Ob im Flugzeug, im Tower oder in der Zentrale einer großen Fluggesellschaft – der Luftfahrtsektor bietet viele spannende Jobs und Karrierechancen. Für viele ist es ein Traum, in dieser Branche zu arbeiten. Oft mit guten Chancen, denn neben beliebten Karrierewegen wie Pilot*in, Flugbegleiter*in oder Luft- und Raumfahrtingenieur*in gibt es Dutzende weitere, teils weniger bekannte Berufe in der Luftfahrt.
Die Luftfahrtbranche zählt zu den spannendsten und vielseitigsten Arbeitsfeldern, stellt dafür aber auch besondere Anforderungen. Grundsätzlich gilt: Je nach Beruf brauchst du eine abgeschlossene Ausbildung, spezielle Lizenzen oder technisches Know-how. Wichtig sind außerdem Teamfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und gute Englischkenntnisse. In einigen Bereichen wird auch die körperliche Tauglichkeit geprüft.
Pilot*innen müssen eine medizinische Tauglichkeitsprüfung der Klasse 1 bestehen. Diese wird von speziell zugelassenen flugmedizinischen Zentren durchgeführt und umfasst unter anderem:
Die Erstuntersuchung ist besonders umfangreich, danach folgt alle zwölf Monate (ab 40 Jahren alle sechs Monate) eine Nachuntersuchung. Auch ein Drogenscreening ist häufig Teil der Prüfung.
Für Flugbegleiter*innen ist die medizinische Tauglichkeit nach EASA-Kriterien Pflicht, allerdings weniger streng als bei Pilot*innen. Typische Anforderungen sind:
Zudem verlangen Airlines meist ein Sicherheitsüberprüfungs-Zeugnis, ein polizeiliches Führungszeugnis sowie ggf. einen Schwimmnachweis.
Ja, je nach Job. Für Berufe wie Ramp Agent, Luftsicherheitsassistent*in oder Flugdienstberater*in gelten oft folgende Voraussetzungen:
Für sicherheitsrelevante Tätigkeiten ist häufig auch ein ärztliches Attest oder eine Eignungsfeststellung durch betriebsärztliche Dienste notwendig.
Ja – vor allem bei Pilot*innen, aber auch bei Fluglots*innen sind psychologische Eignungstests fester Bestandteil des Auswahlverfahrens. Geprüft werden:
Einige Fluggesellschaften führen darüber hinaus Assessment Center, Gruppenübungen und persönliche Interviews durch, um die Eignung für den Beruf umfassend zu beurteilen.
Viele Wege führen in die Luftfahrtbranche, sowohl für Schulabgänger*innen als auch für Quereinsteiger*innen und Akademiker*innen. Je nach Berufsfeld unterscheiden sich die Anforderungen, Ausbildungswege und Institutionen, bei denen du starten kannst. Neben klassischen Ausbildungen gibt es spezialisierte Fachschulen, Studiengänge und Weiterbildungsangebote – national wie international.
Typische Ausbildungs- und Karrierepfade in der Luftfahrt sind:
Und was deine Zukunft betrifft: Viele Berufe in der Luftfahrt bieten sehr gute Aufstiegschancen – etwa zur Teamleitung, zum / zur Ausbilder*in oder in administrative Rollen. Durch spezialisierte Weiterbildungen, Zusatzlizenzen oder ein berufsbegleitendes Studium kannst du Deine Karriere gezielt vorantreiben und dich auf Zukunftsthemen wie Nachhaltigkeit oder Digitalisierung in der Luftfahrt vorbereiten.
Und jetzt wird es konkret. Denn in der Luftfahrtbranche sammeln sich derart viele und unterschiedliche Berufe, dass ein genauerer Blick notwendig ist.
Obwohl sie prozentual nur einen geringen Teil aller Luftfahrtbeschäftigten ausmachen, sind Pilot*innen traditionell die prominentesten unter ihnen. Folglich machen sie in unserer Auflistung den Anfang.
Der Pilotenberuf ist der Klassiker unter den Luftfahrtberufen. Pilot*innen, die nach dem Erwerb der Fluglizenz beruflich große Fracht- und Passagierflugzeuge manövrieren, nennt man Berufsflugzeugführer*innen bzw. Verkehrsflugzeugführer*innen. Dabei gilt stets: Teamwork makes the dream work! Die Besatzung im Cockpit größerer Maschinen besteht mindestens aus Chefpilotin und Copilot. Ihre hohe Verantwortung wird entsprechend entlohnt: Die meisten Berufspilot*innen verdienen zwischen 82.250 Euro und 115.750 Euro pro Jahr. Als Pilot*in hast du damit beste Chancen, langfristig sechsstellig zu verdienen.
Neben dem Cockpit ist auch die Kabine ein zentraler Bestandteil des Flugbetriebs – hier übernehmen Flugbegleiter*innen eine wichtige Rolle. Sie sorgen nicht nur für den Service an Bord, sondern vor allem für die Sicherheit der Passagiere. Dazu gehören das Erklären von Sicherheitsabläufen, die Betreuung während des Flugs sowie das Handeln in Notfallsituationen.
Die Ausbildung erfolgt meist direkt bei der jeweiligen Fluggesellschaft und dauert in der Regel zwischen sechs und zwölf Wochen. Gefordert werden vor allem gute Kommunikationsfähigkeiten, sicheres Auftreten, Fremdsprachenkenntnisse und eine medizinische Tauglichkeitsprüfung. Das durchschnittliche Jahresgehalt liegt bei rund 36.500 Euro. Mit steigender Berufserfahrung und Langstreckeneinsätzen kann es noch höher ausfallen.
Wenn schwer zugängliche Orte aus der Luft erreicht werden müssen, kommen Hubschrauberpilot*innen ins Spiel. Sie können mit einem ähnlich hohen Gehalt wie reguläre Pilot*innen rechnen. Die Lizenz als Berufshubschrauberführer kann zum Beispiel bei der Bundeswehr, der Polizei oder in privaten Flugschulen erworben werden. Die Ausbildung – ob im Flugzeug oder Hubschrauber – übernehmen Fluglehrer*innen und Checkkapitän*innen. Sie trainieren Anwärter*innen im Flugsimulator, begleiten Flüge und bewerten regelmäßig die Leistungen bereits erfahrener Pilot*innen.
Der größte Teil des Personals im operativen Luftverkehr hat seinen Arbeitsplatz jedoch nicht über den Wolken, sondern am Boden. Hier sorgen zahlreiche Beschäftigte von Flughäfen und Fluggesellschaften für Sicherheit und Service im Flugverkehr.
Eine zentrale Rolle für reibungslose Starts und Landungen spielen zum Beispiel die Fluglots*innen. Sie überwachen im Tower den Radarschirm, stehen in ständigem Kontakt mit den Pilot*innen und geben ihnen über Funk Anweisungen. Mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 74.250 Euro gehören sie zu den bestbezahlten Beschäftigten am Boden.
Eine ähnliche Rolle – allerdings mit etwas weniger Verantwortung – haben Flugdienstberate*rinnen. Sie sind für die Planung und Vorbereitung eines Fluges, das Briefing der Crew und die Überwachung des Fluges zuständig.
Wenn Fluglots*innen oder Flugdienstberater*innen Änderungswünsche der Flugzeugbesatzung bezüglich der Flugroute oder Flughöhe erhalten, kommen Flugdatenbearbeiter*innen zum Einsatz. Sie korrigieren die Flugpläne und leiten die Informationen an andere Kooperationspartner*innen weiter.
Wer mit dem Flugzeug in den Urlaub fliegt, kommt am Flughafen mit vielen Berufen der Luftfahrt persönlich in Kontakt. Manche Berufe sind dabei für Passagiere besonders präsent, und das aus gutem Grund.
Check-in-Agents stellen am Flughafenschalter Flugtickets aus, wickeln den Check-in und die Gepäckaufgabe ab und kontrollieren die Gültigkeit der Flugtickets der Fluggäste.
Bei der anschließenden Sicherheitskontrolle durchleuchten Luftsicherheitsbeauftragte Fracht und Gepäck mit Röntgengeräten und sorgen dafür, dass die Passagier*innen den Körperscanner passieren. Auch die Videoüberwachung des Flughafens gehört zu diesem Job, der mit durchschnittlich 41.500 Euro im Jahr vergütet wird.
Wer einen Fensterplatz ergattert hat und vor dem Start der Maschine nach draußen schaut, kann oft Bodenpersonal in Warnwesten beobachten. Die sogenannten Ramp Agents sind Ansprechpartner*innen für die Cockpit- und Kabinenbesatzung und organisieren alle Tätigkeiten, die am Flugzeug durchgeführt werden müssen, während es sich am Boden befindet. Dazu gehören das Be- und Entladen, Wartungs- und Reinigungsarbeiten sowie die Einweisung der gelandeten Maschinen.
Hinter den Kulissen sorgen Duty Officer und Luftaufsichtssachbearbeiter*innen für Ordnung am Airport. Duty Officer stellen als diensthabende Aufsichtspersonen sicher, dass das Personal für die anfallenden Arbeiten zur Verfügung steht, klären betriebliche Probleme und kontrollieren die ordnungsgemäße Erledigung aller Aufgaben. Sachbearbeiter*innen im Bereich Luftaufsicht sind in der Regel bei Behörden angestellt und prüfen, ob die vorgeschriebene technische Ausrüstung funktioniert, die notwendigen Dokumente vorliegen und die Start- und Landebahnen in einem ordnungsgemäßen Zustand sind.
Flugzeuge müssen konstruiert, gebaut und gewartet werden. In den großen Luftfahrtunternehmen gibt es daher viele Arbeitsplätze in technischen Berufen.
Luft- und Raumfahrtingenieur*innen sind für die Entwicklung und Konstruktion von Flugobjekten aller Art zuständig. Sie sorgen dafür, dass die Kosten im vorgegebenen Rahmen bleiben, Umweltrichtlinien eingehalten werden und die Flugzeuge den Sicherheitsstandards entsprechen. Das mittlere Jahreseinkommen liegt bei 68.500 Euro.
Die Entwürfe der Ingenieur*innen werden anschließend von Fluggerätmechaniker*innen in die Tat umgesetzt. Diese Fachkräfte wissen alles darüber, wie Fluggeräte gebaut, gewartet und repariert werden. Sie spezialisieren sich in der Regel auf einen der drei Bereiche Fertigung, Instandhaltung oder Triebwerkstechnik und verdienen im Schnitt 50.750 Euro im Jahr.
Eine wichtige Rolle beim Flugzeugbau kommt auch den Fluggerätelektroniker*innen zu. Ihre Aufgabe ist es, elektrische Anlagen und Geräte einzubauen und dafür zu sorgen, dass das Flugzeug in der Luft immer mit Strom versorgt ist. Dies wird mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 48.000 Euro vergütet.
Im Alltagsbetrieb gewähren Prüfer*innen von Luftfahrtgerät die Sicherheit der Flugzeuge. Das Personal, auch Certifying Staff genannt, überprüft täglich den Zustand von Triebwerken, elektronischen Geräten und Sicherheitseinrichtungen.
Wie jedes große Unternehmen stellen Flughäfen, Fluggesellschaften und Luftfahrtkonzerne auch Personal ein, das keine branchenspezifische Ausbildung hat. Ob Management, Marketing, Vertrieb oder IT: Um in der Luftfahrt zu arbeiten, muss man nicht unbedingt einen Luftfahrtberuf erlernt haben. Allerdings gibt es auch im kaufmännischen Bereich Ausbildungsberufe, die auf die speziellen Anforderungen des Flugwesens zugeschnitten sind.
Auf Stepstone findest du zahlreiche Stellenangebote für Berufe aus der Luftfahrt, zum Beispiel:
Abschließend noch der Blick auf die Durchschnittsgehälter in einigen der bekanntesten Luftfahrt-Berufen:
Beruf | Gehalt |
|---|---|
Pilot*innen | ca. 97.500 Euro |
Flugbegleiter*innen und Servicepersonal | ca. 36.500 Euro |
Flutlots*innen | ca. 74.250 Euro |
Luftsicherheitsbeauftragte*r | ca. 41.500 Euro |
Luft- und Raumfahrtingenieur*innen | ca. 68.500 Euro |
Fluggerätemechaniker*innen | ca. 50.750 Euro |
Flugggeräteelektroniker*innen | ca. 48.000 Euro |
Luftverkehrskaufleute | ca. 49.250 Euro |
Du siehst: Beinahe alle Gehälter liegen über dem Durchschnitt – und die Aufstiegschancen sind durchweg gut, was weiteren Spielraum nach oben bedeutet. Eine Entscheidung pro Luftfahrt-Karriere ist aus finanzieller Sicht also lohnenswert.
Hinweis: Die Gehaltsdaten in diesem Beitrag basieren auf dem Stepstone Gehaltsplaner und beziehen sich auf eine Analyse aus August 2024. Umfassende aktuelle Gehaltsdaten findest du auf der Seite "Der große Gehaltsvergleich".
Ob im Cockpit, auf dem Rollfeld, in der Wartungshalle oder im Büro – die Luftfahrt bietet eine beeindruckende Bandbreite an Berufen für ganz unterschiedliche Talente. Viele Wege führen in die Branche, sowohl klassische Ausbildungen als auch spezialisierte Studiengänge oder der Quereinstieg. Wer Technik, Verantwortung und internationales Arbeiten spannend findet, hat hier nicht nur gute Jobchancen, sondern auch langfristige Perspektiven.
Für zusätzliche Karriereschubkraft sorgen gezielte Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen. Und als zukunftssicher gilt die Branche ohnehin, da sie nie stillsteht und Menschen rund um die Welt verbindet.
Die Anzahl der Flüge, die ein*e Flugbegleiter*in am Tag absolviert, hängt von der Fluggesellschaft und den Einsatzplänen ab. Kurzstreckenflüge können bedeuten, dass ein*e Steward*ess mehrere Flüge pro Tag hat, während bei Langstreckenflügen oft nur ein Flug pro Tag vorgesehen ist. In der Regel sind es ein bis vier Flüge pro Tag.
Der Beruf, in dem man Flugzeuge baut, wird als Luftfahrtingenieur*in oder Flugzeugbauer*in bezeichnet. Diese Fachkräfte arbeiten oft in der Luft- und Raumfahrtindustrie und sind spezialisiert auf die Entwicklung, Konstruktion und Produktion von Flugzeugen.
Zur Luftfahrt zählen alle Bereiche, die mit dem Betrieb, der Nutzung und der Organisation des Luftverkehrs zu tun haben. Dazu gehören die Zivilluftfahrt mit Passagier- und Frachtflügen, die Militärluftfahrt, die Allgemeine Luftfahrt (zum Beispiel Geschäfts-, Privat- und Sportfliegerei) sowie der gesamte Betrieb von Flughäfen. Auch der Bau, die Wartung und Instandhaltung von Luftfahrzeugen, die Arbeit von Fluggesellschaften und die Tätigkeiten nationaler und internationaler Luftfahrtbehörden und Regulierungsstellen sind zentrale Bestandteile der Luftfahrtbranche.
Die Luftfahrt bietet trotz einiger Herausforderungen gute Zukunftsaussichten. Mit steigendem Flugverkehr und technologischem Wandel entstehen neue Jobs, besonders in den Bereichen Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Technik. Qualifizierte Fachkräfte bleiben gefragt – weltweit.
Am Flughafen arbeiten viele verschiedene Berufsgruppen: Flugbegleiter*innen, Fluglots*innen, Techniker*innen, Bodenverkehrsdienste (zum Beispiel Ramp Agents), Check-in-Personal, Sicherheitskräfte und Mitarbeitende in der Logistik oder Gepäckabfertigung. Auch kaufmännische Berufe, IT-Fachkräfte oder Disponent*innen sorgen hinter den Kulissen für einen reibungslosen Ablauf.
Das hängt stark vom konkreten Job ab, denn Fluggesellschaften beschäftigen ganz unterschiedliche Berufsgruppen – vom Cockpit über die Kabine bis hin zur Technik oder Verwaltung. Pilot*innen und Flugbegleiter*innen brauchen spezielle Ausbildungen und Lizenzen, während in kaufmännischen oder technischen Berufen oft eine klassische Ausbildung oder ein Studium ausreicht. Wichtig sind in jedem Fall gute Englischkenntnisse, Teamfähigkeit und je nach Job auch Schichtbereitschaft oder medizinische Tauglichkeit.
Um Pilot*in zu werden, brauchst du in der Regel das (Fach-)Abitur und musst eine spezialisierte Ausbildung absolvieren – entweder bei einer privaten Flugschule oder im Rahmen eines Airline-Programms. Du erwirbst dabei die sogenannte ATPL (Airline Transport Pilot License). Die Ausbildung dauert etwa zwei bis drei Jahre und umfasst Theorie, Simulationstraining und Flugpraxis. Außerdem musst du medizinisch tauglich sein und ein Auswahlverfahren bestehen.
Die Branche ist geprägt von internationalem Austausch, modernen Technologien und einem hohen Sicherheitsstandard. Viele Jobs – etwa im Flugbetrieb, in der Technik oder im Service – erfordern Schichtarbeit und Flexibilität. Dafür bieten sie spannende Aufgaben, Abwechslung und häufig auch Vergünstigungen beim Fliegen.
Die Luftfahrt passt zu Menschen, die gerne im Team arbeiten, belastbar sind und sich für Technik, Organisation und ein internationales Arbeitsumfeld interessieren. Ob Berufseinsteiger*in, Quereinsteiger*in oder erfahrene Fachkraft – die Branche bietet vielfältige Möglichkeiten zur Weiterentwicklung.
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