Zeit für einen neuen Job – und damit für einen neuen Punkt in deinem Lebenslauf. Apropos Lebenslauf: Für deine Bewerbung brauchst du eine aktuelle Version. Aber es ist beruflich so viel passiert, seit du dich das letzte Mal beworben hast – wie viel davon passt in deinen Lebenslauf? Länge, Inhalt und Format machen hier einiges aus. Welche typischen Fehler du vermeiden solltest, zeigen wir dir hier.
Der ideale Lebenslauf hat eine Länge von ein bis maximal zwei Seiten. Letzteres aber nur, wenn du über mehrjährige Berufserfahrung mit vielen Positionen verfügst. Optimal sind zwei Seiten. Fass dich also kurz und nimm nur wichtige Punkte auf, die im Kontext der konkreten Stelle relevant sind. Damit zeigst du, dass du dich auf das Wesentliche fokussieren und komprimieren kannst. Auf Details kannst du später im Vorstellungsgespräch eingehen.
Für Berufseinsteiger*innen, Azubis oder Studierende reicht eine Seite in der Regel völlig aus. Hier zählen Klarheit und Relevanz mehr als Quantität. Heißt aber auch: Die optimale Länge eines Lebenslaufs hängt stark von der Berufserfahrung und dem Karriereziel ab: Wer bereits über mehrere Jahre Berufserfahrung verfügt oder sich auf eine Führungsposition bewirbt, darf ohne Weiteres zwei Seiten füllen. Wichtig ist: Jede Information im Lebenslauf sollte einen klaren Mehrwert für die angestrebte Stelle bieten. Mehr als zwei Seiten sind nur in Ausnahmefällen empfehlenswert – zum Beispiel bei wissenschaftlichen Laufbahnen, bei sehr umfangreichen Projekterfahrungen oder bei Bewerbungen im internationalen Kontext (z. B. im angelsächsischen Raum).
Faustregel: So kurz wie möglich, so lang wie nötig. Personalverantwortliche haben oft wenig Zeit – wer also prägnant formuliert und Wesentliches betont, punktet. Womit wir beim nächsten Thema wären: Was gehört unbedingt in den Lebenslauf und was nicht?
Ein Lebenslauf sollte grundsätzlich lückenlos, aber nicht zwingend vollständig im Sinne jeder einzelnen Station deines Lebens sein. Was heißt das konkret? Personalverantwortliche möchten verstehen, was du in den letzten Jahren gemacht hast – große zeitliche Lücken (z. B. mehrere Monate ohne Erklärung) werfen Fragen auf. Deshalb ist es wichtig, auch Phasen ohne klassische Anstellung sinnvoll zu kennzeichnen, etwa mit:
Nicht jede Nebentätigkeit oder jedes Ehrenamt muss dabei aufgeführt werden. Entscheidend ist, dass dein Werdegang nachvollziehbar und plausibel wirkt – auch wenn du mal Umwege gegangen bist. Statt also eine überlange Chronik zu erstellen, konzentriere dich auf Stationen, die dich fachlich und persönlich weitergebracht haben. Relevanz vor Vollständigkeit – das gilt besonders bei erfahrenen Bewerber*innen.
Doch nicht nur bei der Länge kann man als Bewerber*in einiges falsch machen, Rechtschreibfehler, mangelnde Struktur, schlechte Formattierung, auch Kleinigkeiten können ein schlechtes Licht auf deine Bewerbung werfen.
Der Lebenslauf – oder Curriculum Vitae (CV) – ist das Herzstück jeder Bewerbung und wird von potenziellen Arbeitgebern in der Regel als erstes unter die Lupe genommen. Ganz schön viel Bedeutung für ziemlich wenig Text. Anhand dieses einen Dokuments entscheiden Personalverantwortliche, ob sie dein Anschreiben lesen und dich persönlich kennenlernen möchten. Du machst also alles richtig, wenn du etwas mehr Zeit und Energie in einen möglichst fehlerfreien Lebenslauf investierst. Ziel ist es, dass du sowohl Flüchtigkeitsfehler als auch gröbere Fehler vermeidest. Daher: Schreib deinen Lebenslauf, schlaf eine Nacht drüber, check ihn dann nochmal selbst und lass ihn anschließend von Freund*innen oder Familienmitgliedern Korrekturlesen.
Ein Blick auf deinen Lebenslauf – und Personalverantwortliche haben einen ersten Eindruck von dir. Ist der CV unstrukturiert und chaotisch, wirkt er unsauber und motivationslos – wird er womöglich gleich beiseitegelegt. Das kannst du vermeiden: Um eine übersichtliche Struktur und eine gute Formatierung hinzukriegen, musst du kein Profi sein. Hol direkt deinen CV hervor und geh diese Checkliste durch:
Falls du es dir leichter machen möchtest, erstell deinen Lebenslauf mit unserem Lebenslauf-Generator. So musst du nur noch den Feinschliff übernehmen.
Tipp: Gib auch der Datei, die alle deine Bewerbungsunterlagen enthält, einen passenden Namen. Also nicht „Bewerbung“, sondern besser „DeinName_Bewerbung_Jobtitel“. So können die Personalmitarbeiter*innen deine Bewerbung einordnen, ohne sie öffnen zu müssen.
Du hast deinen Lebenslauf mit unserer Checkliste abgeglichen und konntest hinter alle Punkte einen Haken setzen? Klasse, dann stimmt schonmal die Basis. Nachfolgend haben wir noch ein paar typische No-Gos für dich, auf die du beim Check deines Lebenslaufs zusätzlich achten solltest.
Viele Unternehmen betrachten deinen Lebenslauf als erste Arbeitsprobe. Grammatik- oder Rechtschreibfehler hinterlassen da schnell einen unprofessionellen Eindruck. Die Lösung: mehrfaches, sorgfältiges Korrekturlesen – sowohl von dir, als auch von Freund*innen oder Verwandten.
Okay, jetzt hast du einen Überblick über die typischen Formfehler eines schwachen Lebenslaufs. Es gibt einige weitere Mängel, die sich in Sachen Lebenslauf immer wieder einschleichen:
Der klassische und vielleicht beliebteste Fehler beim Lebenslauf-Versand besteht darin, einen Standardlebenslauf für alle Bewerbungen zu nutzen. So verringerst du deine Erfolgschancen. Besser: Individualisier deinen Lebenslauf für jede Stelle, auf die du dich bewirbst. Dazu musst du die Stellenanzeige richtig lesen: Heb die Kompetenzen hervor, die in der Anzeige gefordert werden und leg mehr Gewicht auf Stationen in deinem Werdegang, die für den Job eine Rolle spielen. Klar, das kostet mehr Zeit und Mühen – verfehlt seine Wirkung aber nicht.
Du hast deine Kontaktdaten nur auf dem Deckblatt deiner Bewerbung? Schöner und leichter zu handhaben für die Personalverantwortlichen ist es, wenn sie auch auf deinem Lebenslauf stehen. Zu den Kontaktdaten zählen dein Name, deine Adresse, deine E-Mail-Adresse, deine Telefonnummer, eventuell vorhandene Online-Profile wie XING- oder LinkedIn und ggf. die URL zu deiner Website.
Tipp: Hast du eine seriöse E-Mail-Adresse? Falls du bislang unter lilalaunebaer83@gmx.de erreichbar warst, solltest du dir eine neutrale Adresse mit deinem Namen zulegen. Zwar macht eine unprofessionelle E-Mail-Adresse dein Dokument nicht direkt zu einem schlechten Lebenslauf, aber sie ist ein einfach vermeidbarer Makel.
Du willst deine Bewerbung abschicken und hast auf die Schnelle nur ein Urlaubsfoto oder ein Passbild aus dem Automaten zur Hand? Keine gute Idee. Im besten Fall unterstreicht der erste optische Eindruck dein professionelles Auftreten. Darum such dir lieber eine*n Fotograf*in und schick die Bewerbung etwas später ab. Oder lass das Foto ganz weg. Heutzutage sind sie nämlich nur noch optionaler Bestandteil einer Bewerbung – aber definitiv immer gern gesehen. Entscheidest du dich für ein neues Bewerbungsfoto, informier dich vor dem Shooting über den branchenüblichen Dresscode und kleide dich entsprechend.
Du hast nach dem Studium erstmal vier Monate Pause gemacht, ehe du ins Arbeitsleben gestartet bist? Du hast dir nach deinem letzten Job ein paar Monate Zeit genommen, um zu reisen oder dich beruflich neu zu orientieren? Klar – im Idealfall sollte dein Lebenslauf keine Lücken aufweisen. Aber schließlich lebst du nicht für die Personalverantwortlichen dieser Welt, sondern für dich. Darum: Hab Mut zur Lücke. Erklär diese Lücken am besten direkt im Lebenslauf oder leg dir eine passende Antwort für das Vorstellungsgespräch zurecht.
Eine einfache Auflistung deiner einzelnen Karrierestationen ist nicht besonders aussagekräftig und daher oft Teil eines schlechten Lebenslaufs. Viel interessanter für die Personalverantwortlichen ist, was hinter den Jobbezeichnungen steckt: Welche Fähigkeiten und Erfahrungen konntest du wo gewinnen, welche Skills konntest du bereits ausbauen, wie oft hast du den Job gewechselt – und vor allem warum? Ergänz also jede Station mit einigen Stichpunkten, die deutlich machen, wofür du jeweils zuständig warst und welche Kompetenzen du erwerben konntest. Bleib dabei immer präzise und fass dich kurz. Je länger eine Stelle zurückliegt, desto knapper kann die dazugehörige Inhaltsbeschreibung sein. Auch wichtige Projekterfolge sollten Teil deines Lebenslaufs sein – vor allem, wenn sie gut zu der offenen Stelle passen.
Auch wenn deine Skills teilweise nicht zum Stellenprofil passen: Bleib immer bei der Wahrheit. Übertreibst du zum Beispiel bei deinen Sprachkenntnissen und gibst dein Schulenglisch als fließendes Englisch an, wird dir das im Bewerbungsgespräch auf die Füße fallen. Für größere Lügen, wie z. B. gefälschte Zeugnisse, kannst du sogar rechtlich belangt werden.
Tipp: Achte darauf, dass deine Angaben im Lebenslauf identisch mit denen deiner Online-Profile sind. Personalverantwortliche schauen sich im Rahmen eines digitalen Bewerberchecks gern beides an.
- Lara Kieninger, Karriere-Expertin und Personalerin bei StepstoneFür mich als Personalerin ist der Lebenslauf die wichtigste Informationsquelle. Und natürlich weiß ich einen gut strukturierten Aufbau und verständliche, fehlerfreie Formulierungen zu schätzen, das setze ich voraus. Ich werde oft gefragt, wie ausführlich und vollständig ein Lebenslauf ausfallen soll. Mein Rat: Konzentriere dich auf die Stationen, die Aufschluss über deine Qualifikation für den Job geben, für den du dich konkret bewirbst. Liste hier gerne konkrete Tätigkeiten, Projekte und Erfolge mit auf, der Rest des Lebenslaufs darf dafür eher kurz und knapp ausfallen.

Lara Kieninger ist Senior Talent Acquistion Manager bei Stepstone und unterstützt seit Juni 2021 verschiedene Fachbereiche dabei, das "Perfect Match” für ihre Teams zu finden und den Bewerbungsprozess optimal zu gestalten. Als erfahrende Personalerin stand sie im Laufe ihrer Karriere sowohl verschiedenen Unternehmen als auch zahlreichen Arbeitssuchenden und Bewerber*innen beratend zur Seite. Was sind NoGos im Lebenslauf? Wie verändert KI unseren Bewerbungsprozess und welche Tipps & Tricks gibt es bei der Gehaltsverhandlung im Vorstellungsgespräch? Lara Kieninger weiß Antwort. Als Expertin und Gastautorin für das Stepstone Magazin “about work” hat sie die Trends und Entwicklungen der Arbeitswelt genau im Blick und hilft mit ihren wertvollen Insights allen Leser*innen dabei, sich in der ständig wandelnden Job-Landschaft zurechtzufinden. Zu Laras Themenschwerpunkte gehören unter anderem die Themen Gehalt, Anschreiben & Lebenslauf, Vorstellungsgespräche sowie Diversity & Inklusion.
Bewirbst du dich für einen Ausbildungsplatz, kannst du deine Schullaufbahn im Lebenslauf aufnehmen. Ansonsten reicht es, wenn du deinen höchsten Bildungsabschluss erwähnst.
Angaben zu Eltern, Geschwistern oder auch zur Staatsangehörigkeit werden heutzutage weggelassen. Und auch Informationen zu Parteizugehörigkeiten oder Konfession sind nur dann sinnvoll, wenn das für den Job relevant ist.
Du spielst in deiner Freizeit in einer Band oder backst jedes Wochenende die besten Cake-Pops der Welt? Großartig, dass du auf eine gute Work-Life-Balance achtest. Aber im Lebenslauf haben deine Hobbys und Interessen nur dann Relevanz, wenn sie einen Bezug zum Job haben. Zum Beispiel könntest du dein Lauftraining als nötigen Ausgleich zu deinem beruflichen Engagement angeben. Deinen Mannschaftsport als Nachweis für deine Teamfähigkeiten. Oder deine Theatergruppe als Probebühne für deine Tätigkeit als Seminarleiter*in.
Dein Lebenslauf ist der faktische Beleg über deinen beruflichen und schulischen Werdegang. Und deine erste Arbeitsprobe. Er sollte deine berufliche Laufbahn lückenlos dokumentieren und präsentieren, was du kannst. Zusatzqualifikationen, Nebentätigkeiten oder Hobbys gibst du nur dann an, wenn sie für den gewünschten Job eine Bedeutung haben. Was hier Sinn ergibt, bekommst du am schnellsten heraus, wenn du die Stellenanzeige richtig liest und die dort geforderten Skills hervorhebst. Generell gilt die Faustregel: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Wir wünschen dir viel Erfolg und drücken die Daumen!
Für Berufseinsteiger:innen reicht meist eine Seite aus. Mit zunehmender Berufserfahrung sind zwei Seiten völlig in Ordnung – mehr nur in Ausnahmefällen.
Nein, zwei Seiten gelten als Standard bei mehrjähriger Berufserfahrung. Wichtig ist, dass die Inhalte relevant, übersichtlich und klar strukturiert sind.
Ein Lebenslauf darf so kurz sein, wie es die Inhalte sinnvoll zulassen – eine Seite ist für Azubis, Studierende oder Jobeinsteiger:innen völlig ausreichend. Qualität zählt hier mehr als Quantität.
Streiche irrelevante oder ältere Stationen und konzentriere dich auf das, was zur angestrebten Position passt. Und: Kompakte Stichpunkte mit konkreten Erfolgen sagen oft mehr als ausführliche Fließtexte.
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