Ein Mechatroniker verbindet Mechanik und Elektronik, bezieht dabei aber auch Informatik und Maschinenbau ein. Dadurch ergibt sich ein sehr breit gefächertes Arbeitsfeld mit zahlreichen Aufgaben und Spezialisierungsmöglichkeiten. Wir stellen dir das Berufsbild eines Mechatronikers vor.
Unter Mechatronik versteht man die Brücke zwischen Mechanik und Elektronik. Der Beruf des Mechatronikers beschäftigt sich mit technischen Plänen, dem Bauen von Baugruppen und Komponenten von Maschinen und Systemen sowie der Programmierung und Konfiguration von mechatronischen Systemen und auch deren Wartung und Reparatur. Im Zentrum steht dabei die Verbindung zwischen mechanischen, elektronischen, pneumatischen, hydraulischen und informationstechnischen Teilen. Aber auch die Integration von Hard- und Software-Komponenten zählt zu den Aufgaben eines Mechatronikers, denn auch der IT-Bereich ist Teil des Berufsfeldes.
Kurz zusammengefasst: Die Kernaufgaben von Mechatronikern umfassen die Entwicklung, Konstruktion, Optimierung und Wartung von Maschinen und Produktionsprozessen. Neben den fachlichen mechatronischen Tätigkeiten umfasst das Berufsfeld aber auch organisatorische Aufgaben, die vor allem das Planen wichtiger Schritte und Arbeitsabläufe betreffen, die Einhaltung von Sicherheits-, Qualitäts- und Umweltstandards sowie die Dokumentation.
Die Analyse von 100 Mechatroniker-Stellenanzeigen auf Stepstone ergab folgende Kernaufgaben für Mechatroniker:
Für unsere Berufebilder haben wir bis zu 100 aktuelle Stellenangebote pro Beruf analysiert. Diese umfassende Untersuchung realer Jobanzeigen ermöglicht es uns, präzise darzustellen, welche Anforderungen Arbeitgeber bei diesem Beruf tatsächlich stellen und welche Qualifikationen Bewerber*innen mitbringen sollten. Durch die Auswertung dieser First-Hand-Daten präsentieren wir ein Berufsprofil, das direkt auf den aktuellen Anforderungen des Arbeitsmarktes basiert.
Aufgrund der vielen Ausprägungen des Berufsbildes haben Mechatroniker eine große Auswahl an möglichen Arbeitsplätzen. Das können Produktionshallen, Werkstätten, Gewerbe- und Industriebetriebe, aber auch Konstruktions- oder Ingenieurbüros sein. Die Arbeitsbereiche erstrecken sich über die Bereiche Fahrzeugtechnik, Haustechnik, Energietechnik, Werkzeugtechnik, Flurförderzeuge, Kälte- und Klimatechnik, Medizingerätetechnik. Zudem ist es auch möglich, in der industriellen Forschung und Entwicklung zu arbeiten oder aber als Betriebsingenieur, Ziviltechniker sowie im universitären Bereich als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Bei der Auswahl des Arbeitgebers sollte beachtet werden, dass Produktionsstätten und Werkstätten eine Lärmbelästigung mit sich bringen können und dass beispielsweise bei der industriellen Fertigung im Schichtdienst gearbeitet wird.
Arbeitskollegen sind entweder andere Mechatroniker oder Fachkräfte aus den Branchen Metall, Elektro, Kunststoff, Maschinen- und Fahrzeugbau, IT und Medizingeräte. Je nach Einsatzmöglichkeit kann der Arbeitsplatz fix in einem Betrieb sein oder bei diversen Kunden direkt vor Ort.
Um den Beruf des Mechatronikers auszuüben, gibt es zwei mögliche Bildungswege:
1. Das Studium an einer Uni oder FH: Hier gibt es einerseits das Studium der Mechatronik, aber auch andere Studienrichtungen können Module aus der Mechatronik enthalten, wie beispielsweise Luftfahrt, Maschinenbau, Robotik oder Systems Engineering.
2. Eine Lehre: Die Ausbildung zum Mechatroniker dauert in der Regel 3,5 Jahre und erfolgt dual in Betrieb und Berufsschule. Dabei erlernen Auszubildende mechanische, elektrische und elektronische Grundlagen sowie das Programmieren und Warten mechatronischer Systeme. Typische Ausbildungsinhalte sind das Montieren und Demontieren von Bauteilen, die Instandhaltung von Maschinen und das Diagnostizieren technischer Störungen. Neben theoretischem Wissen zu Steuerungstechnik und Automatisierung sammeln die Auszubildenden praktische Erfahrungen im Umgang mit modernen Maschinen. Nach der Ausbildung können Mechatroniker in verschiedenen Branchen wie Automobilindustrie, Maschinenbau oder Medizintechnik arbeiten und sich durch Weiterbildungen spezialisieren.
Hier geht es um die Entwicklung und Konstruktion, Wartung und Reparatur von mechatronischen Anlagen und Systemen der alternativen Anlagetechnik, also beispielsweise Hybridantriebe, Elektromotoren und –maschinen oder Aggregate.
Aufgrund der fortschreitenden Automatisierung ist dies ein stark wachsender Bereich, in den auch die Robotik und speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) fällt. Zu den Hauptaufgaben zählt das Planen und Bauen von Systemen, aber auch Steuer- und Regelungssysteme für computergesteuerte Maschinen, Fertigungsstraßen, Produktionsanlagen und Industrieroboter.
In diesen Bereich fällt die Herstellung von mechatronischen Büro- und EDV-Systeme wie beispielsweise Computersysteme, Scanner, Kopierer, Faxmaschinen, Netzwerke und digitale Kommunikationssysteme.
In der Fertigungstechnik geht es um die Herstellung, Einstellung sowie auch Steuerung von mechatronischen Bauteilen, Komponenten und Systemen, die für Fertigungs- und Produktionsanlagen benötigt werden.
In den Aufgabenbereich der Medizingerätetechnik fallen beispielsweise Geräte für Röntgen, Forschung und Labor, intensivmedizinische Geräte wie Herz-Kreislaufmaschinen, Elektro- und Nuklearmedizin, Zahntechnik, Rehabilitation, Computer- und Magnetresonanztomographen und OP-Ausstattung.
Unsere Analyse der Mechatroniker-Stellenangebote zeigt, dass Arbeitgeber häufig folgende Qualifikationen suchen:
Etwa 32 % der Stellenangebote erwähnen explizit Berufserfahrung als Anforderung:
Der Beruf des Mechatronikers ist sehr technisch und erfordert viele Hard Skills. Es braucht vor allem technisches Verständnis und handwerkliches Geschick. Auch der Umgang mit Softwaretools ist wichtig, sowie Kenntnisse der Mathematik, darstellenden Geometrie und Physik (vor allem Messtechnik, Hydraulik, Kinematik, Mechanik).
Die am häufigsten geforderten fachlichen Fähigkeiten laut unserer Stellenanzeigen-Auswertung:
Dennoch dürfen auch die Soft Skills nicht vernachlässigt werden. Da die Mechatronik ein Schnittbereich aus Mechanik und Elektronik ist und viele Aspekte zusammenkommen, ist interdisziplinäres Denken von enormer Wichtigkeit. Das erfordert die Bereitschaft, Erkenntnisse und Wissen aus unterschiedlichen Disziplinen in die tägliche Arbeit miteinzubeziehen.
Die am häufigsten geforderten Soft Skills sind:
Gute Deutschkenntnisse werden in 36 % der Stellenangebote explizit gefordert. Englischkenntnisse werden in 14 % der Anzeigen als wünschenswert oder notwendig genannt. Ein Führerschein der Klasse B wird in 34 % der Stellenangebote als Voraussetzung genannt und ungefähr 20 % der Stellenanzeigen verlangen IT-Kenntnisse wie SPS-Programmierung, CAD-Programme usw.
Das Gehalt eines Mechatronikers liegt etwa auf dem Niveau des deutschen Durchschnittsgehalts und bietet eine stabile Einkommensperspektive. Das Einstiegsgehalt beträgt rund 3.229 € brutto im Monat, während der Median bei etwa 3.417 € liegt. Mit zunehmender Erfahrung und in bestimmten Branchen sind Topgehälter von 4.125 € brutto oder mehr möglich.

Bei der Bewerbung als Mechatroniker oder Mechatronikerin solltest du besonders darauf achten, praxisbezogene Erfahrungen hervorzuheben - sei es durch Ausbildungen, Praktika oder vorherige Anstellungen.
Im Anschreiben ist es wichtig, dein technisches Verständnis und deine Fähigkeit zur Problemlösung zu betonen. Gehe auf die Anforderungen der Stellenbeschreibung ein und erläutere, warum du für die Stelle geeignet bist.
Im Lebenslauf solltest du darauf achten, dass alle relevanten Stationen Deiner Bildung und Berufserfahrung übersichtlich und chronologisch dargestellt sind. Zertifikate und besondere Qualifikationen solltest du ebenfalls hervorheben.
Während des Bewerbungsgesprächs ist es wichtig, Beispiele Deiner praktischen Erfahrungen parat zu haben und zu zeigen, dass du gut in Teams arbeiten kannst, da Mechatroniker und Mechatronikerinnen oft in interdisziplinären Projekten tätig sind.
Du möchtest aktuelle Tipps rund um Gehälter, Bewerbung und Karriere erhalten? Dann registriere dich kostenlos auf unserer Seite und bleib immer auf dem Laufenden.
Kostenlos registrieren