Der Job macht mehr Spaß, die Projekte laufen rund und man lernt voneinander - wer in einem gut funktionierendem Team arbeitet, kann sich glücklich schätzen. Doch damit ein Team zusammenwächst und erfolgreich an einem Strang zieht, ist mehr nötig als das gelegentliche Feierabend-Bier. Stepstone-Head of Content und Leadership-Experte Nick Marten teilt seine besten Tipps für gelungenes Teambuilding – und verrät, warum einmal im Jahr ein Offsite-Event nicht ausreicht, um eine dauerhaft gute Zusammenarbeit zu garantieren.
Wer würde sich im Vorstellungsgespräch nicht als teamfähig und kommunikativ beschreiben? Dass man sich im Job schnell und flexibel in Teams einfügen kann, gehört schließlich zu den Standard-Voraussetzungen des modernen Berufslebens. Und doch hängt erfolgreiches Teambuilding eben nicht nur von der Bereitschaft der einzelnen Mitarbeitenden ab, ohne große Reibungen mit ihren Kolleg*innen zusammenzuarbeiten. Damit ein Team zusammenwächst, produktiv und effizient an gemeinsamen Zielen arbeiten kann, müssen erst einmal die Grundlagen dafür geschaffen werden.
Erfolgreiches Teambuilding fängt mit transparenter Kommunikation an: In Teams sollte es Einigkeit darüber geben, wie die gemeinsamen Ziele definiert sind, welche Zuständigkeiten und Bedürfnisse es gibt und vor allem, welche Werte die Zusammenarbeit prägen sollen. Mir ist es in meiner Rolle als Führungskraft deshalb stets wichtig, dass ich erstmal ein Gespür für die Menschen in meinen Teams bekomme. Wer sitzt vor mir? Welche Erfahrungen bringen die einzelnen Teammitglieder mit? Was sind ihre Aufgaben? Was bewegt und motiviert die Menschen in diesem Team? Mit diesem Wissen kann dann an den jeweiligen Herausforderungen eines Teams und am Zusammenhalt gearbeitet werden.
- Nick Marten, Head of Content & Editor-in-Chief bei StepstoneAls Führungskraft ist mir wichtig, ein Gespür für die Menschen in meinen Teams zu bekommen: Wer sitzt vor mir? Was bewegt und motiviert die Menschen in diesem Team?
Im Arbeitsleben kommen Menschen mit unterschiedlichsten persönlichen Hintergründen zusammen, sei es im Hinblick auf Geschlecht, Alter, Hautfarbe oder Kultur oder sozioökonomischen Background. Diversität im Berufsleben macht die gemeinsame Arbeit sehr spannend, da so viele verschiedene Perspektiven in Problemlösungsprozesse einbezogen werden können; diversen Teams werden hohe Erfolgsquoten zugeschrieben. Vor dem Hintergrund meiner persönlichen Erfahrungen muss ich allerdings auch betonen: Je vielfältiger die Teams, desto herausfordernder die Führungsaufgabe. Der Stellenwert von Teambuilding ist in diversen Teams sogar noch höher, da erst dann eine gemeinsame Basis für die Zusammenarbeit geschaffen werden kann. Mir hat es stets geholfen, dass ich Unterschiede innerhalb eines Teams (z.B. Erfahrungen, Treiber und Motivatoren, Arbeitsweisen) allen Teammitgliedern gegenüber transparent gemacht habe. Es gilt ein Bewusstsein für Unterschiede zu generieren, um dann eine effiziente Arbeitsatmosphäre herzustellen, in der sich alle Beteiligten wohlfühlen und produktiv arbeiten können.
Erfolgreiches Teambuilding heißt, Menschen zur erfolgreichen Zusammenarbeit zu befähigen. Dafür braucht es die entsprechenden Rahmenbedingungen (zum Beispiel Zeit im Arbeitsalltag für Teambuilding-Maßnahmen), aber auch die Bereitschaft aller Beteiligten, sich auf einen gemeinsamen Wertekanon zu einigen.
Zu wichtigen Team-Werten gehören zum Beispiel:
Wo und wie fängt man mit Teambuilding an? Der amerikanische Psychologe und Organisationsberater Bruce Tuckmann hat schon 1965 ein Modell entwickelt, das die Phasen des Teambuildings beschreibt:
Es ist oft hilfreich, das Phasenmodell von Bruce Tuckmann im Hinterkopf zu behalten, wenn es darum geht, eine Teambuilding-Strategie zu entwickeln. Schließlich ist nicht in jeder Phase die gleiche Maßnahme förderlich, um den Teamspirit zu bestärken; beim ersten Team-Meeting müssen nicht sämtliche Zuständigkeiten geklärt werden und Kennenlern-Spiele gehören nicht in „heiße“ Projektphasen. Und, Spoiler: Ein Teambuilding-Tag pro Jahr, an dem sämtliche Team-Herausforderungen aufgelöst werden sollen, reicht natürlich nicht aus für erfolgreiches Teambuilding.
Beim erfolgreichen Teambuilding spielen viele kleinere und größere Maßnahmen zusammen. Einige sind selbstverständlich in die regulären Arbeitsabläufe integriert, etwa tägliche Update-Treffen und Regel-Termine; andere bieten durch den Ausbruch aus dem Office-Alltag die Möglichkeit, sich tiefergehend mit Teambuilding auseinanderzusetzen, etwa bei ganztägigen Seminaren oder gar Offsite-Events in neuer Umgebung.
Wichtig ist, Teambuilding-Maßnahmen darauf abzustimmen, wie lange ein Team schon zusammenarbeitet und welche aktuellen Herausforderungen ein Team zu bewältigen hat. Muss ein Team neu zusammenfinden, bietet es sich an, etwas mehr Zeit freizuschaufeln, um erst einmal Raum fürs Kennenlernen und Zuhören zu schaffen, zum Beispiel bei einem Seminartag. Die Aufgabe von Führungskräften besteht in dieser Phase, genau zuzuhören und zu verstehen, wer im Team wie tickt – am Anfang von Teambuilding-Prozessen steht nicht die Tat, sondern das Ohr.
- Nick Marten, Head of Content & Editor-in-Chief bei StepstoneEs gibt keine ‚one fits all‘-Lösung für erfolgreiches Teambuilding.
Je nachdem, welche Dynamiken sich im Team abzeichnen, können konkrete Teambuilding-Maßnahmen dann angepasst werden: Wie oft sind Update-Termine erforderlich oder gewünscht? Wie viel Zeit muss neben dem Arbeitsalltag für Konfliktlösungen einkalkuliert werden? Passt „Gamifizierung“ zur Team-Kultur oder finden die Beteiligten Kooperations-Spiele eher albern? Wann ergibt ein Workshop Sinn, um die Zusammenarbeit weiter zu fördern – und welche Aktivität bei einem Offsite-Event entspricht dem Team-Spirit? Teams sind so individuell wie ihre Mitglieder, deshalb gibt keine „one fits all“-Lösung; es gilt also, die nötige Zeit zu investieren, um die Teambuilding-Maßnahmen zu finden, die zu den Bedürfnissen eines Teams passt.
Ein paar Beispiele: Hakt es im Team an der Kommunikation, lohnt es sich, sich Zeit für das gemeinsame Festlegen von Kommunikationsregeln zu nehmen (z.B. welche Informationen werden auf welchen Kanälen geteilt, wann können Probleme angesprochen werden, zu welchen Uhrzeiten darf man sich bei den Kolleg*innen melden, wen erreicht man auch im Notfall). Bei Grüppchen-Bildung kann es hilfreich sein, Aufgaben neu zu verteilen und an Kollegen zu vergeben, die miteinander noch nicht so warm geworden sind. In sehr kompetitiven Teams kann der Druck herausgenommen werden, indem genaue Regeln für Meeting-Abläufe festgelegt werden (alle kommen zu Wort). Und wenn es in einem Team gerumpelt hat, bietet sich eine zeitnahe Intervention wie ein spontaner Krisen-Nachmittag eher an, als bis zum großen Seminartag ein paar Monate später zu warten, bei dem sämtliche Probleme diskutiert werden sollen.
Herausforderungen im Team:
Beispiele für Teambuilding-Maßnahmen:
Beim Teambuilding geht es nicht darum, aus Kolleg*innen, die privat wenig gemeinsam haben, beste Freunde zu machen. Ziel ist es, die Zusammenarbeit untereinander zu erleichtern und eine produktive, kooperative und vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Entscheidend ist das nicht zuletzt in digital aufgestellten oder sehr diversen Teams. Dabei ist unter erfoglreichem Teambuilding weit mehr als ein einmaliges Event zu verstehen. Es ist eine kontinuierliche Führungsaufgabe, die eng mit unserer täglichen Arbeit verknüpft sein sollte. In einem erfolgreichen Team bringt jedes Mitglied einzigartige Stärken und Perspektiven ein. Es gilt, diese Vielfalt aktiv zu fördern und offene Kommunikation zu schaffen.
Anstatt nur gelegentlich Teamevents zu planen, sollten wir also regelmäßig durch Feedback und kreative Zusammenarbeit den Teamgeist stärken. Es geht darum, eine Kultur zu etablieren, in der Teammitglieder sich unterstützt und wertgeschätzt fühlen, zum Beispiel, in dem gemeinsame Werte für die Zusammenarbeit festgelegt werden.
Teambuilding erfordert Zeit, Engagement und eine ständige Investition in die Beziehungen innerhalb des Teams. Indem wir diese Verantwortung tagtäglich ernstnehmen, fördern wir nicht nur den Teamzusammenhalt, sondern steigern auch unsere Leistung und Kreativität. Anders gesagt: Ein starker Teamgeist ist der Schlüssel zu nachhaltigem Erfolg in einer sich ständig wandelnden Arbeitswelt.
- Nick Marten, Head of Content & Editor-in-Chief bei StepstoneEin starker Teamgeist ist der Schlüssel zu nachhaltigem Erfolg in einer sich ständig wandelnden Arbeitswelt.
Erfolgreiches Teambuilding gelingt dann, wenn ein Team befähigt wird, im Alltag gut zusammenzuarbeiten. Verschiedene Maßnahmen können dabei helfen: Vom Jour Fixe, in dem regelmäßig alle Teammitglieder auf den aktuellen Stand des gemeinsamen Projekts gebracht werden; über ganztägige Seminare, in denen die Grundlagen der Zusammenarbeit diskutiert und festgelegt werden; bis hin zu Offsite-Events in ungewohnter Umgebung, um sich frei vom Alltagsstress kennenzulernen und so auch neue Perspektive auf die gemeinsame Arbeit zu entwickeln. Auch Weihnachtsfeiern oder andere informelle Aktivitäten können das Team-Gefühl stärken.
Im Arbeitsalltag können einfache Maßnahmen wie regelmäßige Check-in-Calls oder Status-quo-Runden (digital oder vor Ort) dabei helfen, die Kommunikation im Team transparent zu halten. Darüber hinaus können regelmäßige Seminare oder Offsite-Events dafür helfen, sich über Arbeitsgrundsätze und Rollenverteilungen zu verständigen und so im Alltag die Zusammenarbeit zu vereinfachen.
Ja, teambildende Maßnahmen finden in der regulären Arbeitszeit statt, wenn es sich um Pflichtveranstaltungen handelt.
Damit ein Team gut zusammenarbeitet, braucht es vor allem transparente Kommunikation. Das Ziel der Zusammenarbeit sollte klar definiert sein, ebenso die Rollenverteilung der einzelnen Teammitglieder und die Erwartungshaltung an diese. Einem guten Team gelingt es, im Alltag produktiv zu arbeiten und dabei die Bedürfnisse der einzelnen Teammitglieder zu achten. Dabei helfen gemeinsam festgelegte Werte für die Zusammenarbeit, die sich zum Beispiel auf Kommunikationsregeln beziehen.
Alles, was zum Team passt – und das kann von der gemeinsamen Kicker-Runde in der Mittagspause bis zum Rafting-Ausflug reichen.

Nick Marten ist als Head of Content bei Stepstone nicht nur Marketingexperte, sondern auch eine erfahrene Führungskraft. In unserem Magazin beleuchtet er zentrale rund um Karriere und Beruf. Speziell mit den Themenschwerpunkten Führung, Personalentwicklung und Teambuilding bietet Nick praxisnahe Einblicke und Strategien, die dir helfen sollen, die Herausforderungen unserer Arbeitswelt zu meistern.
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