Vier Bauerarbeiter stehen auf einer Baustelle rund um einen Tisch und betrachten Pläne
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Das Wichtigste auf einen BlickSchichtzulagen: DefinitionSchichtzulagen: Das sagt das GesetzWer bekommt Schichtzulagen?Höhe der SchichtzulagenSind Schichtzulagen steuerfrei?Fazit: Mit Schichtzulagen gezielt das Gehalt aufbessernFAQ – Häufig gestellte Fragen

Heute früh, morgen spät und die nächsten zwei Tage frei: Wenn du Schichtarbeit leistest, sieht dein Arbeitsplan der nächsten Tage vielleicht genau so aus. Dass dieser Wechsel nicht nur für das Privatleben eine besondere Herausforderung darstellt, sondern auch körperlich anstrengend sein kann, wissen auch Arbeitgeber – und zahlen darum oftmals Schichtzulagen. Wann genau du diese erhältst, in welche Höhe Schichtzulagen gezahlt werden und wie du diese berechnest, verraten wir dir in den folgenden Absätzen.

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Das Wichtigste auf einen Blick

Schichtzulagen: Definition

Schichtzulagen sind ergänzende Zahlungen, die dein Arbeitgeber zusätzlich zu deinem eigentlichen Grundgehalt zahlt. Sie sollen die Mehrbelastung und Einschränkungen im privaten Umfeld, die durch Arbeiten in Schichten entstehen können, ausgleichen und Jobs in Schichtarbeit für Bewerber*innen attraktiver machen.

Schichtarbeit kurz erklärt

Schichtarbeit beschreibt eine Arbeitszeitform, die überall da zum Einsatz kommt, wo Aufgaben die Arbeitszeit einer einzelnen Person überschreiten, so dass sich mehrere Mitarbeiter*innen abwechseln müssen. Ein typisches Beispiel sind Betriebe, die rund um die Uhr arbeiten, beispielsweise in der Pflege aber auch im produzierenden Gewerbe. Der Tag ist dann oftmals in drei, manchmal auch mehr Schichten unterteilt, die in einem Schichtplan organisiert sind: Früh-, Spät- und Nachtschicht. 

Schichtzulage vs. Schichtzuschlag

Grundsätzlich ist zwischen Schichtzulagen und Schichtzuschlägen zu unterscheiden.

Schichtzulagen werden dabei unabhängig von der geleisteten Arbeitszeit und/oder Schicht gewährt und werden pauschal vom Arbeitgeber für Schichtarbeit gezahlt. Eine Sonderstellung nimmt hier oftmals die Zulage für Wechselschichten ein: Arbeitest du permanent zu wechselnden Tages- und Nachzeiten ist das eine besondere Belastung, die mit besonders hohen Schichtzulagen entlohnt werden kann.

Schichtzuschläge werden gezielt für bestimmte Schichten gezahlt, beispielsweise für die Nachtschicht, Sonn- und Feiertagsarbeit und sollen ein Anreiz und gleichzeitig finanzieller Ausgleich sein, diese oftmals unliebsamen Schichten zu übernehmen.

Weitere Arten von Zulagen

Neben Schichtzulagen haben Arbeitgeber noch weitere Möglichkeiten Mitarbeiter*innen über spezielle Zulagen zu belohnen. Eine Funktionszulage wird beispielsweise gezahlt, wenn eine*e Mitarbeiter*innen besondere Aufgaben und Verantwortungen im Unternehmen übernimmt. Die Erschwerniszulage erhältst du, wenn du in deinem Job besonders starken körperlichen Belastungen oder sogar Gefahren ausgesetzt bist.

Schichtzulagen: Das sagt das Gesetz

Ob, wann und in welcher Höhe Schichtzulagen gezahlt werden, ist gesetzlich nicht geregelt – nur weil du Schichtarbeit leistest, hast du nicht automatisch einen Anspruch darauf. Um konkurrenzfähig und für Arbeitnehmer*innen überhaupt attraktiv zu sein, zahlen die meisten Unternehmen mit Schichtarbeit aber entsprechende freiwillige Zuschläge und regeln den Anspruch, die Höhe und andere Details in Arbeitsverträgen, Tarifverträgen oder gesonderten Betriebsvereinbarungen.

Schichtzulage bei Nachtarbeit

Für Nachtarbeit muss laut verschiedener Urteile vom Bundesarbeitsgericht (zum Beispiel 10 AZR 541/20 vom 14.12.2022) ein angemessener Zuschlag gezahlt werden. Dieser Anspruch gehe aus dem Arbeitszeitgesetz (ArbZG), §5 Abs. 6 hervor. Anstelle von zusätzlicher Zahlung ist auch ein Freizeitausgleich möglich.

Für Sonntagsarbeit und Feiertagsarbeit besteht laut einem weiteren Urteil (BAG 5 AZR 97) hingegen kein gesetzlicher Anspruch auf eine Schichtzulage.

Feuerwehrmann macht in Zentrale eine Durchsage am Mikrofon
Bei der Feuerwehr sind Schichtarbeit und entsprechende Zulagen üblich. © Stocksy/Pedro Merino

Wer bekommt Schichtzulagen?

Wie oben bereits beschrieben, sind Schichtzulagen immer dann üblich, wenn Arbeitnehmer*innen zu unterschiedlichen Zeiten und im Wechsel an mehreren oder sogar allen Tagen der Woche arbeiten müssen. Typische Branchen bzw. Berufe sind

Seit einiger Zeit wird Schichtarbeit und die Zahlung von Schichtzulagen auch im Einzelhandel häufiger. Grund dafür sind die sehr langen Öffnungszeiten oder Öffnungszeiten an Sonn- und Feiertagen.

Schichtzulagen im Krankheitsfall

Hast du per Arbeitsvertrag oder einer anderen offiziellen Regelung Anspruch auf eine Schichtzulage, bleibt dieser Anspruch übrigens auch im Krankheitsfall erhalten.

Höhe der Schichtzulagen

Wie hoch Schichtzulagen im Einzelfall ausfallen, wird im Arbeits- oder Tarifvertrag oder in den Betriebsvereinbarungen geregelt. Entweder wird eine fixe Summe pro Stunde vereinbart oder ein prozentualer Anteil an deinem Brutto-Stundenlohn. Letzteres ist üblicher als ein fixer Betrag.

Schichtzulagen berechnen: Beispiel

Um die Höhe deiner Schichtzulage zu berechnen, musst du lediglich den prozentualen Anteil mit deinem Brutto-Stundenlohn multiplizieren.

Angenommen du arbeitest als Pflegefachkraft in einem Krankenhaus und du erhältst einen Stundenlohn von 20 Euro (brutto). An einem Sonntag arbeitest du von 6 bis 14 Uhr in der Frühschicht. Der Zuschlagsfaktor für Sonntagsarbeit liegt bei 25 Prozent bzw. 0,25. Dann lautet die Rechnung: 20 x 0,25 = 5 Euro pro Stunde Schichtzulage

Für deine Sonntagsschicht würdest du also 160 Euro Grundlohn plus 40 Euro Zulage erhalten – insgesamt 200 Euro brutto.

Sind Schichtzulagen steuerfrei?

Klassische Schichtzulagen, die als grundsätzlicher Anreiz für die Schichtarbeit gezahlt werden, sind vollständig steuer- und sozialversicherungspflichtig. Gezielte Schichtzuschläge sind hingegen unter bestimmten Voraussetzungen von der Steuer und Sozialabgaben befreit. Die Details dazu werden im Einkommensteuergesetz (EstG) § 3b geregelt.

Demnach sind Schichtzuschläge von der Steuer befreit, wenn als Berechnungsgrundlage ein bestimmter prozentualer Anteil nicht überschritten wird und er Stundenlohn grundsätzlich 50 Euro nicht überschreitet:

Von jeglichen Sozialabgaben befreit sind alle Schichtzuschläge auf einen Grundlohn von 25 Euro die Stunde. Liegt der Grundlohn höher, müssen anteilig Sozialabgaben abgeführt werden.

Fazit: Mit Schichtzulagen gezielt das Gehalt aufbessern

Ständig zu unterschiedlichen Tageszeiten arbeiten, unregelmäßig schlafen und auf Wochenenden und Feiertage verzichten, ist nicht nur für das Privatleben eine Herausforderung, sondern kann auch körperlich und seelisch belasten. Um hier zumindest finanziell einen Ausgleich zu schaffen, zahlen Unternehmen Schichtzulagen – für besonders ungeliebte Schichten sogar noch einmal extra Zuschläge. Für dich sind diese Zuschläge eine gute Möglichkeit dein Grundgehalt gezielt aufzubessern. In doppelter Hinsicht attraktiv sind Nachtschichten und Schichten an Sonn- und Feiertagen, da diese meist nicht nur mit besonders hohen Zuschlägen verbunden sind, sondern du auf diese extra Einnahmen auch keine Einkommensteuer zahlen musst.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Wie hoch sind die Schichtzulagen?

Die Höhe von Schichtzulagen ist nicht einheitlich geregelt, sondern wird individuell im Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung geregelt. Meist handelt es sich um einen prozentualen Anteil vom Brutto-Stundenlohn.

Welche Zuschläge gibt es bei Schichtarbeit?

Wann welche Zuschläge bei Schichtarbeit gezahlt werden, ist nicht einheitlich geregelt, sondern kann von jedem Arbeitgeber individuell festgelegt werden. Die Art und Höhe der Zuschläge richtet sich dabei meist nach Tages- und Wochenzeit, also ob beispielsweise in der Nacht, am Wochenende oder an einem Feiertag gearbeitet wird.

Welche Schichtzulagen sind Pflicht?

Die Zahlung von Schichtzulagen ist immer freiwillig, außer die Zulage für die Nachtschicht. Laut dem Bundesarbeitsgericht muss hier ein angemessener Zuschlag gezahlt oder ein Freizeitausgleich gewährt werden.

Wann habe ich Anspruch auf Wechselschichtzulage?

Um überhaupt Anspruch auf eine Wechselschichtzulage zu haben, muss dieser Anspruch schriftlich im Tarif- oder Arbeitsvertrag fixiert sein. Von einem Wechselschichtmodell ist die Rede, wenn du dauerhaft zu unterschiedlichen Zeiten arbeitest, beispielsweise im regelmäßigen Wechsel in der Früh-, Spät- und Nachtschicht.

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