Du bist sicher schon einmal über Begriffe wie Bachelor, Master oder Doktortitel gestolpert und fragst dich, was diese akademischen Grade genau bedeuten und wie du sie korrekt verwendest?
Egal, ob du gerade selbst ein Studium abgeschlossen hast und Klarheit für deine nächste Bewerbung brauchst oder eine wichtige Mail an eine Person schreiben musst: Hier bekommst du Antworten, wie du einen akademischen Grad richtig angibst und in deiner schriftlichen als auch persönlichen Kommunikation verwendest.
Ein akademischer Grad ist ein offizieller Nachweis dafür, dass du ein Hochschulstudium erfolgreich abgeschlossen hast. Ein akademischer Grad ist dabei aber weit mehr als nur ein Titel, denn er steht für fundiertes Fachwissen und fachspezifische Kenntnisse und Fähigkeiten, die du dir im Rahmen deines Hochschulstudiums angeeignet hast.
Den Abschluss deines Studiengangs musst du durch eine Prüfung oder Abschlussarbeit nachweisen. Erst wenn du diese erfolgreich bestehst, wird dir dein akademischer Grad offiziell verliehen. Das geschieht durch eine Urkunde, die deinen Abschluss dokumentiert und deine Qualifikation bestätigt.
Ein akademischer Grad ist in den meisten wissenschaftlichen Fachbereichen unerlässlich, vor allem dann, wenn du in einem spezialisierten Fachbereich arbeiten oder wissenschaftlich tätig sein möchtest. Dein akademischer Grad zeigt, dass du dir fundiertes Fachwissen und fachspezifische Fähigkeiten angeeignet hast und bereit bist, komplexe Aufgaben zu übernehmen.
In vielen Branchen ist der akademische Grad aber auch ein Statussymbol. Er zeigt deinem beruflichen Umfeld, Kolleg*innen und künftigen Arbeitgebern, dass du Fachwissen auf hohem Niveau mitbringst. Gleichzeitig signalisiert dein akademischer Grad auch dein Durchhaltevermögen und deinen Einsatz für deine berufliche Entwicklung.
Je höher der Bildungsabschluss, desto höher das mögliche Gehalt. Personen mit höheren Abschlüssen wie Bachelor, Master oder Promotion haben in der Regel bessere Verdienstmöglichkeiten in ihrem jeweiligen Berufsfeld. Welchen Unterschied ein Hochschulabschluss in den einzelnen Branchen macht, findest du in im aktuellen Stepstone Gehaltsreport ab Seite 15. Schau dir dazu gerne die Einstiegsgehälter mit abgeschlossenem Studium an und vergleiche selbst.
Akademische Grade gibt es in verschiedenen Formen, je nachdem, welchen Studiengang du belegst, an welcher Universität oder Fachhochschule du studierst und welches Ziel du mit deinem Abschluss verfolgst. Die bekanntesten Hochschulabschlüsse in Deutschland sind:
Je nach Fachrichtung wird der akademische Grad durch eine fachspezifische Zusatzbezeichnung ergänzt. Diese zeigt an, in welchem Bereich du deinen Abschluss erworben hast, zum Beispiel:
Im Folgenden findest du eine Übersicht über die gängigen akademischen Grade in Deutschland, inklusive ihrer typischen Fachbereiche und den offiziellen Abkürzungen.
Gut zu wissen: Ob die Abkürzungen der Abschlussbezeichnungen mit oder ohne Punkte verwendet werden, hängt von der Institution ab, die den Grad verleiht. Die Abkürzung geht aus der Urkunde hervor.
In Deutschland gibt es folgende Bachelorabschlüsse:
Abkürzung | Akademischer Grad | Fachrichtung |
|---|---|---|
B.A. | Bachelor of Arts (B.A.) | Sozialwissenschaften oder Geisteswissenschaften |
B.F.A. | Bachelor of Fine Arts (B.F.A.) | Freie Kunst |
B.B.A. | Bachelor of Business Administration (B.B.A.) | Betriebswirtschaftslehre |
LL.B. | Bachelor of Laws (LL.B.) | Rechtswissenschaften |
B.Mus. | Bachelor of Music (B.Mus.) | Musik |
B.Eng. | Bachelor of Engineering (B.Eng.) | Ingenieurwissenschaften |
B.Sc. | Bachelor of Science (B.Sc.) | Naturwissenschaften |
B.Ed. | Bachelor of Education (B.Ed.) | Lehramt |
In Deutschland gibt es folgende Masterabschlüsse:
Abkürzung | Akademischer Grad | Fachrichtung |
|---|---|---|
M.A. | Master of Arts (M.A.) | Sozialwissenschaften oder Geisteswissenschaften |
M.F.A. | Master of Fine Arts (M.F.A.) | Freie Kunst |
M.B.A. | Master of Business Administration (M.B.A.) | Betriebswirtschaftslehre |
LL.B. | Master of Laws (LL.B.) | Rechtswissenschaften |
M.Mus. | Master of Music (M.Mus.) | Musik |
M.Eng. | Master of Engineering (M.Eng.) | Ingenieurwissenschaften |
M.Sc. | Master of Science (M.Sc.) | Naturwissenschaften |
M.Ed. | Master of Education (M.Ed.) | Lehramt |
Im Gegensatz zu Bachelor- und Masterstudiengängen muss beim Diplom übrigens auch die Hochschulart in der Abschlussbezeichnung angegeben werden. In Deutschland gibt es folgende Diplomabschlüsse:
Abkürzung | Akademischer Grad | Fachrichtung (Beispiel) |
|---|---|---|
Dipl.-Ing. | Diplom-Ingenieur | Maschinenbau |
Dipl.-Ing. (FH) | Diplom-Ingenieur (Fachhochschule) | Elektrotechnik |
Dipl.-Kfm. | Diplom-Kaufmann | Betriebswirtschaftslehre |
Dipl.-Wirt.-Ing. | Diplom-Wirtschaftsingenieur | Produktion |
Dipl.-Inf. | Diplom-Informatiker | Informatik |
Dipl.-Chem. | Diplom-Chemiker | Chemie |
In Deutschland gibt es folgende Magisterabschlüsse:
Gut zu wissen: Sowohl das Diplom als auch der Magister gelten inzwischen als veraltet. Heute werden diese Studiengänge nur noch selten an Hochschulen angeboten, da sie im Zuge des Bologna-Prozesses durch Bachelor- und Masterstudiengänge ersetzt wurden.
Abkürzung | Akademischer Grad | Fachrichtung |
|---|---|---|
Mag. rer. nat. | Magister rerum naturalium | Magister*Magistra der Naturwissenschaften |
Mag. phil. | Magister philosophiae | Magister*Magistra der Philosophie |
Mag. iur. | Magister iuris | Magister*Magistra der Rechtswissenschaften |
Mag. art. | Magister artium | Magister*Magistra der Künste |
Mag. rer. soc. oec. | Magister rerum socialum oeconomicarumque | Magister*Magistra der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften |
Es gibt Studienfächer, die für die Öffentlichkeit besonders relevant sind und daher mit einem Staatsexamen abgeschlossen werden. Dazu zählen:
In Deutschland gibt es folgende Doktortitel:
Abkürzung | Akademischer Grad | Fachrichtung |
|---|---|---|
Dr. med. | Doctor medicinae | Doktor*in der Medizin |
Dr. med. dent. | Doctor medicinae dentariae | Doktor*in der Zahnmedizin |
Dr. med. vet. | Doctor medicinae veterinariae | Doktor*in der Tiermedizin |
Dr. phil. | Doctor philosophiae | Doktor*in der Philosophie |
Dr. rer. nat. | Doctor rerum naturalium | Doktor*in der Naturwissenschaften |
Dr. iur. | Doctor iuris | Doktor*in der Rechtswissenschaft |
Dr. oec. | Doctor oeconomiae | Doktor*in der Wirtschaftswissenschaften |
Dr. oec. publ. | Doctor oeconomiae publicae | Doktor*in der Volkswirtschaftslehre |
Bei Doktorgraden gibt es außerdem noch folgende Regelungen:
Akademischer Grad | Bedeutung |
|---|---|
Dr. h.c. (in seltenen Fällen Dr. e.h.) | Ehrendoktor*in |
Dr. mult. | Doctor multiplex (bei mindestens drei gleichen Doktorengraden) |
Dr. des. | Doctor designatus (Übergangtitel bis zur Veröffentlichung der Dissertation) |
Dr. habil. | Doctor habilitatus (Lehrberechtigung an Hochschulen) |
Dres. | Doctores (Abkürzung wird verwendet, um mehrere Doktor*innen gleichzeitig zu nennen) |
Deutsche akademische Grade werden international anerkannt, insbesondere dank des Bologna-Prozesses. Dieser hat in Europa ein einheitliches System für Bachelor- und Masterabschlüsse geschaffen. Dadurch sind Hochschulabschlüsse aus Deutschland heute nicht nur strukturell vergleichbar, sondern auch inhaltlich besser einzuordnen.
Alle Länder der Europäischen Union erkennen deutsche akademische Grade an, ebenso viele weitere Nicht-EU-Staaten, die sich dem Bologna-Prozess angeschlossen haben. Dazu zählen unter anderem die Türkei, Schweiz, Norwegen oder auch einige Länder in Südosteuropa.
Durch das europäische Recht auf Freizügigkeit im Schengenraum ist es für EU-Bürger*innen möglich, in allen Mitgliedsstaaten ohne zusätzliche Anerkennungsverfahren oder Visabeschränkungen zu studieren und zu arbeiten. Umgekehrt gilt dasselbe: Auch Hochschulabschlüsse aus anderen EU-Ländern werden in Deutschland anerkannt.
Darüber hinaus akzeptieren viele internationale Bildungseinrichtungen und Arbeitgeber, zum Beispiel in den USA, Kanada oder Australien, deutsche Bachelor-, Master- und Doktorgrade. Damit stehen dir auch außerhalb Europas viele Möglichkeiten offen, um dich weiterzubilden oder beruflich Fuß zu fassen.
Dein akademischer Grad ist mehr als nur ein Titel, denn er steht für dein Wissen, deine Fähigkeiten und deinen persönlichen Einsatz. Deshalb platzierst du ihn in deiner Bewerbung selbstbewusst und sichtbar, direkt vor oder nach deinem Namen, je nachdem, wie er offiziell geführt wird.
Im Lebenslauf gibst du im Abschnitt „Akademische Laufbahn“ nicht nur den Studiengang, die Hochschule und den Zeitraum an, sondern auch den exakten akademischen Grad, den du damit erworben hast. Wenn du möchtest, ergänzt du hier auch den Titel und die Note deiner Abschlussarbeit, um deinen Forschungsschwerpunkt sichtbar zu machen.
Mehr Tipps, wie du einen überzeugenden Lebenslauf schreibst, findest du hier: Lebenslauf schreiben: Inhalt, Aufbau und Tipps zum Design (mit Vorlagen)
Im Bewerbungsschreiben selbst spielt der akademische Grad eine eher untergeordnete Rolle, da er bereits im Lebenslauf aufgeführt ist. Hier geht es vor allem darum, welches Wissen, welche Kompetenzen und Skills du im Studium erworben hast und wie du diese konkret im Job einsetzen kannst.
Wenn du deinen akademischen Grad dennoch erwähnen möchtest, ergänzt du ihn am Ende des Schreibens in der Grußformel neben deinem Namen.
Mehr Tipps, wie du ein überzeugendes Bewerbungsschreiben schreibst, findest du hier: Bewerbungsschreiben: Format, Aufbau und Inhalt (mit Vorlagen, Beispielen und Checkliste)
Hier findest du ein Beispiel, wie du deine akademische Ausbildung im Lebenslauf übersichtlich und vollständig angibst:
Beispiel:
Akademische Laufbahn
Master of Arts (M.A.) Kunstgeschichte und Provenienzforschung
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Wintersemester 2021/22 – Sommersemester 2025
Abschlussarbeit: Rezeption Franz Marcs Oeuvre im Nationalsozialismus
Note: 1,3
Bachelor of Arts (B.A.) Kunstgeschichte (Hauptfach) und Geschichte (Nebenfach)
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Wintersemester 2018/19 – Sommersemester 2021
Abschlussarbeit: August Macke und die Rheinischen Expressionisten
Note: 1,3
Akademische Grade spielen nicht nur im Lebenslauf eine Rolle, sondern auch in der schriftlichen und mündlichen Kommunikation im beruflichen Alltag. Dabei gilt eine klare Regel zur Reihenfolge:
Traditionelle Grade wie der Doktortitel oder eine Diplombezeichnung stehen vor dem Namen:
Die neueren, international standardisierten Grade wie Bachelor oder Master folgen hinter dem Namen:
Wenn du mehrere akademische Grade besitzt, gibst du in der Regel nur den höchsten an, insbesondere in der schriftlichen Kommunikation. Hast du also einen Masterabschluss oder einen Doktortitel, lässt du frühere Grade wie den Bachelor weg. Bei Titeln wie Professor ersetzt dieser in der Regel alle anderen akademischen Grade.
Grundsätzlich gilt: Du darfst deinen akademischen Grad überall dort führen, wo du auch deinen Namen angibst, vorausgesetzt, du hast ihn offiziell erworben und er ist im jeweiligen Land anerkannt.
In der schriftlichen Kommunikation, egal ob per Mail oder auf dem Postweg, gibt es klare Regeln zum Umgang mit akademischen Graden. Wenn du eine andere Person kontaktierst, lässt du akademische Grade wie Bachelor (B.A.), Master (M.A.), Magister (Mag.) oder Diplom (Dipl.) in der Anrede weg. Diese Grade sind zwar offiziell, gehören aber nicht zur förmlichen Anrede.
Eine Ausnahme bildet der Doktortitel (Dr.), dieser wird immer genannt. Dasselbe gilt für den Titel „Professor“, dieser wird im Schriftverkehr immer ausgeschrieben: zum Beispiel „Sehr geehrte*r Herr*Frau Professor Mustermensch“.
Wichtig: Wenn jemand sowohl Professor als auch Doktor ist, wird in der Anrede nur der Titel „Professor“ verwendet.
Mehr zur korrekten Anrede, erfährst du hier: Anrede in der Bewerbung: Ist „Sehr geehrte Damen und Herren“ noch zeitgemäß?
Wenn du selbst einen akademischen Grad hast, kannst du ihn in der Grußformel am Ende deines Schreibens aufführen, das ist freiwillig, aber absolut legitim. Denn dein akademischer Grad steht für dein Fachwissen, deine Leistung und deine Qualifikation.
Du darfst deinen akademischen Grad also selbstbewusst verwenden, entweder vor oder nach deinem Namen, je nachdem, wie der Titel offiziell geführt wird. Obwohl nicht so häufig, aber immer mehr im Kommen, kannst du deinen Namen daher auch mit den neuen akademischen Graden, zum Beispiel (B.A.) und (M.A.), schmücken.
Weitere Tipps zur E-Mail-Grußformel findest du hier: E-Mail-Grußformel: So beendest du deine Mails (Tipps und Beispiele)
In der persönlichen Ansprache, also im direkten Gespräch oder am Telefon, werden akademische Grade in der Regel weggelassen. Eine Ausnahme bilden auch hier der Doktortitel und der Titel „Professor“: beide werden traditionell auch im persönlichen Gespräch verwendet.
Wichtig dabei ist: Historisch gesehen wurden diese beiden Titel nicht gegendert und auch heute noch ist es im formellen Kontext üblich, die klassische Bezeichnung mit dem generischen Maskulinum beizubehalten, so heißt es etwa:
Wenn dir eine gendergerechte Sprache am Herzen liegt, kannst du aber auch bewusst andere Wege gehen. Es ist durchaus in Ordnung, auch diese beiden Titel zu gendern. In vielen akademischen Bereichen ist das Gendern von Titeln heutzutage ohnehin gelebte Praxis.
Das Diplom ist in etwa vergleichbar mit einem Masterabschluss. Die Besonderheit des Diplomstudiums liegt darin, dass es während der gesamten Studienzeit keine Unterbrechung und auch keinen Hochschulwechsel gibt.
Studiengänge mit den Abschlüssen Magister und Diplom werden in Deutschland nur noch selten angeboten.
Der akademische Grad ist für immer und ewig in trockenen Tüchern? Nicht ganz. Er kann dir unter Umständen wegen Täuschung oder Unwürdigkeit entzogen werden. Über die Entziehung des Titels entscheidet immer die Hochschule, an der du den akademischen Grad verliehen bekommen hast.
Ein akademischer Grad wird nach einem erfolgreichen Studium verliehen. Ein Titel wie Professor ist meist mit einer Funktion oder Position an einer Hochschule verbunden. Während der Grad dauerhaft geführt wird, hängt ein Titel oft vom Amt oder der beruflichen Rolle ab.
Der Doktorgrad (Dr.) gilt als der höchste akademische Grad in Deutschland. Noch darüber liegt die Habilitation (Dr. habil.), die zur eigenständigen Lehre an Hochschulen berechtigt – sie ist jedoch keine Pflicht und nicht in allen Fachbereichen üblich.
Der Bachelor ist ein grundständiger Abschluss (in der Regel 6–8 Semester), der Master ist ein weiterführender Studienabschluss (meist 2–4 Semester). International sind beide Grade vergleichbar und werden in vielen Ländern durch den Bologna-Prozess anerkannt, was Studium und Berufseinstieg im Ausland erleichtert.
In vielen Branchen: Ja. Ein Master oder Doktorgrad kann dir neue Karrierewege eröffnen, etwa in der Forschung, im höheren Dienst oder in leitenden Positionen. Zudem verbessern sich oft die Gehaltsaussichten und deine Chancen im Wettbewerb um begehrte Jobs.
Das hängt stark vom Berufsfeld ab. In Wissenschaft, Forschung, Bildung oder Medizin ist ein akademischer Grad meist Voraussetzung. In anderen Bereichen – wie Medien, Start-ups oder Design – zählt eher praktische Erfahrung. Grundsätzlich gilt: Je spezialisierter die Branche, desto wichtiger ist der passende Hochschulabschluss.
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