Wie Teamarbeit funktioniert

Wie arbeiten die Beschäftigten in Deutschland zusammen? Was macht Teamwork am Arbeitsplatz erfolgreich? Was läuft gut – und wo kann noch nachgebessert werden?

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Wer kennt das nicht? Das eigene Projekt will vorangetrieben, der Bericht geschrieben oder der Jahresabschluss gemacht werden. Hierfür braucht es Informationen, Ergebnisse und Feedback der Teamkollegen. Und das am besten pünktlich in der zuvor abgesprochenen Form und Struktur. Teamwork ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor und Bestandteil der Arbeitswelt im 21. Jahrhundert. Wie funktioniert Teamwork in Deutschland, wie arbeiten die Teams zusammen und welche Faktoren machen Teams am Arbeitsplatz erfolgreich?

Teamwork: Was ist wichtig? - Im Video

Ein perfekter Teamplayer ist, wer sich kommunikationsstark und organisiert nennen kann. So sehen es zumindest Fach- und Führungskräfte in Deutschland, zeigt die StepStone Studie „Erfolgsgeheimnis Team“. Neue Ideen einbringen und dabei Fehler in Kauf nehmen, ist hingegen noch nicht in jedem Team möglich. Die zentralen Ergebnisse zum Thema Teamarbeit in – etwas mehr als – 60 Sekunden.
Aber was bedeutet es aus Sicht der Kollegen und Vorgesetzten genau, teamfähig zu sein?

Was macht Teams erfolgreich?

Ein Team ist ein komplexes Gebilde. Es kommen unterschiedliche Charaktere zusammen – mit verschiedenen Stärken, Schwächen und Erfahrungen wie Meinungen. Damit die Zusammenarbeit mit den Teamkollegen auch ‚wie geschmiert‘ läuft, müssen vielfältige Kriterien gewährleistet sein und beachtet werden.

Klar ist – ein gutes Verständnis für- und untereinander ist essenziell, damit ein Team funktioniert. Die gute Nachricht hierbei: Fach- und Führungskräfte arbeiten überwiegend in Teams mit intakter Kommunikation. 71 Prozent treffen sich ausreichend häufig, um effektiv zu kommunizieren und sogar 80 Prozent sagen, dass sie sich gegenseitig über alle relevanten Dinge auf dem Laufenden halten.

Teamkollegen stehen füreinander ein

Glücklich schätzen kann sich, wem die Kollegen in kritischen Situationen zur Seite stehen und bei offenen Fragen ihre Hilfe anbieten. Das ist in Deutschland eher die Regel als eine Seltenheit. 79 Prozent unterstützen ihre Teamkollegen bei deren Aufgaben und bekommen diese Unterstützung auch zurück. Ebenso viele bieten bei Schwierigkeiten Hilfe an oder bekommen diese angeboten, wenn sie selbst allein nicht mehr weiterkommen. Deshalb überrascht es nicht, dass in fast zwei Drittel der Teams regelmäßig über den Fortschritt bei der Erreichung der gemeinsamen Ziele gesprochen und gemeinsam nach Mitteln und Wegen gesucht wird, neue Ideen umzusetzen. Wichtige Aspekte, um die gemeinsam gesetzten Ziele zu erreichen und Erfolge zu feiern.

So fokussiert & zuverlässig arbeiten Teams in Deutschland

Es ist eine Grundvoraussetzung guter Zusammenarbeit, wenn die Kollegen sich an gemeinsam vereinbarte Regeln halten und liefern, was sie zuvor versprochen haben. Nichts ist ärgerlicher als ein Problem oder eine Verzögerung bei dem eigenen Herzensprojekt, weil die Kollegen die versprochenen Zahlen nicht liefern konnten oder zum gemeinsamen Kundenmeeting nicht erscheinen. 77 Prozent der Fachkräfte müssen solch unangenehme Situationen in ihren Teams erfreulicherweise nicht fürchten. Bei den Führungskräften sind es sogar 86 Prozent.

Ebenfalls wichtig ist es, dass alle an einem Strang ziehen. Man kennt das vom Fußball. Wenn jeder Spieler nur darauf bedacht ist, selbst eine möglichst gute Figur zu machen, dribbelt, Tricks zeigt und aus unmöglichen Positionen aufs Tor schießt, ist dem Team nicht geholfen. Der Gegner wird den Ball erobern und – vermutlich – gewinnen. Über 70 Prozent aller Fach- und Führungskräfte arbeiten in zielorientierten Teams, in denen sich alle den gemeinsamen Zielen verpflichtet fühlen und allen klar ist, was gemeinsam erreicht werden soll. Um im Bild zu bleiben, ist es in Teams daher die Regel, dass die Abwehr verteidigt und der Sturm angreift und sich beide, wo möglich, unterstützen.

Innovation ausgebremst: Wie Teams nachhaltig erfolgreicher sein können

„Das haben wir immer schon so gemacht.“ „So machen wir das nicht.“ „Das ist hier bei uns nicht gern gesehen.“ – Dies sind Sätze, die viele Fachkräfte kennen und die gute Ideen im Keim ersticken. Schlimmer noch: Wer auf diese Weise mit einer neuen Idee gegen die Wand läuft, wird schnell frustriert und unzufrieden.

Der Begriff psychologische Sicherheit beschreibt eine Arbeitsatmosphäre, in welcher Sicherheit und gegenseitiges Vertrauen vorherrschen, sich alle Teammitglieder hinreichend anerkannt und wertgeschätzt fühlen, um Fehler zuzugeben, neue Ideen einzubringen und einander mittels konstruktiver Kritik Feedback zu geben.

Über 40 Prozent aller Fachkräfte arbeitet nach eigenen Aussagen in einem Team, das Ideen gegenüber nur wenig aufgeschlossen ist und in welchem Fehler nicht offen thematisiert werden können. Dies trifft ebenfalls auf fast jede dritte Führungskraft zu. Eine solche Atmosphäre behindert Innovation und führt zu Frustration. Ein klarer Wettbewerbsnachteil im digitalen Zeitalter, welches Innovationen in einem nie dagewesenen Tempo hervorbringt.

Sicherheit und Vertrauen sind wichtig für die Team-Performance

Eine tiefergehende Analyse zeigt, dass die erlebte Leistungsfähigkeit in Teams in einem deutlichen Zusammenhang mit der erlebten psychologischen Sicherheit und dem damit einhergehenden Vertrauen steht. Das heißt, dass Teams erfolgreicher zu sein scheinen, in denen konstruktive Kritik geäußert werden kann und die Mitarbeiter über neue Ideen ebenso diskutieren können, wie über Fehler. Teams mit einer Arbeitsatmosphäre, die von Sicherheit und Vertrauen geprägt ist, werden als leistungsfähiger und innovativer erlebt, als solche, wo dies nicht die Regel ist. Das ist eigentlich keine überraschende Erkenntnis, die aber noch stärker ins Bewusstsein rücken sollte.

Gute Führungskräfte? Schlechte Führungskräfte? Die Rolle der Teamführung

Wenn der Chef klar und nachvollziehbar kommuniziert, Abstimmungsprozesse effizient gestaltet, transparent informiert und neue Ideen sowie gute Leistungen angemessen honoriert, sind das wichtige Rahmenbedingungen, um langfristig innovativ und erfolgreich zu arbeiten. Jeder Arbeitnehmer weiß, dass ein einzelnes, lobendes Wort einen ganzen Tag verschönern und die eigene Motivation steigern kann.

Weiß man den eigenen Chef bei möglichen Konflikten oder Fehlern hinter sich, ist das Selbstbewusstsein umso größer, auch mal neue Wege zu gehen und somit das eigene Team wie das ganze Unternehmen entscheidend nach vorne zu bringen. Fast jeder Vorgesetzte sieht sich hierbei gut aufgestellt.

StepStone hat Führungskräfte unter anderem gefragt, ob sie ihre Mitarbeiter mit allen wichtigen Informationen versorgen, klare Leistungserwartungen formulieren und bei Problemen ansprechbar sind. Das Ergebnis fällt sehr gut aus. Zwischen 84 und 97 Prozent der Führungskräfte sind der Meinung, dass sie die Ansprüche an gute Teamführung auch erfüllen.

Fachkräfte kritisch gegenüber ihren Teamleitern

Fachkräfte, die ihre jeweiligen Teamleiter bewerteten, fällen hingegen ein deutlich kritischeres Urteil. 40 Prozent werden von ihrem Chef nicht darin unterstützt, aus Fehlern zu lernen und erhalten nicht hinreichend Informationen. 43 Prozent empfinden ihre Leistungen als nicht hinreichend gewürdigt und gar jeder Zweite findet, dass der Chef nicht dafür Sorge trägt, dass das Team genug Informationen mit anderen Teams austauscht.

Zwar schneiden die Teamleiter auch bei den Fachkräften mehrheitlich gut ab, aber der Unterschied zwischen der Selbstwahrnehmung von Führungskräften und der Einschätzung der Fachkräfte ihren Chefs gegenüber ist deutlich. Hierin liegt ein möglicher Ansatz, mit dem Teams ihre Performance langfristig verbessern können. Chefs sollten nicht nur Feedback erteilen, sondern ihrerseits reflektieren, wie sie von ihren Mitarbeitern wahrgenommen werden. Gleichzeitig sollten Mitarbeiter so selbstbewusst sein, ihrem Vorgesetzten zu spiegeln, was sie von ihm erwarten, damit dieser den Erwartungen auch gerecht werden kann.

Teamwork als Erfolgsfaktor im Recruiting

Was ist für Sie besonders wichtig, damit Sie am Arbeitsplatz zufrieden und erfolgreich arbeiten können? Für die Mehrheit der Fach- und Führungskräfte sind das ihre Kollegen, ihr Team. Die Arbeit im Team ist für 77 Prozent ein zentraler Aspekt der Unternehmenskultur, noch vor Aspekten wie dem Führungsstil oder der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Neun von zehn Kandidaten achten bei der Jobsuche gezielt darauf, ob die Unternehmenskultur eines potenziellen Arbeitgebers zu ihnen passt. Deshalb überrascht es nicht, dass 63 Prozent der Befragten bereits im Vorstellungsgespräch einen ihrer zukünftigen Kollegen kennenlernen wollen. Eine Möglichkeit, die allerdings nur jedes vierte Unternehmen tatsächlich bietet.
Was das für Unternehmen bedeutet, erläutern wir auf unserem Blog ausführlich.

Teamfähigkeit: Was heißt das eigentlich?

Wir suchen eine teamfähige Kollegin… Sie sind kommunikativ, flexibel und teamfähig? Teamfähigkeit ist eine der häufigsten Anforderungen, die in Stellenanzeigen genannt wird.Wie die Zusammenarbeit in Teams abläuft, haben wir gesehen. Wir haben ebenso analysiert, was einen echten Teamplayer ausmacht. Mehr dazu, hier in Kürze.

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Kontakt

  • Dr. Anastasia Herrmann
  • Head of Research

  • Patricia Pela
  • Junior Research & Communications Manager

  • Dr. Tobias Zimmermann
  • Research & PR Manager

Wir freuen uns über Ihr Feedback und Ihre Anfragen unter: studien@stepstone.de