Die Wirtschaft wieder hochfahren: Wann und wie?

Wir haben Unternehmen und Mitarbeiter gefragt, wie sie eine Rückkehr zum Arbeitsalltag sehen: mit eindeutigen Ergebnissen!

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Die Corona-Krise hat eine neue Phase erreicht. Politik und Gesellschaft diskutieren über die Möglichkeit, in einzelnen Bereichen erste Schritte in Richtung Normalität zu wagen. Mit Blick auf Arbeitsmarkt und Ökonomie stellen sich schwierige und bislang so nie dagewesene Fragen: Wann und wie kann die Wirtschaft in Deutschland wieder ‚hochgefahren‘ werden? Wann können Unternehmen wieder zu ihrer vollen Produktivität zurückkehren und Mitarbeiter wieder regulär ihrer Arbeit nachgehen?

Anfang Mai: Unternehmen und Mitarbeiter sehen die Zeit gekommen

Diese Fragen haben etwa 11.400 Menschen beantwortet, die an der kurzfristigen StepStone Online-Umfrage am 15. und 16. April teilgenommen haben. Darunter waren etwa 2.000 Führungskräfte, die Aussagen zur Situation und Perspektive der Unternehmen treffen konnten.

Die Unternehmen stehen in den Startlöchern

Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Unternehmen in Deutschland die Zeit gekommen sehen, um den Betrieb wieder aufzunehmen. Vier von fünf Führungskräften halten es für moralisch vertretbar und richtig ab Mai damit zu beginnen, die Wirtschaft wieder ‚hochzufahren‘. Eine deutliche Mehrheit von über 80 Prozent will die Rückkehr zur ‚normalen‘ Arbeit und Produktivität schnell organisieren. Sie gaben an, entweder sofort und umgehend oder innerhalb weniger Wochen den Übergang realisieren zu wollen. Die Pläne hierfür liegen vielfach bereit. Fast 60 Prozent der Unternehmen verfügen bereits über ein vollständiges oder weit fortgeschrittenes Konzept zum Neustart. Gut jedes vierte Unternehmen muss an dieser Stelle noch passen.

Mitarbeiter sind motiviert und bereit, an ihre Arbeitsplätze zurückzukehren

Eine klare Mehrheit von 81 Prozent der Fachkräfte begrüßt eine Rückkehr zu ihrem Arbeitsplatz ab Mai. Und auch die Arbeitnehmer wollen den Übergang ‚back to business‘ schnell umgesetzt sehen. Über zwei Drittel möchten hierfür maximal wenige Wochen aufwenden. Vier von zehn Befragten sind darüber hinaus der Meinung, dass sich am Arbeitsplatz schnell eine neue Normalität einstellen wird.

Sowohl Unternehmen als auch Mitarbeiter wünschen sich folglich ein schnelles Wiederhochfahren der Wirtschaft. Und dafür haben sie gute Gründe:

Aus wirtschaftlicher Perspektive drängt die Zeit

Die StepStone Befragung von Ende März hat bereits gezeigt, dass die Menschen sich ganz besonders darauf freuen, ihre Kollegen wiederzusehen. Die Bedeutung des Sozialen zeigt sich auch darin, dass gut jeder Fünfte davon spricht, aufgrund der aktuellen Situation mit psychischen Problemen zu kämpfen zu haben.

Die Hauptmotivation für Unternehmen wie Mitarbeiter ist allerdings der wirtschaftliche Aspekt. Gut jeder dritte Arbeitgeber kann unter den aktuellen Bedingungen nur bis Ende Mai den eigenen Geschäftsbetrieb sicherstellen. Laut den gut 2.000 befragten Führungskräften liegt die Produktivität der Unternehmen im Schnitt nur noch bei 60 Prozent gegenüber dem Normalzustand. Knapp jedes fünfte Unternehmen muss auf 80 Prozent oder mehr ihres Umsatzes verzichten.  Im Durchschnitt ist der Umsatz durch die Krise um etwa 39 Prozent zurückgegangen. Die deutliche Mehrheit der Entscheider schätzt, dass es mindestens drei bis sechs Monate oder gar noch länger dauern wird, bis ihre Unternehmen wieder die monatlichen Umsätze von vor der Krise erzielen.

Ein ähnliches Bild zeichnen die befragten Fachkräfte. Über die Hälfte ist der Meinung, dass sich die Geschäftslage ihres Arbeitgebers durch die Krise verschlechtert hat. Jeder Vierte sieht den eigenen Arbeitsplatz langfristig als gefährdet an.

Doch trotz der schwerwiegenden wirtschaftlichen Argumente behalten die Menschen das derzeit wichtigste Thema im Blick: Die Gesundheit.

Gesundheitsschutz ist oberstes Gebot

Vier von fünf Unternehmen können laut Aussage ihrer Führungskräfte den Gesundheitsschutz ihrer Mitarbeiter ab Mai grundlegend gewährleisten. Die meisten hiervon räumen allerdings ein, dass es hierbei noch Einschränkungen gibt. Die Mitarbeiter setzen jedenfalls großes Vertrauen in ihre Arbeitgeber. Über 80 Prozent gehen davon aus, dass ihr Unternehmen für ihren Gesundheitsschutz Sorge tragen wird. Nur gut jeder Fünfte hätte bei einer Rückkehr an den Arbeitsplatz Sorge um die eigene Gesundheit. Ein hohes Maß an Vertrauensvorschuss, dem die Unternehmen mit konkreten Maßnahmen gerecht werden wollen.

82 Prozent werden genau auf die Einhaltung von Gesundheits- und Hygieneregeln achten, 79 Prozent Desinfektionsmittel bereitstellen und 70 Prozent die Möglichkeit, vom Homeoffice aus zu arbeiten, aufrechterhalten, wo dies möglich ist. Diese drei Maßnahmen sind auch genau die, die von den Beschäftigten am stärksten nachgefragt werden, sollte es zu einer Rückkehr zur Normal-Arbeit kommen. Ebenfalls will eine Mehrheit der Unternehmen sog. ‚work distancing‘ einführen (Einhaltung von Abstandsregeln), transparent über den Stand des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz informieren sowie Arbeitszeiten zusätzlich flexibilisieren. Etwa die Hälfte der Arbeitgeber plant, Atemmasken zu beschaffen. Leidglich weniger als 4 Prozent beschäftigen sich aktuell nicht mit zusätzlichen Maßnahmen.

Dazu passt, dass über die Hälfte der Arbeitgeber bereits über ein mindestens weit fortgeschrittenes Konzept zur Umsetzung des Gesundheitsschutzes verfügt.

Über die Studie: „Wiederhochfahren der Wirtschaft: Wann und wie“

Die Online-Jobplattform StepStone hat parallel zur Beratung von Bund und Ländern am 15. April 2020 und dem 16 April ca. 11.400 Arbeitnehmer nach ihrer Meinung gefragt: Wann sollten die Unternehmen die Arbeit wieder wie gewohnt aufnehmen? Und wie sollte dies geschehen? Die Studie bietet einen exklusiven Einblick in den Status quo der Unternehmen und ihrer Vorbereitungen für den Weg aus der Ausnahmesituation sowie zum aktuellen Meinungsbild von Fach- und Führungskräften. An der Befragung haben etwa 2.000 Führungskräfte teilgenommen.

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Kontakt

  • Dr. Tobias Zimmermann
  • Research Manager & Arbeitsmarktexperte

  • Jan Heming
  • Research Manager

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