01. July 2024
Lesedauer: 6 Min.

Interne Personalbeschaffung

Inhalt

  • Was bedeutet Interne Personalbeschaffung?
  • Warum ist Interne Personalbeschaffung relevant?
  • Methoden
  • Vorteile
  • Nachteile
  • Beispiel aus der Praxis
  • Abgrenzung zu verwandten Begriffen
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Interne Personalbeschaffung bezeichnet den Prozess, bei dem Unternehmen offene Stellen durch bereits im Unternehmen beschäftigte Mitarbeiter besetzen – durch interne Ausschreibungen, gezielte Beförderungen, Versetzungen oder den Einsatz eines Internal Talent Marketplace. Unternehmen nutzen interne Personalbeschaffung, um vorhandenes Potenzial systematisch zu nutzen, Mitarbeiter durch echte Karrieremöglichkeiten zu binden und Vakanzen schneller, kostengünstiger und mit geringerem Risiko zu besetzen als über den externen Arbeitsmarkt.

Was bedeutet Interne Personalbeschaffung im Recruiting?

Interne Personalbeschaffung bezeichnet alle Maßnahmen, die ein Unternehmen zur Einstellung, Beförderung oder Versetzung von eigenen Mitarbeitenden einsetzt. Im Recruiting beschreibt sie einen Ansatz, der die eigene Belegschaft als primäre Kandidatenquelle betrachtet und systematisch nutzt, bevor externe Recruiting-Maßnahmen eingeleitet werden.

Statt jede Vakanz auf dem externen Arbeitsmarkt auszuschreiben, prüfen Unternehmen bei der internen Personalbeschaffung zunächst, ob die erforderlichen Kompetenzen und das notwendige Potenzial bereits in der eigenen Organisation vorhanden sind. Interne Stellenausschreibungen, strukturierte Talentgespräche, Kompetenzprofile und Nachfolgeplanungsprozesse sind die zentralen Instrumente, mit denen interne Personalbeschaffung operativ umgesetzt wird.

Interne Personalbeschaffung ist dabei weit mehr als ein reines Kostensparmodell: Sie ist ein strategisches Instrument zur Mitarbeiterbindung, zur Entwicklung von Führungsnachwuchs und zur Stärkung einer Unternehmenskultur, in der Leistung und Potenzial sichtbar anerkannt und belohnt werden.

Warum ist Interne Personalbeschaffung für Unternehmen relevant?

Interne Personalbeschaffung ist für jedes Unternehmen relevant, das seine Mitarbeiter langfristig binden, Recruiting-Kosten senken und das vorhandene Wissen und Potenzial der eigenen Belegschaft gezielt nutzen möchte.

Typische Einsatzszenarien sind:

  • Unternehmen, die Führungspositionen bevorzugt aus den eigenen Reihen besetzen und Nachfolge systematisch planen
  • Organisationen, die durch transparente interne Karrierepfade ihre Attraktivität als Arbeitgeber steigern möchten
  • HR-Teams, die Einarbeitungszeiten und Recruiting-Kosten durch den bevorzugten Einsatz interner Kandidaten reduzieren wollen
  • Unternehmen in Transformationsphasen, die vorhandene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für neue Aufgaben und Rollen qualifizieren möchten

Für Recruiter und Recruiterinnen bedeutet interne Personalbeschaffung eine ergänzende Kandidatenquelle mit bekannten Leistungsprofilen und kurzen Einarbeitungszeiten, während Unternehmen von niedrigeren Kosten, höherer Mitarbeiterbindung und stabilen Teams profitieren.

Methoden der internen Personalbeschaffung

Einige Beispiele für interne Personalbeschaffung sind:

  • Beförderungen: Leistungsstarke Mitarbeitende werden gezielt auf höhere Positionen vorbereitet und befördert.
  • Versetzungen: Mitarbeitende wechseln in andere Abteilungen oder Standorte, um dort neue Rollen zu übernehmen.
  • Interne Stellenausschreibungen: Offene Stellen werden zunächst intern veröffentlicht, damit bereits angestellte Mitarbeitende die Möglichkeit haben, sich zu bewerben.
  • Weiterbildung und Qualifizierung: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden gezielt für neue Aufgaben aus- und weitergebildet, bevor sie die neue Position übernehmen.

Vorteile der internen Personalbeschaffung

  • Kostenersparnis: Im Vergleich zu externen Such- und Auswahlverfahren sind die Kosten für Stellenanzeigen, Vorstellungsgespräche und Einarbeitungszeit oft deutlich geringer.
  • Geringeres Fehlbesetzungsrisiko: Die Mitarbeitenden sind bereits mit Ihrer Unternehmenskultur, den Abläufen und den Kolleginnen und Kollegen vertraut – das reduziert das Risiko einer Fehlbesetzung.
  • Stärkung der Mitarbeiterbindung: Die Möglichkeit, innerhalb des eigenen Unternehmens befördert zu werden oder aufgrund der eigenen Kompetenzen für andere Rollen in Betracht gezogen zu werden, ist ein Zeichen von Wertschätzung und kann die Loyalität der Mitarbeitenden stärken sowie die Fluktuation verringern.
  • Kurze Einarbeitungszeit: Interne Kandidaten kennen die Unternehmenskultur, Prozesse und das Team bereits. Das spart wertvolle Zeit.
  • Bekannte Leistungsprofile: Recruiter und Führungskräfte können auf bewährte Leistungs- und Kompetenzprofile zurückgreifen, was die Auswahlentscheidung erleichtert.

Nachteile der internen Personalbeschaffung

  • Begrenzter Talentpool: Wenn sich dein Unternehmen ausschließlich auf interne Ressourcen verlässt, verpasst ihr möglicherweise die Chance, externe Talente mit innovativen Ideen oder Fachkenntnissen zu gewinnen.
  • Folgevakanzen: Durch interne Beförderungen und Versetzungen entsteht häufig Personalbedarf in anderen Abteilungen – die dann ebenfalls besetzt werden müssen.
  • Nicht immer das beste Talent: Interne Kandidaten bringen ein tiefes Verständnis der Unternehmensprozesse mit. Das Risiko: Der vermeintlich einfache Weg der internen Personalbeschaffung birgt das Risiko, nicht das beste Talent auf dem Markt für die Stelle zu finden.

Beispiel aus der Praxis

Ein Versicherungsunternehmen muss eine Abteilungsleiterposition in der Schadensregulierung neu besetzen. Statt sofort extern zu suchen, nutzt das HR-Team die strukturierten Talentgespräche der vergangenen Monate und identifiziert zwei interne Kandidaten mit dem erforderlichen Potenzial und Interesse an einer Führungsaufgabe.

Beide Kandidaten durchlaufen einen strukturierten Auswahlprozess und werden mit einer Führungskräfteschulung auf die neue Rolle vorbereitet. Die Position wird intern besetzt – der neue Abteilungsleiter kennt die Prozesse, die Kunden und die Unternehmenskultur bereits. Die Einarbeitungszeit ist minimal, die Akzeptanz im Team ist hoch und das Unternehmen sendet ein klares Signal an alle Mitarbeiter: Entwicklung und Aufstieg sind hier möglich.

Abgrenzung zu verwandten Recruiting-Begriffen

Interne vs. Externe Personalbeschaffung

Externe Personalbeschaffung gewinnt Kandidaten vom externen Arbeitsmarkt und bringt neues Know-how ins Unternehmen. Interne Personalbeschaffung nutzt die eigene Belegschaft und bietet den Vorteil bekannter Leistungsprofile, kurzer Einarbeitungszeiten und einer stärkenden Wirkung auf die Mitarbeiterbindung.

Interne Personalbeschaffung und Nachfolgeplanung

Nachfolgeplanung ist die strategische Vorbereitung interner Kandidaten auf zukünftige Schlüsselpositionen. Interne Personalbeschaffung ist das operative Pendant, das die konkrete Besetzung offener Stellen durch interne Kandidaten umsetzt – beide Ansätze ergänzen und verstärken sich gegenseitig.

Wann lohnt sich die interne Personalbeschaffung?

  • Wenn bereits vorhandene Mitarbeitende das benötigte Fachwissen und die Qualifikationen für eine offene Position besitzen.
  • Wenn du keinen starken Zeitdruck hast, die Stelle zu besetzen, und eine strategische Nachfolge planen möchtest.
  • Wenn Kosten bei der Stellenbesetzung eine entscheidende Rolle spielen.
  • Zur Steigerung der Mitarbeiterbindung und -motivation durch Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten.
  • Wenn du Wissen und Erfahrung im Unternehmen halten möchtest.

Transparente Karrierepfade, regelmäßige Talentgespräche, strukturierte Kompetenzprofile und eine offene Kommunikationskultur sind die wichtigsten Maßnahmen, um interne Mobilität zu fördern und das vorhandene Potenzial der Belegschaft sichtbar zu machen.

FAQ

Kann ich Stepstone für interne Personalbeschaffung nutzen?

Stepstone ist primär auf externe Rekrutierung ausgerichtet und bietet keine dedizierte Lösung für interne Personalbeschaffung.

Wie lässt sich interne mit externer Personalbeschaffung kombinieren?

Für interne Stellenbörsen, Karriereportale, Nachfolgeplanung oder systematische interne Mobilität setzen Unternehmen in der Regel auf spezialisierte HR-Systeme wie SAP SuccessFactors, Workday oder Personio sowie auf dedizierte Internal-Mobility-Tools.

Welche Tools eignen sich für strukturierte interne Personalbeschaffung?

Stepstone ist primär auf externe Rekrutierung ausgerichtet und bietet keine dedizierte Lösung für interne Personalbeschaffung. Mit Stepstone Recruit kannst du aber Talent-Pool-Funktionen nutzen, Kandidaten speichern und Notizen zu Mitarbeitenden hinterlegen, die für andere interne Positionen in Frage kommen könnten.

¹¹ Stepstone Group 2022 – Kosten einer unbesetzten Stelle