Die Berufsausbildung ist ein entscheidender Schritt in Richtung berufliche Zukunft. Neben der bekannten dualen Ausbildung gibt es in Deutschland auch die schulische Berufsausbildung. Doch was genau verbirgt sich dahinter, wie funktioniert sie, und für wen ist sie geeignet? In diesem Artikel erhältst du einen Überblick über das Thema.
Die schulische Berufsausbildung ist eine Form der Berufsausbildung, die hauptsächlich an Berufsfachschulen oder ähnlichen Bildungseinrichtungen stattfindet. Anders als bei der dualen Ausbildung, die Betriebe und Berufsschulen kombiniert, bist du hier fast ausschließlich in der Schule und lernst den Beruf theoretisch und praktisch.
Je nach Ausbildungsberuf ist es möglich, Praxisphasen durch Praktika in Betrieben zu ergänzen. Am Ende der Ausbildung erhältst du einen staatlich anerkannten Berufsabschluss, z. B. als Erzieher*in, Physiotherapeut*in oder kaufmännische*r Assistent*in.
Die schulische Berufsausbildung ist in Vollzeit organisiert und dauert in der Regel zwei bis drei Jahre. Während dieser Zeit werden sowohl Fachwissen als auch praktische Fertigkeiten vermittelt. Unterrichtsfächer variieren je nach Ausbildungsrichtung, umfassen jedoch häufig auch allgemeinbildende Themen wie Deutsch, Englisch und Mathematik.
Zusätzlich sind bei vielen schulischen Ausbildungsberufen Praktika fester Bestandteil des Lehrplans. Diese bieten die Möglichkeit, das Gelernte in der Praxis anzuwenden und Berufserfahrung zu sammeln.
- Jasmin Dahler, SEO Manager bei StepstoneIch habe an einer privaten Berufsfachschule eine Ausbildung als kaufmännische Assistentin Fachrichtung Informationsverarbeitung absolviert. Neben einem längeren Praktikum, welches wahlweise auch in London oder Madrid absolviert werden konnte, gab es jedes Quartal ein sogenanntes Lernbüro. In diesem wurde in sechser Gruppen ein fiktives Unternehmen geleitet und es gab für jede Abteilung eine Aufgabe, die es in der Woche zu lösen galt.
Gesundheitsberufe
Technische Berufe
Design und Gestaltung
Sozialberufe
Kaufmännische Berufe
Weitere Berufe
Im Gegensatz zur dualen Ausbildung, bei der du eine Ausbildungsvergütung erhältst, ist die schulische Berufsausbildung oft mit Kosten verbunden. Dazu zählen:
Staatliche Fördermöglichkeiten wie Schüler-BAföG können helfen, die Kosten zu decken. Voraussetzung ist, dass du noch nicht 45 Jahre alt bist, es deine Erstausbildung ist, die Ausbildung staatlich anerkannt ist und es eine schulische Ausbildung ist. In Ausnahmefällen kann auch bei einer Zweitausbildung Schüler-BAföG gewährt werden, informiere dich am besten bei deinem zuständigen Amt für Ausbildungsförderung.
Breites Angebot an Berufen: Du hast Zugang zu Berufen, die oft nicht über die duale Ausbildung erreichbar sind.
Theorie und Praxis: Die Kombination aus intensivem Unterricht und Praxisphasen bereitet dich umfassend auf den Beruf vor.
Staatlich anerkannt: Dein Abschluss ist bundesweit gültig und oft ein Türöffner für weitere Qualifikationen.
Keine Vergütung: Du musst ohne monatliches Einkommen auskommen und möglicherweise Kosten tragen.
Hoher Theorieanteil: Wer lieber praktisch arbeitet, könnte Schwierigkeiten haben.
Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt: In manchen Branchen sind dual Ausgebildete auf dem Arbeitsmarkt stärker gefragt.
Die schulische Berufsausbildung ist eine großartige Option für alle, die einen Beruf erlernen möchten, der nicht über die duale Ausbildung abgedeckt wird, oder die Wert auf einen intensiven theoretischen Unterricht legen. Besonders Berufe im Sozial- und Gesundheitswesen sind hier stark vertreten.
Informiere dich gut über die Rahmenbedingungen und Kosten, und nutze Fördermöglichkeiten, um den Weg in deine berufliche Zukunft zu ebnen. Die schulische Berufsausbildung ist ein lohnender und gut zu planender Schritt!
Übrigens besteht die Möglichkeit mit der schulischen Ausbildung auch direkt das Fachabitur zu machen. Mit einem weiteren Jahr an einer Berufsoberschule und einer zweiten Fremdsprache erlangst du dann die Allgemeine Hochschulreife und erhältst damit die Studienberechtigung an Universitäten für alle Fachbereiche. Diese Option kann jedoch je nach Schule und Bundesland variieren, also solltest du diese Thematik im Idealfall vorab mit deiner Wunschschule besprechen, um über alle weiteren Möglichkeiten ausreichend informiert zu sein.
Eine schulische Ausbildung bietet intensive theoretische Inhalte und häufig praktische Übungen in schuleigenen Werkstätten oder Laboren. Sie ermöglicht die Spezialisierung auf bestimmte Berufsfelder und bietet oft zusätzliche Qualifikationen, wie Fremdsprachen oder Zertifikate. Es besteht kein direkter Zwang, einen Betrieb zu finden, was die Einstiegshürden für manche Berufsfelder senkt.
Die betriebliche Ausbildung findet hauptsächlich in einem Ausbildungsbetrieb statt, kombiniert mit Unterricht in einer Berufsschule (duales System). Der Schwerpunkt liegt auf der praktischen Arbeit, sodass Azubis direkt im Berufsalltag eingebunden sind und wertvolle Praxiserfahrung sammeln.
Eine Ausbildung ist ein strukturierter Lernprozess, in dem eine Person die theoretischen und praktischen Fähigkeiten erlernt, die für die Ausübung eines bestimmten Berufs erforderlich sind. Sie ist in Deutschland gesetzlich geregelt und dauert in der Regel zwei bis drei Jahre.
Jede Form der Ausbildung, die auf einen anerkannten Beruf vorbereitet, gilt als Berufsausbildung. Dazu zählen sowohl duale Ausbildungsberufe (betrieblich und schulisch kombiniert) als auch rein schulische Ausbildungen, wie etwa Erzieher/-in oder medizinisch-technische Assistenten.
Azubi (Kurzform für Auszubildender) bezeichnet die Person, die eine Ausbildung absolviert. Die Ausbildung ist der Prozess, durch den der Azubi die notwendigen beruflichen Fähigkeiten erlernt.
Eine Ausbildung verbindet Theorie und Praxis und ermöglicht es, direkt im Berufsfeld zu arbeiten. Absolventen einer Ausbildung haben oft gute Berufsaussichten, da sie gezielt auf die Bedürfnisse der Wirtschaft vorbereitet werden. Sie erhalten während der Ausbildung eine Vergütung (bei dualen Ausbildungen).
Der schulische Teil kann weniger tiefgehend sein als in rein schulischen Ausbildungen. Azubis haben oft wenig Freizeit, da sie sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule eingebunden sind. Der Erfolg hängt stark vom Ausbildungsbetrieb ab – schlechte Betriebe können die Qualität der Ausbildung beeinträchtigen.
Im Jahr 2024 gibt es rund 350 schulische Ausbildungsberufe in Deutschland, darunter Berufe im Gesundheitswesen, im sozialen Bereich und in der Kreativbranche.
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