
Gehaltszufriedenheit 2026: Was Arbeitgeber für die Zufriedenheit tun können
Inhalt
- Gehalt wird immer wichtiger
- Stepstone Gehaltsreport 2026
- Gehaltszufriedenheit in Deutschland
- Ursachen für Gehaltszufriedenheit
- Pain Points der Arbeitnehmer*innen
- FAQ

Gehaltsreport 2026
DownloadIngenieur*in oder IT-Fachkraft? Nord oder Süd? Mann oder Frau? Wer verdient wo, in welchem Job und unter welchen Bedingungen am meisten? Mit dem Stepstone Gehaltsreport geben wir Jahr für Jahr einen Überblick über Deutschlands Gehälter. Doch nicht nur die reinen Zahlen – auch die Gehaltszufriedenheit spielt in unserer Betrachtung eine Rolle. Denn ob ein Gehalt als „gut“ oder „schlecht“ empfunden wird, kann subjektiv ganz unterschiedlich sein. Wie zufrieden sind die Deutschen also mit ihrem Gehalt? Und wovon hängt die Gehaltszufriedenheit eigentlich ab?
Im Rahmen verschiedener Studien und Umfragen haben wir ein umfangreiches Bild der Gehälter und Gehaltszufriedenheit in Deutschland gezeichnet. Einen Einblick in unsere Ergebnisse erhältst du hier.
Warum das Gehalt für Beschäftigte immer wichtiger wird
Ganze 91 % der Befragten denken, dass das Gehalt als Entscheidungsfaktor in den vergangenen Jahren wichtiger geworden ist. Für 63 % ist es sogar der wichtigste Faktor überhaupt in einer Stellenanzeige. Als Hauptgründe für die höhere Bedeutung nennen sie die aufgrund der Inflation gestiegenen Lebenshaltungskosten (70 %) sowie unsichere Rentenperspektiven (43 %) und allgemeine gesellschaftliche Unsicherheit (41 %).1

Stepstone Gehaltsreport 2026
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Wie zufrieden sind Arbeitnehmer*innen in Deutschland mit ihrem Gehalt?
Gehaltsbefragung 2026
In unserer repräsentativen Stepstone „Gehaltsbefragung 2026“ haben wir nachgehört, wie souverän Arbeitnehmende mit dem Thema Gehalt insgesamt umgehen. Wir haben rund 300 Recruiter*innen und 3.000 Beschäftigte aus Deutschland gefragt: Wie zufrieden sind Beschäftigte in Deutschland mit ihrem Gehalt? Werden Vergütungspakete und -strukturen als fair wahrgenommen und inwieweit ermöglichen sie es, persönliche finanzielle Ziele zu erreichen?
Wie zufrieden sind die Deutschen mit ihrem Gehalt? Die Antwort lautet: nicht besonders zufrieden. Nicht mal ein Drittel der Teilnehmenden unserer Befragung (26 %) gab an, sich im Vergleich zu Leistung und Verantwortung angemessen bezahlt zu fühlen. Wer sich angemessen bezahlt fühlt, verdient im Median etwa 55.000 € im Jahr. Damit liegt das subjektiv als fair betrachtete Mediangehalt etwas über dem tatsächlichen Mediangehalt in Deutschland (53.900 €).
Unglaubliche 71 % der Befragten fühlen sich in ihrer Vergütung unterbezahlt. In Pflegeberufen liegt dieser Wert sogar bei 86 %. Überbezahlt fühlen sich nur etwa 3 % der Befragten.
Im Rahmen der Befragung sollten Beschäftigte nicht nur ihr aktuelles Jahresbruttogehalt nennen, sondern auch angeben, welchen Marktwert sie sich selbst zuschreiben – also welches Gehalt sie für ihre Rolle und Qualifikation als fair empfinden. Das Ergebnis: Zwischen Realität und Selbstwahrnehmung klafft eine deutliche Lücke. Im Schnitt schätzen Mitarbeitende ihren fairen Marktwert rund 20 % höher ein als das, was sie aktuell verdienen.

Frauen sind unzufriedener als Männer
Der Stepstone Gehaltsreport 2026 zeigt: Noch immer verdienen Frauen weniger als Männer. Selbst bei gleicher Qualifikation, Tätigkeit und gleichem Arbeitsumfang verbleibt ein Gender-Pay-Gap von -4,8 %. So überrascht es wenig, dass Frauen im Durchschnitt auch etwas unzufriedener mit ihrem Gehalt sind. Während sich etwa 22 % der weiblichen Fach- und Führungskräfte angemessen bezahlt fühlen, sind es bei den Männern etwa 7 % mehr. Auch als deutlich unterbezahlt ordnen sich etwas mehr Frauen (25 %) ein im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen (23 %).
Die Zahl der Befragten, die sich im Vergleich zur Leistung und Verantwortung überbezahlt fühlen, unterscheidet sich nicht nach Geschlecht (beide 3%).3
Größte Unzufriedenheit im Gesundheitswesen
Nirgendwo fühlen sich Beschäftigte so häufig unterbezahlt wie in Gesundheitsberufen: Ganze 86 % der Mitarbeitenden in Pflege, Therapie und Assistenz sind überzeugt, dass ihr Gehalt ihrer Verantwortung und Leistung nicht gerecht wird.
Auf der anderen Seite gibt es Bereiche, in denen die eigene Vergütung deutlich positiver wahrgenommen wird – allen voran Personal, Finanzen, Controlling und Versicherungswesen. Dort empfinden viele ihre Bezahlung als angemessen. Abgesehen von der tatsächlichen Zufriedenheit könnte ein weiterer Grund dafür sein, dass Fachkräfte in diesen Feldern oft tiefer in Vergütungsstrukturen blicken und bessere Vergleichsmöglichkeiten haben.3
Gehaltszufriedenheit nach Bundesländern
Am zufriedensten mit ihrem Gehalt waren die Menschen 2025 in Sachsen-Anhalt. Hier geben immerhin 38,4 % der Befragten an, zufrieden oder sehr zufrieden zu sein. Dicht dahinter folgen Berlin (37,6 %), Bayern (37,4 %) und Hamburg (37 %).
Was überrascht, ist die weitgehende Einigkeit, die in puncto Unzufriedenheit in ganz Deutschland herrscht. Während die Gehälter je nach Bundesland durchaus deutlich variieren, zeigte sich die Gehaltszufriedenheit im gesamten Bundesgebiet nicht nur niedrig, sondern auch relativ homogen. Natürlich gibt es regionale Unterschiede, doch selbst zwischen Spitzenreiter Sachsen-Anhalt und den Schlusslichtern Schleswig-Holstein und Niedersachsen (hier waren nur 35,1 % zufrieden oder sehr zufrieden) lagen insgesamt nicht einmal vier Prozentpunkte.
Es stellt sich also die Frage: Wenn Zufriedenheit und Gehaltshöhe gar nicht zwingend Hand in Hand gehen – welche Faktoren beeinflussen die Gehaltszufriedenheit dann? Und was können Arbeitgeber tun, um die Zufriedenheit im eigenen Unternehmen zu steigern – auch ohne Spitzengehälter?
Ursachen für Gehaltszufriedenheit und Unzufriedenheit
Insbesondere das Fehlen transparenter Informationen kann genügen, um Unzufriedenheit auszulösen. Wer z. B. nicht weiß, wie hoch ein marktübliches Gehalt ist oder was die Kolleg*innen verdienen, wird schwerlich einschätzen können, ob er*sie fair bezahlt wird. Weitere Gründe für Unzufriedenheit mit dem Gehalt können in der Unternehmenskultur des Arbeitgebers liegen, in ungeeigneten Vergleichen – oder schlicht in fehlendem Mut.
Die größten Pain Points der Arbeitnehmer*innen – und wie Arbeitgeber sie lösen können
Angst vor der Gehaltsverhandlung: „Ich traue mich nicht, mehr Gehalt zu fordern.“
Schon der Gedanke an eine Gehaltsverhandlung löst bei vielen Deutschen Unbehagen aus. So geben in unserer Stepstone Befragung mehr als 6 von 10 Personen (64 %) an, sich in einer Gehaltsverhandlung unwohl zu fühlen. Dabei fällt auf, dass dies unter den Frauen ganze 74 % sagen, während es bei den Männern immerhin nur 55 % sind. Als Hauptgründe für das Unwohlsein bei Gehaltsverhandlungen nennen die Befragten „Es fällt mir schwer, mich selbst zu loben“ (44 %) sowie „Das ist bei uns nicht gern gesehen“ (31 %).1
So sorgen Arbeitgeber für Gehaltszufriedenheit:
- Führe mit deinen Mitarbeitenden regelmäßig Gehaltsgespräche, die du selbst initiierst. So werden Vorbehalte reduziert und das Thema Gehalt enttabuisiert.
- Schule deine Führungskräfte in Bezug auf Gehaltsgespräche.
- Etabliere eine offene Unternehmenskultur, in der Mitarbeitende keine Angst davor haben müssen, das Thema Gehalt anzusprechen.
Fehlende Transparenz und das Gefühl der unfairen Bezahlung
Um einschätzen zu können, ob ein Gehalt ein gutes Gehalt ist, hilft ein Blick auf den eigenen Marktwert. Immerhin 71 % der Befragten trauen sich zu, ihren Marktwert gut einschätzen zu können. Und ganze 87 % stimmen der Aussage zu: „Meinen Marktwert zu kennen hilft mir dabei, zu beurteilen, ob ich mit meinem Job zufrieden bin.”
Dennoch bleibt fast ein Drittel (29 %) an Personen, die sich damit schwertun, ihren Marktwert realistisch einzuschätzen. Als wichtigste Gründe dafür nennen die Befragten fehlende Erfahrung (44 %) sowie das Fehlen von Gehaltsangaben in Stellenanzeigen (33 %).1
So sorgen Arbeitgeber für Gehaltszufriedenheit:
- Stärke deine Mitarbeitenden, indem du transparent kommunizierst und Informationen bereitstellst. Nur wer gut informiert ist, kann fundierte Entscheidungen treffen.
- In deinem Unternehmen bestehen noch reale Gehaltslücken, z. B. in Bezug auf das Geschlecht oder die Herkunft? Setze alles daran, diese Lücken zu schließen.
Machen Sie sichtbar, was Sie in Ihrem Unternehmen schon tun, um Gehaltstransparenz zu fördern. Denn: 86 % unserer Befragten denken positiver über einen Arbeitgeber mit transparenten Gehaltsangaben.1
Gehaltsvergleiche außerhalb des Unternehmens: „Meine Freunde, Nachbarn oder Verwandten verdienen mehr als ich.“
Vergleiche jeder Art können schnell zu Unzufriedenheit führen. Während jedoch ein Vergleich innerhalb des eigenen Unternehmens durchaus zu faireren Gehaltsstrukturen beitragen kann, sind Vergleiche im Freundes- oder Verwandtenkreis immer mit Vorsicht zu genießen. Denn der Stepstone Gehaltsreport zeigt: Je nach Berufsgruppe, Größe des Unternehmens, Branche, Berufserfahrung, Region etc. können Gehälter sehr unterschiedlich ausfallen. Den eigenen Arbeitgeber für diese Differenz verantwortlich zu machen, ist nicht zielführend.
Dennoch gilt: Wer unzufrieden ist, sollte handeln! Im Klartext bedeutet das: entweder den Job/den Arbeitgeber wechseln – oder schlicht nach einer Gehaltserhöhung fragen. Das taten im Jahr 2024 übrigens gerade einmal 29 % unserer Befragten. Rund die Hälfte davon hat die Erhöhung erhalten.1
So sorgen Arbeitgeber für Gehaltszufriedenheit:
- Ermutige deine Mitarbeitenden, sich mit dem Thema Gehalt aktiv auseinanderzusetzen.
- Stelle die Mitarbeitervorteile deines Unternehmens auf den Prüfstand: Was hat dein Unternehmen, jenseits des Gehalts, als Arbeitgeber zu bieten? Oft können auch nicht-monetäre Benefits, wie beispielsweise flexible Arbeitsbedingungen oder Gesundheitsangebote, dabei helfen, die Zufriedenheit im Unternehmen zu steigern.

Lesetipp
Stepstone Gehaltsreport 2026: Was verdient Deutschland?
FAQ
Wann ist man mit seinem Gehalt zufrieden?
Man ist mit seinem Gehalt dann zufrieden, wenn die Vergütung als fair im Verhältnis zu Leistung, Verantwortung und Marktwert empfunden wird.
Darüber hinaus zeigt die Stepstone-Analyse, dass Gehaltszufriedenheit oft auch mit zusätzlichen Faktoren wie Wertschätzung, Sozialleistungen und Arbeitsbedingungen zusammenhängt.
Was beeinflusst die Gehaltszufriedenheit in Deutschland am stärksten?
Die Gehaltszufriedenheit in Deutschland wird vor allem durch die wahrgenommene Fairness des eigenen Gehalts bestimmt. Beschäftigte vergleichen ihre Vergütung mit ihrer Leistung, Verantwortung und ihrem Marktwert. Wer das Gefühl hat, unterbezahlt zu sein oder im Vergleich zu anderen schlechter dazustehen, ist deutlich unzufriedener.
Eine große Rolle spielt zudem der Zugang zu Informationen über marktübliche Gehälter, da fehlende Vergleichsmöglichkeiten Unsicherheit erzeugen. Auch die Unternehmenskultur beeinflusst die Zufriedenheit stark: Wertschätzung, gute Arbeitsbedingungen, Entwicklungsmöglichkeiten und zusätzliche Leistungen können ein als niedriger empfundenes Gehalt teilweise ausgleichen. Insgesamt zeigt sich, dass Gehaltszufriedenheit nicht nur von der Höhe des Einkommens abhängt, sondern vom Gesamtbild aus Transparenz, Fairness und Anerkennung.
Welche Rolle spielt Gehaltstransparenz für die Zufriedenheit?
Transparenz spielt eine sehr große Rolle für die Gehaltszufriedenheit: Sie hilft Beschäftigten zu beurteilen, ob sie fair bezahlt werden – und ist ein Schlüsselfaktor für Zufriedenheit: wo Gehälter offen kommuniziert werden, wird dies von Mitarbeitenden deutlich positiver bewertet. Unseren Befragungen zufolge sind 86 % der Befragten positiver eingestellt gegenüber Arbeitgebern mit transparenten Gehaltsangaben.
Fehlende Transparenz, etwa keine Gehaltsangaben in Stellenanzeigen, wird dagegen von vielen als Grund für Unsicherheit und Unzufriedenheit genannt.
In welchen Bundesländern sind Arbeitnehmer*innen am zufriedensten mit ihrem Gehalt?
Am zufriedensten mit ihrem Gehalt waren die Menschen 2025 in Sachsen-Anhalt. Hier geben immerhin 38,4 % der Befragten an, zufrieden oder sehr zufrieden zu sein. Dicht dahinter folgen Berlin (37,6 %), Bayern (37,4 %) und Hamburg (37 %).
Was können Arbeitgeber in Deutschland tun, um die Gehaltszufriedenheit zu steigern?
Arbeitgeber können die Gehaltszufriedenheit vor allem durch mehr Transparenz und offene Kommunikation verbessern. Klare Gehaltsstrukturen, transparente Gehaltsspannen und regelmäßige Gehaltsgespräche helfen Mitarbeitenden, ihre Vergütung besser einzuordnen und als fair wahrzunehmen. Führungskräfte spielen dabei eine zentrale Rolle und sollten im Umgang mit Gehaltsfragen gezielt geschult werden.
Darüber hinaus trägt eine offene Unternehmenskultur, in der über Geld gesprochen werden darf, wesentlich zur Zufriedenheit bei. Auch nicht-monetäre Faktoren wie flexible Arbeitsmodelle, Zusatzleistungen oder Weiterentwicklungsmöglichkeiten wirken sich positiv aus. Langfristig steigern Arbeitgeber die Zufriedenheit außerdem, indem sie strukturelle Ungleichheiten wie geschlechts- oder positionsbedingte Gehaltsunterschiede aktiv abbauen.
Quellen:
1 Stepstone Befragung „Job & Gehalt 2024/2025“, November 2024.
2 Stepstone Gehaltsreport 2026
3 Stepstone Gehaltsbefragung 2026





