Eine Absage kann enttäuschend sein, vor allem, wenn du dir den Job wirklich gewünscht hast. Aber sie bedeutet nicht, dass deine Chancen bei diesem Unternehmen für immer vorbei sind. Im Gegenteil: Eine erneute Bewerbung zeigt Motivation, Durchhaltevermögen und echtes Interesse am Arbeitgeber. Wichtig ist nur, dass du weißt, wie du deinen zweiten Versuch überzeugend gestaltest.
In diesem Artikel erfährst du, wann eine Wiederbewerbung sinnvoll ist und welche Gründe dafür sprechen. Außerdem bekommst du konkrete Tipps und Formulierungen, die Personaler*innen zeigen, dass du die perfekte Besetzung für die ausgeschriebene Stelle bist.
Du hast dich schon einmal beworben, eine Absage erhalten und trotzdem bleibt dein Interesse groß? Dann lohnt sich eine Wiederbewerbung. Deine Motivation zeigt, dass du von dem Unternehmen überzeugt bist und deine Qualifikationen gerne einbringen möchtest. Es gibt mehrere gute Gründe, warum du dich erneut bewerben kannst:
Lass dich von einer Absage nicht entmutigen. Eine Bewerbung beim selben Arbeitgeber kann sich lohnen, wenn eine Stelle nach einigen Monaten erneut ausgeschrieben wird. In diesem Fall ist eine Wiederbewerbung nicht nur erlaubt, sondern oft sogar gewünscht.
Die Gründe für eine erneute Ausschreibung können vielseitig sein. Manchmal sind es unternehmensinterne Gründe, wenn sich z. B. die Anforderungen an den Job ändern oder bestimmte Anforderungen nicht eindeutig formuliert waren. Oder es hat sich innerhalb der Probezeit herausgestellt, dass das Unternehmen noch nicht die richtige Besetzung für diese Position gefunden hat.
Hast du bereits ein Vorstellungsgespräch geführt, aber kein Angebot erhalten, musst du dich davon nicht abschrecken lassen. Wenn du die nötigen Qualifikationen mitbringst, steht einem zweiten Anlauf grundsätzlich nichts im Weg.
Eine Absage bedeutet nicht das Ende deiner Chancen bei einem Unternehmen. Oft entstehen in der Zwischenzeit neue Positionen, die noch besser zu deinen Qualifikationen passen. Wenn eine Stelle ausgeschrieben ist, die deine Fähigkeiten, Erfahrungen und Interessen optimal widerspiegelt, solltest du dich unbedingt erneut bewerben.
Eine vorherige Jobabsage kann dich also sogar stärken: Sie gibt dir die Möglichkeit, aus dem ersten Bewerbungsprozess zu lernen und im zweiten Versuch selbstbewusst aufzutreten. Personaler*innen schätzen Kandidat*innen, die dranbleiben und ihr Potenzial erneut unter Beweis stellen wollen.
Wenn eine Stelle über längere Zeit ausgeschrieben bleibt, ist das ein deutliches Signal: Das Unternehmen hat bisher keine*n passende*n Kandidat*in gefunden. Genau das ist deine Chance für eine Wiederbewerbung.
Auch, wenn du beim ersten Versuch eine Absage erhalten hast, kann dein erneutes Bewerben Erfolg haben. Personaler*innen sehen es positiv, wenn ein*e Bewerber*in Motivation zeigt und einen zweiten Versuch startet.
Ein beliebter Trend ist Job-Boomeranging, also die Rückkehr zu einem ehemaligen Arbeitgeber. Eine Wiederbewerbung kann hier genau der richtige Schritt sein, wenn die Rahmenbedingungen im Unternehmen heute besser zu deinen Karrierezielen passen. Personaler*innen nehmen es positiv wahr, wenn Kandidat*innen reflektiert und zielorientiert zurückkehren. So verwandelst du deine Rückkehr in eine echte Chance auf langfristigen Erfolg.
Unsere vier Tipps helfen dir dabei, eine überzeugende Bewerbung beim selben Arbeitgeber zu schreiben, die Personaler*innen im zweiten Anlauf überzeugt:
Eine der wichtigsten Fragen ist: Wann hast du dich zuletzt auf diese Stelle beworben? Bewirb dich nicht direkt nach wenigen Wochen wieder. Warte mindestens 6 Monate, bevor du dich erneut bewirbst. Damit signalisierst du Durchhaltevermögen und ernsthaftes Interesse an der Stelle.
Lies dir die Stellenausschreibung erneut aufmerksam durch und vergleich diese, wenn möglich, mit der alten Ausschreibung. Hat sich im Stellenprofil etwas verändert? Werden Qualifikationen verlangt, die du (mittlerweile) erfüllst? Geh in deinem Motivationsschreiben explizit darauf ein und präsentier dich in einem neuen Licht.
Jede Jobabsage fühlt sich im ersten Moment nach einer Niederlage an. Das geht allen so. Versuch aus der vorangegangenen Bewerbung zu lernen und sie (rückblickend) zu einer wertvollen Erfahrung zu wandeln. Frag dafür auch nach Feedback, worauf du bei deiner Bewerbung oder im Vorstellungsgespräch zukünftig achten solltest. So hast du die Chance, konkret dein Auftreten zu optimieren.
Auch, wenn du eine Absage erhalten hast, heißt das nicht automatisch, dass du zwingend nicht zum Unternehmen passt. Trotz einer Absage kannst du weiterhin für das Unternehmen interessant sein, meint Lara Kieninger, Karriereexpertin und Personalerin bei Stepstone:
- Lara Kieninger, Karriere-Expertin und Personalerin bei StepstoneEine Absage kann viele Gründe haben und ist in den wenigsten Fällen endgültig. Es kommt immer mal wieder vor, dass ein*e Bewerber*in zwar für die ausgeschriebene Stelle nicht passt, aber für das Unternehmen insgesamt interessant ist und ich ihn oder sie dann in unseren Talentpool aufnehme. So oder so ist es empfehlenswert, kurz und freundlich auf eine Absage zu antworten und zu zeigen, dass ich sie nicht persönlich nehme. Auch die Bitte um Feedback ist legitim.

Lara Kieninger ist Senior Talent Acquistion Manager bei Stepstone und unterstützt seit Juni 2021 verschiedene Fachbereiche dabei, das "Perfect Match” für ihre Teams zu finden und den Bewerbungsprozess optimal zu gestalten. Als erfahrende Personalerin stand sie im Laufe ihrer Karriere sowohl verschiedenen Unternehmen als auch zahlreichen Arbeitssuchenden und Bewerber*innen beratend zur Seite. Was sind NoGos im Lebenslauf? Wie verändert KI unseren Bewerbungsprozess und welche Tipps & Tricks gibt es bei der Gehaltsverhandlung im Vorstellungsgespräch? Lara Kieninger weiß Antwort. Als Expertin und Gastautorin für das Stepstone Magazin “about work” hat sie die Trends und Entwicklungen der Arbeitswelt genau im Blick und hilft mit ihren wertvollen Insights allen Leser*innen dabei, sich in der ständig wandelnden Job-Landschaft zurechtzufinden. Zu Laras Themenschwerpunkte gehören unter anderem die Themen Gehalt, Anschreiben & Lebenslauf, Vorstellungsgespräche sowie Diversity & Inklusion.
Zeig den Personalverantwortlichen, dass du dich weiterentwickelt hast, und heb dies in deinem Lebenslauf hervor. Hast du in der Zwischenzeit neue Erfahrungen gesammelt oder dich weitergebildet? Signalisier, dass du engagiert und lernfähig bist und außerdem motiviert, auf dein Ziel oder deinen Wunscharbeitgeber hinzuarbeiten.
Weitere hilfreiche Tipps, wie du mit Absagen umgehen lernst und neue Motivation schöpfst, findest du hier: Mit Absagen umgehen und neue Motivation finden
Um aus dem Bewerberpool herauszustechen und die Chancen auf eine Zusage zu erhöhen, solltest du dein Anschreiben und deinen Lebenslauf auf jeden Fall auf den neuesten Stand bringen. Wirf ein kritisches Auge auf deine Unterlagen und prüf, ob du alle Schlüsselqualifikationen deutlich hervorgehoben hast. Hast du in der ersten Bewerbungsrunde die Unternehmenskultur kennengelernt oder etwas über die Einstellungskriterien erfahren? Diese Erkenntnisse solltest du für dich nutzen und in deinen Unterlagen einarbeiten.
Tipp: Du suchst nach Inspiration und Ideen, wie du deine Bewerbungsunterlagen überzeugend umgestaltest? Hier haben wir Tipps für dich zusammengestellt, wie du ein überzeugendes Bewerbungsschreiben und einen überzeugenden Lebenslauf schreibst.
Bei der Formulierung deiner Wiederbewerbung zählt vor allem, dass du dein Anschreiben frisch und individuell gestaltest. Vermeide es, die gleichen Formulierungen wie beim letzten Mal zu übernehmen.
Wichtig ist auch, negative Erfahrungen aus deiner vorherigen Bewerbung nicht zu thematisieren. Konzentriere dich ganz auf deine Motivation und darauf, warum du die beste Besetzung für die Position bist. So vermittelst du Interesse, Selbstbewusstsein und echte Begeisterung – und genau das überzeugt im Bewerbungsprozess.
Achte dabei auf eine positive und motivierte Sprache. Zeig, dass du dich intensiv mit dem Unternehmen und der aktuell ausgeschriebenen Position beschäftigt hast. Betone deine Qualifikationen und Erfahrungen, die dich heute noch besser für die Stelle qualifizieren. Formulierungen, die deine Weiterentwicklung oder neu gewonnene Fähigkeiten hervorheben, machen bei Personaler*innen Eindruck.
Wenn du dich bei demselben Arbeitgeber auf dieselbe Stelle bewirbst, findest du hier Beispiele, wie du deine Wiederbewerbung elegant ansprichst – und wie nicht:
Dos | Don‘ts |
|---|---|
„Ich schätze das Team und Arbeitsumfeld bei [Arbeitgeber] sehr und bin nach wie vor davon überzeugt, dass ich mit meinem Wissen und meinen Kompetenzen einen wertvollen Mehrwert bringen kann.“ | „Vielleicht erinnern Sie sich an mich. Ich habe mich schon einmal bei Ihnen beworben und hoffe, dass es diesmal besser klappt.“ |
„Ich habe die Absage genutzt, um mich gezielt fortzubilden und meine Fähigkeiten zu verbessern. Jetzt bin ich bereit, mich erneut zu bewerben und freue mich darauf, [Arbeitgeber] von meinen Kompetenzen zu überzeugen." | „Sie waren von meiner ersten Bewerbung nicht beeindruckt. Aber ich will es erneut versuchen und hoffe, dass Sie mir eine zweite Chance geben.“ |
Wenn du dich bei demselben Arbeitgeber auf eine andere Stelle bewirbst, findest du hier Beispiele, wie du deine Wiederbewerbung elegant ansprichst – und wie nicht:
Dos | Don‘ts |
|---|---|
„Ich freue mich sehr, mich erneut bei Ihnen bewerben zu können, und bedanke mich für diese Möglichkeit. Nach meiner letzten Bewerbung habe ich Ihr Unternehmen weiterhin aufmerksam verfolgt und bin von Ihren aktuellen Projekten begeistert." | „Obwohl ich bei meiner letzten Bewerbung eine Absage von Ihnen erhalten habe, denke ich, dass ich Sie dieses Mal überzeugen kann.“ |
„Nach einer erfolglosen Bewerbung bei Ihrem Unternehmen (im Monat X / Jahreszahl Y) bin ich nach wie vor begeistert von Ihrem Unternehmen und Team. Aus diesem Grund bewerbe ich mich erneut auf eine andere Stelle, die ich aufgrund meiner Fähigkeiten und Erfahrungen für passend halte und welche mir die Chance bietet, mich weiterzuentwickeln.“ | „Ich bin überzeugt, dass diese Stelle besser zu meinem Profil passt als die letzte. Deshalb bewerbe ich mich jetzt auf diese Position.“ |
Mehrfachbewerbungen sind auf dem Arbeitsmarkt nichts Ungewöhnliches und können bestenfalls sogar zur erfolgreichen Anstellung bei deinem Wunscharbeitgeber führen. Sprichwörtlich heißt es: „Aller guten Dinge sind drei“. Für Bewerbungen im selben Unternehmen gilt dies jedoch nur in Ausnahmefällen. Wir empfehlen: Hat es auch im zweiten Anlauf nicht geklappt, schau dich lieber nach alternativen Jobs um, die besser zu deinem Profil passen.
Ja, das Unternehmen hat sich schon einmal für dich entschieden. Jedoch solltest du nachvollziehbar erklären können, warum du dich damals gegen das Jobangebot entschieden hast. Überzeug die Verantwortlichen davon, dass du heute ein*e verlässliche*r, loyale*r Kolleg*in sein wirst.
Klingen mehrere Stellenausschreibungen eines Unternehmens spannend für dich? Dann scheint es eine gute Schnittmenge zwischen euch zu geben. Ein gutes Zeichen. Konzentriere dich auf maximal zwei Jobausschreibungen. Bewirbst du dich auf zu viele Stellen in einem Unternehmen, signalisierst du Beliebigkeit und Austauschbarkeit. Unternehmen suchen jedoch Verbindlichkeit und Authentizität.
Jede Bewerbung ist eine neue Chance. Vermeid es daher, Formulierungen aus deinem vorherigen Bewerbungsschreiben zu wiederholen. Sei positiv und selbstbewusst und geh offen mit der Tatsache um, dass es sich um eine erneute Bewerbung handelt. Betone deine Motivation und zeig auf, wie du dich in der Zwischenzeit weiterentwickelt hast und warum du nun noch besser auf die ausgeschriebene Stelle passt.
Betone deine Motivation, deine Weiterentwicklung und warum du heute noch besser für die ausgeschriebene Stelle geeignet bist.
Gute Gründe sind: die Stelle ist erneut ausgeschrieben, eine neue Position passt besser zu dir, die Stelle bleibt lange offen oder du kehrst in deinen früheren Job zurück.
Ja, aber nur positiv. Zeig, dass du die Zwischenzeit genutzt hast, um deine Qualifikationen auszubauen und deine Bewerbungsunterlagen zu optimieren.
Formulierungen, die Positivität, Motivation und Interesse am Unternehmen ausdrücken. Vermeide Wiederholungen deines alten Anschreibens und negative Aussagen zur Absage.
Heb deine zusätzlichen Erfahrungen und Fähigkeiten gezielt im Anschreiben und Lebenslauf hervor und zeig, wie sie dich zur idealen Besetzung für die Position machen.
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