Ob für ein Bewerbungsgespräch, ein wichtiges Meeting oder den Berufsalltag: Eine gut gebundene Krawatte rundet deinen Look ab und verschafft dir einen professionellen Auftritt. In diesem Guide erfährst du, welche Knoten dir als Grundlage ausreichen, für welche Anlässe sie geeignet sind und wie du die verschiedenen Bindungen meisterst – Anleitung inklusive.
Auch in der modernen Arbeitswelt ist die Krawatte noch weit verbreitet. Das bedeutet: Trotz Trends wie New Work, der mit moderner Unternehmenskultur und oft auch einem lockeren Kleidungsstil verbunden ist, kann es auf deinem Karriereweg weiterhin Situationen geben, in denen du eine Krawatte binden musst.
Und das liegt an der Bedeutung, die dem Stoff-Accessoire auch jetzt noch, in der Moderne, beigemessen wird. Die Krawatte an sich ist rund 400 Jahre alt und immer noch fest in der Modewelt verankert. Eine lange Reise kurz zusammengefasst:
Das Resultat dieser Erfolgsgeschichte siehst du in der Auswahl, die dir zur Verfügung steht: Sowohl bei der Breite als auch bei den Stoffen und Motiven gibt es keine einheitliche Norm mehr, sondern etliche Stilvarianten, aus denen du dich für bestimmte Zwecke und deine persönlichen Vorlieben bedienen kannst.
In einem Punkt ist sich die Krawatte jedoch treu geblieben, nämlich in dem Statement, das sie vermittelt. Und hierfür ist eine gekonnte Bindung entscheidend.
Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck. Das gilt bei einem Vorstellungsgespräch genauso wie an deinem ersten Arbeitstag. Dabei möchtest du auch durch dein Outfit signalisieren, dass du zum Unternehmen passt. Und wenn dazu eine Krawatte gehört, dann dabei spielt die Krawatte aufgrund ihrer Präsenz eine zentrale Rolle. Eine gut gebundene Krawatte signalisiert Stilbewusstsein, Sorgfalt und Professionalität. Doch es gilt auch der Umkehrschluss: Ein schlecht oder gar falsch gebundener Knoten wird schnell zum Problemfall für den gesamten Look.
Ebenfalls nicht zu unterschätzen: Wenn du weißt, dass dein Outfit makellos sitzt, fühlst du dich automatisch selbstbewusster, und das wirkt sich positiv auf deine Körpersprache aus. Das Wissen, dass deine Krawatte perfekt gebunden ist, kann dir den nötigen Schub geben, um sicher und überzeugend aufzutreten – ein wichtiger Punkt, da Kommunikation bekanntlich größtenteils non-verbal stattfindet.
Je nach Quelle gibt es bis zu 85 verschiedene Krawattenknoten. Aber keine Sorge – du benötigst nur einen Bruchteil davon, um für alle Modesituationen gewappnet zu sein. Denn unter den Dutzenden Varianten haben sich einige Formen als besonders erfolgreich erwiesen, und zwar aus gutem Grund. Diese stellen wir im Folgenden vor.
Der einfache Knoten, auch Four-in-Hand genannt, ist der wohl einfachste Knoten überhaupt. Er eignet sich hervorragend für den täglichen Gebrauch und passt zu nahezu allen Kragenformen. Durch seine schmale und asymmetrische Form wirkt er lässig, aber elegant zugleich. Ein echter Allrounder also, dessen Bindung meistens schon nach wenigen Versuchen perfekt gelingt.
Und so bindest du den einfachen Knoten:
Der Windsor-Knoten ist etwas voluminöser und symmetrischer als der einfache Knoten und eignet sich daher besonders für formelle Anlässe und Hemden mit einem weiten Kragen. Ganz seinem königlichen Namen entsprechend vermittelt der Windsor-Knoten ein gesundes Maß an Autorität und Selbstbewusstsein.
Und so bindest du den Windsor-Knoten:
Der halbe Windsor-Knoten ist eine etwas kleinere und einfachere Variante seines Namensgebers. Er eignet sich für mittlere bis weite Kragen und ist eine gute Wahl für Geschäftsanlässe und formelle Events.
Und so bindest du den halben Windsor-Knoten:
Der doppelte Windsor-Knoten, auch bekannt als Full Windsor, ist voluminöser und symmetrischer als das einfache Original. Eine perfekte Wahl für breite Kragen und formelle Anlässe, bei denen Eleganz gefragt ist.
Und so bindest du den doppelten Windsor-Knoten:
Beim Pratt-Knoten handelt es sich um einen mittleren Knoten, der symmetrisch und etwas breiter ist als der einfache Knoten. Verträgt sich hervorragend mit nahezu allen Kragenarten und ist damit ideal für geschäftliche und formelle Anlässe.
Und so bindest du den Pratt-Knoten:
Der Nicky-Knoten ist eine elegante und schlanke Variante, die sich ausgezeichnet mit schmalen Kragen versteht. Er verleiht dem Outfit einen Touch Raffinesse und ist qualifiziert für formelle Anlässe, bei denen du einen subtilen und gleichzeitig stilvollen Look präsentieren möchtest.
Und so bindest du den Nicky-Knoten:
Neben diesen Knoten gibt es noch zahlreiche weitere Varianten. Wir haben die Auswahl jedoch bewusst eingegrenzt, da sie bereits ein breites Spektrum abdeckt. Mit dieser bist du für den Anfang bestens gerüstet und findest für jeden Anlass und jede Kragenform eine ideale Lösung. Die folgenden Tipps helfen dir beim finalen Feinschliff.
Mit etwas Übung meisterst du die oben genannten und beliebige weitere Krawattenknoten im Handumdrehen. Doch neben der Technik gibt es noch andere Aspekte zu beachten. Diese fangen bei der Zusammenstellung des Looks an und reichen bis zu finalen Details.
Gleichzeitig gilt es, häufige Fehler zu vermeiden:
Denk immer daran: Eine gut gewählte, sorgfältig gebundene Krawatte gibt deinem Outfit den letzten Schliff. Deswegen lohnt es sich, etwas Zeit in die wichtigsten Basics zu investieren.
Ergänzend zu unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung und den Tipps können auch Videos zum Thema hilfreich sein. Diese findest du beispielsweise auf YouTube in großer Menge; die Eingabe des Namens deines Wunschknotens zusammen mit Begriffen wie „Anleitung“ oder „Tutorial“ führt direkt zum Ziel.
Praktisch: Viele dieser Videos sind aus der Ich-Perspektive, also von oben mit Blick auf die Brust herab, gefilmt, sodass du die einzelnen Binde-Schritte einfach nachahmen kannst, ohne spiegelverkehrt denken zu müssen.
Doch bevor du dich an die perfekte Wicklung machst, solltest du herausfinden, ob diese Arbeit überhaupt nötig ist. Heutzutage ist das nämlich längst nicht immer der Fall – die Veränderungen in der Arbeitswelt betreffen schließlich auch die Moderegeln.
Zur Orientierung helfen dir folgende Punkte:
Allerdings: Eine Garantie ist all das nicht. Jedes Unternehmen hat seine eigene Leitkultur und diese beinhaltet den Dresscode. Das bedeutet auch, dass die Branchenzugehörigkeit zwar einen Hinweis auf die Notwendigkeit einer Krawatte geben kann, aber nicht als ausreichender Indikator verstanden werden sollte.
Der offensichtliche Weg wäre die direkte Nachfrage beim Ansprechpartner im Unternehmen. Es geht jedoch auch anders – zumindest in vielen Fällen. Und zwar in Form deines eigenen Researchs, der im Idealfall in kurzer Zeit zum Ziel führt:
Diese Möglichkeiten erlauben es dir, weder under- noch overdressed in das Vorstellungsgespräch zu gehen, ohne das Thema beim Unternehmen selbst ansprechen zu müssen. Und das heißt: Wenn du weißt, dass eine Krawatte gefragt ist, kannst du dich mit vollem Engagement an die Bindung machen.
Das Krawattenbinden mag auf den ersten Blick kompliziert erscheinen, doch mit etwas Übung wirst du schnell zum Experten. Ob einfacher Knoten, Nicki-, Windsor- oder Pratt-Knoten – jede Variante hat ihre eigenen Vorzüge und passt zu unterschiedlichen Anlässen, Hemdkragen und Körperformen. Für welchen Knoten du dich auch entscheidest: Achte einfach darauf, dass die Krawatte immer ordentlich gebunden und gepflegt ist, um die Rahmenbedingungen für einen perfekten Auftritt zu schaffen!
Moderne Krawattenknoten sind der Windsor, der Halbe Windsor und der Pratt-Knoten. Dank ihrer Vielseitigkeit sind sie für formelle als auch für informelle Anlässe gleichermaßen geeignet. Auch einfache Knoten wie der Four-in-Hands sind heutzutage sehr beliebt, da sie sich als unkomplizierte Alltagslösungen eignen.
Die Krawatte sollte am Gürtel oder leicht darüber enden, um einen ausgewogenen Look zu kreieren. Kleine Abweichungen in beide Richtungen sind möglich, der Abstand zur Gürtelschnalle sollte jedoch nicht so groß sein, dass er heraussticht.
Krawatten sind bei formellen Anlässen wie Hochzeiten, Beerdigungen, Geschäftsmeetings und offiziellen Veranstaltungen sowie in vielen Berufen häufig noch der Standard. Hierbei kommt es jedoch auf die jeweilige Situation an: In klassisch-konservativen Berufsfeldern wie etwa in Anwaltskanzleien und im Bankwesen ist die Krawatte weiterhin unverzichtbar, während es in anderen Bereichen deutlich flexibler zugeht. Dennoch solltest du dabei immer bedenken, dass die Branche alleine meistens keine endgültige Antwort auf die Dresscode-Frage liefert.
Der Trend zu lässigerer Kleidung und weniger formellen Dresscodes führt dazu, dass Krawatten grundsätzlich seltener getragen werden. Komfort und Individualität haben an Bedeutung gewonnen und die meisten Branchen erlauben inzwischen viele Freiheiten bei der Kleidungswahl, sodass die Krawatte oft nicht mehr obligatorisch ist.
Ja, du kannst einen Anzug in vielen Situationen auch ohne Krawatte tragen. Stichwort Business Casual: Keine Krawatte, lediglich ein sportliches Sakko mit Hemd, dazu eine farblich passende Jeans – mit dieser Kombi triffst du genau den Grat zwischen leger und stilbewusst. Wichtig dabei: Ein gut sitzendes, gepflegtes Hemd ist in Abwesenheit einer Krawatte umso wichtiger.
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