
Telefonnummer

Empfänger*in
Firma
Adresse
PLZ Ort

Empfehlungsschreiben für _____

Frau Maximiliane Mustermann war von XX bis XY in unserem Unternehmen tätig und hat sich nun dazu entschlossen, neue berufliche Herausforderungen anzunehmen. Da ich sie als Mitarbeiterin sehr schätze, bedaure ich diesen Schritt, wünsche ihr dabei aber viel Erfolg.

Frau Mustermann hat als XX für uns gearbeitet und ihre Aufgaben stets zur vollsten Zufriedenheit von Vorgesetzten und Kolleg*innen erfüllt. Sie hat sich bei der Übernahme neuer Arbeitsfelder schnell eingearbeitet und eigene Ideen eingebracht. Außerdem hat sie während ihrer Tätigkeit für uns auch eine Weiterbildung zur YY absolviert. Ich habe sie als verantwortungsbewusste und zuverlässige Mitarbeiterin kennengelernt.

Frau Mustermann wird bei Kund*innen wie Kolleg*innen aufgrund ihrer Verlässlichkeit und Teamfähigkeit geschätzt. Auch bei kurzfristigen Deadlines hat sie stets den Überblick bewahrt und sich bei unvorhergesehenen Änderungen stets als überlegt handelnd und stressresistent bewiesen. Ich kann Frau Mustermann daher für die Position als XXX uneingeschränkt empfehlen, da ich sie für bestens geeignet halte.

Mit freundlichen Grüßen

UNTERSCHRIFT

NAME

POSITION

Empfehlungsschreiben in Bewerbungsmappe

Ein Empfehlungsschreiben ist ein wertvoller Zusatz in deiner Bewerbung. Vor allem dann, wenn es deine Qualifikationen und Kompetenzen aus einer persönlichen Perspektive bestätigt. Es ersetzt kein Arbeitszeugnis, sondern ergänzt es sinnvoll. Gerade im Zusammenspiel mit einem überzeugenden Lebenslauf und relevanten Referenzschreiben kann es deine Eignung noch klarer hervorheben.

In der klassischen Bewerbungsmappe sortierst du das Empfehlungsschreiben direkt nach den offiziellen Dokumenten:

  1. Anschreiben
  2. Lebenslauf
  3. Zeugnisse und Zertifikate
  4. Empfehlungsschreiben
  5. Arbeitsproben oder Zusatzqualifikationen (optional)

Tipp: Wenn du im Lebenslauf allgemeine Referenzgeber*innen nennst, solltest du vorher sichergehen, dass diese Person einverstanden sind und erreichbar bleiben.

Tipps: In 3 Schritten zum aussagekräftigen Empfehlungsschreiben im Job

Ein überzeugendes Empfehlungsschreiben entsteht nicht einfach nebenbei – es basiert auf echter Leistung, gegenseitigem Vertrauen und einer gezielten Vorbereitung. Mit diesen drei Schritten sorgst du dafür, dass dein Schreiben nicht nur gut gemeint, sondern auch wirklich gut gemacht ist.

1. Erst Leistung, dann Empfehlung

Bevor du eine Person bittest, ein Empfehlungsschreiben für deine Bewerbung zu verfassen, lohnt sich ein Blick auf deine eigene Bilanz: Was hast du konkret geleistet? Welche Kompetenzen konntest du in deiner bisherigen Arbeit unter Beweis stellen?

Ein Empfehlungsschreiben ist umso glaubwürdiger, wenn es auf erkennbaren Erfolgen basiert. Optimal ist es, direkt nach einem gelungenen Projekt oder einer erfolgreichen Zusammenarbeit um das Schreiben zu bitten, solange deine Qualifikationen und deine Eignung noch präsent sind.

2. Den*die richtige*n Referenzgeber*in finden

Die beste Empfehlung nützt wenig, wenn sie von einer Person stammt, die deine Arbeit kaum kennt. Such dir eine*n Referenzgeber*in, die deine Kompetenzen wirklich beurteilen kann – zum Beispiel ein*e direkte*r Vorgesetzte*r, eine Projektleitung oder ein*e Professor*in aus deinem Studium. Wichtig ist: Es sollte eine berufliche Beziehung sein, keine private. So vermeidest du den Eindruck eines Gefälligkeits- oder Freundschaftsschreibens.

Tipp: Auch ehemalige Arbeitgeber*innen oder höhergestellte Kolleg*innen aus anderen Abteilungen sind vor allem dann eine gute Wahl, wenn du aktuell noch in einem Beschäftigungsverhältnis bist und diskret suchst.

3. Anfrage gut vorbereiten

Damit das Empfehlungsschreiben wirklich aussagekräftig wird, braucht der*die Aussteller*in alle relevanten Informationen in strukturierter Form. Dazu gehören:

Wenn du möchtest, kannst du eine grobe Vorlage oder ein Beispiel mitgeben. Das erleichtert die Formulierung und stellt sicher, dass wichtige Inhalte nicht fehlen.

FAQs zum Empfehlungsschreiben

Brauche ich ein Empfehlungsschreiben für meine Bewerbung?

Nicht immer, aber oft ist es ein echter Pluspunkt. Vor allem, wenn du damit deine Eignung für eine bestimmte Stelle oder ein Studienprogramm unterstreichen kannst. In vielen internationalen Bewerbungen gehört es sogar zum Standard.

Wer darf ein Empfehlungsschreiben ausstellen?

Alle, die dich fachlich gut kennen und einschätzen können, wie zum Beispiel Vorgesetzte, Mentor*innen, Projektleitungen oder Professor*innen. Wichtig ist: Die Person sollte glaubwürdig über deine Kompetenzen und Qualifikationen sprechen können.

Was ist der Unterschied zwischen einem Empfehlungsschreiben und einem Referenzschreiben?

Ein Empfehlungsschreiben ist individuell und auf eine bestimmte Bewerbung ausgerichtet. Ein Referenzschreiben ist allgemeiner gehalten und kann für mehrere Bewerbungen verwendet werden.

Kann ich mehrere Empfehlungsschreiben nutzen?

Ja. Zwei bis drei unterschiedliche Empfehlungsschreiben sind ein guter Richtwert – vor allem, wenn sie verschiedene Perspektiven auf deine Arbeit oder dein Studium zeigen.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um nach einem Empfehlungsschreiben zu fragen?

Direkt nach einem erfolgreichen Projekt oder am Ende eines Praktikums oder Jobs. Solange deine Leistungen noch präsent sind.

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