Schon länger verfolgst du online ein Unternehmen, für das du gerne arbeiten möchtest? Dann schreibe doch einfach eine Blindbewerbung und machte so auf dich und deine Qualifikationen aufmerksam. Denn damit kannst du nur gewinnen. Im Optimalfall deinen Wunschjob. Was ist eine Blindbewerbung und wie unterscheidet sie sich von einer Initiativbewerbung? Erfahre auch, wie der Aufbau gestaltet ist und worauf du achten musst. Zudem haben wir eine Mustervorlage für deine Blindbewerbung vorbereitet.
Bei einer Blindbewerbung schickst du deine Bewerbungsunterlagen an ein Unternehmen, obwohl dieses kein konkretes Jobangebot ausgeschrieben hat. Anders gesagt bewirbst du dich „auf gut Glück“. Somit beziehst du dich nicht auf eine vorliegende Stellenanzeige auf der Firmen-Webseite oder in einer Jobbörse. Denn, es handelt sich um eine Spontanbewerbung.
Somit ist ungewiss, ob überhaupt Mitarbeiter*innen gesucht werden. Außerdem weißt du nicht, ob das Unternehmen deine Qualifikationen und beruflichen Fähigkeiten braucht. Dementsprechend schickst du bei einer Blindbewerbung deine Bewerbungsunterlagen ohne Vorankündigung.
Nach wie vor werden die Initiativbewerbung und Blindbewerbung häufig synonym verwendet. Auch, wenn die beiden Bewerbungsformen Gemeinsamkeiten haben, unterscheiden sie sich jedoch in einigen Punkten.
Bei einer Blindbewerbung bewirbst du dich bei einem Unternehmen, ohne eine konkrete Stellenausschreibung oder Anzeige zu kennen. Es handelt sich um eine eher allgemeine Bewerbung, bei der man sich initiativ und ungezielt bei potenziellen Arbeitgebern vorstellt. Das Anschreiben dafür ist allgemein gehalten und unpersönlich formuliert. Gleich wie bei einer Kurzbewerbung fügst du dabei nur ein Bewerbungsschreiben und einen tabellarischen Lebenslauf bei.
Anders ist es bei einer Initiativbewerbung. Hier bewirbst du dich für eine spezifische Position oder eine bestimmte Abteilung in einem Unternehmen, auch wenn für diese Stelle aktuell keine explizite Stellenausschreibung vorliegt. Bei einer Initiativbewerbung ist es wichtig, dass man die eigenen Fähigkeiten, Erfahrungen und Qualifikationen entsprechend auf die angestrebte Position zuschneidet. Neben dem Anschreiben und dem Lebenslauf legst du deiner Bewerbungsmappe auch noch weitere Anlagen bei.
Der Hauptunterschied zwischen einer Blindbewerbung und einer Initiativbewerbung liegt in der Ausgangssituation und Zielsetzung. Bei einer Blindbewerbung möchtest du dich beim Unternehmen vorstellen und möglicherweise auf zukünftige Stellenbesetzungen oder Bedarf an Mitarbeiter*innen aufmerksam machen. Eine Initiativbewerbung hingegen zielt darauf ab, sich konkret für eine gewünschte Position oder Abteilung zu bewerben, auch wenn aktuell keine offenen Stellen vorhanden sind.
Daher gibt es unterschiedliche Herangehensweisen beim Verfassen des Anschreibens. Bei einer Blindbewerbung liegt der Fokus darauf, deine Stärken, Fähigkeiten und Erfahrungen allgemein darzustellen sowie deine Motivation zum Ausdruck zu bringen. Bei einer Initiativbewerbung steht die spezifische Position oder Abteilung im Vordergrund und du betonst deine Passgenauigkeit dafür.
Ob nach einer Blindbewerbung eine Jobzusage kommt, ist nicht sicher. Nichtsdestotrotz macht es Sinn, deine Bewerbungsmappe an Unternehmen zu schicken. Einerseits machst du so auf dich aufmerksam. Andererseits zeigst du, dass du auf Jobsuche und an einer Arbeit im Konzern interessiert bist. Darüber hinaus ziehst du daraus noch weitere Vorteile.
Umso mehr Unternehmen du gezielt anschreibst, desto höher sind auch die Chancen, dass du zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wirst. Vor allem dann, wenn es sich um Betriebe handelt, für die du gerne tätig sein würdest. Möglicherweise ist gerade keine Stelle frei, deine Bewerbung wird aber aufbewahrt.
Vielleicht sucht das angeschriebene Unternehmen gerade keine Kandidat*innen wie dich oder hat eben keine offene Stelle. Jedoch kennt der*die Geschäftsführer*in möglicherweise jemanden, der*die auf der Suche nach dem ist, was dein Berufsprofil zu bieten hat. Achte deshalb auch auf dein LinkedIn-Profil. Potenzielle Arbeitgeber schauen darauf, wie du dich online präsentierst.
Jede Bewerbung und jeder Lebenslauf sind gleichzeitig ein Bewerbungstraining für dich. Hole dir gerne Feedback nach einer Absage. Frage gegebenenfalls auch schon vorweg Bekannten oder Freund*innen, wie die Bewerbungsunterlagen auf sie wirken. Danach kannst du diese dementsprechend optimieren.
Manche Unternehmen arbeiten auch mit sogenannten „Talentpools“. Darin vermerken sie Kandidat*innen, die sie interessant finden. Deren Qualifikationen, Fähigkeiten und beruflicher Werdegang zwar aktuell auf keine offene Stelle passen, aber eventuell künftig. So kann es sein, dass du erst zu einem späteren Zeitpunkt zu einem Jobinterview eingeladen wirst.
Klarerweise schreibst du in den Betreff jenen Beruf, für den du dich bewerben möchtest. Vermeide dabei, dass du lediglich „Betreff“ oder „Bewerbung“ verwendest. Umso aussagekräftiger dein Betreff, desto höher deine Chancen auf ein Vorstellungsgespräch. Wenn du den konkreten Arbeitsbereich und Beruf angibst, sparst du Recruiter*innen Zeit. Zum Beispiel:
Mit dem Einleitungssatz ist es wie mit dem 1. Eindruck: Es gibt keine Möglichkeit für einen 2. Somit muss dein Einleitungssatz interessant sein und neugierig machen. Unterlass Formulierungen wie „…hiermit bewerbe ich mich als…“. Mit deiner Blindbewerbung möchtest du auf dein Alleinstellungsmerkmal hinweisen. Was ist deine Motivation, die dich von anderen Bewerber*innen abheben? Beispielsweise:
“…mit großem Interesse verfolge ich die spannenden Entwicklungen im Bereich Social Media und digitaler Marketingstrategien. Als leidenschaftliche*r Social Media Manager*in strebe ich danach, Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre Präsenz in den sozialen Medien erfolgreich auszubauen und ihre Zielgruppe effektiv anzusprechen. Ich bin motiviert, mein Fachwissen und meine Kreativität einzusetzen, um das volle Potenzial der sozialen Medien für das Unternehmenswachstum und die Markenbekanntheit zu erschließen.
Der Hauptteil einer Blindbewerbung sollte darauf abzielen, das Interesse des Unternehmens zu wecken und einen guten Eindruck von deinen Fähigkeiten und Erfahrungen zu vermitteln. Hier sind einige Punkte, die du im Hauptteil einer Blindbewerbung ansprechen könntest:
Du brauchst Inspiration? Dann findest du hier ein Beispiel:
"Meine umfangreiche Erfahrung im Bereich Social Media Management sowie mein fundiertes Wissen über aktuelle Trends und Best Practices machen mich zu einer*m qualifizierte*n Kandidat*in für die Position als Social Media Manager*in. In meiner bisherigen Karriere habe ich erfolgreich Social Media Strategien entwickelt und umgesetzt, um das Engagement und die Reichweite von Unternehmen in den sozialen Medien zu steigern. Meine Fähigkeiten umfassen die Erstellung von kreativem Content, das Community Management, die Analyse von Kampagnenergebnissen sowie die kontinuierliche Optimierung der Social Media Kanäle. Ich bin erfahren im Umgang mit verschiedenen Plattformen wie Facebook, Instagram, Twitter, TikTok und LinkedIn. Darüber hinaus habe ich fundierte Kenntnisse in der Verwendung von Social Media Management-Tools und der Auswertung von Daten, um eine datenbasierte Entscheidungsfindung zu unterstützen.
Gleich, wie der 1. Eindruck, ist bei der Blindbewerbung auch der letzte wichtig. Somit sollst du den Schlussteil so formulieren, dass dein Anschreiben positiv in Erinnerung bleibt. Dabei kannst du nochmal zeigen, dass du gerne für das Unternehmen arbeiten möchtest. Merke auch an, ab wann du für den Job verfügbar bist. Beispiel für eine mögliche Formulierung:
Ich bin überzeugt, dass ich das erforderliche Fachwissen, die Kreativität und die strategischen Fähigkeiten mitbringe, um die Social Media Präsenz Ihres Unternehmens erfolgreich zu unterstützen. Es wäre mir eine große Freude, Teil Ihres engagierten Teams zu werden und dazu beizutragen, Ihr Unternehmen sowohl national als auch international online optimal zu präsentieren. Gerne würde ich meine Fähigkeiten bei Ihnen einsetzen, um Ihre Social Media Strategien zu optimieren und einen nachhaltigen Einfluss auf den Erfolg Ihres Unternehmens zu erzielen. Ich würde mich sehr freuen, die Gelegenheit zu einem persönlichen Gespräch zu bekommen, um weitere Details zu besprechen und meine Motivation und Qualifikationen genauer darzulegen. Sollten weitere Unterlagen oder Referenzen benötigt werden, stehe ich selbstverständlich gerne zur Verfügung.
Da ich mich aktuell in einem Angestelltenverhältnis befinde, könnte ich nach meiner XX Kündigungsfrist bei Ihnen beginnen.
Mit freundlichen Grüßen
(Unterschrift)
Anlage: Lebenslauf”
Hier findest du eine Vorlage für eine Blindbewerbung. Dieses kannst und solltest du individuell auf den Job, deine beruflichen Qualifikationen und das Unternehmen anpassen. Es dient lediglich der Orientierung, wie ein Anschreiben bei einer Blindbewerbung gestaltet werden kann.
>> Kostenlose Word Vorlage für eine Blindbewerbung
Wenn du deine Bewerbung per Mail schickst, achte darauf, dass deine E-Mail-Adresse seriös ist. Erkundige dich telefonisch, an wen du deine Bewerbungsunterlagen schicken sollst. Schreibe in den Betreff eindeutig, als was du dich bewirbst. Zum Beispiel: „Bewerbung als Social-Media-Manager“.
Halte das Schreiben im E-Mail kurz und knackig – nicht länger als vier bis sechs Zeilen. Darin enthalten:
Vor allem bei einer Blindbewerbung ist der Zeitpunkt des Versendens entscheidend. Bestimmt möchtest du nicht, dass deine Bewerbungsunterlagen in einem Stapel von Bewerber*innen untergehen? Dann raten wir dir, dass du sie nicht in den typischen Urlaubszeiten verschickst (Oster-, Sommer- oder Weihnachtsferien). Auch die Zeit rund um Feiertage oder Wochenenden solltest du besser meiden.
Besser ist es, wenn du dein Interesse an der Mitarbeit im Unternehmen am Monats- oder Quartalsende bekundest. Dann ist es nämlich wahrscheinlicher, dass Mitarbeiter*innen ihre Kündigung abgeschickt haben. Somit erhöhen sich deine Chancen auf ein Bewerbungsgespräch. Außerdem könnest du – bei Eignung für einen konkreten Job – diese Kündigungslücke füllen.
Blindbewerbungen eignen sich besonders für Stellen, die keine hohe Qualifikation erfordern wie Praktika und Nebenjobs. Der Erfolg von Blindbewerbungen hängt aber auch stark von der Branche ab. Im Kunst- & Kulturbereich aber auch in der Grafik sind Blindbewerbungen üblich. Verschaffe dir dazu am besten einen Überblick, indem du mit Bekannten sprichst, die bereits in deiner Wunschbranche arbeiten.
Wir empfehlen dir stark, telefonisch nachzufassen. Dadurch unterstreichst du dein Interesse und bleibst Personaler*innen im Gedächtnis. Achtung: Fasse nicht zu früh nach. Gib dem Unternehmen mindestens zwei Wochen Zeit, bevor du freundlich nachfragst.
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