Der letzte Arbeitstag naht und ein neuer Abschnitt in deinem beruflichen Leben beginnt. Doch bevor du dich voll und ganz auf deinen neuen Job oder andere Pläne konzentrieren kannst, wartet ein oft unterschätzter, aber entscheidender Schritt: das Offboarding. Mit diesem Prozess stellt dein (Noch-)Arbeitgeber sicher, dass dein Austritt aus dem Unternehmen organisatorisch reibungslos abläuft und ihr mit einem guten Gefühl und Learnings für die Zukunft auseinandergeht.
Während „Onboarding“ längst ein bekanntes Buzzword in Unternehmen ist, bleibt „Offboarding“ oft im Schatten. Dabei verdient der Abschied mindestens genauso viel Aufmerksamkeit wie der erste Arbeitstag – schließlich hinterlässt der letzte Eindruck einen ebenso bleibenden Eindruck!
Zum Offboarding gehören alle Schritte, die notwendig sind, um deinen Austritt aus dem Unternehmen zu organisieren. Dazu gehören:
Ein gut durchdachtes Offboarding besteht aus mehrere Phasen, die sicherstellen, dass der Übergang für dich und deinen Arbeitgeber reibungslos und professionell verläuft. Hier sind die zentralen Schritte im Überblick:
Der erste Schritt im Offboarding-Prozess ist das Kündigungsgespräch. Das ist der Moment, in dem du deine Entscheidung der Kündigung offiziell machst und deinem Arbeitgeber mitteilst, dass du das Unternehmen verlassen wirst.
Lena, die seit vier Jahren als Projektmanagerin in einem IT-Unternehmen tätig ist, hat eine neue Position bei einem Start-up angenommen. Um das Kündigungsgespräch vorzubereiten, vereinbart sie einen Termin mit ihrem direkten Vorgesetzten, bei dem sie ihre Entscheidung ruhig und sachlich erläutert.
Sie bedankt sich für die wertvollen Erfahrungen, die sie gesammelt hat, und betont, dass die neue Stelle für ihre persönliche Weiterentwicklung wichtig ist. Obwohl sie bereits ihren neuen Job hat, bittet sie darum, dies bis zu einer offiziellen Ankündigung vertraulich zu behandeln.
Ein wichtiger Bestandteil des Offboarding-Prozesses ist das Offboarding-Gespräch, das häufig auch als „Exit-Interview“ bezeichnet wird. In der Regel setzt sich deine Führungskraft dann mit dir zusammen, um Bilanz zu ziehen und dir die Möglichkeit zu geben, deine Erfahrungen im Unternehmen zu reflektieren und konstruktives Feedback zu geben.
Im Offboarding-Gespräch mit der Personalabteilung blickt Lena auf ihre Zeit im Unternehmen zurück und betont, wie sehr sie die offene Kommunikation und die tolle Teamarbeit geschätzt hat. Diese positiven Erfahrungen waren für sie ein echtes Highlight ihrer Zeit im Unternehmen. Gleichzeitig spricht sie offen an, was sie sich in ihrer Rolle als Projektmanagerin noch gewünscht hätte: mehr strategische Verantwortung.
Dieser Punkt sei auch einer der Gründe, warum sie sich entschieden hat, neue Wege zu gehen. Lena schlägt vor, dass das Unternehmen in Zukunft klarere Entwicklungsperspektiven für Projektmanager*innen aufzeigt, damit sie sich auch auf strategische Aufgaben vorbereiten können. Ihre Anregungen werden von der Personalabteilung aufmerksam aufgenommen und sie bedankt sich für das wertvolle Feedback. Lena verlässt das Gespräch mit dem guten Gefühl, dass ihre Meinung respektiert und geschätzt wird – was ihren Abschied auf eine positive Weise abrundet.
Ein zentraler Bestandteil des Offboardings ist die Übergabe deiner laufenden Projekte und Verantwortlichkeiten. Hier ist das Ziel, den Übergang für dein Team so reibungslos wie möglich zu gestalten und wichtige Informationen weiterzugeben.
Lena ist mitten in der Übergabe ihrer Verantwortung für mehrere laufende IT-Projekte. Sie stellt sicher, dass alles reibungslos abläuft, indem sie für jedes Projekt eine übersichtliche Dokumentation erstellt. Darin listet sie Meilensteine, offene Aufgaben und wichtige Kontaktpersonen auf. Um die Übergabe noch klarer zu machen, organisiert sie ein Übergabemeeting mit ihrer Nachfolgerin.
Hier bespricht sie die Details und beantwortet alle offenen Fragen. Als zusätzliches Zeichen ihres Engagements bietet Lena an, im ersten Monat nach ihrem Austritt für Rückfragen telefonisch erreichbar zu sein – ein Angebot, das ihre Kolleg*innen sehr zu schätzen wissen und das einen bleibend positiven Eindruck hinterlässt.
Ein gelungener Abschied ist weit mehr als nur das Erledigen von Formalitäten – er ist auch ein Ausdruck zwischenmenschlicher Wertschätzung. Eine persönliche Verabschiedung gibt dir und deinem Team die Möglichkeit, das Arbeitsverhältnis auf eine positive und respektvolle Weise abzuschließen. So bleibt der Abschied nicht nur im Gedächtnis, sondern sorgt auch dafür, dass beide Seiten mit einem guten Gefühl auseinandergehen und die gemeinsame Zeit in guter Erinnerung behalten.
Netzwerkpflege: Vergiss nicht, dich auf Plattformen wie LinkedIn mit deinen Kolleg*innen zu vernetzen. So bleibt der Kontakt bestehen – auch für mögliche berufliche Chancen in der Zukunft.
Am letzten Arbeitstag findet eine kleine Abschiedsfeier für Lena statt, die von ihrem Team und ihrem Vorgesetzten organisiert wurde. Lena nutzt die Gelegenheit, um sich mit einer kurzen Ansprache für die großartige Zusammenarbeit zu bedanken. Sie bringt Kuchen mit und teilt, wie sehr sie die Unterstützung bei einem wichtigen Softwareprojekt geschätzt hat. Zum Abschluss überreicht ihr Team ihr eine Karte voller persönlicher Botschaften und einen kleinen Gutschein als Dank für die gemeinsame Zeit. Lena verabschiedet sich herzlich, fügt ihre Kolleg*innen auf LinkedIn hinzu und verlässt das Büro mit einem Lächeln – ein Abschied, der positiv in Erinnerung bleibt.
Ein professionelles Offboarding ist mehr als nur ein formeller Prozess – es ist der Schlüssel für einen erfolgreichen Abschluss und hinterlässt einen bleibenden, positiven Eindruck. Sowohl du als auch das Unternehmen profitieren langfristig davon:
Ein durchdachtes Offboarding bietet dir die Chance, in guter Erinnerung zu bleiben – und das zahlt sich aus. Ein positiver Eindruck kann dir nicht nur wertvolle Referenzen sichern, sondern auch langfristig dein berufliches Netzwerk stärken. Die Beziehungen zu ehemaligen Kolleg*innen und Vorgesetzten können sich später als nützlich erweisen, sei es als Türöffner für neue Karriereschritte oder für einen bereichernden Wissensaustausch.
Ein professioneller Abschied zeigt außerdem, dass du Wert auf gegenseitigen Respekt legst, was deinen guten Ruf in der Branche fördern kann.
Auch Unternehmen profitieren von einem durchdachten Offboarding-Prozess. Eine klare Übergabe verhindert Wissenslücken und sorgt dafür, dass Projekte und Aufgaben nahtlos weitergeführt werden können. Darüber hinaus bietet das Abschlussgespräch eine wertvolle Gelegenheit für Feedback: Wo lief es gut? Welche Herausforderungen gab es? Solche Einblicke können einem Arbeitgeber helfen, die Unternehmenskultur und Arbeitsbedingungen zu verbessern.
Ein gutes Offboarding sorgt für einen reibungslosen Übergang, stärkt dein Netzwerk und hinterlässt einen positiven Eindruck. Unternehmen profitieren durch wertvolles Feedback, eine saubere Übergabe und eine stärkere Arbeitgebermarke.
Onboarding begleitet neue Mitarbeitende beim Einstieg ins Unternehmen, während Offboarding den Austritt organisiert. Beide Prozesse sorgen für einen positiven Eindruck und stärken die Beziehung zwischen Mitarbeitenden und Unternehmen.
Die Dauer des Offboardings variiert je nach Unternehmen und Position. In der Regel erstreckt sich der Prozess über die gesamte Kündigungsfrist – häufig zwischen zwei Wochen und drei Monaten – und endet mit deinem letzten Arbeitstag.
Ein Offboarding-Gespräch ist keine Pflicht, wird aber empfohlen. Es gibt dir die Möglichkeit, konstruktives Feedback zu geben und das Kapitel professionell abzuschließen.
Falls das Offboarding chaotisch abläuft, dokumentiere deine Übergabe so gründlich wie möglich, um dir selbst und deinen Kollegen Unannehmlichkeiten zu ersparen. Kommuniziere Missstände respektvoll, damit diese in Zukunft verbessert werden können.
Ja, grundsätzlich kannst du deinen Kolleg*innen von deiner Kündigung erzählen, allerdings solltest du dabei einige Dinge beachten. Informiere zuerst deinen Arbeitgeber offiziell, bevor du das Thema im Team ansprichst. Zeige dabei Diskretion und Respekt gegenüber dem Unternehmen, insbesondere wenn sensible Projekte betroffen sind.
Wenn du unsicher bist, ob der Zeitpunkt passend ist, kannst du dies im Kündigungsgespräch klären. Manche Unternehmen wünschen, dass sie selbst den Zeitpunkt der Information an das Team steuern, besonders bei leitenden Positionen. Halte dich in solchen Fällen an die Absprachen, um ein professionelles Verhältnis zu wahren.
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