Wie komme ich an mehr Gehalt?

Lohnt es sich, den Chef nach mehr Gehalt zu fragen? Soll ich für mehr Geld an einen Umzug denken? Die Branche wechseln? Welche Faktoren bestimmen darüber, ob ich mehr verdienen kann?

StepStone Gehaltsreport für Fach- und Führungskräfte 2019 Jetzt die vollständige Studie als hochwertiges Whitepaper herunterladen

Viele Faktoren haben Einfluss darauf, ob wir mit unserem Job zufrieden sind und für welches Jobangebot wir uns letztendlich entscheiden. Das Gehalt ist und bleibt hierbei ein ganz wesentlicher Faktor. Gerade in Zeiten, in denen sich die Fachkräftenachfrage dauerhaft auf Höchstniveau befindet, können sich Beschäftigte ihren Wert auszahlen lassen. Dem Thema Gehaltsverhandlung kommt hierbei enorme Bedeutung zu. Wie sehen die Beschäftigten das Thema Gehaltsverhandlung? Lohnt es sich, aktiv eine Gehaltserhöhung zu fordern? Wie gut und oft verhandeln Fachkräfte in Deutschland ihr Gehalt?

Lohnt sich die Gehaltsverhandlung?

Definitiv. Wer jeden Tag sein Bestes gibt und somit Spitzenleistungen abruft, der leistet nicht nur viel, sondern wird auch immer besser. Und das kann und sollte sich auch auf dem Lohnzettel widerspiegeln. Erfreulich hierbei ist, dass mehr als jede zweite Fach- und Führungskraft im aktuellen Job bereits eine Gehaltserhöhung erhalten hat. Dies zeigt eine Umfrage unter 11.000 Beschäftigten, die StepStone im ersten Quartal 2019 durchgeführt hat.

Zu wenig Gehalt?

Besonders spannend in diesem Zusammenhang ist, dass fast jeder zweite Befragte überzeugt ist, zu wenig zu verdienen. Wie viel Fach- und Führungskräfte durchschnittlich verdienen – aufgeteilt nach Berufsfeld, Region, Branche und Berufserfahrung – zeigt übrigens der StepStone Gehaltsreport – und zwar durchschnittlich 58.100 Euro brutto im Jahr. Die Beschäftigten machen in erster Linie die Branche, in welcher sie tätig sind sowie die Tatsache, dass sie sich nicht trauen, ihr Gehalt nachzuverhandeln, dafür verantwortlich, dass sie aus ihrer Sicht zu wenig Gehalt bekommen. Fast jeder Dritte stimmte dem zu. Demgegenüber stehen gerade einmal 15 Prozent, die davon überzeugt sind, überdurchschnittlich zu verdienen. Zahlen, die zeigen, dass es sich lohnt, sich mit dem Thema Gehaltsverhandlung zu beschäftigen.

Wer mehr Gehalt will, sollte danach fragen

Auf die Frage, wie es zu der Gehaltserhöhung kam, gibt es eine gute Antwort für alle diejenigen, die denken, dass sie mehr verdienen sollten. Die meistgenannte Anwtort lautete, dass die Gehaltserhöhung zuvor aktiv eingefordert wurde. Ebenso erfreulich ist , dass es nicht nötig ist, lange hierauf zu warten. Drei von vier der Glücklichen bekamen diese bereits innerhalb der ersten zwei Jahre im Job. Das zeigt: Mut lohnt sich.

Keine Frage, es kostet Überwindung, den Chef nach mehr Gehalt zu fragen und sich auf Verhandlungen vorzubereiten. Jeder Zweite fühlt sich unwohl dabei, eine Verbesserung seiner Bezüge zu verlangen. Deshalb verzichtet die deutliche Mehrheit der Beschäftigten auch darauf, regelmäßig Verhandlungen anzustoßen. Die Hauptgründe hierfür: Es wird nicht gern über Geld geredet und man sorgt sich um die Beziehung zum eigenen Vorgesetzten. Nachvollziehbare Gründe, die am Ende aber unnötigerweise bares Geld kosten.

Denn Fachkräfte sind selbstbewusst. Die überragende Mehrheit von 95 Prozent beurteilt die eigene Leistungsfähigkeit als stark oder sehr stark. Fast zwei Drittel wollen deshalb auch mehr verdienen.

In Zeiten, in welchen beinahe Vollbeschäftigung herrscht, sollten sie deshalb einer Verhandlung nicht aus dem Weg gehen. Sie sollten vielmehr aktiv nach mehr Gehalt fragen, findet StepStone Geschäftsführer Dr. Sebastian Dettmers.

Wo kann ich mehr verdienen?

Fachkräfte kennen noch einen weiteren Weg, ihr Gehalt aufzubessern. Sie wechseln ihren Arbeitgeber. Nur die wenigsten Angestellten schließen einen Jobwechsel kategorisch aus. Die Mehrheit ist prinzipiell offen für Veränderung, selbst wenn sie mit ihrem Job zufrieden sind. Fast 80 Prozent der Befragten gibt an, bei einem Jobwechsel auch eine Gehaltsaufbesserung zu erwarten. Ein Wechsel muss sich demzufolge lohnen.

Unterschiede im Gehalt nach Branche und Arbeitsort

Besonders lukrativ kann es sein, die Branche zu wechseln. Denn zwischen den einzelnen Branchen gibt es teils beträchtliche Unterschiede, wie der StepStone Gehaltsreport 2019 zeigt. Am besten verdient wird in der Bankenbranche, gefolgt von der Pharmaindustrie und der Automobilindustrie. Wer besonders gut verdienen will, für den lohnt sich also ein Blick auf die Schlüsselbranchen der deutschen Wirtschaft, wie zum Beispiel das Handelsblatt berichtete.

Wie viel Gehalt Beschäftigte erwarten können, richtet sich übrigens auch nach dem Arbeitsort. So verdienen die Hessen im Durchschnittsbrutto über 20.000 Euro mehr pro Jahr als die Brandenburger. Vielleicht also ein guter Grund für einen Umzug? Nicht unbedingt, da auch Lebenshaltungskosten und Mieten stark variieren. Wie viel Geld mehr ein Umzug erstmal bringen kann und welches die Top-Städte und Branchen pro Bundesland sind, zeigt unsere interaktive Deutschlandkarte.

Die Übersicht zeigt: Am besten verdient wird in Hessen, gefolgt von Baden-Württemberg und Bayern. Wenig überraschend verdient man in Hessen im Bankensektor sehr gut. Dies gilt aber zum Beispiel auch für Sachsen. In Nordrhein-Westfalen zahlen die Unternehmen der Pharmabranche auf besonders gut, ebenso wie in Schleswig-Holstein. Wer in Brandenburg gut verdienen will, sollte nach Potsdam ziehen. Und in Rheinland-Pfalz? Dort ist das Durchschnittsbrutto in Ludwigshafen besonders hoch. Es lohnt sich also, genau hinzuschauen, wo in welcher Branche besonders gut gezahlt wird.

In welchen Städten, welche Branchen die stärksten Lohnzahler sind, haben wir ebenfalls untersucht und werden die Ergebnisse in Kürze hier vorstellen. Man darf gespannt sein.

Spitzenverdiener sein: Wie kann ich am meisten verdienen?

Auch auf die Frage, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um zu den absoluten Spitzenverdienern zu zählen, hält der Gehaltsreport Antworten bereit. Ein Studienabschluss ist eine ganz zentrale Voraussetzung. Über 70 Prozent derjenigen, die über 100.000 Euro im Jahr verdienen, haben zuvor ein Studium absolviert. Das heißt aber ebenso, dass fast 30 Prozent der Top-Verdiener hierzu kein Studium brauchten.

Nimmt man ausschließlich die Gruppe der Top-Verdiener mit einem Gehalt von mehr als 100.000 Euro in den Blick, zeigt sich, wo die absoluten Top-Gehälter gezahlt werden. Ganz vorne liegen die Finanzdienstleister. Es folgen Unternehmensberatung und Wirtschaftsprüfung. Branchen also, die sich mit dem Thema Geld beschäftigen.

Keine Überraschungen gibt es bei der Frage, welcher Job am Ende das meiste Geld bringt. Geschäftsführer verdienen besonders gut, ebenso wie Vertriebsleiter, Direktoren und Bereichsleiter. Hoher Verdienst geht logischerweise mit hoher Verantwortung für Personal und Unternehmen einher.

Auf in die Gehaltsverhandlung: Aber wie angehen?

Beschäftigte können einiges dafür tun, um ihr Gehalt aufzubessern. Die Ergebnisse zeigen, dass es sich lohnt, die Gehaltsverhandlung proaktiv anzugehen, bevor etwa ein Jobwechsel im Raum stehen muss. Allerdings fragen nur vier von zehn Deutschen ihren Arbeitgeber regelmäßig nach einer Gehaltserhöhung.

Gehaltsverhandlung als Hauptgrund für die Gehaltserhöhung

Dabei ist die aktive Gehaltsverhandlung der Hauptgrund für eine Gehaltserhöhung, noch vor einer standardmäßigen Erhöhung oder der Anerkennung guter Leistungen. Wer gute Leistungen bringt, sollte delhalb selbst das Gehaltsgespräch suchen. Die meisten, die in die Verhandlungen gehen, argumentieren dort auch mit ihren Leistungen. Aber wie können Sie Ihr Gehalt auch erfolgreich verhandeln und was gilt es dabei zu beachten?

Damit Sie perfekt vorbereitet in Ihre nächste Gehaltsverhandlung gehen, haben wir wichtige Tipps und Hinweise noch einmal im Video zusammengefasst. Unser Karriereexperte Ben erklärt, wie man das Gespräch angehen sollte, welche Rolle der richtige Zeitpunkt spielt und wie viel mehr Geld Fachkräfte fordern können.

Wem diese Video-Tipps noch nicht ausreichen, für den haben unsere Karriereexperten noch einmal ausführlich aufbereitet, auf welche rhetorischen Kniffe und Feinheiten es im Gespräch während der Gehaltsverhandlung ankommt. Neben wertvollen Rhetoriktipps, finden Sie dort auch Antworten auf die Frage, wie Sie richtig nach mehr Gehalt fragen.

Alle Informationen zum Thema Gehalt finden Sie gebündelt unter: www.stepstone.de/gehalt

Über die Studie „Gehaltsverhandlung in Deutschland“

In der Studie untersuchte die Online-Jobplattform StepStone, wie Fach- und Führungskräfte in Deutschland ihr Gehalt verhandeln. Für die Analyse hat StepStone im Januar 2019 eine Online-Befragung unter insgesamt rund 11.000 Fach- und Führungskräften in Deutschland durchgeführt, darunter waren rund 9.000 Fachkräfte ohne Personalverantwortung und rund 2.000 Führungskräfte.

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Kontakt

  • Dr. Anastasia Herrmann
  • Head of Research

  • Patricia Pela
  • Junior Research & Communications Manager

  • Dr. Tobias Zimmermann
  • Research & PR Manager

Wir freuen uns über Ihr Feedback und Ihre Anfragen unter: studien@stepstone.de