Vorbilder nehmen als idealisierte Personen eine große Rolle in unserem Leben ein. Auch in der Arbeitswelt haben Vorbildfunktionen einen wichtigen Stellenwert. Doch wie funktionieren eigentlich Vorbilder, welche Arten gibt es und vor allem, wie können sie in der Karriere nützlich sein?
Ein Vorbild ist eine reale oder fiktive Person (z. B. aus Romanen, Filmen etc.), mit deren Verhaltensweisen und Persönlichkeit wir uns identifizieren können.
Beispiele für diese Role Models sind unter anderem:
Diese Personen haben eine große Vorbildfunktion. Ihr Charisma und letztlich auch ihr Erfolg inspirieren uns.
Wir bei Stepstone wissen zudem, dass Vorbilder nicht nur motivieren, sondern auch einen wesentlichen Beitrag zur individuellen Karriereplanung leisten können. Wie genau man Vorbilder zur Erreichung von Karrierezielen verwendet, erfahrt ihr im folgenden Artikel.
Vorbilder erfüllen verschiedene Funktionen und können vor allem am Karriereweg einen großen Nutzen haben.
Doch bei all den positiven Nutzen von Vorbildern darf man die negativen Aspekte nicht ganz außer Acht lassen. Denn die Gefahr besteht, dass man sich, etwa bei Stars, zu stark mit ihrem Leben identifiziert und daraus möglicherweise unrealistische Erwartungshaltungen an einen selbst entstehen.
Es ist daher wichtig, sich auch bewusst von der idealisierten Person abzugrenzen und zu hinterfragen, ob das bewunderte Leben der Person auch wirklich zu einem selbst passt. Denn wichtig ist, nicht die eigene Identität zu verlieren, sondern die Vorbilder als Inspiration fürs eigene Leben zu sehen. Auf diese Weise haben Vorbilder einen wirkungsvollen Effekt und können besonders in der Karriere nützlich sein.
Generell unterscheidet man zwischen echten Vorbildern, teilweise Vorbildern und schlechten Vorbildern, wobei wir von allen etwas lernen können.
Ein echtes Vorbild zeichnen die bereits beschriebenen positiven Verhaltensweisen aus, über die man sagt: „So möchte ich auch sein.“ Was das genau ist, ist individuell: Wir bewundern etwa den Mut einer Person oder ihre Offenheit, ihre Willenskraft, ihre Nächstenliebe, ihre Kommunikationsfähigkeit. Also jede Eigenschaft, mit der wir uns eindeutig identifizieren können und der wir positiv gegenüberstehen.
Auch wenn wir hier generell positiv zu einer Persönlichkeit aufschauen und ihren Erfolg bewundern, könnten wir z. B. nicht gut finden, auf welche Art und Weise dieser erreicht wurde. Wir identifizieren uns also nur zum Teil mit der Person.
Wenn wir eine Eigenschaft oder Verhaltensweise an einer Person beobachten, die nicht zu uns selbst und der eigenen Persönlichkeit passt, grenzen wir uns davon ab. Etwa, wenn wir Menschen beobachten, die andere ständig anbrüllen oder im Job nie „Nein sagen“. „So will ich nicht sein oder werden“ zeigt uns klar auf, welchen Weg wir nicht einschlagen möchten.
Wen wir für uns als Vorbild wählen, hängt auch stark mit dem Lebensabschnitt zusammen, in dem wir uns befinden. So wandelt sich die Vorbildfunktion, je nachdem, in welchem Alter wir uns befinden. Unsere gewählten Vorbilder ändern sich demnach durch unsere Wünsche und Lebenssituationen.
In jungen Jahren orientieren wir uns gerne an Vorbildern und Helden aus den Medien und Geschichten. Oft bevorzugen Jungen männliche Vorbilder wie zum Beispiel den Marvelhelden Spiderman, während Mädchen eher zu weiblichen Vorbildern tendieren, wie etwa der Disneyprinzessin Ariel. Auch Tierfiguren können als Vorbilder dienen. Zum Beispiel können Jungen sich von mutigen Tierhelden wie Simba aus "Der König der Löwen" inspirieren lassen, während Mädchen vermutlich eher die fürsorgliche Nala, aus der gleichen Geschichte, bewundern. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die Vorbilder der Kinder nicht so stereotyp sein müssen. Mädchen haben ebenso eine Vielzahl von Superheldinnen wie Wonder Woman, Batgirl oder Teela, die sie als Vorbild wählen können, während Jungen vielleicht Ken als ihr Vorbild auswählen.
Anhand der gewählten Vorbilder lassen sich oft auch schon spätere Berufsvorstellungen erkennen, da Kinder gerne Berufe nachspielen. Sie schlüpfen in Rollen wie Feuerwehrmann, Polizist*in, Friseur*in, Arzt*Ärztin oder Verkäufer*in. Daher ist es wichtig, dass Eltern in dieser Phase des Spiels besonders aufmerksam sind, da sich bereits hier Berufswünsche für das spätere Leben entwickeln können.
Kinder und Jugendliche zeigen oft auch Interesse an geschlechtsuntypischen Berufen und benötigen dann nicht nur gute Vorbilder, um ihren Wunsch weiter zu verfolgen, sondern auch die Unterstützung der Eltern, die diese Berufe nicht als typisch oder untypisch einstufen. Gerade die Rollenbilder, die Kindern in dieser Phase vermittelt werden, prägen sie für ihr weiteres Leben.
Als Kind ist es selbstverständlich, ein Idol zu haben, für das man schwärmt. Doch auch für Erwachsene können Vorbilder eine starke Wirkung haben, vor allem in Bezug auf die Karriere. Als Erwachsene wählen wir uns andere Vorbilder. Plötzlich wird vielleicht der oder die erfolgreiche Kolleg*in interessant oder die Führungskraft, die rücksichtsvoll und erfolgreich ihr Unternehmen führt. Sie können uns Orientierung und Inspiration geben, wohin es mit unserer beruflichen Reise gehen soll.
Dennoch bleiben auch im Erwachsenenalter Berühmtheiten und fiktive Charaktere oft als Vorbilder präsent, wenngleich wir sie auf eine reflektiertere Weise betrachten. Ein Beispiel hierfür sind die Charaktere aus Jane Austens Werken, wie Elizabeth Bennet aus "Stolz und Vorurteil". Während wir als Kinder vielleicht von ihrer Unabhängigkeit und Integrität fasziniert waren, erkennen wir als Erwachsene die subtilen Nuancen ihrer Charaktere, die uns dazu anregen, über komplexe Themen wie gesellschaftliche Normen und persönliche Identität nachzudenken.
Insbesondere für Frauen können Vorbilder eine wichtige Funktion einnehmen. In unserer Gesellschaft, in der auf Frauen immer noch von allen Seiten verschiedenste Erwartungshaltungen einprasseln, ist es wichtig, dass es starke weibliche Vorbilder gibt.
Präziser formuliert, gleichgeschlechtliche Vorbilder sind für Frauen wichtiger als für Männer. Das bewies eine Studie der Professorin Alexandra Niessen-Rünzi der Universität Mannheim. Die Wirtschaftswissenschaftlerin untersuchte gemeinsam mit ihren Kolleg*innen das Konkurrenzverhalten 500 US-amerikanischer Frauen und Männer, die in zwei „Frauengruppen“ und zwei „Männergruppen“ geteilt wurden. Innerhalb der dreiteiligen Studie mussten beide Geschlechter Mathematik-Aufgaben lösen. Die ersten beiden Runden bewiesen, dass Frauen und Männer gleich gut im Kopfrechnen sind.
In der dritten Runde durften Frauen & Männer entscheiden, ob sie in den Wettbewerb treten. 26 Prozent der Männer entschieden sich für den Wettbewerb aber nur 13 Prozent der Frauen. In der Frauengruppe, die vor der Entscheidung von den Erfolgen der Tennisspielerin Serena Williams hörte, entschieden sich 20 % für den Wettbewerb. In der Frauengruppe, die vom männlichen Vorbild Roger Federer hörten, waren es hingegen nur 11 %. Die Männergruppen durchliefen ein identes Prozedere. Auf sie hatte das aber keinen signifikanten Einfluss.
Frauen, die in verschiedenen Bereichen herausragen, dienen als Quelle der Motivation und Inspiration für andere. Eine solche Frau ist Jacinda Ardern, die Premierministerin Neuseelands. Sie verkörpert eine moderne und visionäre Führungskraft, die sich für soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz und Frauenrechte einsetzt. Ardern zeigt, dass es möglich ist, eine effektive Regierungsführung mit Mitgefühl und Empathie zu vereinen.
Eine weitere herausragende Persönlichkeit ist Malala Yousafzai, eine Aktivistin für Bildung und Frauenrechte. Trotz eines lebensbedrohlichen Angriffs auf ihr Leben setzt sie ihren Kampf für Bildung und Gleichberechtigung unbeirrt fort. Ihre Entschlossenheit und Tapferkeit inspirieren Frauen und Mädchen weltweit, für ihre Rechte einzutreten und sich für eine bessere Zukunft einzusetzen.
Zusätzlich zu politischen und sozialen Führerinnen gibt es auch Frauen, die in der Wirtschaftswelt herausragen, wie zum Beispiel Mary Barra, die CEO von General Motors. Als eine der wenigen weiblichen CEOs in der Automobilindustrie hat sie bewiesen, dass Frauen in Führungspositionen erfolgreich sein können. Barra setzt sich für Vielfalt am Arbeitsplatz ein und fördert die Entwicklung von Frauen in der Automobilbranche.
Diese Frauen zeigen, dass Geschlecht keine Barriere für Erfolg ist und dass Frauen in der Lage sind, bedeutende Veränderungen in der Welt herbeizuführen.
Vorbilder zu haben, ist also enorm wichtig, aber wie findet man eines, das zu einem passt? Wir haben drei Tipps für dich.
Der erste Schritt ist, sich wirklich bewusst auf die Suche nach einem Vorbild zu machen. Halte dazu die Augen und Ohren überall offen, denn jeder könnte infrage kommen. Ob am Arbeitsplatz, in der Familie, im öffentlichen Leben, im Sportverein. Inspirierende Personen gibt es überall. Frage dich, in welchen Bereichen diese Menschen besonders aktiv sind.
Frage dich, was die Eigenschaften an der Person sind, die du so bewundernswert findest? Meistens sind es Verhaltensweisen und Eigenschaften, in denen wir selbst gerne gefestigter oder erfolgreicher wären. Wolltest du schon immer lernen, am Arbeitsplatz besser Nein zu sagen und beobachtest an einer Kollegin, wie es ihr mühelos gelingt? Oder ein Freund lernt eine neue Sprache und investiert jeden Tag 20 Minuten dafür? Welche Eigenschaften möchtest du für dich selbst übernehmen?
Nach dem Beobachten ist das selbst Umsetzen der finale Schritt. Stelle dir dabei die Frage, wie du das Gelernte in dein Leben integrieren kann, sodass es für dich passt. Wichtig ist auch hierbei, dass du die Person nicht komplett nachahmen musst. Bleibe dir treu und schau, wie du die gelernten Verhaltensweisen auf deine Art und Weise umsetzen kannst.
Jeder kann ein Vorbild sein. Wir erklären dir, worauf du besonders achten solltest.
Berühmte Persönlichkeiten: Wahrscheinlich denken die meisten Menschen bei Role Models sofort an berühmte Personen. Verständlich, denn hier gibt es auch eine ganze Reihe an Vorbildern aus den verschiedensten Bereichen. Seien es Wissenschaftler*innen wie z. B. Marie Curie oder Politiker*innen und Aktivist*innen wie Martin Luther King. Aber auch aus der Musik- oder Filmbranche können uns Sänger*innen und Schauspieler*innen als Vorbild dienen, wie etwa Arnold Schwarzenegger oder Scarlett Johansson. Sie alle verkörpern einen Erfolg oder Eigenschaften, die wir erstrebenswert finden.
Familie und Kolleg*innen: Auch Persönlichkeiten aus unserem nahen Umfeld können eine Vorbildfunktion für uns haben, wie zum Beispiel aus der Familie. Auch wenn wir uns im Teenageralter häufig lieber von der Familie abgrenzen möchten, können wir als Erwachsene oft erkennen, was unsere Familienmitglieder geleistet haben und bewundern sie dafür. Und auch unter Kolleg*innen lassen sich Menschen finden, die uns ein großes Vorbild sein können, wie etwa die Kollegin, die selbst in Stresssituationen gelassen bleibt.
Influencer*innen: Durch Social-Media-Kanäle wie Instagram und TikTok dienen auch Influencer*innen als Role Models. Auch hier gibt es für so gut wie jeden Bereich eine berühmte Person, die uns inspirieren kann. Durch Influencer*innen wie Coach Steph können wir uns etwa eine Sportroutine abschauen, Tipps, wie man den Tag gut strukturiert oder sogar, wie man sich selbstständig ein Business aufbaut. Allerdings können Influencer*innen auch Negativ-Vorbilder sein und unrealistische Erwartungshaltungen verbreiten. Zum Beispiel wenn sie Schönheitsideale promoten, die für die meisten Menschen unerreichbar sind, oder wenn sie uns zeigen, wie produktiv sie an einem Tag waren und wir so den Druck an uns selbst erhöhen.
Neben den klassischen Fragen beim Bewerbungsgespräch und der Gehaltsverhandlung kann es vorkommen, dass nach deinen Vorbildern gefragt wird. Diese Frage wird gerne gestellt, um zu sehen, was deine beruflichen Ambitionen und Vorstellungen für die Zukunft sind und auch, um herauszufinden, wie du dich selbst einschätzt.
Wichtig für deine Antwort ist vor allem, dass du ehrlich bist und argumentieren kannst, wieso du dein Vorbild bewunderst. Es hilft also nichts, große Namen zu nennen, wenn du nicht erläutern kannst, welche Eigenschaften dir selbst wichtig sind. Sei also du selbst und nenne dein Vorbild. Das kann eine berühmte Persönlichkeit oder jemand aus deinem persönlichen Umfeld sein. Erkläre, warum dich diese Person inspiriert und wofür du sie bewunderst. Das sagt viel über deine Persönlichkeit aus und sowohl du als auch dein potenzieller Arbeitgeber können erkennen, ob du mit deinen Werten und Zielen zum Unternehmen passt.
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