Nicht immer sitzt im Bewerbungsgespräch ein Personaler vor dir. Viele Unternehmen haben dafür keine Kapazitäten. Die Mitarbeitersuche kann über Leute der Fachabteilung, Human Resources oder die Geschäftsführung selbst erfolgen. Daher zählen die richtige Einstellung und Vorbereitung für verschiedene Interviewpartner im Bewerbungsgespräch!
Oft erfährst du im Vorgespräch oder per Mail, mit wem du das Vorstellungsgespräch haben wirst. Dein erstes Anliegen sollte dabei sein, herauszufinden, welche Position dein*e Gesprächspartner*innen im Unternehmen haben und bezogen auf deine Stelle einnehmen. Würdet ihr in Zukunft zusammenarbeiten? Wäre es dein Vorgesetzter oder hätten ihr nach diesem Interview keinerlei Bezugspunkte mehr? Wer ist dein*e Interviewpartner*in im Bewerbungsgespräch?
Insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen kann das Interview schnell mal zur Chefsache werden. Für Vorgesetzte haben die Fragen nach deiner Motivation und deinem Mehrwert für das Unternehmen oft höchste Priorität. Daher solltest du dich zusätzlich zu den klassischen Interview-Fragen noch mit den Folgenden auseinandersetzen:
Wichtig ist es, hier nicht auf Eigeninitiative in starke Fachsimpelei zu verfallen, insofern dein Gegenüber einen ganz anderen Hintergrund hat. Nicht immer muss der*die Gesprächspartner*in jedoch der*die Inhaber*in oder Vorgesetzte des gesamten Unternehmens sein. Dieselben Gesprächsregeln fallen auch bei höhergestelltem Personal aus deinem eigenen Fachbereich an. Zusätzlich dazu gilt es in dem Fall aber auch noch die Elemente eines Fachgesprächs zu beachten.
Ob ein*e fachliche*r Ansprechpartner*in erst in der ersten oder zweiten Bewerbungsrunde hinzugezogen wird, ist je nach Branche und Unternehmen sehr unterschiedlich. In einem solchen Gespräch könnten nun Skills von dir abgefragt werden, die für die ausgeschriebene Stelle elementar sind. Mache dich erneut mit den Anforderungen im Job-Profil vertraut und frische dein Fachwissen an mancher Stelle etwas durch die neusten Trends auf. Nützliche, selbstreflexive Fragen zur Vorbereitung sind:
Sobald Unternehmen über eine eigene Personalabteilung verfügen, gehören mehrstufige Bewerbungsprozesse zum Standard. Je nach vakanter Position können unterschiedliche Testverfahren, Arbeitsproben oder gar Assessment Center zum Einsatz kommen. Personalverantwortliche haben vor allem deine Persönlichkeit, deine Fähigkeiten und deine berufliche Entwicklung im Visier. Überlege dir daher vor allem Antworten auf:
Personaler: Sie erhalten die Bewerbungsunterlagen und entscheiden darüber, ob ein Kandidat zum Gespräch eingeladen wird oder nicht. Sie sind auf der Suche nach Tippfehlern und Auffälligkeiten in den schriftlichen Unterlagen. Im Jobinterview beobachten sie ganz genau, wer ihnen gegenübersitzt. Sie stellen interessierte Fragen und können durchaus auch ungehobelt sein. Dabei gehen ihnen folgende Fragen durch den Kopf: Passt der Kandidat ins Team? Wie kann er*sie sich weiterentwickeln? Doch wie gehen Bewerber*innen mit den unterschiedlichen Personalertypen um? Hier sind vier häufigsten Strategien von Personalern:
✓ Der Neugierige/ der Analytiker: „Du kannst mir nichts verheimlichen“
Dieser Personalertyp fragt sich äußerst gewissenhaft durch deinem Lebenslauf. Er lässt nichts aus und legt großen Wert auf Inhalte und Leistungen. Seine Fragen sind analytisch, manchmal sogar bohrend. Sie können auch ins Private abdriften, à la “Was sagt ihr Ehemann dazu?” Oder: “Welches familiäre Ereignis hat Sie besonders geprägt?” Tipp: Lasse dich nicht bedrängen. Gute Vorbereitung ist hier bereits die halbe Miete. Stelle dich darauf ein: es könnten auch unangenehme Fragen gestellt werden. Der Analytiker möchte alles ganz genau wissen, daher solltest du beim Gespräch nicht zu kurz angebunden sein, sondern auf sämtliche Fragen ausführlich antworten. Falls Fragen dann doch zu privat werden, dann musst du diese selbstverständlich nicht beantworten. Du kannst Grenzen setzen.
✓ Der Kumpelhafte/ der Wohlfühltyp: „Fühlst du dich hier wohl?“
Kennst du Personaler*innen, die besonders freundlich sind, immer verständnisvoll nicken und dir grundsätzlich immer zustimmen? Diese Personaler*innen möchten, dass du dich während des Gespräches wohlfühlst, er*sie bietet Getränke an, ist überaus freundlich und interessiert. Inhalte kommen manchmal etwas zu kurz. Er*Sie betont, wie toll sich hier alle verstehen und wie super alles ist. Die Strategie dahinter: Wer sich wohl und verstanden fühlt, der öffnet sich seinem Gegenüber. Diese Personaler*innen schaffen es oft, Bewerber*innen aus der Reserve zu locken. Tipp: Bleibe auf jeden Fall professionell und lasse dich nicht zu kumpelhaftem Verhalten hinreißen. Falls du nach dem Gespräch ein besonders gutes Gefühl haben, dann allerdings doch eine Absage bekommst, dann solltest du es nicht persönlich nehmen. Der kumpelhafte Personaler ist nicht nur zu dir überaus nett, sondern auch zu anderen Bewerbernden. Bleibe also am Boden.
✓ Der Skeptische/ Pokerface: „Ich schaue hinter jede Maske“
Das Pokerface unter den Personalern lässt sich nichts anmerken. Ganz klar: diese*r Personaler*in ist ein Profi. Er*Sie geht besonders sachlich an Bewerbungsunterlagen und Jobinterviews heran und zeigt keine Reaktionen auf Antworten von Bewerber*innen – ein Pokerface eben. Kandidaten wissen dann nicht, woran sie sind – das verunsichert. Sein Motto: Wer verunsichert ist, zeigt sich authentischer. Er*Sie weiß: Fehlbesetzungen darf er*sie sich nicht leisten. Die Tricks der Bewerbenden kennt er*sie wie seine*ihre Westentasche. Tipp: Ein Gegenüber, das überhaupt keine Reaktion auf Antworten, Körpersprache und Verhalten zeigt, kann durchaus sehr verunsichernd sein. Wichtig ist, dass du dich nicht aus dem Konzept bringen lässt. Bleibe deiner Linie treu. Erwarte von deinem Gegenüber jedoch keine charmanten, humorvollen Ansagen. Sachlichkeit ist gefragt. Dieser Personaler mag aufgesetztes Verhalten überhaupt nicht. Bleibe bei den Tatsachen. So kommst du souverän durch dieses Gespräch.
✓ Der Gestresste/ Der Arrogante: „Was? Sie wollen bei uns arbeiten?“
Ja, es gibt sie: arrogante Personaler. Er*Sie weiß, dass er sich in einer Machtposition befindet. Bewerber*innen fühlen sich von solchen Zeitgenossen meist nicht besonders wertgeschätzt und sogar eingeschüchtert. Er*Sie behandelt Bewerbernde abschätzig und kann sogar beleidigend werden. Er*Sie ist überzeugt von seiner Mission im Unternehmen. Tipp: Bleibe auf jeden Fall professionell und selbstbewusst. Lasse dich nicht unterkriegen. Jeder Bewerbernde sollte sich zu aller erst jedoch die Frage stellen: Möchte ich in so einem Unternehmen überhaupt arbeiten? Häufig handelt es sich hierbei um Unternehmen mit strengen Hierarchien. Wenn Mitarbeiter*innen schon im Vorstellungsgespräch schlecht behandelt werden, wie ist es dann erst im Job? Trotzdem: Souverän und selbstbewusst bleiben, dann meisterst du auch das Gespräch mit dem respektlosen Widerling.
Eine weitere Frage, welche auf alle drei Gesprächstypen zutrifft und dein Interview erst zum richtigen Erfolg machen kann, sind geeignete Rückfragen im Vorstellungsgespräch. So kannst du durch dein Know-how, Interesse und Fingerspitzengefühl zum Gegenüber abschließend punkten. Überlege all dies idealerweise sogar bereits vor dem tatsächlichen Interviewgespräch und der ersten Kontaktaufnahme: An wen soll das ideale Bewerbungsschreiben allgemein adressiert werden? Auch hier kann das perfekte Motivationsschreiben von dem Wissen um deines Gegenübers profitieren! Hast du bereits im Voraus ein schlechtes Gefühl und willst bei dem Unternehmen doch nicht arbeiten? Ein Bewerbungsgespräch kann auch höflich abgesagt werden.
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