Kamera, Hintergrund, Pose oder doch die Kleidung? Was macht ein gutes Bewerbungsfoto wirklich aus und kann man es zu Hause selbst erstellen? „Mal ehrlich: Was glaubst du? Wie wird sich das Bewerbungsfoto in Zukunft entwickeln? Diese Frage und mehr haben wir dem Profifotografen Yannik Willing aus Hamburg gestellt – der Profifotograf hat sein Studio in Hamburg. Seit 2006 dreht sich bei ihm alles ums Fotografieren – viel Zeit, um viele Erfahrung zu sammeln, die er mit uns geteilt hat.

Yannik Willing ist Unternehmensfotograf mit Studio in Hamburg-Eimsbüttel, wo er im Team mit Paula Holtz unter dem Namen „Willing-Holtz“ seit 11 Jahren an vielseitigen Projekten arbeitet. Sein Fokus liegt auf der Fotografie von Menschen. Mit einem klaren Blick für Details und einer reduzierten Bildsprache schafft er authentische und ausdrucksstarke Fotografien. Seine berufliche Laufbahn begann er als Redaktionsfotograf, bevor er seine fotografische Praxis an verschiedenen Hochschulen vertiefte. Heute arbeitet er hauptsächlich für Unternehmen und eigene Projekte – immer mit einem Mix aus handwerklicher Präzision und einem Gespür für echte Geschichten.
Foto ist gleich Foto? Absolut nicht! Erst recht nicht, wenn es um Bewerbungsfotos geht. Trotzdem werden noch immer Fehler gemacht, die sich eigentlich ganz leicht vermeiden ließen und die Bewerber*innen im Zweifel sogar die Tür vor ihrem Wunschjob verschließen. Wir wollten von Yannik wissen, welche das sind. Seine Tipps an dich:
„Es ist für mich immer wieder erstaunlich und faszinierend, welche Auswirkungen kleinste Veränderungen der Kopf- und Schulterposition auf ein Portrait haben.
Vor allem die Schulterposition, also ob die Schulter frontal zur Kamera ausgerichtet ist, oder die linke bzw. rechte Schulter nach vorne zeigt, macht bei vielen Menschen einen großen Unterschied" erzählt uns Yannik. „Die „bessere“ Seite herauszufinden, ist immer die erste Aufgabe“.
Damit aber nicht genug und schnell sieht man, dass bei einem professionellen Shooting doch auf mehr geachtet wird, als du es vermutlich zu Hause tun würdest: „Auch die Kopfhaltung ist natürlich entscheidend. Wenn man z.B. den Kopf wie eine Schildkröte leicht (!) nach vorne schiebt, wirkt sich das häufig sehr vorteilhaft auf die Halspartie aus. In der Regel ist dafür aber eine geübte Person vor der Kamera nötig, die durch die Erfahrung präzise Anweisungen gibt. Bei übertriebener Anwendung kann es natürlich schnell merkwürdig wirken. Ein aufrechter Oberkörper ist ebenfalls sehr wichtig“.
- Yannik Willing, FotografEin aufrechter Oberkörper ist ebenfalls sehr wichtig. Eine kleine Veränderung in der Körperspannung führt in der Regel zu einer wesentlich selbstbewussteren Wirkung. Auch dabei gilt natürlich: Nicht übertreiben!
Ein Klick auf’s Kamera-Symbol und los geht’s? Das ist wohl der bequemste und auch kostengünstigste Weg zum Bewerbungsbild, aber längst nicht der beste.
Wir wollten von Yannik Willing wissen, was die Vorteile eines professionellen Bewerbungsfotos im Vergleich zu einem selbst erstellten Bild sind. „Ich denke die Vorteile eines professionellen Bewerbungsfotos liegen auf der Hand“, antwortet er uns. „Man kommt im Idealfall zielgerichtet und schnell zu einem Ergebnis, das individuell zur Person passt und einen sehr guten ersten Eindruck des Bewerbers bzw. der Bewerberin schafft. Ein Profi sollte aber auch wirklich gute Arbeit leisten, um sich von ambitionierten und durchaus auch häufig sehr guten Hobbyfotografen deutlich abgrenzen zu können. Man sollte also etwas Zeit in die Auswahl des Profis stecken.“
Wer dennoch darauf besteht, sein Bewerbungsbild selbst zu knipsen, für den hat unser Experte 3 wichtige Tipps parat.
- Yannik WillingWenn ausreichend Zeit vorhanden ist, kann man natürlich auch zu Hause selbst einen Versuch starten, z. B. mit einem guten Smartphone.
„Hast du schon mal ein selbst geknipstes Bewerbungsfoto gesehen, das wirklich mit einem Profi-Shooting mithalten konnte?“, das wollten wir von Yannik wissen. Seine Antwort war eindeutig „Nein. Auf den ersten Blick mag es einfach wirken, weil man mit aktuellen Smartphones rein technisch schnell zu einem guten Ergebnis kommen kann. Man wird jedoch ohne Erfahrung wahrscheinlich schnell mit zahlreichen kleinen Problemen konfrontiert werden, sobald die Person vor der Kamera steht. Da hilft dann auch die beste Technik nicht mehr, sondern die Erfahrung im Umgang mit Personen vor der Kamera.“
In Zeiten von KI stellt sich die Frage, ob Bewerbungsfotos aus der Hand eines Fotografen bald überflüssig werden. Die Zahl der KI-Apps wächst rasant und verspricht das perfekte Bewerbungsbild auf Knopfdruck – aber können diese wirklich überzeugen? Yannik hat uns dazu eine klare Einschätzung gegeben:
- Yannik WillingIch bin davon überzeugt, dass sich echte Fotos als Bewerbungsfotos in allen Bereichen wo es auf hohe Qualität, Individualität und Menschlichkeit ankommt durchsetzen werden. KI-Motive können in Bezug auf die Glaubwürdigkeit und Authentizität mit einem echten, professionellen Bewerbungsfoto nicht mithalten.
Ein gutes Bewerbungsfoto kann den Unterschied machen – und darauf kommt es an: aktuelle Bilder, passende Kleidung und eine natürliche Ausstrahlung. Der Artikel zeigt, dass viele Fehler, wie alte Fotos oder übertriebene Bildbearbeitung, leicht zu vermeiden sind.
Selbstgemachte Fotos können klappen, aber ein*e Fachmann*frau bringt oft bessere Ergebnisse – vor allem durch Erfahrung mit Posen und Details. Wer es selbst versucht, sollte auf gutes Licht, einen schlichten Hintergrund und Hilfe von jemandem setzen, der die Fotos macht.
Wer einen starken ersten Eindruck hinterlassen will, fährt mit einem durchdachten, authentischen Foto am besten. Was KI- an geht: Klar, KI-generierte Bilder sind bequem, aber wenn es um Glaubwürdigkeit geht, zieht KI den Kürzeren. Yannik Willing bringt es auf den Punkt:
- Yannik WillingIch bin mir sicher, dass sich in den Bereichen der Fotografie, in denen es um Glaubwürdigkeit und echte Persönlichkeiten geht, die echte Fotografie durchsetzen wird. Dazu gehören auch Bewerbungsfotos.
Wer also auf Nummer sicher gehen will, setzt weiterhin auf echte Fotos – entweder beim Profi oder mit etwas Mühe auch selbst gemacht.
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