Ein Mann mit Brille notiert neben seinem Laptop etwas.
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Das Wichtigste auf einen Blick:Unterschied zum klassischen LebenslaufAufbau eines wissenschaftlichen LebenslaufesFormatierung und LayoutDas Kurzprofil im akademischen Lebenslauf

Wer sich nach einer akademischen Ausbildung an einer Universität bewerben möchte, benötigt – wie jeder andere Bewerber oder jede andere Bewerberin – einen Lebenslauf. Doch während in der freien Wirtschaft manchmal weniger mehr ist, gilt in der Wissenschaft das Gegenteil: Hier ist es üblich, die beruflichen Stationen ausführlich darzustellen. Doch worauf kommt es bei einem akademischen Lebenslauf an? Tipps zum Aufbau und Inhalt findest du in diesem Artikel. 

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Das Wichtigste auf einen Blick:Unterschied zum klassischen LebenslaufAufbau eines wissenschaftlichen LebenslaufesFormatierung und LayoutDas Kurzprofil im akademischen Lebenslauf

Das Wichtigste auf einen Blick:

Unterschied zum klassischen Lebenslauf

Bei einem klassischen Lebenslauf listest du in tabellarischer Form die wichtigsten Eckdaten deiner beruflichen Erfahrungen auf. Wie das genau geht, kannst du in dem Artikel „Lebenslauf schreiben: Inhalt, Aufbau und Tipps zum Design nachlesen.

Benötigst du jedoch einen akademischen Lebenslauf oder wissenschaftlichen Lebenslauf, weil du dich an einer Hochschule, Universität oder einem Forschungsinstitut bewirbst, musst du zusätzlich Tätigkeiten angeben, die deine wissenschaftliche Laufbahn betreffen. Dazu gehört bereits dein Engagement während deines Studiums, aber auch deine Publikationen und deine Stipendien. Dabei bist du nicht, wie beim klassischen Lebenslauf auf eine Seite begrenzt, sondern darfst gerne so viele Seiten füllen, wie du willst, solange der Inhalt dein Renommee als Akademiker*in bekräftigt.

Trotz allem sollte dein akademischer Lebenslauf strukturiert und übersichtlich sein.

Tipp: Auch für Stipendien, Wettbewerbe oder Drittmittel benötigst du einen wissenschaftlichen keinen klassischen Lebenslauf.

Aufbau eines wissenschaftlichen Lebenslaufes

Damit dein wissenschaftlicher Lebenslauf eine klare und übersichtliche Struktur erhält, solltest du ihn nicht einfach chronologisch auflisten, sondern in thematischen Blöcken gliedern, die jeweils in antichronologischer Reihenfolge aufgebaut sind. Das bedeutet, dass innerhalb jedes Themenblocks die aktuellste Errungenschaft an erster Stelle steht. Mögliche Themenblöcke sind:

Jeder dieser Blöcke sollte übersichtlich und präzise strukturiert sein. Für den Abschnitt „Ausbildung und akademischer Werdegang“ beginnst du mit deinem höchsten akademischen Abschluss und listest dann alle relevanten Studiengänge und Abschlüsse auf, gefolgt von wichtigen Forschungs- oder Studienprojekten, falls zutreffend. Wenn du mehrere Auslandsaufenthalte oder Studienaufenthalte hattest, sollten diese ebenfalls in einem separaten Block behandelt werden, um deine internationale Erfahrung hervorzuheben.

Im Block „Akademische Positionen und Anstellungen“ listest du deine bisherigen wissenschaftlichen Tätigkeiten, wie etwa Forschungsassistenzen, Lehrbeauftragungen oder wissenschaftliche Mitarbeit, ebenfalls in antichronologischer Reihenfolge. Dies ermöglicht dem Leser, auf einen Blick deinen beruflichen Aufstieg und die Entwicklung deiner wissenschaftlichen Karriere nachzuvollziehen.

Die „Veröffentlichungen“ stellen einen besonders wichtigen Block in einem wissenschaftlichen Lebenslauf dar. Hier solltest du alle relevanten Arbeiten – von Artikeln in Fachzeitschriften über Buchkapitel bis hin zu Konferenzbeiträgen – auflisten. Achte darauf, die neuesten und bedeutendsten Veröffentlichungen hervorzuheben.

Weitere Themenblöcke wie „Mitgliedschaften in Fachgesellschaften“ oder „Drittmittel“ sind besonders wichtig, um deine Vernetzung und deine Fähigkeiten in der Akquise von Forschungsressourcen zu demonstrieren. Bei der Auflistung von Drittmitteln gib an, ob du als Antragsteller oder Mitwirkender involviert warst und welchen Betrag du eingeworben hast.

Zuletzt können auch außeruniversitäre und extracurriculare Aktivitäten ein wichtiger Bestandteil des Lebenslaufs sein, insbesondere wenn sie deine Teamarbeit, Führungskompetenzen oder gesellschaftliche Engagements unterstreichen. Auch hier sollten die aktuellsten und relevantesten Aktivitäten an erster Stelle stehen.

Insgesamt gilt es, den wissenschaftlichen Lebenslauf klar und übersichtlich zu gestalten, um dem Leser auf einen Blick die wichtigsten Informationen zu deinem Werdegang zu vermitteln.

Beispiel-Lebenslauf:

Persönliche Daten
Name: Dr. Anna Müller
Geburtsdatum: 15. Mai 1985
Adresse: Musterstraße 12, 12345 Berlin
Telefon: +49 170 1234567
E-Mail: anna.mueller@email.com
Website: www.annamuellerforschung.de

Akademische Ausbildung

  • 2011 – 2016: Promotion in Germanistik, Universität Berlin
    Thema der Dissertation: „Starke Frauenfiguren? Weibliche Protagonistinnen in den Werken von Christa Wolf und Ingeborg Bachmann“
    Betreuerin: Prof. Dr. Sabine Müller, Universität Berlin
    Note: Magna cum laude
  • 2006 – 2011: Studium der Germanistik und Frauen- und Geschlechterforschung, Universität Berlin
    Abschluss: M.A. in Germanistik (Note: 1,2)
    Masterarbeit: „Die Konstruktion von Weiblichkeit in der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts“
    Betreuer: Prof. Dr. Thomas Schmidt
  • 2003 – 2006: Studium der Literaturwissenschaft, Universität Leipzig
    Abschluss: B.A. in Literaturwissenschaft (Note: 1,5)

Akademische Positionen und Anstellungen

  • 2020 – heute: Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Deutsche Literatur, Universität Berlin
    • Forschungsschwerpunkt: Weibliche Figuren in der deutschen Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts
    • Durchführung von Lehrveranstaltungen in Literatur- und Genderforschung
    • Betreuung von Bachelor- und Masterarbeiten
  • 2016 – 2020: Akademische Rätin, Lehrstuhl für Literaturwissenschaft, Universität Leipzig
    • Lehrveranstaltungen zu feministischer Literaturkritik und der Darstellung von Weiblichkeit in der Literatur
    • Forschungsprojekt: „Die Rezeption weiblicher Figuren in der Nachkriegszeit“

Veröffentlichungen

  • 2023: „Ermächtigung oder Opferrolle? Weibliche Figuren im Werk von Christa Wolf“, in: Feministische Literaturwissenschaft, Bd. 32, S. 45-63.
  • 2021: „Die Darstellung von Weiblichkeit in der deutschen Nachkriegslyrik: Ein Vergleich zwischen Ingeborg Bachmann und Else Lasker-Schüler“, in: Literatur und Gender, Bd. 12, S. 88-106.
  • 2019: „Weibliche Selbstbestimmung in der DDR-Literatur“, in: Zeitschrift für Literaturwissenschaft, Bd. 19, S. 75-93.
  • 2018: „Vom Engel zur Kriegerin: Weibliche Figuren in der modernen deutschen Literatur“, in: Gender und Literatur im 20. Jahrhundert, S. 134-150.

Mitgliedschaften in Fachgesellschaften, Gremien, Beiräten

  • 2019 – heute: Mitglied, Deutsche Gesellschaft für Germanistik (DGG)
  • 2018 – heute: Mitglied, Arbeitskreis Feministische Literaturwissenschaft (AFL)
  • 2020 – heute: Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Zeitschrift Gender und Literatur

Außeruniversitäre/extracurriculare Aktivitäten

  • 2019: Organisation des Symposiums „Weibliche Perspektiven in der deutschen Literatur“ an der Universität Berlin
  • 2018 – 2020: Mitglied des Beirats des Projekts „Frauen in der Literaturgeschichte“ des Deutschen Literaturarchivs Marbach
  • 2017 – heute: Ehrenamtliche Tätigkeit als Mentorin für Nachwuchswissenschaftlerinnen im Bereich Literatur und Gender

Stipendien und Auszeichnungen

  • 2017: Forschungsstipendium der Stiftung für Literatur und Kunst, Berlin (Förderung für das Projekt „Weibliche Figuren in der DDR-Literatur“)
  • 2016: DAAD-Stipendium für den Forschungsaufenthalt an der Universität Wien (Thema: „Weibliche Figuren in der österreichischen Literatur des 20. Jahrhunderts“)
  • 2015: Preis für die beste Dissertation im Bereich Literaturwissenschaft, Universität Berlin

Drittmittel

  • 2021: Drittmittelantrag für das Projekt „Die Darstellung weiblicher Subjektivität in der zeitgenössischen Literatur“ (Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), 100.000 €)
  • 2018: Drittmittelakquise für das interdisziplinäre Forschungsprojekt „Weiblichkeit und Identität in der deutschen Nachkriegsliteratur“ (Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), 75.000 €)

Tipp: Auch im wissenschaftlichen Lebenslauf wird ein Foto noch immer gern gesehen. Jedoch sollte es ein professionelles Bewerbungsfoto sein.

Sprachen

Sprachkenntnisse sind in vielen akademischen Disziplinen von zentraler Bedeutung, besonders in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Wenn du dich beispielsweise als Historiker*in mit dem Schwerpunkt Alte Geschichte oder Mittlere Geschichte bewirbst, sind Kenntnisse in Griechisch, Latein sowie Alt- und Mittelhochdeutsch Standard. Je nach spezifischem Forschungsinteresse können auch Kenntnisse weiterer alter Sprachformen, wie Altenglisch, Französisch oder Italienisch, erforderlich sein, da viele historische Quellen in diesen Sprachen verfasst wurden.

In den modernen Geisteswissenschaften und den Naturwissenschaften ist Englisch die dominierende Wissenschaftssprache. Einwandfreie Kenntnisse der englischen Sprache sind daher unverzichtbar – sowohl in Wort als auch in Schrift. Wissenschaftliche Publikationen und internationale Kooperationen sind zunehmend englischsprachig, und viele bedeutende wissenschaftliche Arbeiten erscheinen in internationalen Fachzeitschriften, die überwiegend auf Englisch verfasst sind. Wenn du also in einem internationalen Umfeld forschen und publizieren möchtest, solltest du deine Englischkenntnisse entsprechend betonen.

In deinem akademischen Lebenslauf solltest du nicht nur angeben, welche Sprachen du sprichst, sondern auch dein Niveau, zum Beispiel nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER).

Die Darstellung könnte wie folgt aussehen:

Optional könntest du auch spezielle Sprachzertifikate oder internationale Sprachprüfungen wie TOEFL, IELTS, DELF, Goethe-Zertifikat, etc. auflisten, falls diese existieren.

Formatierung und Layout

Bei der Wahl der Schriftart ist es wichtig, eine gut lesbare und klassische Schriftart zu verwenden. Empfohlen werden Times New Roman, Arial oder Calibri. Die Schriftgröße sollte zwischen 11 und 12 pt liegen, um eine angenehme Lesbarkeit zu gewährleisten. Der Zeilenabstand sollte zwischen 1,15 und 1,5 betragen, um den Text luftig und gut strukturiert wirken zu lassen.

Für ein sauberes Layout sind die Seitenränder ebenfalls von Bedeutung. Setze die Ränder oben und unten auf 2 cm und rechts sowie links auf 2,5 cm, um einen harmonischen und professionellen Eindruck zu erzielen. Achte auch darauf, dass der Lebenslauf insgesamt ein ausgewogenes Design aufweist – die Absätze sollten klar voneinander abgetrennt sein, und es sollte ausreichend Platz zwischen den einzelnen Sektionen bleiben.

Am Ende des Lebenslaufs solltest du unterschreiben und das Datum sowie den Ort angeben, um den Lebenslauf zu personalisieren. Dies verleiht dem Dokument eine formelle Note und zeigt, dass du den Lebenslauf aktiv und bewusst erstellt hast.

Egal, ob du den Lebenslauf per E-Mail verschickst oder über ein Online-Bewerbungssystem einreichst: Speichere den Lebenslauf immer als PDF-Datei ab. Dies stellt sicher, dass die Formatierung korrekt beibehalten wird und der Lebenslauf in der gewünschten Form angezeigt wird, unabhängig vom Endgerät des Empfängers.

Das Kurzprofil im akademischen Lebenslauf

Um dich von anderen Bewerber*innen abzugrenzen, kannst du deinen Lebenslauf mit einem Kurzprofil beginnen. Dafür wählst du 2-3 relevante Stationen aus deinem Werdegang und formulierst dann ein paar Sätze über dich. Dabei solltest du auch bei deinem Kurzprofil darauf achten, alle Infos mit Fakten und Daten zu unterlegen.

Richtiges Kurzprofil:

Ich bin Dr. Anna Müller, eine engagierte Germanistin und Wissenschaftlerin mit einem besonderen Forschungsschwerpunkt auf weiblichen Figuren in der deutschen Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts. Nach meiner Promotion zum Thema „Starke Frauenfiguren? Weibliche Protagonistinnen in den Werken von Christa Wolf und Ingeborg Bachmann“ habe ich meine Expertise in der feministischen Literaturkritik weiter vertieft. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Berlin bin ich seit 2020 in der Lehre tätig und betreue Studierende in den Bereichen Genderforschung und Literaturwissenschaft. Meine Arbeiten, darunter Veröffentlichungen zu weiblicher Selbstbestimmung in der DDR-Literatur und der Rezeption weiblicher Figuren in der Nachkriegszeit, spiegeln mein Engagement wider, das Verständnis für die Darstellung von Weiblichkeit in der Literatur zu fördern. Darüber hinaus bin ich aktiv in der Organisation von Fachsymposien und in der Mentoringarbeit für Nachwuchswissenschaftlerinnen. Besonders freue ich mich auf die Möglichkeit, mein Wissen und meine Erfahrung in interdisziplinären Forschungsprojekten einzubringen.

Falsches Kurzprofil:

Ich bin Dr. Anna Müller, eine Literaturwissenschaftlerin mit einem Fokus auf weibliche Figuren in der deutschen Literatur. Seit meiner Promotion habe ich viel in diesem Bereich geforscht und bin aktuell als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig. Ich habe mehrere Bücher und Artikel über Frauenfiguren in der Literatur geschrieben. Für die Stelle als Beraterin in Literaturprojekten bin ich auf jeden Fall qualifiziert.

  • Das richtige Kurzprofil gibt konkrete Details zu den wissenschaftlichen Schwerpunkten und der bisherigen Karriere von Dr. Anna Müller. Es stellt ihre Qualifikationen und Forschungsergebnisse klar dar, geht auf ihre Lehrtätigkeit und außeruniversitären Aktivitäten ein und verbindet diese mit der angestrebten Position oder einem zukünftigen Ziel. Es ist fokussiert und vermittelt einen klaren Eindruck von Dr. Müllers Expertise und Motivation.

  • Das falsche Kurzprofil ist vage, wenig präzise und lässt wichtige Details zu den individuellen Qualifikationen und Projekten von Dr. Anna Müller aus. Es fehlt an Tiefe und Kontext, was die Expertise der Person betrifft. Der Text wirkt eher unprofessionell und vermittelt keine klare Zielrichtung oder Begeisterung für den Bereich.

 

 

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum akademischen Lebenslauf

Was gehört in einen akademischen Lebenslauf?

In einen akademischen Lebenslauf gehören alle relevanten wissenschaftlichen Tätigkeiten, wie Studienabschlüsse, Forschungsprojekte, Publikationen, akademische Positionen und Mitgliedschaften in Fachgesellschaften. Auch Stipendien, Preise und Drittmittel sollten aufgeführt werden.

Wie gibt man im Lebenslauf an, wenn man noch studiert?

Wenn du noch studierst, gib das an, indem du den voraussichtlichen Abschlussdatum und den aktuellen Studiengang sowie relevante Studienprojekte oder -fächer erwähnst. Zum Beispiel: „Bachelor in Literaturwissenschaft (voraussichtlicher Abschluss: Juni 2025)“.

Was ist der akademische Werdegang?

Der akademische Werdegang umfasst alle relevanten Bildungs- und beruflichen Stationen im akademischen Bereich. Dies schließt Studienabschlüsse, Promotionen, Post-Doc-Positionen sowie Lehr- und Forschungserfahrungen ein.

Geben Sie im Lebenslauf an, dass Sie einen Bachelor-Abschluss haben?

Ja, wenn der Bachelor-Abschluss relevant für die Bewerbung ist oder du dich auf eine Position bewirbst, bei der der Bachelor-Abschluss eine Mindestanforderung darstellt, solltest du ihn im Lebenslauf angeben.

Wie nennt man einen Studentenlebenslauf?

Ein Studentenlebenslauf wird häufig auch als „Praktikums-Lebenslauf“ oder „Studierenden-Lebenslauf“ bezeichnet, besonders wenn der Student noch in der Ausbildung ist und noch keine umfangreiche Berufserfahrung vorweisen kann.

 

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