Eine junge Mutter sitzt am Laptop, während ihre kleine Tochter auf ihrem Schoß sitzt.
Inhalt
Das Wichtigste in Kürze:Wie funktioniert Elternzeit?Teilzeit als Wiedereinstieg nach der ElternzeitArbeitszeitkonten: Auszeit ohne finanzielle EinbußenGleitzeit: Individuelle Arbeitszeiten für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und FamilieJob-Sharing – mehr Flexibilität für Eltern in FührungspositionenHome-Office & PräsenztageFamilienpflegezeit – Anspruch auf reduzierte ArbeitszeitSabbatical mit der FamilieFazit: Flexible Arbeitszeitmodelle – jede Variante hat ihre VorzügeFAQ – Häufige Fragen zu flexiblen Arbeitsmodellen

Flexible Arbeitszeitmodelle sind auf dem Vormarsch. Gerade berufstätige Eltern sind oft auf die zusätzliche Flexibilität angewiesen –  doch eignen sich wirklich alle Arbeitszeitmodelle gleichermaßen? Wir machen den Check. Hier findest du einen Überblick über die gängigsten Modelle sowie die jeweiligen Vorteile   nicht nur für Eltern.

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Das Wichtigste in Kürze:Wie funktioniert Elternzeit?Teilzeit als Wiedereinstieg nach der ElternzeitArbeitszeitkonten: Auszeit ohne finanzielle EinbußenGleitzeit: Individuelle Arbeitszeiten für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und FamilieJob-Sharing – mehr Flexibilität für Eltern in FührungspositionenHome-Office & PräsenztageFamilienpflegezeit – Anspruch auf reduzierte ArbeitszeitSabbatical mit der FamilieFazit: Flexible Arbeitszeitmodelle – jede Variante hat ihre VorzügeFAQ – Häufige Fragen zu flexiblen Arbeitsmodellen

Das Wichtigste in Kürze

Flexible Arbeitszeitmodelle bieten gerade Eltern die Möglichkeit, Beruf und Familie besser zu vereinbaren. Die folgende Modelle sind besonders verbreitet:

Mit der Geburt eines Kindes beginnt eine ganz neue Lebensphase. Der private Alltag ändert sich, aber auch das berufliche Leben. Beides so miteinander zu verbinden, dass noch genügend Zeit für die Familie bleibt, ist für Mütter und Väter eine große Herausforderung. Sie brauchen Arbeitgeber, die familienfreundliche Arbeitszeitmodelle anbieten – auch, damit berufliche Ziele für die Eltern nicht zu kurz kommen. Viele Unternehmen haben bereits Teilzeitregelungen, Arbeitskonten und Jobsharing oder eine Kombination aus mehreren Lösungen.
Die Corona-Pandemie hat hier die Entwicklungen stark vorangetrieben: 21 % der Firmen erweiterten die Möglichkeiten für mobiles Arbeiten bzw. Home-Office und Telearbeit. Weitere 20 % führten diese Arbeitsmodelle ein. Zudem boten Betriebe ihren Mitarbeiter*innen häufiger flexible Tages- oder Wochenarbeitszeit, Gleitzeit, Vertrauensarbeitszeit und Arbeitszeitkonten an. Das belegt die Prognos-Studie von 2021, die im Auftrag des Bundesfamilienministeriums durchgeführt wurde. Auch nach der Krise setzen Unternehmen weiterhin auf flexible Lösungen. Welche das sind, und was du über die Arbeitszeitmodelle wissen solltest, erfährst du in unserem Überblick.

Checkliste

TIPP:

Hast du Fragen zur Teilzeitarbeit? Eine gute Anlaufstelle dafür ist das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales: 030 221 911 005, Mo–Do von 8–20 Uhr.

Wie funktioniert Elternzeit?

Elternzeit ist eine berufliche Auszeit für Mütter und Väter nach der Geburt ihres Kindes. Jedes Elternteil hat für sich einen gesetzlichen Anspruch darauf. Das heißt, der Arbeitgeber muss Eltern pro Kind bis zu drei Jahre von der Arbeit freistellen. Egal, ob Mutter oder Vater in Teilzeit arbeiten, einen Minijob haben oder ihr Vertrag befristet ist. Ausnahmen sind Personen ohne Arbeitgeber, z. B. Selbstständige. Welches Elternteil wie lange und wann Elternzeit nimmt, ist nicht vorgeschrieben. Es gilt nur: Paare können Elternzeit vor dem 3. Geburtstag des Kindes nehmen und noch in zwei weiteren Abschnitten zwischen dem 3. und dem 8. Geburtstag. Die letzten beiden Zeiträume dürfen maximal 24 Monate andauern. Der Arbeitgeber muss dem nicht grundsätzlich zustimmen. Liegt die Elternzeit zwischen dem 3. und 8. Geburtstag des Kindes, kann er unter bestimmten Voraussetzungen ablehnen.
Während der Elternzeit darf der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis nicht kündigen. Lohn erhalten die Eltern keinen, wenn sie nicht arbeiten. Die meisten beantragen daher das staatlich finanzierte Elterngeld.

Es gibt auch die Möglichkeit, während der Elternzeit in Teilzeit zu arbeiten – bis 32 Stunden pro Woche, wenn das Kind ab dem 01.09.2021 geboren wurde. Liegt das Geburtsdatum davor, dürfen Eltern bis zu 30 Stunden wöchentlich arbeiten. Hier zählen nicht die einzelnen Wochenstunden, sondern der monatliche Durchschnitt. Außerdem gilt diese Regelung für beide Elternteile, das heißt, ihr könnt zusammen bis zu 64 bzw. 60 Arbeitsstunden pro Woche arbeiten. Nach der Elternzeit dürfen Mütter und Väter in der Regel an ihren alten Arbeitsplatz mit der gleichen Stundenanzahl zurückkommen.

Lachender Vater kniet auf dem Schlafzimmerboden vor seinem Laptop, während sein Sohn vor ihm krabbelt.
In Elternzeit können sich Mütter wie Väter bis zu 3 Jahre ganz oder teilweise vom Job freistellen lassen. © © Maskot/EyeEm

TIPP: Mit dem Elterngeldrechner vom Familienportal kannst du berechnen, wie viel Geld du mit welcher Elterngeld-Variante erwarten kannst. Der integrierte Monatsplaner hilft dir, das Elterngeld für jeden Lebensmonat deines Kindes zu planen.

Family-Check: In Elternzeit können sich Mütter wie Väter bis zu drei Jahren unbezahlt ganz oder teilweise vom Job freistellen lassen. Die freie Zeit am Stück intensiviert die Bindung zum Kind, vor allem in der so prägenden Lebensphase. Eltern können sich außerdem die Care-Arbeit teilen. Achtung: Wichtig ist, dass Arbeitnehmer alle Fristen korrekt einhalten, sonst kann der Arbeitgeber nach dem Wiedereinstieg das Arbeitsverhältnis kündigen. Die Auszeit deshalb gut planen!

Beispiel
Hendrik Rack arbeitet als redaktioneller Produkt- und Personalstratege für PULS, das junge Contentnetzwerk (die jungen Inhalte) des Bayerischen Rundfunks. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder, 4 Jahre und 5 Monate alt. Ab September 2023 nimmt er 7 Monate Elternzeit ohne zu arbeiten. Die ersten 5 Monate bezieht er Elterngeld, die letzten beiden Monate ElterngeldPlus. Während der Elternzeit geht er auf eine dreimonatige Familienreise. Nach der Rückkehr übernimmt Hendrik für 4 Monate die komplette Kinderbetreuung inklusive Kita-Eingewöhnung des Babys, weil seine Frau wieder voll arbeitet. Ab April 2024 wird er Vollzeit in seinen alten Job zurückkehren.

Hendrik Rack sitzt in seinem Büro und lacht.
Hendrik Rack

„Die Auszeit habe ich ein Dreivierteljahr vorher angekündigt, damit meine Chefs gut planen können. Es gibt schon eine Vertretung für mich, die ich gerade einarbeite. So wird der Übergang sicher reibungslos laufen. Mein Arbeitgeber hat total positiv reagiert, als ich meine Elternzeit angekündigt habe. Da kam kein kritischer Kommentar, nichts. Einer meiner Chefs, auch ein Mann, hat selbst drei Kinder und schon eine sechsmonatige Auszeit genommen. Die Care-Arbeit als Paar untereinander aufzuteilen hat für mich was mit Fairness zu tun. Den Kinderwunsch hatte ich ja schließlich auch. Und die Elternzeit bindet mich eng an meine Kinder, was dazu den Vorteil hat, dass meine Frau dieselben Freiheiten genießen kann wie ich. Während sie abends Freunde trifft, bringe ich die Kinder ins Bett. Und das funktioniert dann auch.“

Teilzeit als Wiedereinstieg nach der Elternzeit

Teilzeit bedeutet, dass du weniger als die betrieblich vereinbarte Regelarbeitszeit von z. B. 40 Stunden arbeitest. Wie viele Wochen- oder Monatsstunden das genau sind, verhandelst du mit deinem Arbeitgeber. Das Spektrum reicht von sehr wenigen Stunden bis zur vollzeitnahen Beschäftigung (über 30 Stunden). Dazu gibt es viele verschiedene Teilzeit-Modelle.
Für Familien sind hier die wichtigsten aufgeführt:

Family-Check: Teilzeitmodelle sind gut geeignet, um Familie und Job unter einen Hut zu kriegen. Sie können dir einen schnellen Wiedereinstieg ermöglichen und somit finanzielle Einbußen verringern. Aber Vorsicht: Auf Dauer können sich weniger Stunden nicht nur auf deinem Gehaltskonto bemerkbar machen, sondern auch bei deiner Rente. Phasenweise Teilzeitbeschäftigung wie die Brückenteilzeit oder vollzeitnahe Modelle sorgen für mehr langfristige finanzielle Sicherheit.

Beispiel
Mutter und Vater arbeiten in Teilzeit im gleichen Unternehmen, jeder 30 Stunden an 5 Tagen in der Woche. Beide können vollständig im Home-Office arbeiten und haben Gleitzeit von 7–20 Uhr. Die Arbeitszeit teilen sie sich gleich auf: Die Mutter arbeitet morgens von 7–13 Uhr, der Vater von 14–20 Uhr. Mittags essen die Eltern gemeinsam mit dem fünfjährigen Sohn. Der Vorteil ist, dass sich das Paar die Arbeit flexibel einteilen kann und im Fall der Fälle einer von beiden einspringen kann. Aber: Die Gehälter sollten auf ähnlichem Niveau sein, damit wenig finanzielle Nachteile entstehen.

Arbeitszeitkonten: Auszeit ohne finanzielle Einbußen

Bei den Arbeitszeitkonten unterscheidet man zwischen Kurzzeit- und Langzeitkonten. Darauf werden sowohl Minusstunden als auch Zeitgutschriften verbucht, wenn Beschäftigte weniger oder mehr Stunden als vertraglich vereinbart ableisten. Solange die Mitarbeiter*innen innerhalb eines festgelegten Zeitraums wieder ins Plus kommen, ist das kein Problem. Überstunden können sie meistens innerhalb einer Woche, eines Monats, eines Quartals oder eines Jahres mit Freizeit oder Lohn ausgleichen – je nach Konto.

Es gibt auch Varianten, bei denen Beschäftigte ihre Extrastunden über einen längeren Zeitraum ansparen können, um mehrere Wochen am Stück frei zu haben. Währenddessen bleiben die sozialversicherungsrechtlichen Ansprüche bestehen.

Beim Jahresarbeitszeit-Konto gibt es z. B. keine feste Wochen- oder Monatsarbeitszeit, sondern einen Jahresdurchschnitt, den Mitarbeiter*innen einhalten müssen. Sie bekommen ein Jahresgehalt, unabhängig davon, wie viele Arbeitsstunden sie tatsächlich geleistet haben – vorausgesetzt, sie erreichen die vereinbarte jährliche Arbeitszeit.

Das Modell des Lebensarbeitszeitkontos hat einen langfristigen Ansatz. Zeitguthaben können Arbeitnehmer*innen über Jahre ansparen und aufbrauchen. Der Vorteil: Sie können die Arbeitszeit ihren individuellen Lebensphasen anpassen und über einen längeren Zeitraum Stunden reduzieren.

Family-Check: Arbeitszeitkonten sind vor allem sinnvoll, wenn Eltern arbeitsfreie Zeiten am Stück nehmen wollen. Je nach Konto haben Beschäftigte auch die Möglichkeit, ihr wöchentliches oder monatliches Arbeitspensum für längere Zeit runterzuschrauben. So können sie auf bestimmte Phasen der Kinderbetreuung flexibel reagieren und besser planen.

Beispiel
Eine Mutter arbeitet seit 10 Jahren im gleichen Unternehmen. Sie ist in Teilzeit 25 Stunden pro Woche tätig. Auf ihrem Arbeitszeitkonto hat sie ein Guthaben von 125 Stunden angesammelt. Die Kita-Eingewöhnung ihrer Tochter steht in zwei Monaten bevor. Dafür möchte sie 4 Wochen freinehmen. Die 125 Extrastunden sichern der Mutter die Fortzahlung ihres Gehalts zu 100 % für 5 Wochen. Sie kann also ohne Einbußen diese Auszeit nehmen, sogar mit einem Puffer von 1 Woche

Gleitzeit: Individuelle Arbeitszeiten für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Früher anfangen, früher gehen – klingt gut, oder? Mit Gleitzeitmodellen geht das. Hier besteht in der Regel eine Kernarbeitszeit am Tag, die das Unternehmen festlegt, in der du anwesend bzw. erreichbar sein musst. Zusätzlich gibt es Zeitspannen morgens und nachmittags. Innerhalb dieser Slots kannst du Beginn und Ende deines Arbeitstages frei wählen. Auch die tägliche Stundenanzahl kannst du individuell bestimmen und ja nach Bedarf variieren – natürlich alles im Rahmen der vorgegebenen Regeln. Die Gleitzeit ist an so genannte Arbeitszeitkonten geknüpft, um die tägliche Arbeitszeit zu dokumentieren. So können Zeitguthaben oder Minusstunden erfasst werden.

Unternehmen können Gleitzeitmodelle sowohl für Vollzeit- als auch für Teilzeitstellen anwenden. Sie sind besonders für Pendler geeignet, die Stoßzeiten umgehen können oder Menschen, die Angehörige pflegen sowie Eltern, die morgens und am Nachmittag/Abend ihren Nachwuchs betreuen.

Family-Check: Gleitzeitmodelle sind sehr familientauglich, weil du die tägliche Dauer, den Beginn und das Ende deiner Arbeitszeit mitgestalten kannst. Morgens musst du nicht zu einer bestimmten Zeit am Arbeitsplatz sein, wodurch eine Menge Stress entfällt. So kannst du dein Kind entspannt in die Kita oder zur Schule bringen. Fallen kurzfristige familiäre Verpflichtungen an, kannst du flexibel darauf reagieren und deine Arbeitszeit „nacharbeiten“. Mit Gleitzeit kannst du in vielen Fällen Zeitreserven ansparen und sie für mehr Urlaub oder einen längeren Freizeitblock einlösen.

Beispiel
Christina Huber ist verheiratet, hat zwei Kinder, 4 und 6 Jahre alt. Sie arbeitet fix 25 Stunden pro Woche als HR Specialist Administration. Ihre Arbeitsstunden verteilt sie flexibel auf 4 Tage statt auf 5 Tage. So macht sie täglich Überstunden, was ihr erlaubt, einen Tag in der Woche frei zu nehmen, egal welchen. 50 % ihrer Arbeitszeit darf sie im Home-Office ableisten.

Christina Huber steht lachend vor einem grünen Strauch im Garten.
Christina Huber

„Mein Chef sagt immer zu mir: `Arbeite, wie du arbeiten willst, ich vertraue dir. Hauptsache, die Arbeit ist erledigt, ich weiß deine Flexibilität sehr zu schätzen.´ Zwischen 6 und 20 Uhr kann ich arbeiten. Damit ich so viel Zeit wie möglich mit meiner Familie habe, sitze ich meistens ab 6 Uhr am Schreibtisch bis mittags, an Home-Office-Tagen noch eine Stunde von 19 bis 20 Uhr, wenn die Kids im Bett sind. Steht mal ein Arzttermin an, kann ich ein- und ausstempeln und die Arbeitszeit nacharbeiten. Ohne dieses flexible Modell aus Gleitzeit und Home-Office würde ich den Familienalltag so gar nicht schaffen.“

Job-Sharing – mehr Flexibilität für Eltern in Führungspositionen

Jobsharing ist ein Teilzeitarbeits-Modell, bei dem sich zwei oder mehr Arbeitnehmer*innen eine Vollzeitstelle teilen. Manchmal handelt es sich auch um 120 %-Stellen oder mehr. Die Arbeitsplatzteilung ermöglicht den Beteiligten, an verantwortungsvollen Projekten im Unternehmen mitzuarbeiten, fachspezifische Aufgaben zu erledigen und gemeinsam im Team eine leitende Position zu übernehmen – obwohl die Arbeitszeit reduziert ist. Deshalb etabliert sich das Jobsharing immer mehr als Arbeitsmodell für Fach- und Führungskräfte.

Die Arbeitszeiten legt das Tandem in der Regel selbst fest, ebenso das Pensum. Die Aufteilung kann klassisch 50/50 sein oder variieren. Konstellationen mit 30/70 oder 60/60 sind auch denkbar – je nach zeitlichen Kapazitäten und inhaltlichen Stärken. Hauptsache ist, dass Kolleg*innen während der Woche durchgehend eine*n Ansprechpartner*in haben.

Voraussetzung für ein erfolgreiches Jobsharing ist ein identisches Aufgabenfeld, das die Beschäftigten nacheinander oder abwechselnd ausfüllen. Ergänzen sich die Qualifikationen der der Jobsharer*innen, kann das sehr wertvoll sein. Eine regelmäßige Abstimmung des Tandems ist hier außerdem Trumpf: Übergaben müssen organisiert und Verantwortlichkeiten klar bestimmt werden. Eine gute Selbstorganisation, transparente Kommunikation nach außen sowie vertrauensvolles Teamwork sind ebenfalls entscheidend.

Family-Check: Jobsharing lässt sich gut mit dem Familienleben vereinbaren, weil sowohl der Workload als auch die Verantwortung auf mehreren Schultern verteilt sind. Trotz Teilzeit erleiden Mütter wie Väter keinen „Karriere-Knick“, weil sie anspruchsvolle Jobs übernehmen können. Flexible Arbeitszeiten sorgen außerdem dafür, dass sie den Beruf an ihre momentane familiäre Situation anpassen können.

Beispiel
Lydia Leipert ist verheiratet. Ihre Kinder sind 10 und 7 Jahre alt. Seit 2017 arbeitet sie als Teamlead Film digital bei einem Medienunternehmen und teilt sich diese 120 %-Stelle mit einer anderen Mutter. Das Arbeitspensum ist gleichmäßig verteilt, jede übernimmt die Hälfte der anfallenden Aufgaben. Insgesamt kommt Lydia auf etwa 25 Arbeitsstunden pro Woche. Je nach anfallendem Workload können die beiden ihre Arbeitszeiten auch flexibel gestalten. Das heißt, wenn eine mal mehrere Tage in Vollzeit arbeiten muss, fängt die andere den Rest auf.

Lydia Leipert steht lachend vor einer orangefarbenen Wand.
Lydia Leipert

„Jobsharing ermöglicht uns, das Elternsein mit möglichst viel Spaß zu leben, ohne ständig ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Termine von meinen Kindern lösen bei mir erstmal kein Herzrasen aus, weil ich weiß, ich kann das mit meiner `Workwife´ planen und mir die Zeit freischaufeln. Nicht wie andere, die einen verantwortungsvollen Job haben und von vornherein nein sagen müssen. Das ist für mich ein riesiger Gewinn an Lebensqualität.“

Home-Office & Präsenztage

Dieses Modell kombiniert Home-Office-Tage mit Präsenztagen im Betrieb. Es ist heute schon fast Standard für Berufe mit Computertätigkeiten ohne Anwesenheitspflicht. Beschäftigte arbeiten einzelne ganze oder halbe Arbeitstage von zuhause aus und vor Ort. Vorgesetzte möchten damit verhindern, dass der direkte Austausch im Team und die Bindung an den Betrieb abreißen. Meistens ist Home-Office auf bestimmte Wochentage festgelegt, wie auch der Beginn und das Ende der Arbeitszeit. So können beide Seiten besser planen und die Mitarbeiter sind sicher erreichbar. Voraussetzung ist eine gute technische Infrastruktur und ein Raum, in dem die Arbeitnehmer*innen fokussiert arbeiten können.

Family-Check: Besonders für Eltern ist eine hybride Lösung aus Präsenztagen im Unternehmen und Home-Office ideal. Sie können vor allem vormittags, wenn die Kinder betreut sind, effektiv arbeiten. Das Pendeln entfällt und sie sparen Zeit. Die Stunden lassen sich variabler einteilen. Wenn Kinder krank sind, können Eltern ihre Arbeitszeit z. B. auf die Abendstunden verlegen und fallen nicht vollständig aus.

Beispiel
Janina Reich ist verheiratet und Mutter einer zweijährigen Tochter. Nach der Elternzeit ist sie wieder als PR-Managerin bei einer Agentur in Teilzeit eingestiegen. Zusätzlich leitet sie auf selbstständiger Basis ein eigenes Yoga-Studio. Fürs Studio arbeitet sie oft abends oder am Wochenende etwa 16 Stunden pro Woche. Als Angestellte hat sie ihre wöchentliche Arbeitszeit von 16 Stunden auf feste Tage verteilt: Montags 8 Stunden vor Ort in der Agentur, mittwochs und donnerstags je 4 Stunden im Home-Office. In Ausnahmefällen kann sie die Tage auch tauschen.

Janina Reich lächelt und verschränkt die Arme vor der Brust.
Janina Reich

„Die Regelung mit den festen Tagen in der Agentur finde ich sehr gut, denn meine Kolleg*innen und Kund*innen wissen, wann ich erreichbar bin. Es kommt keiner auf die Idee, die Arbeitszeiten verwischen zu lassen. Auch ich nicht. Der Mix aus Home-Office-Tagen und Präsenztagen ist für mich perfekt. Arbeite ich von zuhause aus, spare ich mir über 1 Stunde Fahrtweg täglich. Es ist für mich von unschätzbarem Wert, fokussiert Dinge abarbeiten zu können. Trotzdem genieße ich die Agentur-Tage. Manchmal brauche ich eine andere Meinung oder es ist was unklar, was ich dann kurz klären kann. Home-Office allein würde ich auf Dauer zu einsam finden. Die Mischung macht’s. Mein Mann übernimmt unter der Woche ab 16 Uhr die Betreuung unserer Tochter. So kann ich abends oder am Wochenende fürs Yoga-Studio arbeiten. Für mich ist es gerade mit der familiären Situation, der Teilzeit-Stelle und der Selbstständigkeit die perfekte Lösung.“

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Familienpflegezeit – Anspruch auf reduzierte Arbeitszeit

Immer mehr Menschen stehen vor der Aufgabe, die Pflege von Angehörigen mit der Kinderbetreuung und ihrem Beruf zu vereinbaren. Dafür brauchen sie Arbeitgeber, die sie entlasten und mehr zeitliche Flexibilität. Hierfür hat der Gesetzgeber die Familienpflegezeit eingeführt, auf die pflegende nahe Angehörige einen rechtlichen Anspruch haben.

Sie umfasst folgende Unterstützungsleistungen:

Pflege- und Familienpflegezeit kann man auch kombinieren. Die Freistellungen müssen aufeinanderfolgen und dürfen höchstens 24 Monate andauern. Es ist auch möglich, die Pflege mit mehreren Leuten zu teilen. Das geht nacheinander oder parallel.

Family-Check: Die Pflege eines Angehörigen kann sehr viel Zeit einnehmen. Wie lange sie andauert und wie hoch der Aufwand sein wird, ist selten absehbar. Deshalb erleichtert die Pflege- und Familienpflegezeit die Vereinbarkeit von Care-Arbeit und Berufstätigkeit enorm. Zusätzlich kann der Arbeitgeber mit Gleitzeit, dem Verzicht auf Schicht- und Wochenendarbeit oder Home-Office-Tagen zur Entlastung beitragen.

Beispiel
Eine 50-Jährige pflegt seit drei Monate ihren bettlägerigen Vater, der bei ihrer Familie mit im Haus wohnt. Sie arbeitet als technische Beraterin in einem großen Unternehmen mit über 200 Mitarbeitern. Damit sie sich um ihren Vater kümmern kann, hat sie für 24 Monate ihre Arbeitszeit von 30 auf 24 Stunden pro Woche reduziert. Ihr Bruder hat seine Arbeitszeit von 40 auf 34 Stunden verringert für 24 Monate, damit sich beide die Pflegeaufgaben teilen können.

Sabbatical mit der Familie

Einfach mal ´ne Auszeit nehmen – Sabbatical macht’s möglich. Meistens liegt der Zeitraum zwischen vier Wochen und zwölf Monaten, das ist aber Verhandlungssache zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
Die Gründe für ein Sabbatical sind sehr individuell. Viele möchten Familienzeit genießen, Fremdsprachen lernen oder nach langen arbeitsreichen Jahren wieder ein bisschen durchschnaufen.
Wie finanzierst du das Ganze am besten? Dafür gibt es verschiedene Modelle. Einige Firmen bieten Mitarbeiter*innen an, für eine bestimmte Zeit auf einen Teil ihres Lohns zu verzichten, z. B. arbeiten sie in Vollzeit und werden für Teilzeit bezahlt. Im Gegenzug erhalten sie Zeitguthaben. Während der freien Zeit werden sie dann weiter in Teilzeit entlohnt. Bestehen Arbeitszeitkonten mit Zeiterfassung, können Beschäftigte ihre angesammelten Überstunden mit einem Sabbatical auf einen Schlag abbauen. Eine weitere Variante ist der unbezahlte Sonderurlaub. Liegt der bei bis zu vier Wochen, bleibst du angestellt und sozialversichert. Dauert deine Auszeit länger, musst du dich selbst versichern und wirst freigestellt. In dem Fall ruht dein Arbeitsverhältnis. Nach Beendigung des Sabbaticals lebt das Arbeitsverhältnis wieder auf.

Family-Check: Sabbaticals eignen sich wunderbar, wenn du deine Kinder in einer bestimmten Phase intensiv begleiten möchtest. Viele gehen auch mehrere Monate auf Reisen bevor die Kleinen schulpflichtig werden. Wichtig ist, dass du die vertragliche Zusicherung deines Arbeitgebers hast, deinen Job behalten zu können.

Beispiel
Ein 33-Jähriger arbeitet seit 5 Jahren in der gleichen Firma. Er ist Vater einer 4-jährigen Tochter und erhält – wie alle Kollegen – jährlich einen Bonus. Einen Teil davon kann er auf ein so genanntes Zeitwertkonto einzahlen. Für dieses Jahr plant er ein fünfmonatiges Sabbatical. Drei Monate davon finanziert er mit dem angesammelten Geld auf dem Konto, einen Monat baut er Überstunden ab und einen Monat nimmt er Elternzeit. So muss er lediglich vier Wochen ohne Gehalt überbrücken.

Du siehst: Es gibt viele Möglichkeiten für Eltern, Arbeitszeit und Kinderbetreuung flexibler gestalten zu können. Möchtest du dein Arbeitsmodell auch gerne umstellen? Trau dich und sprich mit deinem Vorgesetzen. Gemeinsam könnt ihr eine passende Lösung für deine Situation finden.

Fazit: Flexible Arbeitszeitmodelle – jede Variante hat ihre Vorzüge

Flexible Arbeitszeitmodelle bieten eine Vielzahl an Optionen für Berufstätige und für Eltern, um Beruf und Familie erfolgreich zu vereinbaren. Ob Gleitzeit, Teilzeit, Job-Sharing oder Home-Office – jede Variante hat ihre Vorzüge. Dabei ist es wichtig, frühzeitig mit dem Arbeitgeber über das gewünschte Arbeitszeitmodell zu sprechen und sich über rechtliche Rahmenbedingungen zu informieren. Die Entscheidung für ein Arbeitszeitmodell sollte gut durchdacht und geplant werden, um finanzielle Einbußen zu minimieren. Klar ist: Jede Familie hat individuelle Bedürfnisse und es gibt kein "perfektes" Modell – wichtig ist, eine Lösung zu finden, die zu den eigenen Lebensumständen passt und den Bedürfnissen von Eltern und Kindern gerecht wird.

Disclaimer: Dies ist keine rechtsverbindliche Auskunft. Die in diesem Artikel veröffentlichten Rechtsgrundlagen wurden sorgfältig zusammengestellt, erheben aber keinen Anspruch auf Aktualität, sachliche Richtigkeit oder Vollständigkeit; eine entsprechende Gewähr wird nicht übernommen. Insbesondere übernimmt The Stepstone Group Deutschland GmbH keinerlei Haftung für eventuelle Schäden oder Konsequenzen, die durch die direkte oder indirekte Nutzung der bereitgestellten Inhalte entstehen.

FAQ – Häufige Fragen zu flexiblen Arbeitsmodellen

Was versteht man unter flexiblen Arbeitszeitmodellen?

Flexible Arbeitszeitmodelle ermöglichen es Arbeitnehmer*innen, ihre Arbeitszeiten individuell anzupassen, z. B. Gleitzeit, Vertrauensarbeitszeit oder Homeoffice.

Ist Teilzeit ein flexibles Arbeitszeitmodell?

Ja, Teilzeit zählt zu den flexiblen Arbeitszeitmodellen, da die Arbeitszeiten reduziert und an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden können.

Ist die 4 Tage Woche ein flexibles Arbeitszeitmodell?

Die 4-Tage-Woche ist ebenfalls ein flexibles Arbeitszeitmodell, bei dem die Arbeitszeit auf vier Tage pro Woche reduziert wird, um Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu schaffen.

 

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