So attraktiv sind Jobs in Deutschland

Fachkräfte sind zunehmend selbstbewusst. Wir zeigen, was sie von ihrem Arbeitgeber erwarten – und bekommen.

StepStone Report Arbeitgeberattraktivität Lesen Sie jetzt, wie Sie als Arbeitgeber überzeugen - alle Auswertungen in unserem Report

Die folgenden Situationen wünscht sich wohl jeder Beschäftigte: Die Vorgesetzte erklärt zum Beispiel von sich aus, wie es mit dem nächsten Karriereschritt klappen kann und was dafür zu tun ist. Die ganze Firma feiert das erfolgreiche Geschäftsjahr zusammen mit einer großen Party und jeder einzelne Mitarbeiter erhält eine persönliche Dankeskarte der Geschäftsführung. Am Monatsende geht das Gehalt plus Bonus auf dem Konto ein. Der Vater kann am Morgen die Kleinen in Ruhe in den Kindergarten bringen, weil er eine Stunde später im Büro anfangen und die Stunde am Abend dranhängen kann. Diese Situationen haben nicht nur gemeinsam, dass die meisten Menschen sie positiv empfinden. Sie stehen exemplarisch für zentrale Attraktivitätsfaktoren eines Jobs. Aber wie sieht die Realität in Deutschlands Unternehmen aus? Wo sind die Arbeitgeber heute schon stark aufgestellt? Und in welchen Bereichen gibt es noch Luft nach oben? Wie zufrieden sind die Arbeitnehmer damit und welche Rolle spielt das in den Unternehmensstrategien?

Der Arbeitsmarkt in Deutschland im Realitätscheck

Antworten auf diese Fragen liefert der neue StepStone Report Arbeitgeberattraktivität. Hierfür hat StepStone noch vor der Corona-Krise 19.000 Fach- und Führungskräfte gefragt, wie sie ihre eigene Situation auf dem Arbeitsmarkt einschätzen und welche Vorteile ihnen ihr aktueller Job bietet. Rund 3.500 befragte Recruiter und Manager geben Aufschluss über die Unternehmensperspektive.

Zweifellos haben die Corona-Krise und ihre Auswirkungen Wirtschaft und Arbeitsmarkt massiv erschüttert. Aber schon jetzt wissen Unternehmen, dass ihre Mitarbeiter die entscheidenden Faktoren sind, um für den kommenden Aufschwung gerüstet zu sein.

Fünf Faktoren eines attraktiven Jobs

Die StepStone Analyse zeigt eines ganz deutlich: Jobsuchende und Mitarbeiter erwarten heute mehr von ihrem Job als (nur) ein attraktives Gehalt. Fünf Aspekte sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern besonders wichtig, um sich für einen Job zu entscheiden. Neben dem Gehalt sind dies die Möglichkeit, flexibel zu arbeiten und ein Aufgabenbereich, der ihnen Sinn vermittelt. Hinzu kommen weiterhin eine Unternehmenskultur, mit der sie sich identifizieren können sowie attraktive Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Nicht ein Faktor allein, sondern die Kombination dieser Eigenschaften überzeugt und bildet eine solide Grundlage für attraktive Arbeitsplätze und zufriedene Mitarbeiter.

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Die Einschätzung von Unternehmen und Mitarbeitern im Vergleich

StepStone hat die Beschäftigten befragt, wie sehr sie sich verschiedene Vorteile von ihrem Arbeitgeber wünschen – und ob sie diese in ihrem Job tatsächlich erleben. Gleichzeitig wurden auch die Unternehmen um eine Selbsteinschätzung gebeten. Unsere interaktive Grafik zeigt, wie häufig diese fünf Kernkriterien eines attraktives Jobs tatsächlich in der Realität gegeben sind – aus Sicht der Beschäftigten und der Unternehmen.

Das Ergebnis: Alle der genannten fünf Aspekte waren mindestens 89 Prozent der Befragten wichtig. Mehr als jeder Zweite sagte sogar sehr wichtig. In der Realität haben die Arbeitgeber aber allem Anschein nach noch gehörig Luft nach oben. Lediglich in den Genuss flexibler Arbeitszeiten kommt immerhin jeder zweite Arbeitnehmer. Eine überzeugende Unternehmenskultur und gute Aufstiegs- bzw. Weiterbildungsmöglichkeiten erkennt dagegen nicht einmal jeder Fünfte. Ein deutlicher Unterschied zwischen Wunsch und Realität. Und eine Erklärung für das Ergebnis, wonach nur jeder zweite Beschäftigte angab mit seinem aktuellen Job und Arbeitgeber eher zufrieden zu sein.

Die Selbsteinschätzung der Unternehmen ist teilweise sogar noch kritischer als das Urteil der Mitarbeiter. Dies zeigt, dass die Unternehmen wissen, dass sie noch etwas zu tun haben.

Die Gegenüberstellung der Beschäftigten- und der Unternehmensperspektive liefert insgesamt interessante Erkenntnisse. Demnach schätzen Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Sinnhaftigkeit der Aufgaben und die Häufigkeit flexibler Arbeitszeitmodelle ähnlich ein. Bei der Bewertung der Unternehmenskultur und der Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind die Beschäftigten hingegen deutlich kritischer mit ihren Arbeitgebern als diese mit sich selbst. Demgegenüber beurteilen viele Unternehmen die Gehälter, die sie zahlen, selbstkritischer als ihre Beschäftigten.

Die Spielentscheider: Sinn, Werte und Karriereoptionen machen den Unterschied

Der ‚Gap‘ zwischen Wunsch und Realität ist in den Punkten Unternehmenskultur, sinnhaftes Arbeiten und Karriere und Weiterbildung besonders groß. Die StepStone Marktforschung zeigt aber ebenso, warum diese Faktoren unter keinen Umständen vernachlässigt werden sollten.

Unternehmenskultur

Im Rahmen der Befragung für den StepStone Report Arbeitgeberattraktivität befragte StepStone die Beschäftigen nicht nur zu ihrer Zufriedenheit mit Job und Arbeitgeber, sondern auch zu den Gründen hierfür. Hauptursache für Unzufriedenheit ist demnach ein als unproduktiv und demotivierend empfundenes Arbeitsklima. Dies ist ein Aspekt, dem eine motivierende und inspirierende Unternehmenskultur entscheidend entgegenwirken kann. Über die Bedeutung des Themas Unternehmenskultur sind sich Jobsuchende und Recruiter jedenfalls einig. Nahezu jeder hält das Thema für grundsätzlich wichtig. Die Unternehmenskultur ist darüber hinaus einer von zwei Top-Gründen, warum Mitarbeiter einen neuen Job kurzfristig wieder kündigen.

Sinnhafte Aufgaben

Der andere Top-Grund: Die Arbeitsinhalte entsprachen nicht den Erwartungen, zeigt die StepStone Studie Onboarding im Fokus von 2019. Dies passt gut dazu, dass zufriedene Beschäftigte ihre Zufriedenheit vor allem auf eine spannende und sinnhafte Tätigkeit zurückführen. 66 Prozent der Befragten nennen das als sehr wichtig für ihre Zufriedenheit. Dies sind sogar acht Prozent mehr als beim Aspekt attraktives Gehalt.

Karriere und Weiterbildung

Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten kommen im Realitätscheck insgesamt am schlechtesten weg. Da verwundert es nicht, dass die deutliche Mehrheit der Beschäftigten angibt, sich vom eigenen Arbeitgeber nicht hinreichend in der Karriereplanung unterstützt zu fühlen. Über 70 Prozent verneinen diese Frage. Fast ebenso viele (64 Prozent) gehen davon aus, ihre Karriereziele nicht mit ihrem aktuellen Arbeitgeber erreichen zu können. Unternehmen, die auch aus Sicht ihrer Mitarbeiter gute Entwicklungsmöglichkeiten bieten, können nicht nur auf dem Arbeitsmarkt punkten, sondern auch auf die zufriedeneren Mitarbeiter bauen. Unter denjenigen, die sich von ihrem Arbeitgeber in ihrer Karriereplanung unterstützt fühlen, geben starke 87 Prozent an, mit ihrem Arbeitgeber und Job zufrieden zu sein.

 

Unternehmen haben die Zeichen der Zeit erkannt

Die wirtschaftliche Bedeutung einer überzeugenden Arbeitgebermarke ist den Unternehmen bekannt. Bereits vor der Corona-Krise verzeichneten 60 Prozent der Unternehmen Produktivitätsverluste aufgrund unbesetzter Stellen. Noch etwas mehr befürchteten mittelfristige Verluste der eigenen Produktivität. Die Corona-Krise hat zwar dazu geführt, dass der Wettbewerbsdruck in einigen Berufsgruppen kurzfristig etwas nachgelassen hat. Gleichzeitig ging aber auch die Produktivität insgesamt deutlich zurück. Viele Unternehmen mussten die eigenen Reserven bis an die Grenzen strapazieren und staatliche Hilfen in Anspruch nehmen. Dies zeigt, dass die Unternehmen sich keine weiteren, personalbedingten Einschränkungen leisten können und wollen.

77 Prozent der Befragten sehen ein erfolgreiches Recruiting als zentrale Voraussetzung für die eigene Wettbewerbsfähigkeit. Fast ebenso viele halten die erfolgreiche Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter für wichtig. Aspekte, deren zentrale Bedeutung die Krise weiter bestärkt hat. Denn Mitarbeitermotivation, Mitarbeitergewinnung und Weiterbildung der Belegschaft stehen für viele Unternehmen ganz oben auf der Prioritätenliste, um nach der Krise wieder Fahrt aufzunehmen.

Grundsätzlich war die deutsche Wirtschaft nach einer ungewöhnlichen langen Boom-Phase in den 2010er Jahren sehr gut aufgestellt. Die eigene Geschäftslage wurde im Vorfeld des Krisenjahres 2020 deshalb ganz überwiegend als gut oder sehr gut bewertet. Als Hauptgrund hierfür gaben die befragten Führungskräfte das Know-how und die Motivation ihrer Mitarbeiter an. Als größte Bedrohung für den eigenen Geschäftserfolg galt der zunehmende Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt. Aspekte, die durch die aktuellen Entwicklungen auch aus Sicht der Unternehmen nicht an Bedeutung verlieren – und das gilt damit ebenso für die entscheidenden Attraktivitätsfaktoren eines Jobs.

Selbstbewusste Fachkräfte wissen, was sie wollen

Die Untersuchung zeigt deutlich, dass gut qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland um ihren Wert wissen und diesen in die Waagschale werfen. Drei von vier Befragten sind sich sicher, zeitnah einen neuen Job zu finden, mit dem sie zufrieden wären, sollte dies notwendig werden. Über 60 Prozent halten ihren aktuellen Job für sicher. Nichtsdestotrotz geht nur gut jeder Dritte davon aus, bis zur Rente bei ihrem oder seinem aktuellen Arbeitgeber zu bleiben.

Aber welchen Einfluss hat die Corona-Zeit auf das hierdurch dokumentierte Selbstbewusstsein der Fachkräfte? Natürlich erleben die Beschäftigten den Einfluss der Krise. Über 60 Prozent gehen etwa davon aus, dass die Konsequenzen der Krise länger als ein Jahr spürbar sein werden. Gut 30 Prozent sehen die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes als langfristig gefährdet an. Fast 40 Prozent sagen allerdings auch, dass sie aufgrund ihrer Erfahrungen in der Krise den Entschluss gefasst haben, sich mittelfristig einen neuen Arbeitgeber zu suchen. Jeder vierte Mitarbeiter ist trotz der Krise aktiv auf Jobsuche. Offenheit für neue, attraktive Möglichkeiten und die generelle Wechselbereitschaft scheinen also Aspekte zu sein, die sich durch die Krise nicht verändert haben und bleiben werden.

Über die Studie

In der vorliegenden Studie analysieren die Experten der Online-Jobplattform StepStone entscheidende Attraktivitätsfaktoren von Arbeitgebern in Deutschland im Branchenvergleich. Daraus werden im Kontext des zunehmenden Wettbewerbs um qualifizierte Fach- und Führungskräfte konkrete Handlungsempfehlungen für den Aufbau einer attraktiven Arbeitgebermarke und langfristig erfolgreicher Arbeitsverhältnisse abgeleitet.

Für die Studie hat StepStone im zweiten Quartal 2019 eine Online-Befragung unter insgesamt rund 19.000 Fach- und Führungskräften in Deutschland durchgeführt, darunter waren rund 16.600 Fachkräfte ohne Personalverantwortung und rund 2.400 Führungskräfte. Daneben befragte StepStone online insgesamt rund 3.500 Recruiter und Manager, die für Personalbeschaffung zuständig sind.

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Kontakt

  • Dr. Anastasia Herrmann
  • Head of Research

  • Dr. Tobias Zimmermann
  • Research & PR Manager

  • Jan Heming
  • Research Manager

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