Aktualisiert: 10.08.2026
Lesedauer: 10 Min.

Candidate Personas: die richtigen Bewerber gezielt ansprechen

Inhalt

  • Das Wichtigste auf einen Blick
  • Was ist eine Candidate Persona?
  • Candidate Persona vs. Anforderungsprofil
  • Vorteile von Candidate Personas?
  • Schritt für Schritt zur Persona
  • Beispiel
  • 4 Kandidatentypen als Grundlage
  • So wendest du Personas an
  • Worauf du achten solltest
  • Stepstone Candidate Personas 2026
  • FAQ
Candidate Personas 2026

Candidate Personas 2026

Download
Alle ArtikelRecruitingCandidate Personas: die richtigen Bewerber gezielt ansprechen

Damit du mit deinem Stellenangebot die richtigen Bewerbenden erreichst, lohnt sich ein Perspektivwechsel. Genau dafür eignen sich Candidate Personas. Hier erfährst du, wie du mit dieser Methode deinen Bewerbungsprozess gezielter aufstellst – inklusive Schritt-für-Schritt-Anleitung und vier datenbasierten Kandidatentypen als Ausgangsbasis für deine eigenen Personas.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eine Candidate Persona ist das fiktive Profil deiner idealen Kandidaten – die Basis für zielgerichtete Ansprache.
  • Sie geht über das reine Anforderungsprofil hinaus und macht deine Zielgruppe als Person greifbar.
  • Der deutsche Arbeitsmarkt 2026 ist kein einheitlicher Markt: Stepstone identifiziert vier Kandidaten mit sehr unterschiedlichen Bedürfnissen.
Candidate Personas Cover

Stepstone Candidate Persona 2026

Du willst direkt loslegen? Im kostenlosen Stepstone-Factsheet „Candidate-Personas 2026″ findest du alle vier Kandidatentypen mit Kerndaten und konkreten Ansprache-Empfehlungen – als Ausgangsbasis für deine eigenen Personas.

Was ist eine Candidate Persona?

Mit dem Begriff Candidate Persona (auch Talent Persona) bezeichnet man das Profil des idealen Kandidaten für eine Position. Dieses Profil dient als Basis für diverse Bewerbungsmaßnahmen – zum Beispiel für das Employer Branding, die Candidate Experience und das Finden der passenden Kandidaten. So haben Personalabteilungen konkrete, wenn auch fiktive Personen vor sich.

Ursprünglich stammt der Begriff „Persona” aus dem Marketing. Dort spricht man von der „Buyer Persona”, mit der die Zielgruppe eines Unternehmens klarer definiert und verstanden wird. Die Persona ist fiktiv und steht stellvertretend für die Zielgruppe – sie ist die Zusammenfassung der idealen Person aus dieser Gruppe.

Candidate Persona vs. Anforderungsprofil: der Unterschied

Das klassische Anforderungsprofil richtet sich stark an den fachlichen Kompetenzen der Kandidaten aus. Mittels Candidate Persona bekommt es den entscheidenden Feinschliff: für das Unternehmen und für potenzielle Interessenten. Während das Anforderungsprofil vor allem Qualifikationen und Skills auflistet, beschreibt die Candidate Persona den Menschen als Ganzes: Charakter, Bedürfnisse, Ziele und Kanäle. So wird aus einer abstrakten Liste eine greifbare Person, die du gezielt ansprechen kannst.

AnforderungsprofilCandidate Persona
Fokus auf fachliche Qualifikationen & SkillsFokus auf Mensch: Charakter, Ziele, Bedürfnisse
Listenform, sachlichErzählerisch, mit Name, Foto, Zitat
Grundlage für die StellenbeschreibungGrundlage für Ansprache, Kanäle & Employer Branding

Welche Vorteile bieten Candidate Personas?

Recruiter, die mit Candidate Personas arbeiten, vereinfachen die Suche nach geeigneten Kandidaten enorm und verbessern die Candidate Experience. Der Grund: Wer genau weiß, wen er für eine Position sucht, spricht mit seinen Stellenanzeigen auch die richtigen Personen an.

Mit einer Persona versetzt sich die Personalabteilung besser in ihre Zielgruppe hinein. Das spart Zeit, Arbeit und interne Ressourcen: Die Zahl der Bewerbungen und Gespräche wird kleiner, aber fokussierter. Zudem weißt du besser, wo du on- und offline nach qualifiziertem Personal suchst.

Wie relevant das 2026 ist, zeigen die Daten: Die Zahl gemeldeter offener Stellen ist auf 624.000 zurückgegangen – das niedrigste Niveau seit dem Corona-Einbruch 2020. Gleichzeitig sind 9 von 10 Beschäftigten grundsätzlich offen für eine berufliche Veränderung, aber vorsichtiger und selektiver denn je. Wer hier durchdringen will, muss wissen, wen er anspricht.

Was umfasst eine Candidate Persona?

Beim Erstellen einer Persona sind unter anderem folgende Punkte wichtig:

  1. persönliche Komponenten
  2. fachliche Kenntnisse 
  3. Einstellungen
  4. Ziele
  5. Bedürfnisse
  6. Interessen
Illustration von vier Personen

Je klarer die Informationen über die potenziellen Bewerbenden, desto zielgerichteter lassen sich Recruiting-Maßnahmen umsetzen.

Welche Informationen brauchst du für eine Candidate Persona?

  • Hard Facts und Foto: Name, Alter und Geschlecht. Durch das Foto bekommt die Persona ein konkretes Gesicht.
  • Wohnort: Land und Stadt bzw. Region.
  • Familienstand: Single, verheiratet, in Beziehung? Kinder? Daraus lassen sich Reisebereitschaft und Verfügbarkeiten ableiten.
  • Ausbildung: Welche Aus- und Weiterbildung ist erwünscht? Wie sieht der Lebenslauf aus? 
  • Seniorität: Was macht die Persona aktuell beruflich? Berufseinstieg, Mitte des Berufslebens oder Führungskraft?
  • Ziele: Welche beruflichen und privaten Ziele verfolgt sie? Was motiviert sie?
  • Hobbys und Persönlichkeit: Wie gestaltet die Wunschkandidatin ihre Freizeit? Eher introvertiert oder extravertiert?
  • Bedürfnisse und Herausforderungen: Mit welchen Herausforderungen kämpft sie? Wie kannst du als Unternehmen die Mitarbeit angenehmer gestalten?
  • Jobsuche: Ist die Person aktiv auf Jobsuche oder hält sie Ausschau nach besseren Möglichkeiten? 
  • Ansprache und Kanäle: Findest du die Persona eher online oder offline? Welche Social-Media-Kanäle nutzt sie? Duzen oder siezen?

Auch Active Sourcing gelingt zielgerichteter, wenn du weißt, nach wem du genau suchst. Und potenzielle Kandidaten fühlen sich stärker angesprochen, wenn das Suchprofil wirklich auf sie zugeschnitten ist.

Wie erstellst du eine Candidate Persona? Schritt für Schritt

  1. Daten sammeln: Analysiere bestehende Mitarbeitende, frühere Besetzungen und Firmendaten. Ergänze Markt- und Branchendaten.
  2. Fach- und HR-Sicht einholen: Sprich mit der Fachabteilung und den zukünftigen Teamkollegen, um in Erfahrung zu bringen, welche fachlichen und menschlichen Eigenschaften die Rolle wirklich braucht.
  3. Bewerbende einbeziehen: Nutze Feedback aus Gesprächen und dem Bewerbungsprozess, um Bedürfnisse und Hürden zu verstehen.
  4. Persona ausformulieren: Verdichte alles zu einer konkreten Person mit Name, Foto, Zielen, Bedürfnissen und bevorzugten Kanälen.
  5. Anwenden & schärfen: Setze die Persona in Stellenanzeige, Active Sourcing und Employer Branding ein – und passe sie regelmäßig an.

Beispiel einer Candidate Persona

So wird aus der „allgemeinen Bewerberin” eine konkrete Person – zum Beispiel „Lisa Mayer, 35 Jahre, teamfähig, leidenschaftlich und hobbymäßig im Tennisverein”. Ein ausformuliertes Beispiel:

  • Name: Kathrin Brandstätter
  • Alter: 38
  • Wohnort: Düsseldorf
  • Familienstand: verheiratet, 2 Kinder
  • Aktueller Beruf: Social Media Managerin
  • Ziele: Möchte zurück in eine Vollzeit-Stelle mit mehr Verantwortung; motiviert durch beruflichen Erfolg und Kennzahlen.
  • Needs & Struggles: Möchte Perfektionismus zügeln und ihre Kinder gut betreut wissen.
  • Ansprache & Kanäle: Bevorzugt lockere Firmenkultur und flache Hierarchien, wird lieber geduzt, besonders aktiv auf LinkedIn.

4 datenbasierte Kandidatentypen als Persona-Grundlage

Der deutsche Arbeitsmarkt ist kein einheitlicher Markt. Auf Basis des Hiring Trends Update Frühling/Sommer 2026 hat Stepstone vier Kandidatentypen identifiziert, die dir als Grundlage für eigene Personas dienen. Sie geben dir die datenbasierte Haltung, Bedürfnislage und Marktrealität – das Gerüst, auf dem du deine eigene Persona aufbaust.

Illustration Frau mit Brille und Laptop

Kim, 42 – Die Gefestigte (48,9 % des Marktes)

„Ich bin nicht auf der Suche – aber wenn das Richtige kommt, höre ich zu.”

Kim steht für die größte Gruppe im Markt. Die Gefestigten verbinden ein hohes Zutrauen in die eigene Arbeitsmarktfähigkeit mit einer klaren Orientierung an Stabilität und kalkulierbaren Schritten. Beim Jobwechsel zählen vor allem die harten Faktoren: Gehalt, Jobsicherheit und Flexibilität. Wichtig: keine klassische Fluchtgruppe – Kim gibt ihre stabile Position nur auf, wenn ein Wechsel klar überzeugt.

Illustration Frau mit Tasse in der Hand

Toni, 50 – Die Sicherheitsorientierte (33,5 %)

„Ich bewerbe mich überall – aber irgendwie passt es nie.”

Toni repräsentiert das deutlich defensivere Segment. Sicherheitsorientierte gewichten Stabilität stark, blicken auf den Markt und die eigenen Optionen aber vorsichtiger. Kein ruhiges Bleiber-Segment, sondern eine risikoempfindliche, aktiv suchende Gruppe – häufig mit angespannter Markterfahrung: wenig passende Stellen, schwierigere Einladungen, mehr wahrgenommene Konkurrenz. Profilseitig ist die Gruppe etwas älter.

Illustration Mann mit Bart im Anzug

Alex, 29 – Der selbstbewusste Wechsler (12,7 %)

„Ich bin zufrieden, wo ich bin – aber immer offen für etwas Besseres.”

Alex markiert den klarsten Chancenbereich im Markt. Selbstbewusste Wechsler fühlen sich arbeitsmarktnah, beweglich und kaum durch Unsicherheit gebremst. Neben Gehalt zählen für sie vor allem Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten, und ihre Markterfahrung ist entspannter als bei den übrigen Gruppen. Demografisch ist Alex jünger und überdurchschnittlich qualifiziert.

Illustration Mann mit Tablet

Sam, 54 – Der zögerlich Wechselwillige (4,9 %)

„Ich will eigentlich weg – ich weiß nur noch nicht wohin.”

Sam steht für die kleinste Gruppe: ein aktiver, aber wenig gefestigter Rand des Marktes. Die Prioritäten bleiben praktisch, aber etwas offener angelegt – neben Gehalt und Flexibilität rücken interessante Aufgaben in den Blick. Die Sucherfahrung ist angespannt: wenig passende Stellen, schwieriger Zugang zu Interviews, oft ausbleibende Rückmeldungen. Auffällig ist das erfahrene, teils seniorige Profil.

x von y

Die vier Personas im Überblick

Der
Gefestigte
Die Sicherheits-
orientierte
Der selbst-
bewusste Wechsler
Der zögerlich
Wechselwillige
Offen für Wechsel86 %87 %88 %92 %
Aktiv auf Jobsuche44 %52 %43 %64 %
Wichtigster HebelEffizienz &
Gehalt
SicherheitEntwicklungPurpose &
Neustart

Tipp: Nutze diese vier Personas des deutschen Arbeitsmarkts als Basis für deine persönlichen Candidate Personas im Recruiting: Sie bilden die datenbasierte Grundlage, auf der du deine Personas passgenau auf deine Vakanzen, Branche und Zielgruppe zuschneidest. Alle vier Personas mit Kerndaten, Zitaten und konkreten Ansprache-Empfehlungen findest du im kostenlosen Factsheet zum Download.

So wendest du Candidate Personas an

Nimm dir das Persona-Profil vor und überlege, wie du diese Person am besten erreichst: Liest sie Stellenanzeigen in Netzwerken oder Jobbörsen? Ist sie offen für direkte Ansprache? Welche Tonalität passt? Nutze die Persona als roten Faden für Stellenanzeige, Active Sourcing, Candidate Journey und Employer Branding – so bleiben Ansprache und Botschaft konsistent.

Worauf du bei Candidate Personas achten solltest

Eine Candidate Persona beschreibt einen konkreten, fiktiven Menschen. Da eine Persona ein Geschlecht, ein Alter und eine Herkunft bekommt, kann sie deine Suche ungewollt auf bestimmte Gruppen verengen und vielversprechende Kandidaten ausschließen. Halte solche Merkmale bewusst offen und nutze die Persona nur für Ansprache und Kanalwahl, nicht zur Bewertung realer Bewerbungen.

Candidate Personas Cover

Stepstone Candidate Personas 2026

Im kostenlosen Factsheet „Deine Candidate-Personas 2026″ findest du alle vier Kandidatentypen mit Kerndaten und konkreten Ansprache-Empfehlungen – als Ausgangsbasis für deine eigenen Personas.

FAQ – Häufige Fragen zu Candidate Personas

Was ist eine Candidate Persona?

Das fiktive Profil deiner idealen Kandidat*in für eine Position – Basis für zielgerichtete Ansprache, Employer Branding und Sourcing.

Was ist der Unterschied zwischen Candidate Persona und Anforderungsprofil?

Das Anforderungsprofil listet Qualifikationen während die Candidate Persona den Menschen als Ganzes beschreibt.

Welche Informationen gehören in eine Candidate Persona?

Unter anderem Hard Facts und Foto, Wohnort, Ausbildung, Beschäftigung, Ziele, Bedürfnisse, Persönlichkeit sowie bevorzugte Kanäle und Ansprache.