Future Skills: Auf diese Fähigkeiten kommt es an

Welche Fähigkeiten braucht es, um mit der digitalen Arbeitswelt Schritt zu halten? Genau das haben wir untersucht und liefern die Antworten

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In einer großen Produktionshalle bewegen sich mechanische Greifarme scheinbar von Zauberhand. Menschen scannen ihre Produkte im Supermarkt selbst an automatisierten Kassen, die problemlos von einer Sprache in die andere wechseln. Eine Software schreibt selbst an neuen Programmen, eine andere lässt eigenständig surreale, farbenfrohe Bildwelten entstehen. Diese Entwicklungen sind längst Alltag geworden und zeigen, wie sehr die Digitalisierung Berufsbilder und Anforderungen im Arbeitsleben verändert. Wenn ein Roboter die Montage übernimmt, müssen Menschen nicht mehr montieren, aber die Maschine beaufsichtigen und konfigurieren. Genau so müssen die Mitarbeitenden im Supermarkt den Betrieb an den automatisierten Kassen koordinieren und Kunden mit Rat und Tat zur Seite stehen. Entwickler schreiben weiterhin Programme, aber je autonomer Programme selbst Neues schaffen, umso komplexer wird auch die Aufgabe, diese effizient einzusetzen. Welche Fähigkeiten brauchen Menschen, um mit dieser Entwicklung Schritt zu halten? Worauf kommt es in der Arbeitswelt heute und Morgen an, um erfolgreich zu sein?

Soft Skills, Soft Skills, Soft Skills…

Mit genau diesen Fragen haben sich StepStone und das Kienbaum Institut @ ISM, die Forschungseinrichtung des Beratungsunternehmens Kienbaum auseinandergesetzt und über 8.000 Menschen zu ihren Erfahrungen und Einschätzungen in puncto Fähigkeiten und Kenntnisse für die Zukunft befragt.

Demnach sind 70 Prozent der Menschen der Meinung, unter wechselnden Arbeitsbedingungen erfolgreich arbeiten zu können. Dies ist eine gute Nachricht. Denn es ist heute besonders wichtig, Veränderung positiv zu sehen und aktiv zu gestalten. Wandel und Disruption sind die neuen Konstanten der digitalen Arbeitswelt. Der souveräne Umgang mit sich wandelnden Kontextbedingungen wird nicht nur in der Corona-Krise businesskritisch bleiben. Während das Ergebnis mit Blick auf allgemeine Kontextbedingungen sehr erfreulich ausfällt, tuen sich die Menschen mit Wechseln unter den Kollegen schwerer. So sagen nur gut vier von zehn der Befragten, dass es ihnen leichtfällt, sich häufig in neuen Teams einzufinden. Hier besteht also für eine Mehrheit noch Nachholbedarf. Damit Menschen sich schnell auf neue Situationen und Kollegen einstellen, sind persönliche Fähigkeiten und Eigenschaften ausschlaggebend, die über das berufliche Fachwissen hinausgehen. Diese Meta-Kompetenzen werden vielfach als Soft Skills bezeichnet.

Und wie eine aktuelle StepStone Umfrage zeigt, spielen sie auch bei der Personalauswahl die entscheidende Rolle. Am wichtigsten für die Auswahl ihrer Mitarbeiter sind Recruitern demnach dessen persönliche Eigenschaften (73 Prozent), die berufliche Erfahrung (68 Prozent) und soziale sowie überfachliche Kompetenzen (67 Prozent). Demgegenüber sind die aktuell viel diskutierten digitalen Kenntnisse und Fähigkeiten nur für einen von fünf Personalentscheidenden besonders relevant. Aber welche Meta-Kompetenzen sind besonders wichtig?

Flexible und lernbereite Kommunikations- und Organisationstalente gesucht

StepStone und das Kienbaum Institut @ ISM haben eine breite Auswahl der wichtigsten persönlichen Fähigkeiten und Kompetenzen zur Abstimmung gestellt. Dabei haben wir gefragt, welche Fähigkeiten aktuell am relevantesten sind und welche vor dem Hintergrund der Corona-Krise besonders wichtig werden. Unsere Slideshow zeigt die wichtigsten fünf.

Das Set der wichtigsten Meta-Kompetenzen umfasst den Befragten zufolge Flexibilität, Kommunikationsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit. Dazu kommen Organisationsfähigkeit, Lernbereitschaft, Effizienz und Schnelligkeit bei Problemlösungen. Wer hier gut aufgestellt ist, sollte also keine Probleme haben, beim nächsten Vorstellungsgespräch zu überzeugen. Wie wichtig die beschriebenen ‚Skills‘ sind, ist den Menschen auch bewusst. Über die Mehrheit der Befragten geht davon aus, dass sie ihren Job nach der Krise nicht unverändert werden ausüben können. Und nur gut jeder Dritte ist der Meinung, dass das eigene Kompetenzprofil tatsächlich krisenfest ist. Es ist also Zeit, etwas zu tun.

Wie steht es um die digitale Kompetenz

Die Untersuchung zeigt, dass dasselbe auch in Sachen Digitalkompetenz gilt. Über 90 Prozent der Menschen sind sich sicher, zukünftig auf digitale Kompetenzen angewiesen zu sein, um beruflich erfolgreich zu bleiben. Eine Mehrheit erlebt ganz konkret in der aktuellen Krise, dass digitale Kompetenzen im Berufsalltag wichtiger werden. Noch mehr sind der Meinung, dass die Bedeutung dieser Fähigkeiten nach der Krise zunehmen wird. Grund genug also, einmal genau hinzuschauen.

Tatsächlich setzen viele Menschen auch sehr spezifische Tools in ihrem Beruf regelmäßig ein. Gut zwei Drittel geben an, Daten mithilfe von Excel auszuwerten bzw. zu bearbeiten. Die Nutzung des Tabellenprogramms im digitalen Zeitalter gehört erwartungsgemäß in vielen Berufen dazu. Dagegen überrascht, dass bereits jeder Dritte professionell digitale Bild- oder Videobearbeitungssoftware einsetzt. Das zeigt die zunehmende Bedeutung visueller Inhalte in der digitalen Arbeitswelt. Gut jeder Vierte setzt soziale Medien professionell ein. Ein Wert, der darauf hindeutet, dass die Socials nicht allein den Social Media Managern vorbehalten sind. Mehr als jeder Zehnte gibt an, regelmäßig Big Data Analysen zu fahren und etwa ebenso viele programmieren selbst im Netz. Auch komplexe Aufgaben sind also kein reines Expertenphänomen mehr.

Doch trotz der zunehmenden Bedeutung der verschiedenen Tools sagen nur etwa 36 Prozent der Menschen, dass sie an der Stärkung ihrer digitalen Kompetenzen arbeiten. Das zeigt, dass die Menschen in Deutschland mehr in ihre digitalen Kompetenzen investieren können und müssen als sie es bislang umsetzen. Denn auch wenn digitale Kompetenzen im Bewerbungsprozess vielleicht noch nicht so wichtig sind wie Soft Skills, ist das kein Grund sich zurückzulehnen. In derselben Befragung haben wir auch gefragt, wie sich die Bedeutung der einzelnen Auswahlkriterien in den nächsten Jahren entwickeln wird. Auf Platz 1 der Fähigkeiten, die am stärksten an Bedeutung bei der Personalauswahl gewinnen werden: digitale Fähigkeiten (91 Prozent).

Über die Studie

Welche Fähigkeiten und Kenntnisse werden in der Arbeitswelt von Morgen entscheidend sein? Welche ‚Future Skills‘ zeichnen sich heute bereits ab und welche Chancen, Herausforderungen und Anforderungen ergeben sich hieraus für Unternehmen wie Beschäftigte? Die Online-Jobplattform StepStone und das Kienbaum Institut @ ISM, die Forschungseinrichtung des Beratungsunternehmens Kienbaum, untersuchen diese Fragen mit ihrer großen gemeinsamen Future Skills-Studie. Im Rahmen einer Vorab-Studie, für die im Sommer 2020 8.500 Fach- und Führungskräfte befragt wurden, wurde abgefragt, welche generellen Tendenzen sich abzeichnen und welchen kurzfristigen Einfluss die Corona-Krise bereits hat.

Kontakt

  • Dr. Tobias Zimmermann
  • Research Manager & Arbeitsmarktexperte

  • Jan Heming
  • Research Manager

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