Zeugnisse sind ein wichtiger Bestandteil deiner Bewerbung, der deine Qualifikationen und beruflichen Erfahrungen belegt. Doch welche Zeugnisse sind für die Bewerbung relevant und was solltest du als Bewerber*in dabei beachten? Und wie wichtig sind formale Abschlüsse im Verhältnis zu den Skills, die du als Bewerber*in davon unabhängig mitbringst? Wir zeigen dir, mit was du heutzutage in deiner Bewerbung wirklich punktest.
Neben Anschreiben und Lebenslauf gehören Zeugnisse und Zertifikate zu den wichtigsten Elementen einer Bewerbung – sowohl bei einer klassischen Bewerbungsmappe als auch bei der Online-Bewerbung. Einige Zeugnisse und Zertifikate dienen praktisch als Beleg für deine Angaben in Anschreiben und Lebenslauf. Anhand deiner Zeugnisse und Zertifikate können Personalverantwortliche überprüfen, welche Qualifikationen dich auszeichnen und wie deine bisherigen Leistungen in Schule, Ausbildung, Studium oder im Berufsleben beurteilt wurden.
Tipp: Gib in deinem Anschreiben und in deinem Lebenslauf nur Abschlüsse und Qualifikationen an, die du auch nachweisen kannst. Andernfalls wird dir das spätestens im Vorstellungsgespräch auf die Füße fallen.
Bei der Auswahl der Zeugnisse und Zertifikate für die Online-Bewerbung ist vor allem ein Grundsatz zu beachten: Qualität ist wichtiger als Quantität. In der Regel haben die Bewerber*innen mit überzeugenden Qualifikationen bessere Chancen als diejenigen mit vielen beigefügten Zeugnissen und Zertifikaten. Zudem solltest du sämtliche Unterlagen zu einem Dokument zusammenfügen, um die Bewerbung übersichtlich zu halten.
Auf der sicheren Seite bist du, wenn du deine Bewerbungsunterlagen inklusive Zeugnisse und Zertifikate zu einem PDF-Dokument zusammenfasst – maximal 5 MB groß.
Im Klartext bedeutet das, dass du in deiner Bewerbung nicht alle Qualifikationen nachweisen musst, die du in deinem Anschreiben oder Lebenslauf erwähnt hast. Klar solltest du den Nachweis haben, aber du musst ihn nicht direkt mitschicken. Wähl also nur die Zeugnisse und Zertifikate aus, die für die angestrebte Stelle relevant sind oder in der Stellenanzeige verlangt werden.
Sollten die Personalverantwortlichen mehr deiner Zeugnisse sehen wollen, kannst du den Rest problemlos nachreichen oder zum Vorstellungsgespräch mitbringen. Klingt kompliziert? Keine Sorge. Wir helfen dir, eine gute Auswahl zu treffen. Mit der folgenden Liste findest du schnell heraus, welche Zeugnisse und Zertifikate in deine Online-Bewerbung gehören.
Wenn du Schulabgänger*in bist, am Anfang deiner Karriereplanung stehst und noch keine nennenswerte Berufserfahrung hast, solltest du dein letztes Schulzeugnis bzw. dein Abschlusszeugnis mitschicken. Bewerber*innen mit Hochschulabschluss oder langjähriger Berufserfahrung können Schulzeugnisse weglassen.
Wenn du eine Berufsausbildung abgeschlossen hast, gehört das Ausbildungszeugnis auf jeden Fall in die Bewerbung. Es gibt den Personalverantwortlichen wertvolle Informationen über deine fachlichen Qualifikationen und praktischen Erfahrungen. Ein vollständiges und positives Ausbildungszeugnis kann für den ersten Eindruck entscheidend sein.
Praktikumszeugnisse musst du nur dann in deine Bewerbung aufnehmen, wenn sie für die Stelle relevante Erfahrungen oder Fähigkeiten nachweisen. Das gilt vor allem dann, wenn du als Berufsanfänger*in praktische Erfahrung anstelle von Berufserfahrung dokumentieren möchtest.
Zu den akademischen Zeugnissen gehören das Bachelorzeugnis, Masterzeugnis oder Diplomzeugnis sowie das Promotionszeugnis. Als Akademiker*in ist das Hochschulzeugnis in deiner Online-Bewerbung obligatorisch, zumindest in den ersten Jahren nach deinem Abschluss Dein höchster Bildungsabschluss reicht dabei aus. Begibst du dich bereits während deines Studiums auf Jobsuche, kannst du beim Prüfungsamt deiner Hochschule eine aktuelle Notenübersicht (Transcript of Records) anfordern.
Du hast schon Berufserfahrung gesammelt? Als Arbeitnehmer*in hast du einen gesetzlichen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis als objektiven Nachweis über deine Arbeitsweise, deine Leistungen und dein Sozialverhalten. Wenn du Arbeitszeugnisse hast, sollten diese auf jeden Fall Teil deiner Bewerbung sein. Beschränk dich aber auf die drei aktuellsten.
Zertifikate sind zum Beispiel Nachweise über absolvierte Fort- und Weiterbildungen. Durch besondere Kenntnisse kannst du dir unter Umständen ein Alleinstellungsmerkmal sichern und im besten Fall auch die Tür zum Vorstellungsgespräch öffnen. Am besten ist es, wenn du in deinem Lebenslauf unter „Zusatzqualifikationen“ oder „Weiterbildungen“ die beigefügten Zertifikate und Zeugnisse erwähnst.
Zeugnisse für Fähigkeiten, die nicht spezifisch gefragt sind, kannst du ggf. zum Vorstellungsgespräch mitbringen oder nachreichen. Hier ein kleiner Überblick:
- Lara Kieninger, Karriere-Expertin und Personalerin bei StepstoneWähle gezielt die Zeugnisse und Zertifikate aus, die deine Qualifikationen für die Stelle am besten belegen. Qualität zählt mehr als Quantität.

Lara Kieninger ist Senior Talent Acquistion Manager bei Stepstone und unterstützt seit Juni 2021 verschiedene Fachbereiche dabei, das "Perfect Match” für ihre Teams zu finden und den Bewerbungsprozess optimal zu gestalten. Als erfahrende Personalerin stand sie im Laufe ihrer Karriere sowohl verschiedenen Unternehmen als auch zahlreichen Arbeitssuchenden und Bewerber*innen beratend zur Seite. Was sind NoGos im Lebenslauf? Wie verändert KI unseren Bewerbungsprozess und welche Tipps & Tricks gibt es bei der Gehaltsverhandlung im Vorstellungsgespräch? Lara Kieninger weiß Antwort. Als Expertin und Gastautorin für das Stepstone Magazin “about work” hat sie die Trends und Entwicklungen der Arbeitswelt genau im Blick und hilft mit ihren wertvollen Insights allen Leser*innen dabei, sich in der ständig wandelnden Job-Landschaft zurechtzufinden. Zu Laras Themenschwerpunkte gehören unter anderem die Themen Gehalt, Anschreiben & Lebenslauf, Vorstellungsgespräche sowie Diversity & Inklusion.
Übrigens: Zeugnisse und Zertifikate sollten immer in antichronologischer Reihenfolge (auch genannt: amerikanische Reihenfolge) hinter Anschreiben und Lebenslauf angehängt sein. Im Klartext: Das aktuellste Zeugnis kommt an den Anfang. Auch Arbeitszeugnisse, Praktikumsnachweise oder Zertifikate solltest du auf diese Weise sortieren. Angefangen beim neuesten Arbeitszeugnis, gefolgt von Ausbildungs- oder Hochschulzeugnis und Praktikumszeugnis, abschließend Zertifikate von Fort- und Weiterbildungen.
Tipp: Gib auf dem Deckblatt oder im Inhaltsverzeichnis deiner Online-Bewerbung an, welche Zeugnisse und Zertifikate in welcher Reihenfolge deiner Bewerbung enthalten sind. Das macht es für die Personalverantwortlichen einfacher und übersichtlicher.
Dazu gibt es keine klaren Vorschriften. Aber: In der Regel müssen deine Zeugnisse nicht beglaubigt sein. In den meisten Fällen reicht es aus, wenn du sie einscannst und verschickst. Bewirbst du dich allerdings bei einem öffentlichen Arbeitgeber wie einer Universität, in der Politik oder einer Behörde, solltest du amtlich beglaubigte Zeugnisse einreichen.
Ein schlechtes Zeugnis macht vielleicht nicht den besten Eindruck – aber gar kein Zeugnis weckt Misstrauen. Bewerbungsunterlagen ohne Zeugnisse und Zertifikate kosten dich im schlimmsten Fall die Chance auf ein Vorstellungsgespräch. Personalverantwortliche könnten vermuten, dass du Kompetenzen angegeben hast, die du gar nicht hast. Darum: Auch wenn du dich mit schlechten Noten bewirbst, heißt das noch lange nicht, dass deine Chancen auf den Job schlechter sind.
Es gilt der Grundsatz: Qualität statt Quantität. Nimm dir Zeit, um zu entscheiden, welche Nachweise für die ausgeschriebene Stelle relevant sind. Alle anderen kannst du bei Bedarf nachreichen oder ins Vorstellungsgespräch mitbringen.
Die Dokumente listest du in antichronologischer Reihenfolge auf, beginnend mit dem jüngsten Dokument. Das kannst du lösen, indem du alle Dokumente entweder zu einem Dokument (denke an die maximale Dateigröße von 5 MB) zusammenfasst oder entsprechend benennst (ersteres ist allerdings professioneller. Je nach Umfang deiner Unterlagen empfiehlt sich auch ein kurzes Inhaltsverzeichnis, etwa als Teil des Deckblattes oder dahinter. Mach es den Personalverantwortlichen so leicht wie möglich, deine Bewerbung zu lesen.
Noch spielen Zeugnisse und Zertifikate in Bewerbungen also eine zentrale Rolle. Doch der Arbeitsmarkt verändert sich und damit auch die Art, wie Unternehmen Qualifikationen bewerten. Eine Stepstone-Studie aus dem September 2025 zeigt, dass sich das zunehmend ändert: Drei von vier Arbeitgebern in Deutschland wollen Bewerbende künftig stärker nach ihren tatsächlichen Fähigkeiten statt nach formalen Abschlüssen beurteilen.
- Dr. Julius Probst, Arbeitsmarktexperte bei The Stepstone GroupEntscheidend ist nicht mehr, was jemand vor Jahren gelernt hat, sondern was er oder sie heute wirklich kann.

Dr. Julius Probst ist Ökonom bei The Stepstone Group und spezialisiert auf Arbeitsmarktanalysen sowie makroökonomische Entwicklungen. Er promovierte in Wirtschaftsgeschichte und besitzt einen Masterabschluss in Volkswirtschaftslehre der Universität Lund. Wissenschaftliche Stationen führten ihn unter anderem zur Europäischen Zentralbank. Vor seinem Einstieg bei The Stepstone Group war Julius drei Jahre bei Macrobond Financial tätig. Er verfolgt einen datenbasierten Ansatz, um Beschäftigungsdynamiken und wirtschaftliche Veränderungen besser zu verstehen.
Der Trend zum sogenannten Skills-based Hiring gewinnt also deutlich an Fahrt: 77 Prozent der befragten Unternehmen planen, Soft Skills wie Teamarbeit oder Kommunikationsfähigkeit künftig stärker zu bewerten, ebenso wie praktische digitale Kompetenzen. Besonders in der IT-Branche verzichten bereits mehr als ein Drittel der Arbeitgeber bei bestimmten Positionen ganz auf formale Zeugnisse.
Fazit: Unternehmen erkennen zunehmend, dass sie durch eine zu starke Fokussierung auf formale Nachweise viele Talente übersehen. Zeugnisse bleiben wichtig, aber sie sind nicht mehr alles. Entscheidend wird, ob Bewerbende zeigen können, was sie wirklich können.
Wir wünschen dir viel Erfolg bei der Auswahl und natürlich auch bei deiner Bewerbung!
Wähle maximal fünf relevante Zeugnisse aus, darunter zum Beispiel ein Hochschul- oder Ausbildungszeugnis, dein letztes Schulzeugnis, bis zu drei Arbeitszeugnisse und relevante Zertifikate.
Achte darauf, dass alle Dokumente in einem einzigen PDF zusammengefasst sind, gut lesbar und ordentlich benannt. Halte die Datei übersichtlich und strukturiert.
Füge alle wichtigen Dokumente in einem einzigen PDF-Dokument zusammen, um die Bewerbung übersichtlich und einfach zu handhaben.
Dein Bewerbungsfoto gehört in den Lebenslauf, am besten oben rechts oder links neben deinen persönlichen Daten.
Achte darauf, dass deine gesamte Bewerbungsdatei nicht größer als 5 MB ist, um sicherzustellen, dass sie problemlos versendet und empfangen werden kann.
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