„Tu Gutes und sprich darüber“, sagt man. Das gilt auch für Ehrenämter im Laufe deiner Karriere. Eine ehrenamtliche Tätigkeit im Lebenslauf hat viele Vorteile. Worauf du beim Erwähnen deines Ehrenamts in der Bewerbung achten solltest und welche Beispiele es für ehrenamtliches Engagement gibt, erfährst du hier.
Für Personaler*innen ist der Lebenslauf das wichtigste Dokument deiner Bewerbungsunterlagen. Deswegen solltest du beim Erstellen deiner Bewerbung ein besonderes Augenmerk darauflegen. Achte darauf, dass das Dokument vollständig ist, prüf alle Angaben auf ihre Richtigkeit und Aktualität und entscheide dich für ein modernes, aber nicht zu verspieltes Design. Beim Schreiben und Designen deines Lebenslaufs hilft dir übrigens auch unser Stepstone Lebenslauf-Generator.
Ein vollständiger und gepflegter Lebenslauf ist der erste Schritt – aber wie schaffst du es aus der Masse an Bewerber*innen nur mithilfe eines Dokuments herauszustechen? Es zählt, was drinsteht! Insbesondere bei Berufseinsteiger*innen fällt ein Lebenslauf häufig kürzer aus. Mit ehrenamtlichen Tätigkeiten kannst du nicht nur deinen Lebenslauf aufpeppen, sondern dich selbst in ein besseres Licht rücken. Und das Beste daran: Du tust sogar noch etwas Gutes für deine Mitmenschen oder die Umwelt. Ein Ehrenamt zeigt, dass du engagiert bist und ohne Hintergedanken die Extrameile gehst. Außerdem erlernst du dabei häufig neue, hilfreiche Soft und Hard Skills, die dir im Laufe deiner Karriere helfen können: Kommunikationsfähigkeit, Flexibilität, Organisationstalent, aber je nach Ehrenamt auch IT-Kenntnisse oder ähnliches. Damit machst du dich selbst für Arbeitgeber attraktiver.
Szenario 1: Du bist Berufseinsteiger*in
Szenario 2: Du hast viel Berufserfahrung
Szenario 3: Bewerbung in einem sozialen oder gemeinnützigen Bereich
Weniger ist mehr: Du solltest deine ehrenamtlichen Tätigkeiten im Lebenslauf auf maximal drei Ehrenämter beschränken. Ansonsten könnte dein potenzieller neuer Arbeitgeber verunsichert sein, ob dich deine Ehrenämter zu sehr einspannen und dein Job darunter leiden könnte. Wähl weise: Wenn du mehr als eine ehrenamtliche Tätigkeit verfolgst und nicht alle im Lebenslauf angeben möchtest oder kannst, überleg dir gut, für welche Ehrenämter du dich entscheidest. Bewirbst du dich beispielsweise für einen sozialen Beruf, eignet sich ein Ehrenamt, in dem du viel mit Menschen arbeitest, z. B. als Trainer*in im Fußballverein. Wenn du aber auf einen Praktikumsplatz in einer Tierarztpraxis hoffst, macht eine ehrenamtliche Tätigkeit im Tierheim einen tollen Eindruck. Einige ehrenamtliche Tätigkeiten sind besonders zeitintensiv oder ggf. sogar gefährlich – in diesen Fällen solltest du dir gut überlegen, ob du dein Engagement im Lebenslauf angibst. Die Freiwillige Feuerwehr ist ein tolles Ehrenamt, könnte potenzielle Arbeitgeber aufgrund des Gesundheitsrisikos aber auch abschrecken.
Außerdem wichtig: Keine Sorge, wenn du nur eine einzige ehrenamtliche Tätigkeit ausübst. Wenn du dich in diesem Bereich bereits über einen längeren Zeitraum engagierst, ist das ein gutes Zeichen für Personaler*innen und zeigt, dass du loyal und verlässlich bist – definitiv Eigenschaften, mit denen du gerne in Verbindung gebracht werden kannst. Umgekehrt gilt aber auch: Einmalige oder sehr kurze Ehrenämter wirken im Lebenslauf eher besorgniserregend. Sie könnten den Eindruck erwecken, dass du der Tätigkeit einzig und allein für deinen Lebenslauf nachgegangen bist.
- Lara Kieninger, Karriere-Expertin und Personalerin bei StepstoneDie Übernahme eines Ehrenamtes ist ein positives Signal für mich als Personalerin. Dadurch zeigst du, dass du dich für andere Menschen einsetzt und dich aus innerem Antrieb heraus engagierst – ein Pluspunkt für praktisch jeden Job und jedes Unternehmen. Dabei gilt: Wenn du im Lebenslauf ein Ehrenamt erwähnst, solltest du dich im Vorstellungsgespräch auf Fragen dazu vorbereiten. Falls dein Ehrenamt sogar zur ausgeschriebenen Stelle passt, erwähne gerne die Qualifikationen, die du dadurch erlangt hast – und hab einen überzeugenden Grund parat, warum du dich engagierst.
Aber wo genau gehört ein Ehrenamt im Lebenslauf hin? Und welche Informationen sind notwendig und hilfreich?
Wenn das Engagement stark ist oder direkt zur Stelle passt:
Abschnitt „Ehrenamt / Soziales Engagement“
Ehrenamtliche Mitarbeiterin Flüchtlingshilfe
Caritasverband Köln · 09/2022 – heute
Wenn du betonen willst, welche Fähigkeiten du erworben hast:
Besondere Kenntnisse
Wenn du es lockerer halten möchtest und es eher als Abrundung dienen soll:
Hobbys & Interessen
Merksatz: Immer konkret, knapp, kompetenzorientiert beschreiben: Was hast du gemacht? Für wen? Wann? Und welche Skills bringst du mit?
Setze deine Position oder Beschäftigungsart als klare Überschrift, um sie optisch hervorzuheben und für einen guten Überblick zu sorgen. Darunter folgt der Name und die Art der Einrichtung, bei der du engagiert warst. Das Datum sollte im gleichen Format wie im restlichen Lebenslauf stehen, inklusive des genauen Ortes, auch bei Auslandstätigkeiten. Beschreibe deine Aufgaben prägnant in Stichpunkten. Füge ebenso relevante Soft Skills und erlernte Kompetenzen hinzu. Das kann zum Beispiel so aussehen:
Freiwilliger Mitarbeiterin in der Flüchtlingshilfe
Musterorganisation in Musterstadt
September 2022 – heute
Ehrenamtliche Reiseleitung einer Kinder- und Jugendfreizeit
Evangelische Gemeinde St. Muster in Musterstadt
Oktober 2018 – heute
Ehrenamtliches Engagement bedeutet, dass man seine Zeit, Energie und Fähigkeiten unentgeltlich für eine Organisation, eine Gruppe oder die Gesellschaft einsetzt. Ziel ist nicht die Bezahlung, sondern ein Beitrag zum Gemeinwohl – sei es im sozialen, kulturellen, sportlichen, politischen oder ökologischen Bereich.
Ein Ehrenamt lässt sich durch vier zentrale Kriterien definieren:
Damit klar wird, welche Tätigkeiten nicht als Ehrenamt gelten, hier typische Beispiele:
Ein Ehrenamt ist freiwillig, unbezahlt, nebenberuflich und am Gemeinwohl orientiert. Private Hilfeleistungen oder Tätigkeiten gegen Bezahlung sind wertvoll, zählen aber nicht offiziell als Ehrenamt im Lebenslauf.
Du bist nicht dazu verpflichtet, deinem Lebenslauf einen Nachweis über deine ehrenamtliche Tätigkeit beizufügen. Unsere Empfehlung: Du solltest eine solche Bescheinigung aber bestenfalls vorliegen haben, um sie auf Nachfrage nachzureichen. Je nach Ehrenamt und Job, auf den du dich bewirbst, kann es aber durchaus sinnvoll sein, den Nachweis direkt mitzuliefern.
Große Träger und Organisationen haben meist vorgefertigte Zertifikate, die sie dir als Bescheinigung über dein ehrenamtliches Engagement ausstellen können. Du findest aber auch mit einer schnellen Online-Recherche hilfreiche Vorlagen, die du dir für deinen Lebenslauf ausfüllen lassen kannst. Die Bestätigung über dein Ehrenamt enthält folgende Infos:
Deine ehrenamtliche Tätigkeit gibst du im Lebenslauf beispielsweise in den Abschnitten „Persönliche Fähigkeiten“, „Besondere Kenntnisse“ oder „Hobbys und Interessen“ an. Je nach Länge und Aufbau deines Lebenslaufs kannst du aber auch einen separaten Abschnitt zum Thema „Ehrenamt“ oder „Soziales Engagement“ aufführen. In einem tabellarischen Lebenslauf gibst du auch dein Ehrenamt in tabellarischer Form an: Den Zeitraum der Tätigkeit schreibst du in der linken Spalte linksbündig und weitere Details zur Tätigkeit, den Aufgaben und der Organisation schreibst du in der rechten Spalte.
Ehrenamtliche Tätigkeiten im Lebenslauf heben dich positiv von deiner Konkurrenz ab. Mit ehrenamtlichem Engagement verbinden Personaler*innen in den allermeisten Fällen positive Charaktereigenschäften: Du wirkst loyal, selbstlos, uneigennützig und hilfsbereit. Hilfreiche Attribute für die nächste Bewerbung.
Deine ehrenamtliche Tätigkeit gilt in der Regel nicht als Berufserfahrung. Mangelt es dir jedoch noch an Berufserfahrung, weil du beispielsweise frisch von der Schule oder der Uni kommst, kannst du deinen Lebenslauf mit einer oder mehreren ehrenamtlichen Tätigkeiten allerdings gut aufwerten. So zeigst du auch ohne Berufserfahrung, dass du engagiert und arbeitsmotiviert bist und vermittelst viele andere, hilfreiche Charaktereigenschaften, die Menschen mit Ehrenamtler*innen in Verbindung bringen. Du kannst mit einer entsprechenden ehrenamtlichen Tätigkeit auch bestimmte Fähigkeiten und Kenntnisse betonen, die zur ausgeschriebenen Stelle passen. Bewirbst du dich auf einen Job mit viel Menschenkontakt, helfen kommunikative Ehrenämter wie beispielsweise in der Altenpflege. Bei einer Bewerbung als Webdesigner*in kann es helfen, wenn du für die Pflege der Website deiner ehrenamtlichen Organisation zuständig bist.
Ehrenämter lassen sich auf ganz unterschiedlichen Wegen finden. Eine gute erste Anlaufstelle sind Online-Plattformen wie etwa govolunteer.com, die eine große Auswahl an Einsatzmöglichkeiten in verschiedenen Bereichen anbieten. Auch ein Blick in lokale Zeitungen oder auf die Websites von Gemeinden und Städten lohnt sich, da dort häufig Informationen zu regionalen Projekten veröffentlicht werden. Darüber hinaus gibt es Freiwilligenagenturen, die sich darauf spezialisiert haben, Menschen gezielt mit Organisationen zusammenzubringen, die Unterstützung benötigen. Auch in den sozialen Netzwerken wie Facebook oder LinkedIn findet man zahlreiche Gruppen und Seiten, die sich rund um ehrenamtliches Engagement drehen. Schließlich bieten auch Universitäten und Schulen oft Programme oder Aushänge an, über die Studierende und Schüler passende Ehrenämter entdecken können.
Ein Ehrenamt zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass es freiwillig und ohne Bezahlung erfolgt. Einen maximalen Freibetrag von 840 € pro Jahr darfst du aber für dein Ehrenamt als Aufwandsentschädigung erhalten.
Im Lebenslauf solltest du Ehrenämter mit Bedacht auswählen und nicht wahllos alles aufführen, was du jemals gemacht hast. Empfehlenswert ist es, sich auf wenige, aber aussagekräftige Tätigkeiten zu beschränken, die deine Kompetenzen unterstreichen und einen Bezug zur angestrebten Stelle haben. Kurzfristige oder einmalige Engagements wirken oft wenig überzeugend und können den Eindruck erwecken, dass du sie lediglich aufgenommen hast, um deinen Lebenslauf zu füllen. Auch bei politischen Ehrenämtern ist Vorsicht geboten: Sie können heikel sein, wenn deine Tätigkeit nicht zur Haltung des potenziellen Arbeitgebers passt. Bist du dir jedoch sicher, dass dein Engagement inhaltlich eine positive Verbindung zur Ausrichtung des Unternehmens herstellt, kann es durchaus sinnvoll sein, auch diese Erfahrung zu nennen.
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