Inhalt
Grundregeln für einen überzeugenden Lebenslauf:Der CV als deine Visitenkarte: Zahlen, Daten, FaktenDie Praxis – deine berufliche ErfahrungDie Theorie – deine AusbildungKenntnisse und InteressenStyleLebenslauf-Beispiel mit optimierter Struktur

Bewerbungscoach Volker Klärchen sieht jährlich über 300 Bewerbungen – und die meisten haben Optimierungspotenzial. Sein Fazit: 90 Prozent sind nicht gut strukturiert. Dabei folgt eine Bewerbung einer klaren Logik: Zeugnisse zeigen, wie andere dich beurteilt haben, das Anschreiben bringt deine Persönlichkeit zum Ausdruck und der der Lebenslauf liefert Zahlen, Daten und Fakten. Doch viele Bewerbende bringen im CV und Anschreiben die gleichen Informationen – ein Fehler.

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Grundregeln für einen überzeugenden Lebenslauf:Der CV als deine Visitenkarte: Zahlen, Daten, FaktenDie Praxis – deine berufliche ErfahrungDie Theorie – deine AusbildungKenntnisse und InteressenStyleLebenslauf-Beispiel mit optimierter Struktur
Portrait Volker Klärchen
Volker Klärchen

Volker Klärchen ist Bewerbungscoach mit über 15 Jahren Erfahrung. Er kombiniert psychologisches Wissen mit Karriereberatung und unterstützt Menschen in beruflichen Veränderungsprozessen. Seine Schwerpunkte liegen auf praxisnahen Strategien für den Wiedereinstieg nach einer Krankheit, den Quereinstieg in neue Branchen und den Umgang mit herausfordernden Arbeitsumfeldern.

Grundregeln für einen überzeugenden Lebenslauf:

Volker Klärchen hat ein Beispiel für einen Lebenslauf erstellt, fiktiv, aber genau so, wie er ihn oft zu sehen bekommt. Anschließend wird die Struktur optimiert, damit du genau verstehst, wie dein eigener Lebenslauf aufgebaut sein sollte.

Negativbeispiel Lebenslauf
Die Struktur deines Lebenslaufs macht viel aus – der Zweispalter hier wirkt überladen, die Überschrift „Lebenslauf“ ist überflüssig. © The Stepstone Group

Der CV als deine Visitenkarte: Zahlen, Daten, Fakten

  1. Klare Struktur: Zweispalter vermeiden – sie überladen die linke Seite und erschweren das Lesen. Kreativität zeigt sich nicht in der Gestaltung, sondern in den Inhalten. Für kreative Berufe empfiehlt sich ein separates Dokument mit Arbeitsproben.
  2.  Selbstverständlichkeiten weglassen: „Lebenslauf“ als Überschrift ist überflüssig, ebenso die Bezeichnungen vor Adresse, Telefonnummer und E-Mail. Wer Akzente setzen möchte, kann Emojis nutzen. Der obere Bereich der Bewerbung dient als „Visitenkarte“.
  3. Das Bewerbungsfoto: Seit 2009 ist es nicht mehr verpflichtend, wird aber in der Praxis häufig erwartet. Bewerbende mit Foto werden nachweislich öfter eingeladen. Das Gesicht sollte nah zu sehen sein – die Augen gut erkennbar, da direkter Blick Vertrauen schafft. KI-optimierte Bilder sind in Ordnung, sollten aber authentisch wirken. Ein guter Test: Familie und Freunde fragen, ob das Bild einen realistisch zeigt. Zudem hilft es, das Bild zu spiegeln, damit der Blick ins Dokument gerichtet ist.

Frau mit Papier in der Hand sitzt auf Drehstuhl
© Guille Faingold/Stocksy

Achte darauf, dass du wichtige Abschlüsse zuerst nennst.

Die Praxis – deine berufliche Erfahrung

4. Daten links platzieren: So lassen sich mögliche Lücken im Lebenslauf schnell erkennen – das macht den CV prüffähig.
5. Position vor Arbeitgeber: Wichtiger als der Unternehmensname ist die Funktion. Diese darf gerne gefettet werden, während der Arbeitgeber darunter steht und nicht hervorgehoben wird.
6. Aufgaben klar strukturieren: Keine Blocktexte, sondern Bulletpoints verwenden. Unwichtige Details weglassen. Falls zwei Sätze nötig sind, unbedingt auf einen sauberen Umbruch achten.
7. Relevantes hervorheben: Die wichtigsten Aufgaben sollten an erster und letzter Stelle stehen – genau dort wird beim Lesen der Fokus liegen.

Die Theorie – deine Ausbildung

8. Übersichtliche Gliederung: Jahreszahlen immer links platzieren, damit der Werdegang schnell erfassbar ist.
9. Wichtige Abschlüsse zuerst: Studienabschlüsse oder relevante Weiterbildungen sollten mit dem Abschluss oder der Qualifikation beginnen, nicht mit der Hochschule oder Institution.

Kenntnisse und Interessen

10. Keine Skalen für Fähigkeiten: Sprachkenntnisse besser mit den offiziellen Niveaustufen (A1–C1) angeben.
11. Interessen gezielt wählen: Sie können als Icebreaker im späteren Bewerbungsgespräch dienen. Statt „Lesen“ also lieber „Schottische Krimis“. Weniger ist mehr.

Style

12. Eine Schriftart und eine Farbe nutzen, gerne eine Farbe, die sich auch im Bild findet oder dazu passt.

Lebenslauf-Beispiel mit optimierter Struktur

Positivbeispiel Lebenslauf
Beachte bei deinem Lebenslauf die folgende Reihenfolge: Praxis, Theorie, Kenntnisse (für eine größere Ansicht klicke auf das Bild) © The Stepstone Group
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FAQ - Häufige Fragen und Antworten

In welcher Reihenfolge sollte ich meine Berufserfahrung angeben?

Immer antichronologisch, also mit der aktuellsten oder letzten Position zuerst. So sieht der Personaler sofort, was du zuletzt gemacht hast.

Sollte ich meine Schulbildung noch aufführen?

Nur, wenn du wenig Berufserfahrung hast. Sobald du eine Ausbildung oder ein Studium abgeschlossen hast, reicht der höchste Bildungsabschluss. Die Grundschule ist nie relevant.

Wie detailliert sollten meine Tätigkeiten beschrieben sein?

Nutze Bulletpoints statt Fließtext und konzentriere dich auf die wichtigsten Aufgaben und Erfolge. Kürze alles, was nicht relevant ist – weniger ist oft mehr.

Was mache ich, wenn mein Jobtitel unklar oder nicht aussagekräftig ist?

Falls deine offizielle Berufsbezeichnung nicht selbsterklärend ist, kannst du eine verständliche Alternative in Klammern hinzufügen, z. B. „Customer Success Manager (Kundenbetreuung & Beratung)“.

Sollte ich Soft Skills im Lebenslauf erwähnen?

Nicht als eigene Kategorie. Soft Skills wie Teamfähigkeit oder Kommunikationsstärke sollten sich aus den Tätigkeiten und Erfolgen ergeben – zum Beispiel durch konkrete Projekte oder erreichte Ziele.

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