So erleben Fachkräfte die Jobsuche

Wie gehen Fachkräfte die Jobsuche an? Worauf achten sie besonders? Und wie lange dauert die Jobsuche eigentlich?

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Wir verbringen einen Großteil unserer Lebenszeit am Arbeitsplatz. Grund genug, die Entscheidung für einen Job wohlüberlegt zu treffen. Ob nach dem Schul- wie Studienabschluss, der Ausbildung oder um sich beruflich zu verbessern: die Jobsuche ist ein aufregender Teil unseres Lebens. Sie bringt eigene Herausforderungen mit sich, bietet für Fachkräfte aber auch zahlreiche Chancen. Die Wirtschaft denkt und handelt global, die Digitalisierung verursacht zahlreiche Veränderungen und qualifiziertes Personal wird deshalb dringend gesucht. Grund genug für die Unternehmen, sich im Wettbewerb um die besten Fachkräfte etwas einfallen zu lassen. Welche Erwartungen verbinden Kandidaten mit der Jobsuche und welche Erfahrungen und Ansprüche haben rekrutierende Unternehmen?

Jobsuche: Wie lange dauert sie? Und wie gehen Fachkräfte sie an?

Die Jobsuche ist für Fachkräfte ein Großprojekt auf Zeit. Im Durchschnitt dauert die Jobsuche von der ersten Recherche bis zur Vertragsunterschrift laut StepStone Studie in Deutschland 5,2 Monate. Ärzte finden bereits nach circa 3,8 Monaten eine Stelle. Spitzenwert unter den Fachkräften. Der letztlich erfolgreiche Bewerbungsprozess, der zur Vertragsunterschrift führt, dauert im Schnitt 2,4 Monate.

5,2 Monate sind auf das ganze Berufsleben gesehen keine lange Zeit. Dennoch ist es viel Zeit, um den möglichen Traumjob zu suchen und Bewerbungen zu schreiben. Das nutzt die Mehrheit der Fachkräfte und streut ihre Unterlagen breit. Jeder Dritte bewirbt sich gar bei mehr als 15 Unternehmen insgesamt. Für manche geht es allerdings auch anders. Gut jeder Zehnte gibt an, nur eine Bewerbung geschrieben zu haben, die zur Einstellung führte.

Wann sich Jobsuchende gegen ein Angebot entscheiden

Der Job nimmt im Leben von Fachkräften nicht nur eine zentrale Rolle ein, die Jobsuche verlangt auch ein gewisses Investment. Es sind darüber hinaus gute Zeiten für qualifizierte Fachkräfte, die von potenziellen Arbeitgebern stark nachgefragt werden. Da ist es nur nachvollziehbar, dass Fachkräfte genau abwägen, welche Stelle tatsächlich für sie in Frage kommt. Wer viel Herzblut in die eigene Ausbildung und die Jobsuche gesteckt hat, der überlegt sich seine Entscheidung ganz genau. Fachkräfte entscheiden sich demzufolge auch gezielt gegen die Bewerbung auf eine Stelle oder lehnen ein Jobangebot noch nach dem Vorstellungsgespräch ab, wenn das Gesamtpaket nicht stimmt. Worauf Jobsuchende wiederum im Vorstellungsgespräch achten sollten, das zeigt unser Video.

Die Hauptgründe, es gar nicht erst mit einer Bewerbung zu versuchen, sind das Fehlen wichtiger Informationen sowie die Tatsache, dass die Anzeige zu lange öffentlich ist. Nach dem Vorstellungsgespräch entschieden sich Fachkräfte gegen ein Stellenangebot, weil die Arbeitsinhalte nicht den in der Stellenanzeige geweckten Erwartungen entsprachen. Aber auch das angebotene Gehalt und der persönliche Eindruck, den die Gesprächsteilnehmer von Unternehmensseite sowie der zukünftige Vorgesetzte hinterlassen haben, waren Gründe für eine späte Absage durch die Fachkräfte. Übrigens: Wie Unternehmen ihre (potenziellen) Mitarbeiter optimal informieren und auf den Start vorbereiten zeigt unsere Studie zum Thema Onboarding.

Worauf Fachkräfte bei einem Jobangebot achten

Glaubwürdigkeit ist Fachkräften bei der Wahl ihres zukünftigen Arbeitgebers wichtig. So war für 53 Prozent der Eindruck, dass die auf der unternehmenseigenen Website dargestellten Inhalte nicht der Realität entsprachen, der Hauptgrund dafür, von einer Bewerbung abzusehen. Die gute Nachricht: Den Unternehmen ist dies bewusst. Leere Employer Branding-Floskeln halten ihre Recruiter für ebenso unglaubwürdig wie die Kandidaten.

Was bedeutet eigentlich Employer Branding? Auf unserem Facebook-Kanal erläutern wir regelmäßig wichtige Begriffe aus dem Bereich Karriere und Jobsuche wie zum Beispiel HIER

Fachkräfte wollen eine qualifizierte Entscheidung treffen, wenn es um ihren nächsten Job geht. Deshalb schauen sie sich ein Jobangebot ganz genau an. Die Mehrheit achtet beim zukünftigen Arbeitgeber in erster Linie auf ein attraktives Gehalt, eine sichere Anstellung und flexible Arbeitszeitmodelle. Auch das Thema Weiterbildung steht hoch im Kurs: So wünschen sich mehr als die Hälfte regelmäßige Personalentwicklungsgespräche sowie eine langfristige Entwicklung zum Fachexperten.

Besonders wichtig ist Fachkräften bei der Jobsuche, dass sie mit einem spannenden Aufgabengebiet betraut werden und dass sie für ihre Leistungen durch ein attraktives Gehalt angemessen entlohnt werden. Hierfür sind sie auch bereit, in anderen Bereichen Abstriche zu machen. Für eine interessante Aufgabe oder ein gutes Gehalt würden sie am ehesten bei möglichen Zusatzleistungen, den Sozialleistungen, dem Standort und dem Image des Unternehmens Kompromisse eingehen. Insgesamt wird deutlich, dass Männer eher bereit sind, gewisse Wunschvorstellungen aufzugeben, als Frauen. Insbesondere beim Thema Arbeitszeiten ist der Unterschied besonders groß.

Wie suchen Unternehmen nach Fachkräften?

Die populärste Plattform zur Veröffentlichung einer Stellenanzeige sind Online-Jobplattformen. 85 Prozent der Unternehmen suchen auf diese Weise nach passenden Kandidaten. Aber auch die unternehmenseigene Website sowie Karrierenetzwerke sind beliebte Instrumente zur Suche nach neuen Mitarbeitern. Fast die Hälfte der Unternehmen nutzt zudem die eigenen Mitarbeiter als Unternehmensbotschafter: 78 Prozent der Unternehmen, die ein Mitarbeiterempfehlungsprogramm haben, prämiert die Mitarbeiter bei erfolgreicher Werbung.

Generell gilt, je größer ein Unternehmen ist, desto mehr Unternehmensbereiche sind in den Prozess der Erstellung und Gestaltung der Stellenanzeige involviert. Während in kleinen Unternehmen häufig die Geschäftsführung über die konkrete Ausarbeitung des Stellenprofils entscheidet, sind in Großunternehmen vor allem das Personalmanagement und die Fachabteilung an dem Prozess beteiligt.

Mit ihrer Stellenanzeige wollen Unternehmen nicht nur Top-Talente von sich überzeugen, sondern diesen auch einen möglichst guten Eindruck der gesuchten Position verschaffen. Deshalb gehört eine Vielzahl wichtiger Informationen zum Standard einer Stellenanzeige. Ganz zentral sind aus Unternehmenssicht eine allgemein verständliche Stellenbezeichnung, die Angabe eines Ansprechpartners und die allgemeine Beschreibung des Unternehmens. Auf die Information über die Höhe des möglichen Einstiegsgehalts müssen Jobsuchende dagegen überwiegend bis zum Vorstellungsgespräch warten. Lediglich zwei von zehn Unternehmen veröffentlichen auch eine Gehaltsangabe.

Auch zufriedene Fachkräfte sind offen für Veränderung

Die bisherige Analyse hat gezeigt, dass qualifizierte Mitarbeiter anspruchsvoll sind, wenn es um die Entscheidung für oder gegen einen neuen Job geht. Aber selbst diejenigen, die grundsätzlich zufrieden mit ihrem aktuellen Job sind, sind durchaus offen für eine berufliche Veränderung. Acht von zehn Befragten bewerten die Lage auf dem Arbeitsmarkt als gut. Rund die Hälfte davon sogar besser als in den vergangenen Jahren. Gute Aussichten und ein möglicher Grund für die grundsätzliche Offenheit gegenüber Veränderung.

Dies gilt, obwohl die Mehrheit der Beschäftigten zufrieden ist mit ihrer derzeitigen beruflichen Tätigkeit. Dennoch besteht naturgemäß ein Zusammenhang zwischen der Jobzufriedenheit und dem Interesse an beruflicher Veränderung. Nur 10 Prozent der Befragten wünschen schließen einen Jobwechsel aus. Davon sind 95 Prozent zufrieden mit ihrer aktuellen beruflichen Tätigkeit. Nur 18 Prozent der Befragten sind sich sicher, in fünf Jahren noch bei ihrem aktuellen Arbeitgeber tätig zu sein. 81 Prozent dagegen informieren sich regelmäßig über die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt in der eigenen Berufsgruppe.

Über die Studie

In der Studie untersucht die Online-Jobplattform StepStone die Lage auf dem Arbeitsmarkt für Fachkräfte unterschiedlicher Berufsgruppen, gibt Einblick in die Präferenzen und Erwartungen bei der Jobsuche und schildert die Erlebnisse der Fachkräfte im Bewerbungsprozess. Außerdem werden die Erfahrungen von rekrutierenden Unternehmen in Bezug auf die Erstellung von Stellenanzeigen analysiert sowie Empfehlungen für eine erfolgreiche Rekrutierung in digitalen Kanälen daraus abgeleitet.

Für die Studie hat StepStone im zweiten Quartal 2018 zwei Online-Befragungen unter insgesamt rund 30.000 Fach- und Führungskräften in Deutschland durchgeführt, darunter waren rund 24.000 Fachkräfte ohne Personalverantwortung und rund 6.000 Führungskräfte. Daneben befragte StepStone online insgesamt rund 5.000 Recruiter und Manager, die für Personalbeschaffung zuständig sind.

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Kontakt

  • Dr. Anastasia Herrmann
  • Head of Research

  • Patricia Pela
  • Junior Research & Communications Manager

  • Dr. Tobias Zimmermann
  • Research & PR Manager

Wir freuen uns über Ihr Feedback und Ihre Anfragen unter: studien@stepstone.de