Das Jahresgespräch, auch als Zielgespräch bekannt, ist das Herzstück der Mitarbeiterführung. Ein jährliches Treffen zwischen Mitarbeiter*in und Führungskraft, das weit über Routine hinausgeht. Ob Feedback zu Leistungen, Zielsetzungen für das kommende Jahr oder die Klärung von Konflikten – das Jahresgespräch birgt zahlreiche Chancen für persönliches und berufliches Wachstum.
Das Jahresgespräch ist das wichtigste Mitarbeitergespräch. Dieses in der Regel jährlich stattfindende Gespräch findet zwischen dir und deiner Führungskraft statt. Nicht in allen Unternehmen hat das Jahresgespräch denselben Stellenwert, in manchen findet es eher sporadisch oder nur auf Anfrage des Mitarbeiters*der Mitarbeiterin statt. Es kann auch einen anderen Namen tragen wie beispielsweise Zielgespräch.
Es gibt mehrere Gründe, weshalb Jahresgespräche geführt werden. Zum einen ist dies ein guter Zeitpunkt, Feedback zu seinen Arbeitsleistungen und Ergebnissen zu erhalten. Es ist außerdem die Gelegenheit, die persönlichen Ziele mit den Unternehmenszielen abzugleichen oder etwaige Konflikte bzw. Problemsituationen anzusprechen und Lösungsansätze zu formulieren. In den meisten Unternehmen werden beim Jahresgespräch zudem Ziele für das nächste Jahr vereinbart bzw. die Erreichung der Ziele aus dem Vorjahr überprüft. Zudem können Weiterbildungsmöglichkeiten angesprochen werden.
Gesetzliche Verpflichtungen zu Jahresgesprächen gibt es zwar keine, aber es empfiehlt sich in der Regel dennoch, diese wahrzunehmen. Denn dabei werden für beide Seiten wichtige Aspekte angesprochen, die das Zusammenarbeiten verbessern, wenn Ziele klargemacht werden und beiderseitig Erwartungen formuliert werden. Zudem bietet ein Jahresgespräch auch immer die Möglichkeit, Fragen zu stellen und seine eigenen Bedürfnisse kundzutun.
Das Mitarbeitergespräch kann zu unterschiedlichen Zeitpunkten und aus verschiedenen Gründen stattfinden. So kann es beispielsweise am Ende der Probezeit stattfinden, wenn du die Position innerhalb des Unternehmens wechselst oder einen neuen Verantwortungsbereich dazu bekommst, wenn du aus der Elternzeit zurückkommst oder wenn eine Gehaltsveränderung ansteht. Aber auch negative Ereignisse wie negative Arbeitsleistungen oder Zwischenfälle, Kundenreklamationen oder ähnliches können Anlass für ein Mitarbeitergespräch sind. In den meisten Fällen gibt es für das Mitarbeitergespräch jedoch einen Grund, der auch den Inhalt und damit den Ablauf des Gesprächs maßgeblich beeinflusst. Im Gegensatz dazu ist das Jahresgespräch ein periodisch stattfindendes Gespräch, das – je nach Unternehmen – überwiegend zum Ende eines Jahres oder zum Beginn eines neuen Jahres stattfindet, um Feedback, Ergebnisse, Projektziele oder Weiterentwicklungs- sowie Weiterbildungsmaßnahmen zu besprechen.
In der Regel dauert das Jahresgespräch zwischen 40 min und 2 Stunden – das hängt oft auch vom Unternehmen ab. Auch der Ablauf kann variieren, jedoch finden sich die folgenden Bestandteile in den meisten Gesprächen wieder:
In den meisten Unternehmen werden die Ergebnisse des Jahresgespräches auch schriftlich festgehalten und du erhältst eine Kopie dieser Aufzeichnung.
Auch beim Jahresgespräch gilt: Vorbereitung ist die halbe Miete. Daher haben wir dir einen Fragenkatalog zusammengestellt. Gehe diesen durch und mache dir zu den einzelnen Fragen Gedanken. Notiere diese stichwortartig, um sie kurz vor dem Gespräch noch einmal überfliegen zu können:
Der eben erwähnte Fragenkatalog zur Vorbereitung auf das Jahresgespräch gibt bereits einen guten Überblick über die Fragen, die auch von deiner Führungskraft angesprochen werden können.
Wenn das vergangene Arbeitsjahr reflektiert wird, geht es oft darum, sich zu fragen, was gut gelaufen ist, was noch verbesserungswürdig ist, wo es Konfliktpunkte gab, welche Situationen als schwierig empfunden wurden sowie auch, ob die Ziele des letzten Jahresgespräches erreicht wurden.
Meist werden im Anschluss daran auch Ziele für das nächste Jahr gesteckt. Das können einerseits Ziele sein, die von deiner Führungskraft formuliert werden, aber auch du kannst gefragt sein, dir selbst Ziele zu stecken, an denen du im nächsten Jahr arbeiten möchtest. Oft sind diese auch mit deinen Stärken und Schwächen verbunden. Bei der Formulierung von Zielen sollte darauf geachtet werden, dass sie zwar eine gewisse Herausforderung darstellen, aber dennoch realistischerweise erreichbar sind. Je konkreter Ziele formuliert sind, desto leichter kannst du sie messen. Zudem sollte im Zusammenhang damit auch eine Deadline formuliert werden: Ist das Ziel beispielsweise bis zum nächsten Jahresgespräch zu erreichen, oder handelt es sich um ein kurzfristigeres Ziel?
Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft deine Weiterentwicklung bzw. auch Weiterbildungsmaßnahmen. Hier können Fragen auf dich zukommen, die deine berufliche Weiterbildung betreffen, welche Seminare oder Schulungen du dir wünschen würdest, um entweder deinen aktuellen Job besser ausüben zu können, mit aktuellen Trends up to date zu sein oder andererseits auch eine berufliche Weiterentwicklung zu erleichtern. Ebenso kannst du gefragt werden, in welche Richtung du dich beruflich weiterentwickeln möchtest oder wo du dich in einem Jahr siehst, welche neuen Projekte du gerne in Angriff nehmen willst bzw. ob du bereit bist, zusätzliche Verantwortung zu übernehmen.
Auf jeden Fall! Das Jahresgespräch ist ein geeigneter Zeitpunkt, um über eine Gehaltserhöhung zu sprechen. Bereite dies jedoch vor. Grund für eine Gehaltserhöhung wäre beispielsweise, wenn du dein Aufgabengebiet erweitert hast, gute Verkaufszahlen vorweisen kannst, deine Kundschaft sehr zufrieden mit dir sind. Und all das sind Tatsachen, die in einem Jahresgespräch ohnehin zur Sprache kommen, wenn das letzte Arbeitsjahr reflektiert wird und du Feedback dazu bekommst. Mache dir also vorab eine Liste an Dingen, die du im vergangenen Jahr sehr gut erledigt hast, sprich auch schwierige Situationen an, die du gut meistern kannst und weise genau darauf hin, wenn du die Gehaltserhöhung ansprichst. Wenn das bereits gut vorbereitet ist, kannst du auch weitere Aspekte, die du im Zuge des Feedbacks während des Gespräches von deiner Führungskraft hörst, zusätzlich einbauen.
In manchen Firmen ist es vielleicht nicht Usus, ein Jahresgespräch zu führen. Du hast zwar keinen rechtlichen Anspruch darauf, kannst es in diesem Sinne also nicht zwingend einfordern, hast aber selbstverständlich die Möglichkeit, dies bei deiner Führungskraft anzusprechen. Erwähne dabei auch, welches Ziel du damit verfolgst bzw. welche Inhalte dich dabei erwarten (zum Beispiel: „Ich hätte gerne Feedback zu meiner Arbeit im letzten Jahr“ oder „Ich würde gerne über meine Weiterentwicklung und Ziele für das nächste Jahr sprechen“, etc.), damit auch dein*e Chef*in sich darauf vorbereiten kann.
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