Du hast in der Schule oder im Studium Latein und fragst dich, ob und wofür du das später mal brauchst? In diesem Artikel erfährst du, für welche Studiengänge und Berufe Lateinkenntnisse vorausgesetzt werden und ob man das Latinum noch nachholen kann.
Das Latinum ist ein offizieller Nachweis über deine Lateinkenntnisse. Unterschieden wird zwischen:
Heute ist in Hochschulordnungen meist nur noch von "Lateinkenntnissen" die Rede – nicht mehr von kleinen oder großen Latinum.
Wie bekommt man das Latinum?
Lateinkenntnisse waren noch vor wenigen Jahren für eine Reihe von Studiengängen Voraussetzung. Mittlerweile haben sich die Studiengänge, die das Latinum voraussetzen, deutlich reduziert. Davon sind besonders Bachelorstudiengänge betroffen. Für den Master oder eine Promotion werden eher noch Lateinkenntnisse benötigt.
Es gibt keine einheitlichen Regelungen mehr, sondern Universitäten und Bundesländer entscheiden, ob ein Latinum für bestimmte Studiengänge Pflicht ist.
Für diese Studienfächer ist Latein in der Regel relevant:
Sammelbezeichnung | Studiengänge |
|---|---|
Sprachwissenschaften | • Germanistik und Anglistik |
Geisteswissenschaften | • Ägyptologie |
Naturwissenschaften | • Biologie |
Rechtswissenschaft | • Jura |
Auch wenn geforderte Lateinkenntnisse von der Universität abhängen, gibt es einige Studiengänge, bei denen die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass sie Lateinkenntnisse voraussetzen. So gehören Germanistik, Romanische Sprachen, Theologie, Philosophie, Mediävistik, Geschichte, Archäologie, Tiermedizin und Ägyptologie zu diesen Studienfächern. Viele dieser Studiengänge bauen sprachlich auf dem Lateinischen auf oder befassen sich mit Texten in dieser Sprache.
Bei den restlichen Studienfächern hast du eher die Chance, auch ohne Lateinkenntnisse einen Abschluss zu erlangen. Viele Jahre waren für Jura, Humanmedizin und Pharmazie ein Latinum gefordert. Mittlerweile ist das nicht mehr zwangsläufig nötig. Die Regelungen sind allerdings von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich und können sich ändern – es ist deshalb wichtig, dass du in jedem Fall die Bestimmungen der einzelnen Universitäten prüfst.
Lateinstudium ohne Lehramtsoption
Wenn du die lateinische Sprache inklusive Feinheiten der Grammatik, die Literatur und Kultur studieren möchtest, kannst du dich für ein Studium der Latinistik (auch lateinische Philologie) entscheiden. Grundlegende Lateinkenntnisse sind hierfür Voraussetzung und werden häufig im Rahmen einer Eignungsprüfung abgefragt.
Ein Lateinstudium vermittelt aber nicht nur die lateinische Sprache, sondern noch andere Fähigkeiten wie das Analysieren und Interpretieren von komplexen Sachverhalten sowie logisches und kreatives Denken. Darüber hinaus entwickeln die Studierenden geschichtliches und kulturelles Verständnis sowie Kommunikationsfähigkeiten. Diese Skills eröffnen dir Berufschancen in verschiedenen Bereichen wie z. B. in Bibliotheken, Museen, Medien und Kommunikation.
Daneben hast du die Möglichkeit, in die Forschung zu gehen oder als Lateindozent*in zu arbeiten. Dafür ist ein Masterstudium mit anschließender Promotion Voraussetzung.
Lateinstudium mit Lehramtsoption
Liegt dir die Vermittlung von Sprachen, könnte ein Lehramtsstudium in Latein etwas für dich sein. Das Lehramtsstudium ist in Bachelor und Master aufgeteilt und beinhaltet viele Schulpraktika. Im Anschluss müssen Interessent*innen ein Referendariat antreten, um ihre Eignung für den Beruf zu beweisen. Im Unterschied zum klassischen Lateinstudium müssen Lehramtsstudierende auch didaktische und pädagogische Seminare belegen. Häufig müssen sie mindestens noch ein weiteres Unterrichtsfach neben Latein studieren.
Auch wenn es in vielen Berufen nicht zwingend verlangt wird, bringt Latein dir zahlreiche indirekte Vorteile:
Auch wenn Latein im Berufsalltag selten gesprochen wird, ist die Sprache in vielen wissenschaftlichen, kulturellen und sprachlichen Berufen von Vorteil – und in manchen sogar Voraussetzung.
Noch nicht sicher, welcher Job überhaupt zu dir passt? Wirf mal einen Blick in unseren Artikel zum Thema „Berufung finden in 5 Schritten“.
Latein wird in vielen deutschen Schulen schon ab der sechsten oder siebten Klasse angeboten. Viele Schüler*innen wissen in dem Alter aber noch nicht, welchen Beruf sie später einmal ausüben möchten, und entscheiden sich eher für Französisch oder Spanisch. Wenn sie sich dann aber für ein Studium mit Lateininhalten interessieren, fehlt dieses Wissen und muss nachgeholt werden. Bist du in dieser Situation, hast du mehrere Möglichkeiten.
Wenn das Latinum Voraussetzung für die Immatrikulation in dem Studiengang ist, musst du es vorher nachholen. Das geht mithilfe von Intensivkursen oder Ergänzungsprüfungen an Volkshochschulen oder im Fernstudium, die jedoch selbst finanziert werden müssen. Je nach Art und Intensität des Kurses kann es mehrere Wochen bis Monate dauern, bis du das Latinum in der Tasche hast.
Du kannst das Latinum aber auch während des Studiums nachholen, wenn es erst für den Abschluss vorausgesetzt wird. Das nimmt mindestens zwei Semester und viel Lernzeit in Anspruch. Universitäten bieten häufig interne Kurse und Prüfungen an. Du kannst dich aber auch für ein Fernstudium entscheiden. Der Vorteil dabei: Du kannst dir deine Zeit meist selbst einteilen.
Option | Dauer | Kosten | Bemerkung |
|---|---|---|---|
Intensivkurs (VHS) | 8–12 Wochen | ca. 700–1.200 € | Vorbereitung auf staatl. Prüfung |
Fernkurs | 3–6 Monate | ca. 800–1.500 € | Flexible Zeiteinteilung möglich |
Uni-Kurs | 2–3 Semester | i. d. R. kostenlos | Meist verpflichtend für Abschluss |
Nein. Das Latinum ist heute keine formale Voraussetzung mehr für Medizin, Zahnmedizin oder Pharmazie.
Viele Universitäten bieten spezielle Latinumskurse an. Alternativ gibt es externe Angebote (z. B. Fernunterricht).
Latein fördert Sprachgefühl, logisches Denken und Allgemeinbildung. Es erleichtert das Lernen anderer Sprachen und das Verständnis komplexer Fachbegriffe.
Einfach unter dem Punkt „Sprachkenntnisse“ aufführen, z. B. „Latinum erworben (2021)“ oder „Lateinkenntnisse: gut (Latinum abgeschlossen)“.
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