Karrierestart

Worauf kommt es bei der Jobsuche an? Wie rekrutieren Unternehmen und worauf achten sie bei Kandiaten ganz besonders?

StepStone Karrierestart 2017 Jetzt zum Download exklusiv bei StepStone

Euphorie und Freude sind groß an dem Tag, auf den man so lange hin gefiebert hat. Familie und Freunde sind da und freuen sich mit. Der große Studienabschluss ist endlich da oder die Ausbildung geschafft. Aber nach dem Abschluss ist vor dem eigentlichen Karrierestart. Es stellt sich vor allem die Frage: Wie geht es jetzt weiter? Idealerweise haben sich junge Talente bereits im Vorfeld ihres Abschlusses hierzu Gedanken gemacht und Informationen eingeholt. Der Karrierestart ist eine ganz zentrale Phase im Berufsleben und prägt die gesamte weitere Karriere. Was wünschen sich Nachwuchstalente zum Start ins Berufsleben? Wie gehen sie die Jobsuche an und worauf legen Unternehmen bei ihrer Suche nach jungen Talenten besonderen Wert?

Was wollen Nachwuchsfachkräfte?

Nachwuchskräfte ohne Berufserfahrung gehen davon aus, innerhalb von maximal sechs Monaten einen Job gefunden zu haben. Das sind erfreuliche Aussichten, die in der StepStone Studie „Karrierestart“ deutlich werden. Bei den Young Professionals, die bereits über erste Berufserfahrung verfügen, sind es sogar fast 80 Prozent. Dazu passt, dass die deutliche Mehrheit keine Angst hat, vor einer möglichen Arbeitslosigkeit – und das obwohl die jungen Talente ganz überwiegend davon ausgehen, nach fünf Jahren nicht mehr beim selben Arbeitgeber tätig zu sein.

Mit dem Selbstbewusstsein einher gehen auch klare Vorstellungen davon, was sich Berufseinsteiger von ihrem Arbeitgeber wünschen. Das ist nachvollziehbar.

Wer viel Zeit und Fleiß in die Ausbildung investiert hat, wird einen möglichen Arbeitgeber auf Herz und Nieren prüfen. Noch dazu kommt: Berufseinsteiger bewerten die Situation auf dem Arbeitsmarkt prinzipiell gut und das macht optimistisch.

Das gilt ganz besonders, da der (erste) Job einen enormen Stellenwert für junge Fachkräfte hat. Auch wenn das Gehalt unbestritten zu den Prioritäten bei der Wahl einer Stelle gehört, dürfen inhaltliche Freiheiten sowie Gestaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten nicht vernachlässigt werden. Ausschlaggebend, damit sie bei ihrem Arbeitgeber bleiben, sind für die Nachwuchskräfte vor allem die gute Beziehung zu ihren Kollegen sowie eine hinreichende Wertschätzung ihrer Arbeit. Faktoren also, bei denen es auf die Arbeit im Team ankommt, die wir ebenfalls analysiert haben.

Wie man die Jobsuche angeht

Bei allem Optimismus und Selbstbewusstsein: Der Bewerbungsprozess flößt jungen Fachkräften Respekt ein. Etwa die Hälfte gibt an, dass sie den Bewerbungsprozess als schwierig empfinden. In diesem Fall sind Hilfestellungen, wie etwa Tutorials zum Thema Lebenslauf oder Anschreiben besonders hilfreich. Gerade letzteres wird nämlich oftmals als schwierig empfunden.

Bei allen Herausforderungen haben Nachwuchskräfte klare Vorstellungen, wie sie die Jobsuche angehen wollen. Fast 70 Prozent nutzt hierfür Online-Jobplattformen. Ein Erfolgsrezept von Absolventen und Young Professionals ist dabei, ihre Unterlagen möglichst breit zu streuen. Eine deutliche Mehrheit der Befragten gab an, sich bei mehr als zehn Unternehmen beworben zu haben.

Über die Hälfte der Absolventen ist sogar aktiv auf mehr als 15 Unternehmen zugegangen. Die Mühe zahlt sich aus, sich gut umzuschauen und mehrere qualifizierte Bewerbungen zu erarbeiten. Die meisten Unternehmen schaffen es, die Erwartungen der Absolventen bei ihrem Einstieg zu erfüllen und jedes Fünfte übertrifft sie sogar. Wie bedeutsam ein gelungenes Onboarding ist und was genau unter Onboarding verstanden werden kann, erläutern wir übrigens auch.

Wie rekrutieren Unternehmen?

Tipps und Tricks zum Thema Bewerbung sind immer hilfreich, um offene Fragen zu klären. Besonders spannend aber ist es, einmal hinter die Kulissen zu schauen und zu erfahren, wie Unternehmen tatsächlich vorgehen, wenn sie nach neuen Mitarbeitern suchen. Deshalb haben wir bei den Recruitern nachgefragt.

Der eindeutig wichtigste Bestandteil der Bewerbungsunterlagen ist für Unternehmen der Lebenslauf. Aber auch das Anschreiben und die Arbeitszeugnisse sind aus Sicht der Personaler von hoher Bedeutung. In der Regel achten die Unternehmen aber weniger auf Noten und formelle Abschlüsse. Persönliche Eigenschaften und soziale Kompetenzen sind bei der Bewerberauswahl wichtiger. Ebenso achten viele Unternehmen genau darauf, ob Bewerber gut zur jeweiligen Unternehmenskultur passen.

Dies finden Unternehmen nicht nur in den eingereichten Unterlagen und im persönlichen Gespräch heraus. Zwei Drittel der Recruiter recherchiert selbstständig Informationen zu den Kandidaten und dies besonders häufig im Internet. Das Management der individuellen, digitalen Visitenkarte ist für Bewerber also zunehmend wichtig.

Kann der Bewerber sich auf seine digitalen Auftritte verlassen und hat auch mit seinen Bewerbungsunterlagen überzeugt, erwartet ihn in den meisten Fällen ein mehrstufiger Bewerbungsprozess von zwei oder mehr Vorstellungsrunden. Hat es nicht geklappt und der Kandidat erhält eine Absage, lohnt es sich, nachzufragen. Die deutliche Mehrheit der Unternehmen ist grundsätzlich bereit, über die Gründe für die Absage Auskunft zu geben.

Worauf achten Unternehmen?

Die Prozesse in unserer Arbeitswelt werden zunehmend komplizierter. Unternehmen sind deshalb ganz besonders auf hochspezialisierte Experten angewiesen. Es ist daher nur natürlich, wenn sich junge Menschen fragen, welche Fähigkeiten sie für den Start in den Job bereits mitbringen müssen. Grundsätzlich ist es unerlässlich, sich mittels einer Ausbildung oder einem Studium zentrale Fähigkeiten und Kenntnisse anzueignen, die im angestrebten Berufsfeld gefragt sind.

Die wichtigsten Eigenschaften ihrer Mitarbeiter sind für Unternehmen generalistischer Natur. So wünschen sie sich Bewerber, die selbständig arbeiten, Engagement zeigen und ausgeprägt kooperationsbereit und -fähig sind. Aber auch Zuverlässigkeit, Eigeninitiative und Lernbereitschaft werden als wichtig eingestuft. Denn diese Fähigkeiten sind es, die Fach- und Führungskräften ermöglichen, vielfältige und komplexe Prozesse erfolgreich zu steuern und mit Neuem und Herausforderungen umzugehen. Denn auch die beste fachliche Ausbildung kann nicht auf alle Unwägbarkeiten des Arbeitslebens vorbereiten.

Es ist demnach sinnvoll, geschickt einige dieser ‚Soft Skillsim Bewerbungsprozess zu kommunizieren, um die Aussicht auf die Wunschstelle zu erhöhen. Auch wenn es nicht die Regel ist, kennen die meisten Menschen jemanden – oder haben zumindest bereits einmal von ihm gehört: den Freund, Bekannten oder Freund eines Freundes, der bereits mit seiner ersten Bewerbung voll ins Schwarze getroffen und seinen Traumjob gefunden hat. Hierzu gehört neben sorgsamer Vorbereitung sicherlich auch eine gehörige Portion Glück. Denn schließlich gibt es viele spannende Jobs für junge Talente – aber eben auch immer mehr gut ausgebildete junge Menschen. Wer seine Chancen zumindest nicht schmälern möchte, sollte unbedingt darauf achten einige elementare Fehler zu vermeiden. Am häufigsten und am gravierendsten sind Rechtschreibfehler sowie unordentliche und unvollständige Unterlagen. Aber auch eine wenig individuelle ‚Copy-and-paste-Bewerbung‘ stößt Personalern sprichwörtlich ‚sauer auf‘ und verheißt wenig Aussicht auf Erfolg. Eine Bewerbung erfordert folglich genügend Sorgfalt und Überlegung. Schließlich ist die Bewerbung gleichsam die erste Arbeitsprobe bei einem möglichen Arbeitgeber.

Unternehmen freuen sich bei Bewerbern besonders über Hinweise auf erste praktische Erfahrungen. Ganz besonders Praktika stehen hoch im Kurs. Dies gilt natürlich vor allem für Absolventen, die ihre erste Festanstellung aufnehmen wollen. Mehr als jedes vierte Unternehmen gibt sogar an, junge Kandidaten ohne Praktika gar nicht erst zu berücksichtigen.

Über die Studie

In der Studie „Karrierestart“ umreißt die Online-Jobplattform StepStone die Lage auf dem Arbeitsmarkt für Absolventen und Berufseinsteiger unterschiedlicher Berufsgruppen und gibt Einblick in die Präferenzen und Erwartungen der Young Professionals (Fachkräfte mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung) bei der Jobsuche. Außerdem werden die Anforderungen der rekrutierenden Unternehmen an Bewerber und zukünftige Mitarbeiter erläutert und Tipps für einen erfolgreichen Karrierestart gegeben.

Für die Studie hat StepStone im zweiten Quartal 2017 eine Online-Befragung unter 25.000 Fach- und Führungskräften in Deutschland durchgeführt, darunter rund 3.000 Absolventen und Berufseinsteiger.

StepStone Karrierestart 2017
Jetzt zum Download exklusiv bei StepStone
Download

Kontakt

  • Dr. Anastasia Herrmann
  • Head of Research

  • Patricia Pela
  • Junior Research & Communications Manager

  • Dr. Tobias Zimmermann
  • Research & PR Manager

Wir freuen uns über Ihr Feedback und Ihre Anfragen unter: studien@stepstone.de