Was ist Quiet Quitting?Generation Z & die stille KündigungAus Work-Life-Balance wird Work-Life-SeparationWas Arbeitgeber gegen Quiet Quitting tun könnenArbeitsmotivation steigern: Quiet Thriving
Du magst deinen Job eigentlich – aber dein Leben und deine Freizeit magst du mindestens genauso sehr. Du stehst morgens auf – nicht top motiviert, aber auch nicht gequält -, machst dich auf den Weg zur Arbeit, erledigst dort, was ansteht, und nachmittags verabschiedest du dich pünktlich in den Feierabend. Das können Anzeichen für Quiet Quitting sein. Was es damit auf sich hat und wie du mehr Motivation in deine Arbeitsroutinen bekommst, erfährst du hier.
Inhalt
Was ist Quiet Quitting?Generation Z & die stille KündigungAus Work-Life-Balance wird Work-Life-SeparationWas Arbeitgeber gegen Quiet Quitting tun könnenArbeitsmotivation steigern: Quiet Thriving
Was ist Quiet Quitting?
Im ersten Moment denkt man beim Begriff Quiet Quitting wahrscheinlich an die berühmte innere Kündigung: Du bist mit deinem Job unzufrieden und hast eigentlich schon längst damit abgeschlossen. Du wartest nur noch auf eine Chance, deinen aktuellen Arbeitgeber hinter dir zu lassen und mit neuer Energie und Motivation woanders durchzustarten. Du quälst dich durch den Job-Alltag. Das sind Anzeichen für eine innere Kündigung.
Tatsächlich gibt es aber einen wichtigen Unterschied zwischen Quiet Quitting und innerer Kündigung: Quiet Q uitting meint gar nicht unbedingt, dass Betroffene eine Kündigung in Erwägung ziehen oder dass sie im Job unzufrieden sind. Vielmehr geht es darum, dass der Job für sie nicht mehr das Wichtigste im Leben ist. Sie machen Dienst nach Vorschrift und leisten genau das, was arbeitsvertraglich festgelegt ist – nicht mehr und nicht weniger.
Besonders in der Generation Z ist das Phänomen weit verbreitet: Mit dem Eintritt der jüngeren Generationen in die Arbeitswelt werden neue Aspekte immer wichtiger. Flexibilität, eine gute Work-Life-Balance und Mental Health stehen ganz oben auf der Prio-Liste … Bis zum Burnout abrackern? Nein, danke!
Generation Z & die stille Kündigung
Quiet Quitting muss nicht mal unbedingt eine konkrete Ursache haben. Es basiert in erster Linie auf der Wertevorstellung der jüngeren Millennials und der Generation Z, die den Job nicht mehr als wichtigsten Aspekt ihres Lebens ansehen. Ein gutes Gehalt oder Aufstiegschancen sind vielen jungen Arbeitnehmer*innen nicht so wichtig wie eine ausgewogene Work-Life-Balance. Es geht darum, Geld für langfristige Sicherheit zu verdienen und in der Lage zu sein, ein sorgenfreies Leben zu führen. Und dafür möchten sich Quiet Quitters nicht verbiegen.
Schon bei der Jobwahl steht mittlerweile seltener die Karriere selbst im Fokus, sondern die Frage, ob die Arbeit und der Arbeitgeber zu den eigenen Werten passen und ob der Job schlichtweg Spaß macht. Arbeiten, um zu leben, nicht leben, um zu arbeiten – das ist die Devise.
Wenn es aber doch eine konkrete Ursache für Quiet Quitting gibt, dann ist es fehlende Wertschätzung am Arbeitsplatz. Wenn sich Führungskräfte, Kolleg*innen und Arbeitgeber allgemein nicht dankbar zeigen – oder sogar im Gegenteil: Wenn sie unrealistischen Leistungsdruck und eine nie zu erfüllende Erwartungshaltung hegen, dann wird die stille Kündigung begünstigt – und schlimmstenfalls auch irgendwann eine tatsächliche Kündigung.
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Aus Work-Life-Balance wird Work-Life-Separation
Mit dem Trend in Richtung Home-Office, den die Coronapandemie entschieden beschleunigt hat, und der fortschreitenden Digitalisierung, bzw. der damit einhergehenden ständigen Erreichbarkeit, kam es in den letzten Jahren vermehrt zum sogenannten Work-Life-Blending. Arbeit und Privatleben greifen ineinander, die Grenzen verschwimmen und Arbeitnehmer*innen definieren sich zunehmend über den Job: „Erzähl mir was über dich!“ – „Gerne, ich bin Software-Developer.“
Die Quiet Quitter dagegen haben eine ganz andere Einstellung zum Thema: Sie setzen auf Work-Life-Separation. Heißt: Nach Feierabend wird das Diensthandy ausgeschaltet, beim Abendessen mit Freund*innen wird kaum über den Job gesprochen, die beruflichen Mails werden am Wochenende nicht bearbeitet. Quiet Quitters ziehen eine deutliche Grenze zwischen Arbeit und Privatem und legen viel mehr Wert auf die mentale Gesundheit und ihren Freiraum als ältere Arbeitnehmende.
Für Führungskräfte und Arbeitgeber ist Quiet Quitting erst einmal nachteilig. Denn wer profitiert von Überstunden und der Extraportion Engagement im Job? In erster Linie die Unternehmen.
Vermehrt auftauchende stille Kündigungen sollten Arbeitgeber zum Nachdenken und bestenfalls auch zum Handeln anregen. Denn sie können konkrete Maßnahmen ergreifen, um die Arbeitsmotivation wieder zu verbessern:
Aktiv zuhören: Besonders die Generation Z hat selten Probleme damit, Kritik zu äußern. Natürlich hört man die in der Regel nicht so gerne. Eine bessere Kultur des Zuhörens kann aber einen entscheidenden Unterschied machen und die Wertschätzung für die eigenen Mitarbeitenden am besten zum Ausdruck bringen.
Freizeit ist keine Arbeitszeit: Werden Arbeitnehmer*innen häufig in der Freizeit von Kolleg*innen oder Führungskräften kontaktiert, führt das schnell zu Frustration. Urlaub, Wochenende und Krankheit sollten also beidseitig als Zeit verstanden werden, in der nicht gearbeitet wird. Auch Menschen in Führungspositionen sollten hier mit gutem Beispiel vorangehen und die eigene Freizeit als solche wertschätzen.
Mehr Flexibilität: Arbeitgeber müssen verstehen, dass viele Menschen arbeiten, um Geld zu verdienen und unabhängig zu sein, und dass sich nicht das gesamte Leben ihres Teams um den Job dreht. Mehr zeitliche, aber auch örtliche Flexibilität kann Wunder wirken und die generelle Zufriedenheit und Arbeitsmotivation deutlich verbessern. Verstehen, was den eigenen Mitarbeitenden wichtig ist, und das Wissen sinnvoll nutzen – das macht gute Führung aus.
Arbeitsmotivation steigern: Quiet Thriving
Du hast das Gefühl, ein Quiet Quitter zu sein? Deine Arbeitsmotivation ist merklich zurückgegangen und dir fehlt der Antrieb? Wenn du trotz alledem das grundlegende Gefühl hast, in deinem Job glücklich zu sein und wenn für dich eine Kündigung nicht in Frage kommt, gibt es einige Maßnahmen, die du ergreifen kannst, um wieder mehr Freude und Dynamik in deinen Arbeitsalltag zu bringen. Quiet Thriving meint, dass Arbeitnehmer*innen ihr Glück im Job selbst in die Hand nehmen: den Arbeitsalltag verändern, um die eigene mentale Gesundheit und das Wohlbefinden zu verbessern. Doch wie funktioniert das?
Kurzzeit- und Langzeitziele setzen
Arbeiten, tagein, tagaus, dieselbe Routine, derselbe Ablauf: Wenn dein Alltag zum Trott wird, leidet die Arbeitsmotivation schnell. Wofür verausgaben? Das Gehalt bekommst du ja sowieso.
Wenn dir diese Gedanken bekannt vorkommen, dann ist es an der Zeit, dich mit deinen Zukunftsplänen und deinen persönlichen Zielen zu befassen. Wenn du dir nicht vorstellen kannst, deinen aktuellen Job für den Rest deines Lebens zu machen, dann hast du sicherlich eine Idee davon, wie deine Zukunft mal stattdessen aussehen soll.
Langzeitziele sind wichtig – Kurzzeitziele sind aber motivierender. Überleg dir, was du im Laufe des nächsten Jahres schaffen und erreichen möchtest, schreib eine Liste und setz dir Deadlines. So erhöhst du deine Erwartungen an dich, hast aber selbst in der Hand, wie viel Stress du dir zumutest.
Mach den Job zu deinem Job
Du arbeitest für deinen Arbeitgeber, ja. Gleichzeitig arbeitest du aber auch für dich. Du vertrittst Werte, die sich aktuell nicht mit deinem Job vereinbaren lassen? Dann änder das: Wenn dir Umweltschutz am Herzen liegt, das im Unternehmen aber sehr stiefmütterlich behandelt wird, tritt dafür ein. Engagier dich und setz dich mit den richtigen Menschen im Unternehmen in Verbindung. Es wird dir helfen, dich besser mit der Unternehmenskultur zu identifizieren und dich langfristig bei deinem Arbeitgeber wohler zu fühlen.
Lichtblicke für den Joballtag
Allein deine Arbeitsumgebung hat schon einen großen Einfluss auf die Arbeitsmotivation. Du sitzt an einem kargen Schreibtisch und dein Schreibtischstuhl hat schon bessere Zeiten gesehen? Gestalte den Arbeitsplatz um, sprich mit deiner Führungskraft über ergonomische Sitzmöglichkeiten, schaff dir selbst positive Momente, auf die du dich im Alltagstrott freuen kannst: dein Lieblingsessen zu Mittag, ein Spaziergang in der Sonne, um durchzuatmen … nimm dir bewusst Me-Time!
Reden ist Silber, Schweigen ist Gold?! Pah! Wenn alles nicht hilft und du im Trott unterzugehen drohst, dann such rechtzeitig das Gespräch mit deine*r Chef*in. Nur so könnt ihr gemeinsam eine Lösung erarbeiten und bestenfalls konkrete Störfaktoren aus dem Weg räumen, die deine Arbeitsmotivation bisher niedrig gehalten haben.
Nimm dein Glück selbst in die Hand und du wirst sehen: Deine Arbeitsmotivation nimmt schnell wieder Fahrt auf.
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