Stell dir vor, du könntest Arbeit und Urlaub miteinander verbinden – genau das ermöglicht die Workation. Dieser Trend bietet dir die Freiheit, deinen Arbeitsalltag an einen Ort deiner Wahl zu verlegen, ob am Strand, in den Bergen oder in einer pulsierenden Stadt. Durch den Tapetenwechsel kannst du neue Energie tanken, deine Kreativität ankurbeln und trotzdem produktiv bleiben. Was genau versteht man darunter, wie kann man Workation planen und was sind die Vorteile?
Gegensätze ziehen sich bekanntlich an. Aber Urlaub und Arbeit? Ist das nicht ein Widerspruch in sich? Nicht unbedingt! Die Kombination aus Arbeit (Englisch work) und Urlaub (Englisch vacation) will auf den ersten Blick nicht so richtig zusammenpassen, aber eine sogenannte Workation bietet Arbeitnehmer*innen und auch Arbeitgebern Vorteile.
Per Definition bezeichnet Workation ein Konzept, bei dem du deine berufliche Tätigkeit von einem anderen, oft erholsamen Ort ausführen. Dabei handelt es sich nicht um klassischen Urlaub, sondern um eine Arbeitsphase, die an einem Urlaubsort oder in einer entspannten Umgebung stattfindet. Das Ziel ist es, den Arbeitsalltag durch einen Ortswechsel aufzulockern, neue Inspiration zu sammeln und gleichzeitig weiterhin produktiv zu sein.
Arbeiten mit Meeresrauschen – das Konzept kommt uns aber irgendwie bekannt vor. Auch Digital Nomads haben die weite Welt als ihren Arbeitsplatz angenommen. Workation richtete sich ursprünglich tatsächlich vorwiegend an Digital Nomads und Freelancer*innen. Mittlerweile ist das Konzept aber auch in vielen Unternehmen angekommen und erfreut sich immer größerer Beliebtheit bei Festangestellten.
Auch Work & Travel klingt auf den ersten Blick ganz ähnlich, unterscheidet sich aber von einer Workation in einem ganz zentralen Aspekt: Während du bei Work & Travel an deiner Urlaubsdestination nach einem Job suchst, nimmst du diesen bei der Workation ganz einfach von zu Hause mit. An deinen täglichen Aufgaben ändert sich also nicht viel: Du gehst ortsunabhängig denselben Verpflichtungen nach – aber in einer ganz neuen Umgebung.
Bei einer Workation geht es um den Ausbruch aus einer Routine, eine frische Brise im Arbeitsalltag, um neue Energie, Inspiration und Motivation zu tanken. Einige Arbeitnehmer*innen entscheiden sich in solchen Fällen für eine Pause vom Job und machen ein Sabbatical. Andere versuchen es mit einer Workation. Diese fünf Aspekte gehören zu den zentralen Vorteilen einer Workation.
Auch für Arbeitgeber bietet die Workation zahlreiche Vorteile, die sowohl die Unternehmenskultur als auch die Produktivität der Mitarbeiter positiv beeinflussen können:
Trotz der vielen Vorteile kann eine Workation auch Nachteile mit sich bringen. Einer der größten Herausforderungen ist die potenzielle Ablenkung durch die Urlaubsumgebung, was die Produktivität beeinträchtigen kann. Zudem kann es schwierig sein, eine klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit aufrechtzuerhalten, was zu Stress oder Überlastung führen kann. Eine stabile Internetverbindung und die notwendige technische Ausstattung sind nicht überall garantiert, was den Arbeitsfluss stören könnte. Auch die Kommunikation mit dem Team kann erschwert sein, insbesondere wenn unterschiedliche Zeitzonen ins Spiel kommen. Darüber hinaus gibt es möglicherweise arbeitsrechtliche und steuerliche Fragen, die bei längeren Aufenthalten im Ausland beachtet werden müssen.
Nicht jede Branche und nicht jeder Job bietet sich für eine Workation an. Zum Beispiel das Handwerk zieht hier leider meistens den Kürzeren. Wenn du aber die Option auf Home-Office hast, spricht oft auch nicht viel gegen einen völligen Ortswechsel. Typische Berufsfelder für dieses Konzept sind:
Wenn du alle oder zumindest die meisten dieser Fragen mit "Ja" beantworten kannst, bist du gut für eine Workation geeignet.
Die richtige Vorbereitung ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Workation. Um Arbeit und Urlaub ideal zu verbinden, bedarf es einer guten Planung, damit der Wechsel in eine neue Umgebung deine Produktivität nicht beeinträchtigt. Von der Auswahl des passenden Ortes über die Sicherstellung technischer Voraussetzungen bis hin zur Klärung rechtlicher Fragen – je gründlicher du deine Workation organisierst, desto reibungsloser wird der Übergang.
Tipp 1 - einen geeigneten Ort wählen: Wähle einen Ort, der sowohl eine angenehme Umgebung als auch eine stabile Internetverbindung bietet. Überprüfe, ob der Arbeitsbereich vor Ort ergonomisch und komfortabel ist.
Tipp 2 - Arbeitszeiten festlegen: Plane deine Arbeitszeiten im Voraus und halte dich an sie, um eine klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit zu gewährleisten. Berücksichtige auch mögliche Zeitverschiebungen für die Kommunikation mit dem Team.
Tipp 3 - technische Ausstattung sicherstellen: Stelle sicher, dass du alle notwendigen Arbeitsmaterialien wie Laptop, Ladegeräte, VPN-Zugang und stabile Internetverbindung dabei hast. Auch ein Backup-Plan für Internetverbindung (z. B. mobile Daten) kann sinnvoll sein.
Tipp 4 - Arbeitsgenehmigung und Visum klären: Prüfe, ob in deinem Zielland besondere Genehmigungen oder Visa für Remote-Arbeit erforderlich sind. Einige Länder bieten spezielle Workation-Visa an.
Tipp 5 - Sozialversicherung und Steuerpflicht beachten: Kläre im Vorfeld, wie sich ein längerer Aufenthalt im Ausland auf deine Sozialversicherung und Steuerpflicht auswirkt. Je nach Land und Dauer können andere Regelungen greifen. Informiere dich über mögliche Doppelbesteuerungsabkommen oder arbeitsrechtliche Besonderheiten.
Tipp 6 - Kommunikation mit dem Arbeitgeber: Besprich deine Workation-Pläne frühzeitig mit deinem Arbeitgeber, um sicherzustellen, dass deine Abwesenheit und das Remote-Arbeiten gut organisiert sind. Kläre, ob zusätzliche Anforderungen wie regelmäßige Berichte oder Check-ins nötig sind.
Das Konzept der Workation gewinnt immer mehr an Bedeutung, trotzdem ist es noch nicht bei allen Arbeitgebern angekommen. Für Unternehmen ist eine Workation eine tolle Möglichkeit, einfach mal Danke zu sagen – etwa nach einem besonders arbeitsintensiven Quartal oder auch ganz ohne konkreten Anlass. Vor allem ist also die Unterstützung vonseiten deines Unternehmens gefragt. In großen Firmen gibt es in der Regel spezielle Abteilungen, die sich um Dienstreisen und häufig auch um die Organisation von Workations kümmern.
Gibt es so etwas bei dir nicht, findest du online jede Menge Anbieter, die dich bei der Planung der Workation unterstützen, so zum Beispiel Workation.de, The Workation Village oder Surf Office.
Für eine Workation in Europa gibt es zahlreiche attraktive Länder und Inseln, die sich aufgrund ihrer Infrastruktur, ihres Klimas und ihrer Lebensqualität hervorragend eignen. Hier sind fünf empfehlenswerte Ziele:
Italien ist eine gern gewählte Location für den Ortswechsel. Das Land bietet unglaublich viele Möglichkeiten: die Berglandschaft der Dolomiten erkunden, im geschäftigen Mailand mit dem Flow schwimmen oder in der Region Cinque Terre entschleunigen und die Meeresluft genießen. Wofür entscheidest du dich?
Lissabon ist für seine lebendige digitale Nomadenszene und guten Coworking-Spaces bekannt, während Madeira mit seinem milden Klima und beeindruckender Natur eine ruhige, aber inspirierende Umgebung bietet. Beide Ziele bieten eine exzellente Infrastruktur und schnelles Internet.
Die Kanaren, insbesondere Teneriffa und Gran Canaria, sind wegen ihres ganzjährig milden Klimas und der Vielzahl an Coworking-Spaces besonders beliebt. Auch Mallorca oder die Küstenregionen des spanischen Festlandes sind ein klassisches Workation-Ziel.
Kroatien hat in den letzten Jahren immer mehr Remote-Arbeiter angezogen. Städte wie Dubrovnik und Split bieten atemberaubende Küstenlandschaften, stabile Internetverbindungen und ein günstiges Lebensumfeld.
Für einen Tapetenwechsel musst du gar nicht unbedingt aus Deutschland raus. Auch an die Ostsee verschlägt es viele Arbeitnehmer*innen. Wenn dich in deiner Mittagspause die frische Meeresbrise an der Nase kitzelt, dann kannst du auch gar nicht anders als zu entspannen, oder?
Eine Workation verbindet Arbeit und Urlaub. Du kannst deinen Job remote aus einer entspannten Umgebung, wie zum Beispiel einem Urlaubsland, ausführen.
Je nach Zielland kann ein spezielles Visum erforderlich sein. Informiere dich vorab, ob du eine Arbeitserlaubnis brauchst oder ob dein Aufenthalt als Tourist ausreichend ist.
Plane klare Arbeitszeiten und halte dich daran. Nutze Pausen bewusst, um die Umgebung zu genießen, aber vermeide es, ständig erreichbar zu sein.
Beliebte Ziele sind Länder mit guter digitaler Infrastruktur und angenehmem Klima, wie Portugal oder Spanien. Wähle Orte, die sowohl Erholung als auch effizientes Arbeiten ermöglichen.
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