Geschafft! Du hast deinen Bachelorabschluss in der Tasche. Ein großartiges Gefühl. Aber was kommt jetzt? Direkt ins Berufsleben starten? Oder doch lieber weiterstudieren und den Master machen? Gehalt oder BAföG? Was ist besser, was bringt dich weiter? Eine gute Frage, denn beide Wege können für deine Karriere richtig sein. Wir helfen dir herauszufinden, welche Option die bessere für dich ist.
Fast die Hälfte aller Studierenden will nach ihrem Bachelor noch den Master machen. Verständlich, denn mit einem höheren Abschluss in der Tasche hat man bekanntlich bessere und lukrativere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Aber stimmt das wirklich? Schließlich kostet das Masterstudium in der Regel auch zwei Jahre mehr Zeit und Geld. Zudem gilt der Bachelor heutzutage definitiv als vollwertiger Hochschulabschluss. Was spricht also für den Master?
Es gibt Berufe, für die ein Masterabschluss unumgänglich ist. Das ist der Fall, wenn du beispielsweise:
Mit welchem Abschluss du ins Berufsleben einsteigst, macht sich in den meisten Fällen auch beim Einstiegsgehalt bemerkbar. Berufseinsteiger*innen mit Master verdienen laut dem Stepstone-Gehaltsreport im Schnitt 46.709 Euro jährlich – Bachelor-Absolvent*innen rund 13 Prozent weniger. Ein höherer Bildungsabschluss verspricht also ein höheres Gehalt.
Allerdings gilt das nicht pauschal: Es kommt immer auch auf deine Branche, deine Region und die Größe des Unternehmens an. So verdienst du mit einem Master etwa 7.000 Euro mehr im Jahr, wenn du in einem großen Betrieb in Baden-Württemberg arbeitest, statt in einem kleinen Unternehmen in Thüringen. Und du erhältst 4.000 Euro mehr, wenn du mit einem Bachelor als Ingenieur arbeitest, statt mit einem Master im Marketing.
Siehst du dich irgendwann in den oberen Führungsetagen eines Unternehmens, solltest du dich definitiv für den Master entscheiden. Theoretisch kannst du zwar auch mit einem Bachelorabschluss und einigen Jahren Praxiserfahrung eine Führungsposition übernehmen. In der Praxis gilt jedoch oft: Je höher du die Karriereleiter hinaufsteigen willst, desto wichtiger ist der Master.
Einer der wichtigsten Aspekte des Masterstudiums ist natürlich das Fachwissen, das du dir aneignest. Dadurch kannst du dich in einem Fachgebiet spezialisieren und sicherst dir so dein Alleinstellungsmerkmal auf dem Arbeitsmarkt.
Tipp: Bevor du ein Masterstudium aufnimmst, sollte die Finanzierung abgesichert sein. Wenn du BAföG beziehst, behalt deine Studienzeit im Blick. Überschreitest du die Regelstudienzeit, könnte dir unter Umständen die Förderung gestrichen werden.
Fast die Hälfte der Studierenden hängt ihrem Bachelor den Master an. Und die knappe Mehrheit? Die wagt den Sprung ins Berufsleben und begibt sich auf Jobsuche. Dieser Schritt ist sicher nicht ganz einfach, aber es gibt genügend Argumente, die für diesen Weg sprechen.
Willst du in die Medienbranche? Oder studierst du einen praxisnahen Studiengang wie Event- oder Hotelmanagement? Dann ist der direkte Berufseinstieg die bessere Option für dich. Denn in diesen Branchen ist Praxiserfahrung meist mehr wert als ein Masterabschluss. Das Einstiegsgehalt ist zwar etwas niedriger als das der Masterabsolvent*innen. Dafür verdienst du mindestens zwei Jahre früher dein eigenes Geld und hast weiterhin gute Aufstiegschancen. Und die steigen wiederum mit der Berufserfahrung, du gewinnst. Hier hast du mit einem Bachelorabschluss gute Chancen:
Ob du dein Studium durch BAföG, mit Unterstützung deiner Angehörigen oder durch Nebenjobs finanzierst – viel Geld haben die wenigsten Studierenden zur Verfügung. Kein Wunder also, dass eines der wichtigsten Argumente für den Direkteinstieg ins Berufsleben das monatliche Gehalt ist.
Du hast noch keine klare Vorstellung, welcher Job der richtige für dich ist? Du konntest während deines Studiums jede Menge theoretisches Wissen anhäufen, aber kaum Praxiserfahrungen sammeln? Dann ist ein Direkteinstieg nach dem Bachelor eine gute Option für dich. Hier kannst du ausprobieren, in welche Richtung du gehen möchtest. Oder wie du deine Theorien am besten in die Tat umsetzt. Den Master kannst du mit genügend Praxis im Gepäck immer noch machen – falls du ihn überhaupt brauchst oder willst.
Du weißt schon genau, in welches Unternehmen du einsteigen willst? Dann erkundige dich, ob dort ein Trainee-Programm angeboten wird. Das sind firmenspezifische Ausbildungen zu Fachkräften, in denen du verschiedene Bereiche des Betriebes kennenlernen kannst. Ziel ist, dich für eine Position auszubilden, die du am Ende des Trainee-Programms angeboten bekommst. Das ist nicht nur ein sanfter Start ins Berufsleben, sondern auch eine gute Chance, um herauszufinden, wo du im Unternehmen am besten aufgehoben bist.
Du hast dich eher mühsam durch deine Studienzeit gekämpft? Dann ist Arbeiten statt Master wahrscheinlich der leichtere Weg für dich. Mach dir bewusst, dass du für den Masterabschluss wahrscheinlich noch mehr Kraft in dein Studium investieren musst, als du es im Bachelor getan hast. Es ist völlig in Ordnung, wenn Studieren nicht dein Ding ist. Berufserfahrung, Engagement und Flexibilität sind heute im Berufsleben oft genauso wertvoll wie ein bestimmter Bildungsabschluss.
Du ahnst es sicher schon: Es gibt keine allgemeingültige Antwort auf diese Frage. Klar ist: Der Master ist der höhere Bildungsabschluss. Und je höher deine angestrebte Position ist, desto mehr Wert wird auf deinen Hochschulabschluss gelegt. Gleichzeitig ist aber auch der Bachelor ein vollwertiger Abschluss, auf den du genauso stolz sein kannst. Zudem gibt es viele Berufe, in denen praktische Erfahrung weitaus wichtiger ist als theoretisches Wissen. Generell gilt: Du wirst wahrscheinlich immer mehr Erfolg haben, wenn du dich mit einem soliden Bachelorabschluss und ein paar Jahren Praxiserfahrung, als mit einem mühsam erkämpften Master und schlechten Noten bewirbst.
Ob du nach deinem Bachelor arbeiten oder den Master anschließen solltest, hängt also von vielen verschiedenen Faktoren ab. Die Vorteile beider Seiten kennst du jetzt – nun solltest du ehrlich zu dir sein und überprüfen, was zu dir passt. Eine sinnvolle Entscheidung kann nur von dir selbst für deinen individuellen Karriereweg getroffen werden. Puh, das kann ganz schön schwierig sein. Aber zum Glück brauchst du keine Angst vor einer falschen Entscheidung haben. Denn solltest du später merken, dass es doch nicht passt, gehst du zurück an die Uni. Oder du tauschst das Studium gegen einen Job.
Unsere Checkliste wird dir helfen, eine gute – also für dich gerade passende – Entscheidung zu treffen:
Master machen oder Berufserfahrung sammeln – geht wirklich nur eins von beiden? Nein. Tatsächlich hast du immer auch die Möglichkeit, einen Masterabschluss berufsbegleitend, in Teilzeit oder als Fernstudium zu absolvieren. Viele Unternehmen unterstützen dabei sogar ihre Mitarbeiter*innen. Du solltest dir jedoch bewusst sein, dass du jede Menge Motivation und ein sehr gutes Selbst- und Zeitmanagement haben musst, um Studium und Beruf gleichzeitig erfolgreich zu meistern. Das Studierendenleben fällt so zwar eine Nummer kleiner aus, dafür kannst du neben dem Studium Berufserfahrung sammeln. Eine Alternative ist der duale Master. Hier arbeitest du in einem Unternehmen, das dieses Model unterstützt und mit deiner Hochschule zusammenarbeitet.
Ob du nach dem Bachelorabschluss direkt auf Jobsuche gehst oder lieber noch zwei Jahre studierst – beide Wege können sinnvoll sein. Es kommt nur darauf an, dass deine Entscheidung zu dir, deinem Leben und deinem Berufswunsch passt: Was für ein Typ bist du? Welche beruflichen Ziele willst du erreichen? Was ist in deiner jetzigen Lebenssituation möglich? Mit genügend Energie kannst du den Master auch berufsbegleitend machen. Hauptsache, du setzt dich selbst nicht unter Druck. Und wenn du dich für den Direkteinstieg entschieden hast und später doch einen Masterabschluss haben willst? Dann los! Du kannst den Master auch mit einigen Jahren Berufserfahrung noch absolvieren. Vertrau auf dich, sei mutig und geh deinen eigenen Weg. Wir wünschen dir dabei viel Erfolg!
Das hängt von deinem Berufswunsch ab. Beide Hochschulabschlüsse sind vollwertig und auf beiden Wegen kannst du erfolgreich sein. Es gibt Jobs, für die du einen Master brauchst und wieder andere, für die hauptsächlich deine Praxiserfahrung zählt. Informier dich, welche Anforderungen in deiner Branche gelten. Willst du langfristig eine Führungsposition übernehmen, musst du üblicherweise einen Masterabschluss vorweisen können.
Ein Nebenjob zur Finanzierung des Studiums sollte neben deinem Lernpensum immer drin sein. Empfohlen werden 10 bis 15 Stunden pro Woche. Hast du zu wenig Zeit, kannst du auch in den Semesterferien Vollzeit arbeiten. Ein Vollzeitjob während des Studiums ist nur im Rahmen eines berufsbegleitenden oder eines dualen Studiums möglich.
Dich für ein Masterstudium einzuschreiben, lohnt sich, wenn:
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