So mobil ist Deutschland

Wie kommen Sie jeden Tag zur Arbeit? Mit dem Auto? Mit Bus und Bahn? Zu Fuß oder per Rad? Umzug oder Pendeln – wofür entscheiden sich die Beschäftigten?

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Stau auf der Autobahn, Verspätungen am Hauptbahnhof. Wer zu seinem Arbeitsplatz pendelt, kennt die Herausforderungen, die damit verbunden sind. Aber deshalb gleich den Wohnort wechseln? Partner, Familie, Freunde, Wohneigentum oder hohe Mieten in den Städten beeinflussen die Wahl des Wohnortes entscheidend. Job und Wohnort sind zwei der wichtigsten Entscheidungen in unserem Leben. Auch deshalb steht das Thema berufliche Mobilität weit oben auf der Agenda – sowohl in der Politik als auch in jedem einzelnen Unternehmen und Privathaushalt. Welche Angebote zum Thema berufliche Mobilität gibt es und wie werden diese wahrgenommen? Wie lange und wie weit pendeln die Deutschen? Was ist wichtiger? Wohnort oder Arbeitsweg?

Deutschland: Eine Pendlernation

Der tägliche Weg zur Arbeit ist für den Großteil der Beschäftigten fester Bestandteil ihres Alltags. Das ist kein Wunder, denn die Arbeitsstandorte in Deutschland sind räumlich deutlich konzentrierter als die Wohnorte der Angestellten. Gut jeder zweite Befragte muss deshalb durchschnittlich mindestens 30 Minuten für einen Weg aufwänden, macht der StepStone Mobilitätsreport deutlich. Bei etwa 220 Arbeitstagen im Jahr kommt somit bereits eine beträchtliche Summe zusammen: Etwas mehr als neun ganze Tage pro Jahr verbringen diese Fachkräfte auf dem Weg zur Arbeit oder von dort nach Hause. Eine Zeit, die Fach- und Führungskräfte aber überwiegend gerne in Kauf nehmen. 62 Prozent geben an, mit der Dauer ihres Arbeitsweges aktuell zufrieden zu sein.

Besonders Großstädte sind beliebte Pendelziele. Etwa jeder dritte Arbeitnehmer, der in einer der sieben größten Städte Deutschlands arbeitet, pendelt im Schnitt länger als 45 Minuten zu seinem Arbeitsplatz. Düsseldorf und Frankfurt am Main sind als Arbeitsorte bei Pendlern besonders beliebt. Nur 36, beziehungsweise 37 Prozent der Fachkräfte, die dort arbeiten, wohnen auch in der Stadt selbst.

Bei der Wahl des Verkehrsmittels führt kein Weg am Auto vorbei. 65 Prozent der Pendler kommen hauptsächlich mit dem Auto zur Arbeit. Deutlich weniger nutzen auch den ÖPNV (22 Prozent). 15 Prozent fahren regelmäßig mit der Bahn. Mit dem Fahrrad kommen 14 Prozent. Interessant hierbei: Die gute Infrastruktur in den Großstädten wird von den Pendler genutzt.

In den Metropolen fahren die Beschäftigten deutlich häufiger mit den Öffentlichen oder mit der Bahn. In Berlin fährt jeder Zweite mit dem gut ausgebauten ÖPNV. In München, Hamburg und Stuttgart sind es noch über 40 Prozent. Den größten Anteil an Bahn-Pendlern hat Frankfurt am Main. Jeder Dritte gibt hier an, die Bahn für seinen Arbeitsweg zu nutzen. Auf Platz zwei und drei der Bahnpendler folgen die Rheinmetropolen Köln und Düsseldorf. Das zeigt, die Pendler denken praktisch. Sie sind nicht ideologisch auf ein Verkehrsmittel festgelegt. Ihnen kommt es vor allem darauf an, möglichst gut und schnell zur Arbeit und wieder nach Hause zu kommen.

Was wünschen sich Pendler und worauf achten sie?

Berufliche Mobilität ist wichtig, damit Menschen sich ihre Wünsche an Traumjob und Wohnort gleichermaßen erfüllen können. Gegen einen Umzug sprechen für die Pendler in erster Linie Familie, Freundeskreis und Freizeitaktivitäten, ebenso wie die Lebensqualität am Wohnort. Gewichtige Faktoren also.

Dafür sind sie bereit, einiges in Kauf zu nehmen. Über die Hälfte der Befragten empfindet eine Dauer von bis zu 60 Minuten pro Arbeitsweg als akzeptabel. Das ist mehr als die tatsächliche Pendeldauer. Nichtsdestotrotz ist die Dauer des Arbeitsweges ein entscheidender Faktor für die Zufriedenheit mit der eigenen Pendelei. Über 80 Prozent derjenigen Pendler, die mehr als 45 Minuten für ihren Arbeitsweg brauchen, sind damit unzufrieden. Insgesamt sind dagegen nur 38 Prozent mit der Dauer ihres Arbeitsweges nicht zufrieden. Auch wenn einige Fachkräfte einen langen Arbeitsweg akzeptieren, sind sie damit also noch lange nicht zufrieden.

An ihrem Arbeitsweg stört die Fachkräfte deshalb auch in erster Linie der Zeitverlust an sich. 72 Prozent stimmten dieser Annahme zu. Fehlende Freizeit, Staus und hohe Kosten waren weitere Ursachen für Unzufriedenheit.

Ein Umstieg vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel kommt für die meisten nicht in Frage. Zwei Drittel der Berufspendler ziehen das Auto vor. Nur 18 Prozent der Fachkräfte, die mit dem Auto zur Arbeit fahren, können sich vorstellen, auf den ÖPNV umzusteigen. Die Hauptgründe hierfür: zu schlechte Anbindung und fehlende Flexibilität. Nicht etwa Preis oder Bequemlichkeit lassen die Pendler vor allem ins Auto steigen. Dies passt gut zu dem Ergebnis, dass die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel dort hoch ist, wo diese gut ausgebaut sind – in den Ballungsräumen der Metropolen.

Wohnort oder Job? Warum Fachkräfte für ihren Job umziehen

Für den Traumjob umziehen? Trotz der vielen Pendler ist das für die Mehrheit durchaus eine Option. Die Mehrheit der Fachkräfte ist bereits mindestens einmal aus beruflichen Gründen umgezogen. Nur vier von zehn zeigen sich so standortgebunden, dass ein Umzug aus beruflichen Gründen für sie gar nicht in Frage kommt.

Die Beweggründe für einen berufsbedingten Umzug sind vielfältig. Der größte Motivator ist – wenig überraschend – das Gehalt. Höhere Lebensqualität, eine spannende, neue Tätigkeit oder bessere Karrierechancen sind ebenfalls wichtige Faktoren. Besonders spannend: Berufsgruppen mit hoher Bildungsqualifikation legen weitere Umzugsstrecken zurück, als Berufsgruppen nicht-akademischem Hintergrund. Insbesondere Naturwissenschaftler, Ärzte und Ingenieure zeigen sich besonders mobil.

Unternehmen setzen gezielte Maßnahmen ein, um ihren Mitarbeitern die Mobilität zu erleichtern. 75 Prozent bieten flexible Arbeitszeitmodelle. Ebenfalls verbreitet sind Home-Office, Jobtickets und/oder eine Tankkarten und sogar Dienstwägen. Etwa die Hälfte der Unternehmen setzt nicht nur darauf, die Mobilität zu erleichtern. Sie bietet gezielte Maßnahmen an, um Kandidaten zum Umzug zu motivieren.

Der Unternehmensstandort: Eine Chance für Unternehmen

Kandidaten, die offen für einen Jobwechsel sind, halten tendenziell in einem größeren territorialen Umkreis die Augen offen. Sie suchen nach interessanten Jobmöglichkeiten in der gesamten Bundesrepublik und teils auch darüber hinaus. Nichtsdestotrotz ist der Standort für Unternehmen ein entscheidender Wettbewerbsfaktor und für die meisten Jobsuchenden ein wichtiges Entscheidungskriterium. Für ganze 67 Prozent sei der Unternehmensstandort bei der Jobsuche gar von entscheidender Bedeutung.

Das ist grundsätzlich eine gute Nachricht für die Unternehmen. Etwa zwei Drittel sind der Überzeugung, dass ihr Standort durchaus attraktiv sei und die Suche nach geeigneten Mitarbeitern vereinfache. Besonders gut haben es diejenigen Unternehmen, die in Großstädten angesiedelt sind. Die beliebtesten Städte für einen möglichen Umzug sind Hamburg, München, Berlin, Köln und Frankfurt am Main.

Über die Studie

Für die Studie hat StepStone im ersten Quartal 2018 eine Online-Befragung unter rund 24.000 Fach- und Führungskräften in Deutschland durchgeführt, darunter waren rund 20.000 Fachkräfte ohne Personalverantwortung und rund 4.000 Führungskräfte. Daneben befragte StepStone online rund 4.000 Recruiter und Manager, die für Personalbeschaffung zuständig sind.

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Kontakt

  • Dr. Anastasia Herrmann
  • Head of Research

  • Patricia Pela
  • Junior Research & Communications Manager

  • Dr. Tobias Zimmermann
  • Research & PR Manager

Wir freuen uns über Ihr Feedback und Ihre Anfragen unter: studien@stepstone.de