Bewerbungscoach Volker Klärchen sieht jährlich über 300 Bewerbungen – und die meisten haben Optimierungspotenzial. Sein Fazit: 90 Prozent sind nicht gut strukturiert. Dabei folgt eine Bewerbung einer klaren Logik: Zeugnisse zeigen, wie andere dich beurteilt haben, das Anschreiben bringt deine Persönlichkeit zum Ausdruck und der der Lebenslauf liefert Zahlen, Daten und Fakten. Doch viele Bewerbende bringen im CV und Anschreiben die gleichen Informationen – ein Fehler.

Volker Klärchen ist Bewerbungscoach mit über 15 Jahren Erfahrung. Er kombiniert psychologisches Wissen mit Karriereberatung und unterstützt Menschen in beruflichen Veränderungsprozessen. Seine Schwerpunkte liegen auf praxisnahen Strategien für den Wiedereinstieg nach einer Krankheit, den Quereinstieg in neue Branchen und den Umgang mit herausfordernden Arbeitsumfeldern.
Volker Klärchen hat ein Beispiel für einen Lebenslauf erstellt, fiktiv, aber genau so, wie er ihn oft zu sehen bekommt. Anschließend wird die Struktur optimiert, damit du genau verstehst, wie dein eigener Lebenslauf aufgebaut sein sollte.
Achte darauf, dass du wichtige Abschlüsse zuerst nennst.
4. Daten links platzieren: So lassen sich mögliche Lücken im Lebenslauf schnell erkennen – das macht den CV prüffähig.
5. Position vor Arbeitgeber: Wichtiger als der Unternehmensname ist die Funktion. Diese darf gerne gefettet werden, während der Arbeitgeber darunter steht und nicht hervorgehoben wird.
6. Aufgaben klar strukturieren: Keine Blocktexte, sondern Bulletpoints verwenden. Unwichtige Details weglassen. Falls zwei Sätze nötig sind, unbedingt auf einen sauberen Umbruch achten.
7. Relevantes hervorheben: Die wichtigsten Aufgaben sollten an erster und letzter Stelle stehen – genau dort wird beim Lesen der Fokus liegen.
8. Übersichtliche Gliederung: Jahreszahlen immer links platzieren, damit der Werdegang schnell erfassbar ist.
9. Wichtige Abschlüsse zuerst: Studienabschlüsse oder relevante Weiterbildungen sollten mit dem Abschluss oder der Qualifikation beginnen, nicht mit der Hochschule oder Institution.
10. Keine Skalen für Fähigkeiten: Sprachkenntnisse besser mit den offiziellen Niveaustufen (A1–C1) angeben.
11. Interessen gezielt wählen: Sie können als Icebreaker im späteren Bewerbungsgespräch dienen. Statt „Lesen“ also lieber „Schottische Krimis“. Weniger ist mehr.
12. Eine Schriftart und eine Farbe nutzen, gerne eine Farbe, die sich auch im Bild findet oder dazu passt.
Immer antichronologisch, also mit der aktuellsten oder letzten Position zuerst. So sieht der Personaler sofort, was du zuletzt gemacht hast.
Nur, wenn du wenig Berufserfahrung hast. Sobald du eine Ausbildung oder ein Studium abgeschlossen hast, reicht der höchste Bildungsabschluss. Die Grundschule ist nie relevant.
Nutze Bulletpoints statt Fließtext und konzentriere dich auf die wichtigsten Aufgaben und Erfolge. Kürze alles, was nicht relevant ist – weniger ist oft mehr.
Falls deine offizielle Berufsbezeichnung nicht selbsterklärend ist, kannst du eine verständliche Alternative in Klammern hinzufügen, z. B. „Customer Success Manager (Kundenbetreuung & Beratung)“.
Nicht als eigene Kategorie. Soft Skills wie Teamfähigkeit oder Kommunikationsstärke sollten sich aus den Tätigkeiten und Erfolgen ergeben – zum Beispiel durch konkrete Projekte oder erreichte Ziele.
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