Eine Frau führt ein Vorstellungsgespräch mit einem jungen Mann
Inhalt
Tipps und Regeln für SmalltalkDas richtige Timing für SmalltalkBeispiele für SmalltalkFazit: Smalltalk zu deinem Vorteil nutzenFAQ – häufig gestellte Fragen

Du kommst zum Vorstellungsgespräch und möchtest am liebsten direkt thematisch durchstarten, aber dein Gegenüber fragt dich nach deiner Anreise – tut doch nichts zur Sache, oder? Falsch gedacht – Smalltalk gehört zu jedem Bewerbungsgespräch und sollte von dir nicht unterschätzt werden. Wir zeigen dir, wie du mit guter Vorbereitung und souveränem Auftreten den Smalltalk im Bewerbungsgespräch erfolgreich meisterst und einen gelungenen Gesprächseinstieg findest!

Inhalt
Tipps und Regeln für SmalltalkDas richtige Timing für SmalltalkBeispiele für SmalltalkFazit: Smalltalk zu deinem Vorteil nutzenFAQ – häufig gestellte Fragen

Tipps und Regeln für Smalltalk im Bewerbungsgespräch

Du hast die Zusage zum Vorstellungsgespräch. Super gemacht! Jetzt heißt es: vorbereiten, vorbereiten, vorbereiten. Und keine Sorge, wenn dabei ein bisschen Nervosität aufkommt. Das ist völlig normal und geht wahrscheinlich allen Jobsuchenden so. Aber auch verständlich: Schließlich willst du dich vor deinem zukünftigen Arbeitgeber beweisen und aus der Masse herausstechen.

Trotz aller Aufregung und auch wenn es vielleicht nicht dein erster Gedanke bei der Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch ist, solltest du eines nicht vergessen: den Smalltalk. Wir haben ein paar tolle Smalltalk-Tipps fürs Vorstellungsgespräch für dich, die dir viele Unsicherheiten nehmen werden.

Tipp 1: Bleib natürlich

In 30 Minuten kann sich entscheiden, ob du den Job bekommst – oder eben nicht. Da fällt unbeschwertes Auftreten nicht immer leicht. Du kommst zur Tür herein, das Herz klopft und die Gedanken stolpern im Kopf. Wenn du jetzt „cool“ bleibst, hebst du dich durch eine natürliche, ungekünstelte Sprechweise von der Masse ab. Achte auf ein selbstbewusstes Auftreten mit einer Mischung aus Ernsthaftigkeit, Lockerheit und Souveränität. Bleib dir dabei selbst treu: Bist du eher introvertiert, brauchst du nicht gespielt aufgedreht auftreten.

Tipp 2: Vergiss deine Körpersprache nicht

Der Körper spricht mit. Zum natürlichen Auftreten gehören deshalb auch Mimik und Gestik. Besonders wichtig: Regelmäßiger Blickkontakt, ohne zu starren. Ebenso wichtig: ein freundliches Lächeln im richtigen Moment und aufmerksames Zuhören. Versuch, eine entspannte und herzliche Mimik anzubieten, die zum Gesprächsthema passt. Vermeid jedoch übermotiviertes Grinsen. Beweis durch aufmerksames Zuhören, dass du bei der Sache bist. Zu guter Letzt: Eine aufrechte Körperhaltung strahlt mehr Selbstbewusstsein aus als hängende Schultern und ein krummer Rücken.

Tipp 3: Tritt bescheiden, aber selbstbewusst auf

Klar, im Vorstellungsgespräch möchtest du zeigen, dass du für die Stelle geeignet bist. Fall aber nicht mit der Tür ins Haus und versuch nicht, in den ersten Minuten mit Hard und Soft Skills oder Qualifikationen zu beeindrucken. Bleib lieber angemessen bescheiden, aber berechtigt selbstbewusst und persönlich zugänglich – zum Fachlichen kommt ihr noch früh genug. Nutz den Smalltalk-Teil des Bewerbungsgesprächs lieber, um deine überzeugende Persönlichkeit zu zeigen. Spätestens wenn die Frage „Warum sollten wir Sie einstellen?“ im Laufe des Gesprächs auftaucht, ist es an der Zeit, zum Fachlichen überzugehen.

Tipp 4: Zeig Interesse

Im Bewerbungsgespräch erhältst du durch Nachfragen oder auch Stressfragen automatisch die Gelegenheit, deine Eignung hervorzuheben. Nutz daher den übrigen Redeanteil für interessierte Nachfragen. Diese können sich auf Erfolge, Aktivitäten oder Zukunftspläne des Betriebs beziehen. So beweist du, dass du dich mit dem Unternehmen beschäftigt hast. Wichtig: Es sollte sich um job- und unternehmensrelevante Fragen handeln. Vage oder persönliche Fragen können genau das Gegenteil bewirken.

Tipp 5: Achte auf den richtigen Ton

Der Ton macht die Musik. Du willst natürlich und locker auftreten, nicht aber ins Fettnäpfchen treten und albern wirken. Achte daher auf einen warmen, entspannten und lockeren Ton, der dem professionellen Kontext angemessen bleibt. Hierzu zählt auch das Siezen, soweit es nicht anders angeboten wird.

Tipp 6: Strahl Positivität aus

Ob bei Fragen zur Anreise, zum Alltagsleben, Interessen oder Hobbys – gib positive Antworten. Selbst, wenn es auf dem Hinweg zu Verspätungen durch öffentliche Verkehrsmittel, Bauarbeiten oder Parkplatzsuche kam, nutz die Gelegenheit, Humor zu beweisen. Noch besser: Betone eine gute Anfahrt. War die Zugfahrt angenehm? Gefällt dir die Lage? Schmeckt der angebotene Kaffee oder Tee? All das sind Möglichkeiten, um mit Positivität zu glänzen.

Tipp 7: Beachte angemessene Themen

Nicht jedes Thema passt zum Smalltalk im Vorstellungsgespräch. Kontroverse Themen sind zum Beispiel: Politik, Religion, Gesundheit oder Finanzen. Sie bieten zu viel Komplexität und tragen nicht wirklich zum ersten positiven Eindruck bei. Besser: Gemeinsame Interessen oder allgemeine Themen, soweit sie sich anbieten, wie z. B. Wetter, Anfahrt, Stadtleben, Sport, Hobbys, Reisen oder Musik.

Tipp 8: Üb im Alltag

Übung macht den*die Meister*in. Üb daher im Alltag deinen Smalltalk: An der Kasse im Supermarkt, mit der netten Oma in der Nachbarschaft oder den Schwiegereltern. Du wirst merken, dass du mit den richtigen Eisbrecher-Themen schnell ins Gespräch kommst und es mit der guten Mischung aus Nachfragen und Kommentaren am Laufen hältst. Diese Übung wird sich in Form von Selbstvertrauen und Lockerheit auszahlen und zwar nicht nur bei Bewerbungsgesprächen, sondern auch in anderen Lebensbereichen.

Das richtige Timing für Smalltalk im Vorstellungsgespräch

Smalltalk dient dazu, dir anfangs die Nervosität zu nehmen und dich gleichzeitig besser kennenzulernen. Eine naheliegende Frage ist daher: Wann fängt im Vorstellungsgespräch Smalltalk an und wer macht den ersten Schritt?

Die ungeschriebene Regel lautet: Die Personalverantwortlichen machen den Anfang. Bei einem Vorstellungsgespräch würdest du wahrscheinlich nicht einfach „drauf los plaudern“.

Gleichzeitig solltest du nicht stumm bleiben, wenn der Gesprächseinstieg ausbleibt. Hier bieten sich sogenannte Eisbrecher an – also Smalltalk-Themen, die das Gespräch in Gang bringen. Dazu gehören: Bemerkungen zum Wetter, zur Anreise, zur Lage oder zu besonderen Ausstattungsmerkmalen des Büros.

Auch bei der Verabschiedung kommt es auf das richtige Timing an: Nimm dir Zeit für eine freundliche Verabschiedung und bedank dich. Zöger den Abschied aber nicht unnötig hinaus – schließlich sollte nicht nur der erste, sondern auch der letzte Eindruck positiv sein.

Drei Personen führen ein Vorstellungsgespräch
Die Personalverantwortlichen legen den Start für Smalltalk im Bewerbungsgespräch fest. © Lumina/Stocksy

Vorstellungsgespräch und Smalltalk: Beispiele

Bestimmte Themen kommen immer wieder beim Smalltalk nach der Begrüßung auf. Welcher thematische Bereich sich anbietet, hängt dabei von der Situation ab. Setz dich nicht unter Druck und lass es auf dich zukommen. Zu häufigen Einstiegsfragen und Antwortmöglichkeiten zählen:

Die Anreise

Zwei typische Smalltalk-Fragen im Vorstellungsgespräch, mit denen Personaler*innen den Gesprächseinstieg signalisieren, lauten: „Haben Sie gut hergefunden?“ oder „Wie war die Anfahrt?“.

Mögliche Antworten:

„Perfekt! Alle Züge kamen auf die Minute pünktlich. So hatte ich sogar Gelegenheit, beim Bäcker eine kleine Stärkung zu holen.“

„Alles in allem super. Ein Anschluss war zwar knapp, aber so bleib ich zumindest fit.“

Das Wetter

Ob als aktives Gesprächsangebot oder als Antwort auf die Frage „Herrliches Wetter heute, oder?“ – Wetter ist immer Smalltalk im Vorstellungsgespräch wert.

Mögliche Antworten:

„Besser könnte das Wetter ja kaum sein.“

„Ich mag sonniges Wetter lieber, aber zum Glück soll es auch nur noch heute regnen.“

Der Stadtteil, Sitz oder Ausstattungsmerkmale des Unternehmens

Durch positive Kommentare über den Stadtteil und die Lage des Unternehmens kannst du zeigen, dass dir nicht nur die Stelle, sondern auch der Ort gefällt. Auf die Ausstattung der Arbeitsstelle kannst du ebenfalls eingehen.

Mögliche Antworten:

„Ich habe gehört, dass es im Stadtteil einige der besten Restaurants der Stadt gibt. Haben Sie persönliche Empfehlungen?“

„Von der Lage bin ich begeistert! Die Anbindung ist optimal und ich wollte die Gegend schon immer besser kennenlernen.“

„Das ist eine fantastische Kaffeemaschine, die Sie hier haben. Ich bin selbst Kaffeeliebhaber*in. Wie trinken Sie Ihren Kaffee am liebsten?“

Hobbys und Interessen

Hobbys und Interessen kannst du in einem passenden Zusammenhang einfließen lassen, zum Beispiel wie folgt:

„Ich habe auf dem Weg gesehen, dass es ein/e (Gym, Sporthalle, Boulder-Halle, Konzerthaus etc.) gibt. Das ist perfekt, denn ich liebe (Sport/Musik, etc.).“

Vielleicht hast du ja auch schon Hobbys im Lebenslauf untergebracht – dann nimmst du praktisch den roten Faden wieder auf, wenn du sie im Bewerbungsgespräch noch einmal ansprichst.

Fazit: Smalltalk im Vorstellungsgespräch zu deinem Vorteil nutzen

„Oberflächlich und belanglos“ – so wird Smalltalk oft abgetan. Im Vorstellungsgespräch erfüllt Smalltalk jedoch einen wichtigen Zweck. Durch scheinbar oberflächliches Plaudern lässt sich nämlich einschätzen, ob die Chemie wirklich stimmt. Denn Arbeitgeber stellen nicht nur deine Fähigkeiten ein, sondern auch deine Persönlichkeit – dich als Gesamtpaket also. Umso wichtiger sind deine Smalltalk-Kompetenzen und Schlagfertigkeit, die dir die Chance geben, deinen Charakter zu zeigen. So verschaffst du dir nicht nur durch deine fachlichen Qualifikationen, sondern auch durch dein Auftreten Vorteile bei der Jobsuche. Wir wünschen gutes Wetter und viel Erfolg!

FAQ – häufig gestellte Fragen

Welche Fragen kommen im Vorstellungsgespräch nicht gut an?

Persönliche Fragen, die nichts mit dem Job-Gespräch zu tun haben, solltest du vermeiden. Das wirkt im schlimmsten Fall aufdringlich und unangemessen. Auch Fragen, die zu fordernd oder direkt sind, kommen vermutlich nicht gut an.

Wie kann man bei einem Vorstellungsgespräch einen guten Eindruck hinterlassen?

Die wichtigsten Punkte für einen ersten guten Eindruck lauten: natürliches Auftreten, selbstbewusste Sprechweise, sichere Körpersprache und positive Ausstrahlung. Wenn du gut vorbereitet bist, einen klaren Bezug zum Unternehmen aufbaust und dich gut mit deinem Gegenüber unterhältst, stehen deine Chancen schon mal gut.

Was macht im Smalltalk sympathisch?

Besonders wichtig für Sympathie im Smalltalk im Vorstellungsgespräch ist aufmerksames Zuhören und interessiertes Nachfragen. So hältst du das Gespräch im Gang und beweist Interesse am Gegenüber. Dabei helfen Augenkontakt und eine offene, zugewandte Körpersprache.

Wertvolle Werkzeuge für deine Karriere

Weitere interessante Themen für dich

Newsletter

News-Service

Du möchtest aktuelle Tipps rund um Gehälter, Bewerbung und Karriere erhalten? Dann registriere dich kostenlos auf unserer Seite und bleib immer auf dem Laufenden.

Kostenlos registrieren