Du stehst vor der Entscheidung Studium oder Ausbildung? Und das Gehalt spielt für dich eine Rolle? Eine aktuelle Auswertung von Stepstone zeigt: Eine Ausbildung kann sich finanziell richtig lohnen – teilweise sogar mehr als gedacht. Entscheidend ist nicht der Abschluss, sondern der Beruf. Wir zeigen dir die 10 Top-Berufe mit dem höchsten Einstiegsgehalt nach der Ausbildung.

Studium oder Ausbildung – für viele ist diese Entscheidung schnell getroffen. Doch die Annahme, dass ein Studium automatisch zu einem höheren Einkommen führt, greift zu kurz. Wie die Auswertung von Stepstone zeigt, erreichst du in einigen Ausbildungsberufen bereits in den ersten drei Jahren nach deinem Abschluss ein Jahresgehalt von über 50.000 Euro. Die Liste der bestbezahlten Jobs nach der Ausbildung liest sich wie ein Katalog der drängendsten Herausforderungen der deutschen Wirtschaft. Der Markt zahlt dort am meisten, wo der Bedarf am größten und der Wandel am spürbarsten ist.
Das bedeutet: Nicht dein Abschluss entscheidet über dein Gehalt, sondern wie gefragt deine Fähigkeiten am Arbeitsmarkt sind.
Diese Ausbildungsberufe gehören aktuell zu den bestbezahlten in Deutschland. Die Gehälter beziehen sich auf das Bruttomedian-Einstiegsgehalt in den ersten drei Jahren nach dem Abschluss:
Beruf | Gehalt |
|---|---|
Chemikant*in | 53.250 € |
Kaufleute für Digitalisierungsmanagement: | 53.000 € |
Fluggerätmechaniker*in (Fertigungstechnik) | 51.750 € |
Fluggerätmechaniker*in (Triebwerkstechnik) | 51.250 € |
Operationstechnische Assistenz | 51.250 € |
Pflegefachkräfte (Altenpflege) | 51.000 € |
Sozialversicherungsfachangestellte (Rente) | 50.750 € |
Mathematisch-technische Softwareentwickler*innen | 49.750 € |
Pharmakant*innen | 49.500 € |
Fachinformatiker*innen (Daten- und Prozessanalyse) | 49.500 € |
Auffällig ist: Viele dieser Berufe sind stark spezialisiert und eng mit Zukunftsthemen verbunden.
Der Median ist der Wert, der genau in der Mitte aller Werte liegt. Das heißt, es gibt exakt gleich viele Gehälter, die niedriger und die höher sind als das Mediangehalt. Damit ist der Median genauer als der Durchschnitt, der durch Ausreißer mit sehr hohen oder sehr niedrigen Gehältern verzerrt werden kann.
Die Gehälter folgen einem klaren Muster. Unternehmen zahlen dort am meisten, wo der Bedarf besonders hoch ist. Drei Entwicklungen treiben diese Entwicklung:
Zukunftsrelevanz wird entsprechend honoriert. Wer in diesen Feldern eine Ausbildung absolviert, sichert sich nicht nur einen systemrelevanten Job, sondern auch eine überdurchschnittliche Vergütung. Für dich heißt das: Je stärker ein Beruf mit diesen Entwicklungen verknüpft ist, desto besser sind oft die Gehaltsaussichten.
Die größte Überraschung zeigt sich beim Vergleich mit den beliebtesten Ausbildungsberufen in Deutschland. Diese Berufe werden besonders häufig gewählt – liegen beim Gehalt aber deutlich unter den Top-Verdienern:
Der Unterschied ist teilweise erheblich. Während spezialisierte Berufe über 50.000 Euro erreichen, bleiben viele Klassiker deutlich darunter.
Das liegt vor allem daran, dass diese Berufe in großer Zahl angeboten werden und weniger stark spezialisiert sind.
Ein hohes Gehalt ist attraktiv, sollte aber nicht allein über deine Berufswahl entscheiden. Wichtiger ist die Frage, ob ein Beruf langfristig zu dir passt und dir Entwicklungsmöglichkeiten bietet.
- Dr. Anna Wittich, Insights & Research Managerin bei StepstoneDer wichtigste Kompass bei der Berufsorientierung sollte nie das Gehalt allein sein. Was zählt sind die eigenen Interessen, Stärken und der Spaß am Job. Egal welcher Beruf: Eine Ausbildung ist oftmals ein solides Fundament für die spätere Karriere.
Viele Ausbildungswege lassen sich später ausbauen, etwa durch Meister, Spezialisierungen oder ein Studium.
Wenn du dich gerade orientierst, können dir diese einfachen Leitfragen helfen:
Die Analyse basiert auf Gehaltsdaten von Stepstone sowie einer Auswertung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Die Gehaltsangaben beziehen sich auf das Bruttomedian-Einstiegsgehalt nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung in Deutschland. Betrachtet wurden Vollzeitbeschäftigte bis einschließlich 29 Jahre ohne Führungsverantwortung mit weniger als drei Jahren Berufserfahrung.

Dr. Anna Wittich ist Research & Insights Manager und Arbeitsmarktexpertin bei Stepstone. Sie hat zum Thema Arbeitsmarktveränderungen promoviert und dabei untersucht, wie Arbeitnehmer*innen auf Automatisierung und digitale Arbeitsformen reagieren. Bei Stepstone leitet sie arbeitsmarktbezogene Forschungsprojekte und leitet daraus Einblicke für den Arbeitsmarkt ab. Als Arbeitsmarktexpertin vertritt sie Stepstone in Medien und auf Veranstaltungen.
Das Gehalt hängt stark vom Beruf ab. Aktuell reicht die Spanne von etwa 34.000 bis über 53.000 Euro jährlich in den ersten Berufsjahren.
Die Höhe des Einstiegsgehalts hängt von deiner Branche, der Unternehmensgröße, dem Unternehmensstandort sowie von deinem Ausbildungsberuf ab. Hast du eine Ausbildung in einem der hier genannten Berufe abgeschlossen, kannst du dich an diesen Mittelwerten orientieren.
Vor allem Spezialisierung, Fachkräftemangel und wirtschaftliche Relevanz treiben die Gehälter.
Nicht unbedingt. In vielen Berufen kannst du früh ein solides Gehalt erzielen und schneller Berufserfahrung sammeln.
Es ist üblich, dass Berufseinsteiger zwei Jahre lang ihr Einstiegsgehalt erhalten. Allerdings ist das nur ein Richtwert. Viele Unternehmen handhaben das auch anders und erhöhen das Einstiegsgehalt schon früher, z. B. nach der Probezeit.
Gerade nach der eher geringen Ausbildungsvergütung streben viele Berufseinsteiger schnell nach einer Gehaltserhöhung. Doch hier solltest du nicht zu voreilig rangehen. Eine Faustregel besagt, dass du frühestens nach der Probezeit oder nach einem Jahr im Unternehmen nach einem höheren Gehalt fragen solltest. Vor allem das Timing ist wichtig. Gute Gelegenheiten für die Frage nach einer Gehaltsaufstockung sind z. B. dann, wenn dein Arbeitgeber den Arbeitsvertrag anpasst oder dir neue Aufgaben- und Verantwortungsbereiche überträgt.
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