Frontalansicht einer Lehrerin, die an ihrem Schreibtisch im Klassenzimmer arbeitet. Hinter ihr befindet sich ein großes Fenster, das mit Papiervögeln dekoriert ist, und auf dem Tisch steht ein großer Erdglobus.
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Was bringt dir Erdkunde im Berufsleben?Für diese Berufe ist Erdkunde wichtigWas kannst du mit einem Geografie-Studium machen?Für diese Berufe wird kein Erdkunde benötigtFAQ: Berufe mit Erdkunde

Vielleicht gehört Erdkunde, auch Geografie genannt, auch zu deinen Lieblingsfächern. Erdkunde ist sowohl in der Schule als auch im Studium ein beliebtes Fach. Die ehemalige Schreibweise „Geographie“ wird immer noch häufig verwendet und kann demzufolge auch in Stellenanzeigen auftauchen. Früher waren Geograf*innen diejenigen, die die Welt erkundet haben, um diese zu kartografieren und Naturphänomene zu verstehen. Heutige Berufe im Bereich Erdkunde sind zwar etwas weniger abenteuerlich, das „über den Tellerrand hinausschauen“ ist jedoch nach wie vor relevant. Durch den technischen und wissenschaftlichen Fortschritt ergeben sich neuartige und komplexe Berufsfelder für Geograf*innen. In diesem Artikel geht es um Berufe, Gehalt und Karriere mit Erdkunde.

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Was bringt dir Erdkunde im Berufsleben?Für diese Berufe ist Erdkunde wichtigWas kannst du mit einem Geografie-Studium machen?Für diese Berufe wird kein Erdkunde benötigtFAQ: Berufe mit Erdkunde

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Vielfältige Berufsfelder: Berufe mit Erdkunde reichen von Stadt- und Regionalplanung über Geoinformatik, Umweltberatung und Forschung bis hin zu Lehre und Tourismus.
  • Praktische Anwendung: Erdkunde-Kenntnisse werden in der Arbeit mit Geodaten, Karten, Raumplanung, Umweltprojekten und Bildungsangeboten aktiv eingesetzt.
  • Interdisziplinäre Fähigkeiten: Geograf*innen verbinden natur- und gesellschaftswissenschaftliches Wissen, analysieren komplexe Zusammenhänge und entwickeln kreative Lösungen.
  • Zukunftsperspektiven: Klimawandel, Urbanisierung und Digitalisierung schaffen neue Karrierechancen in nachhaltiger Stadtentwicklung, Umweltmanagement und Datenanalyse.
  • Technologische Trends: GIS-Systeme, Satellitenbilder, Drohnen und Fernerkundung spielen eine zentrale Rolle, ebenso wie die Verbindung von Geografie mit sozialen, wirtschaftlichen und politischen Fragestellungen.

Was bringt dir Erdkunde im Berufsleben?

Geografie befasst sich mit allen Aspekten unseres Planeten. Die naturwissenschaftliche „Physische Geografie“ beschäftigt sich mit der Dynamik unserer Umwelt, beispielsweise dem Klima und Landschaften. In der gesellschaftswissenschaftlichen „Humangeografie“ geht es um Bevölkerungsstrukturen und Räume des menschlichen Handels, wie Städte, Länder und Kulturen.

Durch die Vielschichtigkeit der Thematik lernst du Probleme ganzheitlich zu betrachten. Das ist eine wertvolle Kompetenz in unterschiedlichen Berufsfeldern. Taucht eine Problemstellung auf, kannst du Ursachen und Auswirkungen interdisziplinär hinterfragen. In vielen Berufsfeldern hast du als jemand, der einen Hang zu Erdkunde hat, demnach eine gute Chance einen Job zu finden. Für welche Berufe gilt das genau?

Für diese Berufe ist Erdkunde wichtig

Wenn du schon in der Schulzeit ein Interesse für Geografie entwickelt hast, kannst du bereits an manchen Schulen in ein gesellschaftswissenschaftliches Profil gehen bzw. Erdkunde als Leistungskurs belegen. Erdkunde ist mehr als Länder und Hauptstädte auswendig zu lernen. Vielmehr werden aktuelle Themen wie der Klimawandel, Abholzungen, Ressourcenmangel, Bevölkerungsexplosion und Globalisierung aus verschiedenen Perspektiven betrachtet.  Berufe, die einen Bezug zu Erdkunde haben, gibt es für alle Schulabschlüsse, egal ob Hauptschulabschluss, Mittlere Reife oder Fachhochschulreife. In der nachfolgenden Tabelle haben wir einige Erdkunde-Berufe mit Ausbildung und Studium aufgelistet:

Mit Ausbildung

Mit Studium

Berufsbezeichnung

Agrartechniker*in

Geograf*in

Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft

Geoinformatiker*in

Gärtner*in

Geologe*in

Geomatiker*in

Geophysiker*in

Landwirt*in

Geowissenschaftler*in

Landwirtschaftlich-technische*r Assistent*in (LTA)

Journalist*in

Tourismuskaufmann*frau

Lehrer*in

Umweltschutztechnische*r Assistent*in

Stadt- und Regionalplaner*in

Umweltberater*in

Vermessungsingenieur*in

Geomatiker*innen sind Fachleute, die Geodaten am Computer mit spezieller Software verarbeiten, um Landkarten, Diagramme und interaktive Anwendungen zu erstellen. Dafür führen sie Entfernungs- und Höhenmessungen mit GPS-Geräten und anderen Messinstrumenten durch. Der Beruf eines*einer Geomatiker*in verbindet Bürotätigkeiten mit Arbeiten im Freien. Häufig sind sie während und nach der Ausbildung bei Behörden, Unternehmen der Geoinformationswirtschaft oder Verlagen der Kartografie angestellt. Ausbildungen mit Erdkunde sind außerdem in den Bereichen Umwelt, Tourismus und Landwirtschaft möglich.

Während in der Ausbildung vermehrt praktische Anwendungsbereiche geschult werden, für die geografisches Wissen die Grundlage bildet, geht es in den Studiengängen mit Geografie eher um das Verständnis von theoretischen Zusammenhängen. Häufig wird die geografische Komponente im Studium mit anderen Fachbereichen verknüpft. So verbinden Geoinformatiker*innen beispielsweise die Geowissenschaft mit Informatik, um raumbezogene Geodaten technisch aufzubereiten. Nach dem Abschluss Bachelor of Engineering (B.Eng.) oder Bachelor of Science (B.Sc.) oder dem jeweiligen Master-Studium, arbeiten Geoinformatiker*innen häufig in den Bereichen Software- und Datenbankprogrammierung, IT-Projektmanagement oder Computeranimation. Auch der naturwissenschaftliche Bereich kann mit Geografie verbunden werden. Geophysiker*innen beschäftigen sich mit den physikalischen Eigenschaften unseres Planeten. Sie arbeiten nach dem Studium in Forschungseinrichtungen, bei Behörden oder in der freien Wirtschaft.

Eine Gruppe von Kindern lernt Geografie anhand eines Sonnensystemmodells im Klassenzimmer.
Eine Gruppe von Kindern lernt Geografie anhand eines Sonnensystemmodells im Klassenzimmer. © Lumina/Stocksy

Was kannst du mit einem Geografie-Studium machen?

Student*innen im Bereich Geografie werden häufig gefragt: „Und was willst du nach dem Studium damit machen?“ Im Folgenden wird ein Überblick über mögliche Berufsfelder gegeben. Geograf*innen sind Expert*innen für räumliche Strukturen. Themengebiete im Studium sind unter anderem:

  • Angewandte Geoinformatik
  • Geomorphologie und Bodenkunde
  • Gesellschaft, Ökonomie und Raum
  • Gesellschaft, Tourismus und Umwelt
  • Human- oder physische Geografie
  • Kartografie
  • Klimatologie
  • Räumliche Planung

Geograf*innen werden demnach in einem breiten Spektrum ausgebildet. Das macht es schwieriger, ein passendes Berufsspektrum abzustecken als beispielsweise bei Juristen oder Medizinern. Es gibt nicht so viele Stellenanzeigen, die sich konkret an Geograf*innen richten, allerdings sind ihre vielfältigen Skills immer gefragter in der Berufswelt, weshalb Absolvent*innen eines Geografie-Studiums als Bewerber*innen gerne gesehen sind.

Eine Karriere nach dem Erdkunde-Studium ist unter anderem in folgenden Bereichen möglich:

  • Forschung
  • Freie Wirtschaft
  • Journalismus
  • Landschaftsplanung
  • Marktforschung
  • Natur-, Klima- und Umweltschutz
  • Öffentliche Behörden
  • Softwareentwicklung
  • Stadtplanung
  • Tourismus
  • Unternehmensberatung

Für diese Berufe wird kein Erdkunde benötigt

Spezifisches Erdkunde-Wissen wird nur in wenigen Berufen vorausgesetzt. Es gibt zahlreiche Ausbildungs- und Hochschulberufe, für die Geografie nicht relevant ist. Das gilt unter anderem für folgende Berufe:

Mit Ausbildung

Mit Studium

Berufsbezeichnung

Bankkaufmann*frau

Bauingenieur*in

Fachinformatiker*in

Controller*in

Friseur*in

Finance Director

Koch*Köchin

Innenarchitekt*in

Mechaniker*in

Lebensmitteltechniker*in

Technische*r Zeichner*in

Psychologe*in

Verkäufer*in

Qualitätsmanager*in

Schulleiter*in

Steuerberater*in

Einige Geografie-Grundlagen können gerade in Berufen und Unternehmen, die länderübergreifend tätig sind, relevant sein. Im Bereich Import / Export benötigen Einkäufer*innen und Vertriebsmitarbeitende, die täglich mit dem Handel zwischen verschiedenen Regionen und der Beobachtung ausländischer Märkte und Entwicklungen zu tun haben, durchaus grundlegendes Erdkunde-Wissen. In anderen Branchen, beispielsweise im Handwerk oder im medizinischen Bereich, ist Geografie kaum relevant.

Zukunftsperspektiven in Berufen mit Erdkunde

Die Nachfrage nach Fachkräften mit geografischem Wissen wird in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter steigen. Gründe dafür sind der Klimawandel, die zunehmende Urbanisierung und der Bedarf an nachhaltiger Ressourcennutzung. Geograf*innen sind in der Lage, langfristige Planungen zu unterstützen, z. B. bei der Anpassung von Städten an extreme Wetterereignisse oder bei der Planung von Infrastrukturprojekten unter ökologischen Gesichtspunkten. Auch internationale Zusammenarbeit gewinnt an Bedeutung: Projekte im Bereich Katastrophenschutz, Umweltmonitoring oder globaler Handel erfordern Fachwissen über räumliche Zusammenhänge und globale Prozesse.

Darüber hinaus eröffnet die Digitalisierung neue Berufsfelder. Kenntnisse in Geoinformatik, Datenanalyse und GIS-Systemen (Geographische Informationssysteme) sind besonders gefragt, da sie helfen, große Datenmengen auszuwerten, Umweltveränderungen zu überwachen und strategische Entscheidungen zu treffen. Für junge Fachkräfte bedeutet das: Wer sich neben klassischem Erdkunde-Wissen auch mit digitalen Werkzeugen auskennt, hat exzellente Karrierechancen.

Aktuelle Trends und Innovationen in der Geografie

In der modernen Geografie spielen technologische Entwicklungen eine immer größere Rolle. Drohnen, Satellitenbilder und Fernerkundung liefern präzise Daten über Landschaften, Klimaveränderungen oder städtische Strukturen. Diese Informationen werden zunehmend genutzt, um nachhaltige Lösungen zu entwickeln – zum Beispiel zur Energieversorgung, für den Verkehr oder im Naturschutz.

Ein weiterer Trend ist die Verknüpfung von Geografie mit sozialen Aspekten: Humangeografische Forschung untersucht nicht nur Raum und Natur, sondern auch Migration, Bevölkerungsentwicklung und wirtschaftliche Disparitäten. Dies eröffnet Karrieremöglichkeiten in Politikberatung, Stadtentwicklung oder NGOs, die sich mit globalen Herausforderungen beschäftigen. Die Fähigkeit, geografisches Wissen praxisnah und interdisziplinär anzuwenden, ist damit zu einem entscheidenden Vorteil auf dem Arbeitsmarkt geworden.

FAQ: Berufe mit Erdkunde

Was hat alles mit Erdkunde zu tun?

Erdkunde, auch bekannt als Geografie, beschäftigt sich mit der Erforschung und Analyse der Erdoberfläche, ihrer physischen Eigenschaften, menschlichen Aktivitäten und deren Wechselwirkungen. Das Fach umfasst Themen wie Klima, Landnutzung, Bevölkerung, Wirtschaft, Politik und Umwelt.

Ist Geografie und Erdkunde das gleiche?

Ja, Geografie und Erdkunde werden oft synonym verwendet. Beide Begriffe beziehen sich auf die wissenschaftliche Untersuchung der Erdoberfläche, ihrer Eigenschaften und der Interaktionen zwischen Mensch und Umwelt.

Was kann man nach einem Geografie-Studium machen?

Nach einem Geografie-Studium stehen zahlreiche berufliche Möglichkeiten offen. Dazu gehören Berufe im Bereich Stadt- und Regionalplanung, Umweltmanagement, Tourismus, Geoinformatik, internationale Entwicklung, Geologische Forschung, Lehrwesen und viele andere.

Was studiert man in Geografie?

Im Geografie-Studium beschäftigen sich Studierende mit einer Vielzahl von Themen, darunter physische Geografie (wie Klima, Geomorphologie, Biogeografie), Humangeografie (wie Bevölkerung, Wirtschaft, Kultur), Geoinformatik und Kartografie, Umweltstudien, Geopolitik und weitere interdisziplinäre Felder.

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