Mann mit Pflanze im Arm steht im Büro.
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Definition: Das ist „Climate Quitting“Climate Quitting ist keine Frage des AltersDiese Branchen sind besonders von Climate Quitting betroffenWenn durch den Klimawandel neue Berufe entstehen Achtung Greenwashing! Wie du falsche Nachhaltigkeit entlarvstClimate Quitting – gekommen, um zu bleibenWer sich für Klimaschutz einsetzen möchte, muss nicht gleich kündigenFAQ zum Thema Climate Quitting

Ihr habt zuletzt häufiger vom Climate Quitting gehört, wisst aber nicht genau, was es damit auf sich hat? Damit seid ihr nicht allein. Climate Quitting ist ein relativ neuer Trend, den wir wörtlich mit „Kündigen für’s Klima“ umschreiben können. Stepstone-Personalerin und Karriere-Expertin verrät, was hinter dem Trend steckt und was Berufstätige beachten sollten, wenn sie aus Klima-Gründen kündigen.

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Definition: Das ist „Climate Quitting“Climate Quitting ist keine Frage des AltersDiese Branchen sind besonders von Climate Quitting betroffenWenn durch den Klimawandel neue Berufe entstehen Achtung Greenwashing! Wie du falsche Nachhaltigkeit entlarvstClimate Quitting – gekommen, um zu bleibenWer sich für Klimaschutz einsetzen möchte, muss nicht gleich kündigenFAQ zum Thema Climate Quitting

Das Wichtigste in Kürze:

Definition: Das ist „Climate Quitting“

Climate Quitting bedeutet, Arbeitnehmer*innen entscheiden sich ganz bewusst, ihre Arbeitgeber zu verlassen, weil sie der Meinung sind, dass ihr Arbeitgeber umweltschädlich handelt oder zur Umweltverschmutzung beiträgt. Auch wenn dieser Schritt drastisch erscheint, beobachten wir immer häufiger, dass Jobsuchende ihre persönlichen Werte und Überzeugungen in Einklang mit ihrem Berufsleben bringen möchten und dafür auch die Kündigung in Betracht ziehen.

Climate Quitting ist keine Frage des Alters

Ein Grund für diesen Trend ist das wachsende Bewusstsein für Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Weltweit zunehmende Wetterextreme rücken das Thema auf die politische Agenda. Protestaktionen wie die von Fridays for Future halten das Thema dauerpräsent und inspirieren Arbeitnehmer*innen, ihr eigenes Handeln zu hinterfragen. Unser Hiring Trends Index zeigt, dass 82 % der Arbeitnehmer*innen einen Wechsel zu einem nachhaltigeren Arbeitgeber in Betracht ziehen. Beeindruckende 40 % würden sogar kündigen, wenn ihr Arbeitgeber gegen grundlegende Nachhaltigkeitskriterien verstößt. Die Entscheidung für oder gegen ein Unternehmen erfolgt also nicht mehr ausschließlich aufgrund finanzieller Aspekte, sondern zunehmend auch aufgrund ethischer Überlegungen.
Dabei betrifft das Thema Klimaschutz nicht nur jüngere Arbeitnehmer*innen, wie oft vermutet. Umfragen im Rahmen des Hiring Trends Index zeigen, dass auch viele ältere Beschäftigte einer umweltfreundlichen Unternehmenspolitik zustimmen. Diese generationsübergreifende Haltung zeigt, dass Klimaschutz keine kurzweilige Modeerscheinung ist, sondern eine grundsätzliche Lebenseinstellung. Immer mehr Menschen beziehen Umwelt- und Klimaschutzaspekte in ihre beruflichen Entscheidungen ein.

Diese Branchen sind besonders von Climate Quitting betroffen

Wenn wir uns ansehen, welche Unternehmen besonders von Climate Quitting betroffen sind, ist es wenig überraschend, dass es Unternehmen mit einer schlechten Klimabilanz am ehesten trifft. Branchen wie die fossile Energiegewinnung, die Schwerindustrie, aber auch stark konsumorientierte Unternehmen, wie die Textilindustrie oder die Produktion von Einwegplastik stehen vor großen Herausforderungen. Wenn sich diese Unternehmen jetzt nicht aktiv um mehr Nachhaltigkeit bemühen, riskieren sie, talentierte Mitarbeitende durch Climate Quitting zu verlieren. Aber nicht nur die „klassischen” umweltschädlichen Branchen sind betroffen. Arbeitnehmende machen sich grundsätzlich mehr Gedanken zum Thema und so glauben laut einer branchenübergreifenden Studie 63 % der Befragten, dass ihr Unternehmen mehr für den Klimaschutz tun könnte.

Wenn durch den Klimawandel neue Berufe entstehen

Auf der anderen Seite führt der Klimawandel und das zunehmende Engagement der Unternehmen auch zur Schaffung völlig neuer Berufsgruppen, wie zum Beispiel Energieberater*innen, Ingenieur*innen für Umweltschutz und CSR-Manager*innen. Diese Berufe sind nicht nur zukunftssicher, sondern bieten auch die Möglichkeit, aktiv zur Verbesserung der Umwelt beizutragen. Immer mehr Unternehmen in Bereichen wie erneuerbare Energien, nachhaltige Mode und ökologische Landwirtschaft suchen talentierte Mitarbeitende, die ihre Fähigkeiten in einem sinnvollen Kontext einsetzen möchten.

Achtung Greenwashing! Wie du falsche Nachhaltigkeit entlarvst

Der zunehmende Druck auf Unternehmen scheint also schon Wirkung zu zeigen. Denn zur Wahrheit gehört auch, dass immerhin 38 % der Unternehmen in Deutschland bereits Nachhaltigkeitsinitiativen umsetzen und sich 22 % in der Implementierungsphase befinden. Kleine Unternehmen (< 50 Mitarbeiter) haben bisher allerdings deutlich weniger Nachhaltigkeitsinitiativen umgesetzt: 29 % gegenüber 55 % bei Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitenden.

Jobsuchende sollten sich genau informieren, um echte Nachhaltigkeitsinitiativen von reinen Marketingkampagnen unterscheiden zu können. Grundsätzlich gilt: Eine Nachhaltigkeitsstrategie ist mehr als eine Employer Branding Maßnahme. Unternehmen, die den Klima- und Umweltschutz ernst meinen, sollten das den Mitarbeitenden und Bewerber*innen auch glaubhaft vermitteln. Und zwar mit konkreten Maßnahmen und nicht nur mit gut klingendem Marketing. Imagefördernde Maßnahmen, die sich schnell als Greenwashing entlarven lassen wirken nur kontraproduktiv.

Wenn du dich auf Jobsuche befindest, solltest du auf folgende Aspekte achten, um Greenwashing zu entlarven:

Frau läuft durch dunkle verlassene Fabrik.
Während der Jobsuche solltest du einige Punkte beachten, um Greenwashing zu entlarven. Dazu könntest du dich beispielsweise zu den Nachhaltigkeitszielen deines neuen potentiellen Arbeitgebers informieren. © Ibex.media/Stocksy

Climate Quitting – gekommen, um zu bleiben

Aktuell deutet vieles darauf hin, dass Climate Quitting kein vorübergehendes Phänomen bleibt, sondern sich eher noch verstärken wird. Das hat in erster Linie zwei Gründe: Zum einen achten immer mehr Menschen bei der Jobsuche auf die Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit. Durch den zunehmenden Wandel des Arbeitsmarktes hin zum Arbeitnehmermarkt haben Bewerber*innen immer häufiger die Chance zwischen mehreren Abreitgebern zu wählen. Maßnahmen zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität — wie zum Beispiel Umwelt- und Klimaschutzaspekte — werden also immer relevanter.
Dazu herrscht mittlerweile weitgehender Konsens darüber, dass sich die Klimakrise leider weiter verschärfen wird. Wir müssen also dringend umdenken, damit kommende Generationen noch die Möglichkeit haben, unseren Planeten zu bewohnen. Wir stehen erst ganz am Anfang des Wandels, der sich in den kommenden Jahren auch immer stärker auf den Arbeitsmarkt auswirken wird.

Opening quote for citation

Im Jahr 2023 gibt fast jeder zweite Beschäftigte an, bei einem Jobwechsel gezielt nach einem nachhaltigen Unternehmen zu suchen.

- Lara Kieninger, Karriere-Expertin und Personalerin bei StepstoneClosing quote for citation

Diese Entwicklungen machen sich schon heute in unseren Befragungen bemerkbar: Laut Stepstone Hiring Trend Index gab im Jahr 2023 fast jeder zweite Beschäftigte an, bei einem Jobwechsel gezielt nach einem nachhaltigen Unternehmen zu suchen. Diese Zahl stieg 2024 auf 82 %, wobei Bewerber*innen angeben, dass sie einen Wechsel zu einem Green Job oder nachhaltigen Arbeitgeber in Betracht ziehen würden, wenn sie ein attraktives Jobangebot erhalten. Natürlich bemerken auch die Unternehmen diese Entwicklungen: 19 % der Recruiter*innen sagen, dass Bewerber*innen in der Bewerbungsphase mehr Interesse an Nachhaltigkeitsinitiativen zeigen und entsprechende Fragen stellen. Der Fokus auf klima- und umweltfreundliche Arbeitgeber wird also immer deutlicher.

Wer sich für Klimaschutz einsetzen möchte, muss nicht gleich kündigen

Wenn du überlegst, aufgrund deiner klimaethischen Überzeugungen zu kündigen, erwäge zunächst, ob es in deinem aktuellen Unternehmen Möglichkeiten gibt, aktiv zur Veränderung beizutragen. Besteht die Möglichkeit, „von innen“ für Veränderung zu sorgen? Arbeitsgruppen, die gemeinsam Maßnahmen erarbeiten sind eine gute Möglichkeit, Initiative zu zeigen. Diese Arbeitsgruppen gibt es nicht? Kannst du sie vielleicht selbst anschieben? Setze dich aktiv ein und versuche die Situation bei deinem Abreitgeber zu verbessern.

Wenn du aber merkst, dass du mit deinen Forderungen auf Granit beißt und du dich überhaupt nicht mit den Werten des Unternehmens identifizieren kannst, solltest du über einen Arbeitgeberwechsel nachdenken. Die gegenwärtige Arbeitsmarktsituation bietet gute Chancen für einen Neuanfang in einem umweltbewussteren Umfeld. Übrigens, wir bieten einige Tools, die dich bei der Jobsuche unterstützen. Mit unserem Lebenslauf-Generator kannst du deinen digitalen Lebenslauf übersichtlich und ansprechend gestalten. Zusätzlich hilft dir unser Gehaltsplaner, einen Überblick über mögliche Vergütungen in deiner neuen Position zu erhalten.
Gemeinsam gehen wir den nächsten Schritt in eine verantwortungsvolle und umweltbewusste berufliche Zukunft. Dein Engagement für Klimaschutz in deiner Karriere kann nicht nur positive Auswirkungen auf die Umwelt haben, sondern auch deine persönliche Zufriedenheit und Sinnhaftigkeit im Berufsleben steigern.

Lara Kieninger

Lara Kieninger ist Senior Talent Acquistion Manager bei Stepstone und unterstützt seit Juni 2021 verschiedene Fachbereiche dabei, das "Perfect Match” für ihre Teams zu finden und den Bewerbungsprozess optimal zu gestalten. Als erfahrende Personalerin stand sie im Laufe ihrer Karriere sowohl verschiedenen Unternehmen als auch zahlreichen Arbeitssuchenden und Bewerber*innen beratend zur Seite. Was sind NoGos im Lebenslauf? Wie verändert KI unseren Bewerbungsprozess und welche Tipps & Tricks gibt es bei der Gehaltsverhandlung im Vorstellungsgespräch? Lara Kieninger weiß Antwort. Als Expertin und Gastautorin für das Stepstone Magazin “about work” hat sie die Trends und Entwicklungen der Arbeitswelt genau im Blick und hilft mit ihren wertvollen Insights allen Leser*innen dabei, sich in der ständig wandelnden Job-Landschaft zurechtzufinden. Zu Laras Themenschwerpunkte gehören unter anderem die Themen Gehalt, Anschreiben & Lebenslauf, Vorstellungsgespräche sowie Diversity & Inklusion.

FAQ zum Thema Climate Quitting

Was ist Climate Quitting?

Climate Quitting beschreibt den Trend, dass Arbeitnehmer*innen ihre Jobs kündigen, weil sie mit den umweltpolitischen Entscheidungen oder dem Verhalten ihres Arbeitgebers unzufrieden sind. Sie möchten ihre beruflichen Entscheidungen in Einklang mit ihren persönlichen Werten bringen, insbesondere in Bezug auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

Ist es zu spät, um den Klimawandel zu bekämpfen?

Es ist niemals zu spät, um den Klimawandel zu bekämpfen. Jede und jeder kann einen Teil dazu beitragen. Das Bewusstsein für mehr Klimaschutz steigt und sorgt dafür, dass sich immer mehr Menschen im Privat- und auch Berufsleben mit dem Thema auseinandersetzen. Dazu kann das Engagement von Arbeitnehmer*innen großen Einfluss auf die Umweltaktivitäten von Unternehmen haben. Wer entsprechende Initiativen unterstützt, hilft, den Klimawandel zu bekämpfen.

Sollte ich mir Sorgen um den Klimawandel machen?

Es ist nachvollziehbar, sich Sorgen über den Klimawandel zu machen, besonders angesichts der alarmierenden Entwicklungen. Ein wachsames und informiertes Interesse an nachhaltigen Praktiken und Unternehmen kann jedoch auch eine positive Wendung bewirken. Der Trend des Climate Quitting zeigt, dass immer mehr Menschen aktiv nach Lösungen suchen und sich in ihren Unternehmen für den Klimaschutz einsetzen wollen.

Was ist der richtige Weg für den Klimawandel?

Der richtige Weg im Umgang mit dem Klimawandel besteht darin, aktiv und informierte Entscheidungen zu treffen. Das bedeutet, sich über nachhaltige Praktiken und Unternehmen zu informieren, Möglichkeiten zur Prozessänderung im eigenen Arbeitsumfeld zu schaffen und gegebenenfalls nach einem Arbeitgeber zu suchen, der ethische und umweltfreundliche Standards einhält.
Arbeitgeber sollten echte Nachhaltigkeitsinitiativen implementieren und transparente Informationen bereitstellen, um Mitarbeitende zu gewinnen und zu halten. Wer sich aktiv im Rahmen seiner Karriere für den Klimaschutz einsetzt, kann sowohl zur Verbesserung der Umwelt als auch zur eigenen beruflichen Zufriedenheit beitragen.

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