Die Lebenshaltungskosten steigen, von unserem Gehalt können wir uns plötzlich nicht mehr das leisten, was einst kein Problem gewesen ist. Auf diese Entwicklung reagiert die Bundesregierung mit geplanten Steuererleichterungen. 2025 sollen wir so mehr Netto vom Brutto haben. Doch welche Maßnahmen sind im Gespräch und wer profitiert davon? Wir geben einen Überblick über die bisher geplanten Steueränderungen 2025 und klären auf, warum einige Arbeitnehmer*innen am Ende des Jahres sogar weniger Geld haben könnten als noch 2024.
Um die Auswirkungen der Inflation abzumildern und für mehr Netto vom Brutto zu sorgen, arbeitet die Bundesregierung seit dem Sommer an Steuererleichterungen für das Jahr 2025. Der Veröffentlichung erster Zahlen zufolge, sollten vor allem Menschen mit niedrigem und mittlerem Einkommen von den Maßnahmen profitieren - allerdings stehen die geplanten Änderungen nach dem Aus der Ampelkoalition infrage.
Diese Änderungen waren geplant:
Da die Erhöhung des Grundfreibetrags alle Steuerzahler*innen mehr oder weniger stark betrifft, sind hier auch die größten Ersparnisse möglich. Was die Änderung des Grundfreibetrags für deine Steuern in 2025 bedeutet, hat der Bund der Steuerzahler beispielhaft für Singles und verheiratete Paare mit zwei Kindern und einem Alleinverdiener berechnet. Dabei ist zu beachten, dass der jetzige Ist-Stand des Freibetrags als Vergleichswert genommen wird – nicht der neu verhandelte Wert, der rückwirkend für 2024 gilt.
Jahresbruttogehalt | Potenzielle Steuerersparnis 2025 |
|---|---|
25.000 € | 115 € |
30.000 € | 122 € |
35.000 € | 132 € |
40.000 € | 142 € |
45.000 € | 153 € |
50.000 € | 167 € |
60.000 € | 197 € |
70.000 € | 238 € |
80.000 € | 286 € |
90.000 € | 301 € |
100.000 € | 301 € |
Jahresbruttogehalt | Potenzielle Steuerersparnis 2025 |
|---|---|
25.000 € | - |
30.000 € | - |
35.000 € | 160 € |
40.000 € | 198 € |
45.000 € | 226 € |
50.000 € | 232 € |
60.000 € | 248 € |
70.000 € | 268 € |
80.000 € | 294 € |
90.000 € | 322 € |
100.000 € | 356 € |
Dass bei einem Bruttogehalt von 25.000 bzw. 30.000 Euro keine Steuerersparnisse angegeben werden, liegt daran, dass das Jahresgehalt unter der Freibetragsgrenze für Verheiratete inkl. Kinderfreibeträgen liegt und somit ohnehin keine Steuern gezahlt werden müssen.
Was auf den ersten Blick für alle Arbeitnehmer*innen nach einem (mehr oder weniger) großen Plus klingt, verpufft bei genauerer Betrachtung vor allem für zwei Gruppen – in manchen Fällen ist sogar weniger Geld im Portemonnaie als noch 2024. Warum das so ist, hat verschiedene Gründe.
Obwohl Alleinstehende und Familien mit geringem Einkommen von den Steueränderungen 2025 profitieren sollen, werden sie dennoch kaum mehr Geld zur Verfügung haben als noch 2024. Am härtesten trifft es Familien mit zwei Kindern, bei denen die Eltern verheiratet sind und nur ein Elternteil allein maximal 2.500 Euro brutto verdient, denn in dieser Konstellation kommt es sogar zu einem Minus. Der Hauptgrund dafür sind die steigenden Krankenkassenbeiträge. Im Herbst 2024 wurde öffentlich, dass die Beiträge für die gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im Durchschnitt um 0,8 Prozent von 1,7 auf 2,5 Prozent steigt. Da bei 2.500 Euro Bruttogehalt in dieser Konstellation ohnehin keine Steuern fällig werden, greifen die Steuererleichterungen auch nicht – gleichzeitig wird mehr Geld für die GKV fällig.
Daniel ist mit Eva verheiratet, zusammen haben sie zwei Kinder. Als Produktionsmitarbeiter verdient er 2.500 Euro – das einzige Gehalt der Familie. Trotz Steuererleichterungen 2025 hat die Familie am Ende des Jahres rund 90 Euro weniger im Geldbeutel als noch 2024.
Alleinerziehende mit einem Kind könnten 2025 trotz der höheren GKV-Kosten immerhin noch knapp über 40 Euro mehr im Geldbeutel haben, Singles sogar knapp über 50 Euro.
Die zweite Gruppe, bei denen die Steuererleichterungen2025 nicht ankommen bzw. verpuffen, sind Gutverdiener mit einem Bruttoeinkommen ab 5.500 Euro im Monat. Dass die Anhebung des Grundfreibetrags bei ihnen ohnehin keine so großen Auswirkungen, wie bei Menschen mit niedrigem und mittlerem Einkommen hat, war von vorneherein geplant. Dass am Ende teilweise mehrere hundert Euro Minus auf der Gehaltsabrechnung stehen, liegt an den Plänen der Bundesregierung zu höheren Sozialabgaben für Gutverdiener. Ab 2025 soll nämlich sowohl die Beitragsbemessungsgrenze bei der Rentenversicherung als auch bei der GKV steigen: Anstatt bisher bis maximal 7.550 Euro werden ab 2025 8.050 Euro bei den Abgaben für die Rentenversicherung berücksichtigt. Bei der Krankenversicherung steigt der Anteil von 5.175 Euro auf 5.512,20 Euro – zusammen mit der oben erwähnten prozentualen Erhöhung der Beiträge ist vor allem dieser Faktor ein Geldfresser für viele.
Ähnlich wie bei der niedrigen Einkommensschicht gilt hier, dass vor allem Familien mit Kindern einen Nachteil haben. Für Singles, Alleinerziehende und Familien gilt außerdem gleichermaßen, dass mit steigendem Einkommen auch das Minus wächst.
Olaf ist Single und arbeitet als Fondsmanager mit einem Bruttolohn von 7.000 Euro. Ab 2025 hat er aufs Jahr gesehen mehr als 50 Euro weniger auf dem Konto als noch 2024.
Nadine ist alleinerziehend mit einem Kind und verdient als Teamleiterin im Consulting 8.000 Euro. Trotz Steuererleichterungen wird sie 2025 über 260 Euro weniger im Portemonnaie haben.
Marina und Jan sind verheiratet und haben zwei Kinder. Sie ist aktuell Alleinverdienerin und erhält als Unternehmensberaterin in Vollzeit 6.000 Euro im Monat. 2025 werden ihr jährlich über 150 Euro weniger ausgezahlt als noch im Vorjahr.
Wer aber zählt nun zu den Gewinnern bei den Steuererleichterungen 2025? Neben kinderlosen Singles und Alleinerziehenden mit einem niedrigen oder mittleren Einkommen bis etwa 5.000 Euro sind es vor allem Familien mit einem mittleren Einkommen zwischen 3.000 und 5.000 Euro, die bestenfalls mehr Netto vom Brutto haben.
Lena ist Projektmanagerin und verdient etwa 5.000 Euro brutto im Monat. Dank der Steueränderungen 2025 hat sie am Jahresende knapp über 70 Euro mehr im Portemonnaie.
Wäre Lena alleinerziehend wären es bei gleichem Gehalt nur knapp 60 Euro mehr. Als verheiratete Alleinverdienerin mit zwei Kindern wären es etwas mehr als 110 Euro.
Obwohl die geplanten Steuererleichterungen erst einmal positiv klingen, musst du genau nachrechnen, ob die versprochene Steuerentlastung ab Januar 2025 für dich tatsächlich greifen. Da nicht nur an den Steuern geschraubt, sondern auch an anderer Stelle Beiträge und deren Grenzen verändert werden, bleibt in vielen Fällen 2025 nämlich gar nicht mehr Netto vom Brutto über. Der eigentliche Plan der Bundesregierung vor allem Arbeitnehmer*innen mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu entlasten, ginge immerhin zu großen Teilen auf. Lediglich für Familien mit einem sehr geringen Einkommen reichen die Anpassungen wegen der steigenden Krankenkassenbeiträgen leider nicht aus. Gehörtst du zu den Gutverdienern, hättest du ebenfalls schlechtere Karten, da nicht nur Abgaben für die Sozialversicherungen, sondern auch die Beitragsbemessungsgrenzen steigen werden. So zumindest Stand heute - bleibt abzuwarten, was das Aus der Ampelkoalition im Herbst 2024 für die geplante Steuerreform 2025 bedeutet.
Durch verschiedene geplante Steuererleichterungen, vor allem die Anhebung des Grundfreibetrags, sollen 2025 viele Arbeitnehmer*innen mehr etto von ihrem Bruttogehalt haben. Durch steigende Beiträge zu den Sozialversicherungen wird dieses Plus allerdings nicht bei allen tatsächlich ankommen. Außerdem steigt 2025 der gesetzliche Mindestlohn auf 12,82 Euro die Stunde.
Für 2025 plante die Bundesregierung verschiedene Steueränderungen, beispielsweise die Anhebung des Grund- und Kinderfreibetrags, was zu mehr Netto vom Bruttolohn führen soll. Diese stehen nach dem Aus der Bundesregierung nun infrage. Geplant war außerdem, dass sich das Kindergeld um 5 Euro pro Kind im Monat erhöht. Da gleichzeitig die Abgaben für Sozialversicherungen steigen sollen, wird für viele Arbeitnehmer*innen am Jahresende aber trotzdem nicht mehr Geld über sein. Im Gespräch, aber noch nicht final ausgearbeitet, ist außerdem eine neue Regelung für Überstunden: Diese sollen ab 2025 von Steuern und sonstigen Abgaben befreit werden.
Ob und was sich 2025 finanziell ändert, ist nach dem Aus der Ampelkoalition unklar. Ursprünglich geplant waren verschiedenen Steuererleichterungen, die zu einem Plus auf dem Konto führen sollen. Sicher ist, dass gleichzeitig die Abgaben für verschiedene Sozialversicherungen steigen werden, so dass viele Menschen - selbst, wenn alle Steuererleichterungen tatsächlich umgesetzt werden - sogar weniger Geld im Portemonnaie haben werden als noch im Jahr zuvor.
2025 werden voraussichtlich der Grund- und Kinderfreibetrag angehoben. Ziel ist es vor allem Personen mit geringem und mittlerem Einkommen zu entlasten, so dass am Ende mehr netto vom Bruttolohn überbleibt. Der Grundfreibetrag steigt dabei um 300 Euro pro Person – zusätzlich steigt der Betrag bereits rückwirkend in 2024 um 180 Euro. Der Kindefreibetrag steigt in zwei Schritten (rückwirkend und am Januar 2025) um insgesamt 684 Euro.
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