Jobsuche & Karriere: Das wird 2020 wichtig

Welche Jobs waren im vergangenen Jahr besonders gefragt? Was sind die Karriere- und Gehaltstrends für 2020?

Der StepStone Mittelstandsreport 2019 Mehr Daten & Fakten zum Arbeitgeber Mittelstand

2019 war ein spannendes wie gutes Jahr für Fach- und Führungskräfte. Die Arbeitslosigkeit befindet sich weiterhin auf dem niedrigstem Niveau und die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften ist weiterhin enorm. Dabei stehen die demographischen Veränderungen der Gesellschaft erst vor der Tür. Ist das ein Grund, zum Jahreswechsel die sprichwörtlichen ‚Korken knallen‘ zu lassen? Für alle Beschäftigten, die einen neuen Job gefunden oder sich in ihrer aktuellen Position erfolgreich entwickelt haben, spricht sicherlich nichts dagegen, zufrieden auf das Jahr zurückzuschauen. Für diese wie auch alle anderen Fach- und Führungskräfte hat das Team von StepStone Wissen auf das vergangene Jahr zurückgeschaut und genau identifiziert, welche Trends sich für 2020 ableiten lassen – damit das nächste Jahr (noch) erfolgreicher wird.

Hier wurde schon in 2019 am meisten gezahlt

Laut StepStone Gehaltsreport 2019 liegt das Durchschnittsgehalt von Fach- und Führungskräften in Deutschland bei rund 58.100 Euro brutto im Jahr. Am besten verdienen demnach erneut die Menschen im Süden Deutschlands. Am höchsten sind die Gehälter in Hessen mit 65.300 Euro, gefolgt von Baden-Württemberg (62.400 Euro) und Bayern (62.200 Euro). Dasselbe gilt im Übrigen auch für Absolventen, die frisch von der Universität kommend in den Job einsteigen. Hier tauschen lediglich Bayern (47.200 Euro) und Hessen (46.800 Euro) die Plätze. Baden-Württemberg bleibt unverändert auf dem zweiten Rang (47.000 Euro).

Unternehmensgröße & Branche als entscheidende Faktoren

Ein Grund hierfür könnten unter anderem die großen und zahlungskräftigen Konzerne aus dem Banken-, Pharma- und Automobilsektor sein, die hier beheimatet sind – die Branchen mit den höchsten Durchschnittsgehältern für Fach- und Führungskräfte im Vergleich. Darüber hinaus zeigte der Gehaltsreport erneut, dass große Unternehmen (über 1.000 Mitarbeiter) besser bezahlen als der Durchschnitt (plus 15 Prozent).

Es lohnt sich, das Gehalt zu verhandeln

Der Arbeitsmarkt wird immer mehr zum Nachfragemarkt. Das heißt, dass qualifizierte Fachkräfte händeringend gesucht werden. Hieraus ergibt sich für Beschäftigte eine komfortable Situation. So ist sich eine deutliche Mehrheit der Beschäftigten sicher, im Notfall innerhalb von sechs Monaten einen neuen Job zu finden, mit dem sie zufrieden sind. Eine StepStone Analyse zum Thema Gehaltsverhandlung zeigte, dass bereits jeder Zweite im aktuellen Job schon eine Gehaltserhöhung erhalten hat. Hauptgrund hierfür: die aktive Nachfrage. Dabei fühlen sich etwa ebenso viele nicht wohl dabei, den Chef nach mehr Gehalt zu fragen. Die meisten geben an, sich unwohl dabei zu fühlen, nach mehr Gehalt zu fragen, weil sie um die Beziehung zum Chef fürchten oder nicht gern über Geld reden. Deutlich selbstsicherer ist die große Mehrheit bei der Beurteilung der eigenen Leistungsfähigkeit. 95 Prozent nehmen sich als gut oder sogar sehr gut wahr. StepStone Geschäftsführer Dr. Sebastian Dettmers empfiehlt deshalb: „Es sind tolle Zeiten für Fachkräfte, da macht es Sinn, eine Gehaltserhöhung aktiv einzufordern.“

 

Standort, Wohnort, Einkommen

StepStone hat 2019 Fach- und Führungskräfte unter anderem dazu befragt, warum sie sich für einen bestimmten Arbeitgeber entscheiden. Hierbei wurde deutlich, dass der Unternehmensstandort – und damit einhergehend dessen Entfernung zum Wohnort – eine ganz zentrale Rolle spielt. Der Mittelstandsreport 2019 zeigte etwa, dass der Standort einer der wichtigsten Faktoren darstellt, warum sich Jobsuchende für kleine oder mittlere Arbeitgeber entscheiden. Die große Rolle des Standortes wurde bereits 2018 deutlich. Der StepStone Mobilitätsreport zeigte, dass Familie und Lebensqualität die wesentlichen Faktoren sind, warum sich Beschäftigte standortgebunden zeigen. Gleichzeitig wurde ersichtlich, dass eine Mehrheit bereit ist, aus beruflichen Gründen umzuziehen oder dies bereits getan hat. Die Bedeutung des Standortes für die Jobsuche ist sicherlich kein neuer Trend, sondern eher ein ‚Dauerbrenner‘. Das vergangene Jahr hat allerdings ebenfalls gezeigt, dass der Standort nicht nur aufgrund regionaler Unterschiede in puncto Gehalt Einfluss auf den Kontostand hat. Wer wirklich wissen will, wie viel Geld am Ende des Monats noch auf dem Konto sein könnte, sollte sich ganz genau mit dem Thema Standort, bzw. Wohnort auseinandersetzen.

Kostenfaktor Miete

Eine gemeinsame Analyse von StepStone zusammen mit immowelt.de legt offen, dass die Höhe der Mieten eine nicht unerhebliche Rolle dabei spielt, wie viel vom Gehalt tatsächlich übrig bleibt. Während die höchsten Gehälter in Frankfurt am Main, München, Stuttgart, Düsseldorf und Darmstadt gezahlt werden, findet sich das beste Verhältnis zwischen durchschnittlichem Jahresbruttoeinkommen und Angebotskaltmiete andernorts. Die folgenden fünf Land-, beziehungsweise Stadtkreise bieten der Auswertung zufolge das beste Verhältnis zwischen Einkommen und Mietausgaben:

  1. Holzminden (380 Euro Angebotsmiete im Monat und 56.400 Euro Bruttodurchschnittsjahresgehalt) mit 8 Prozent Anteil der Jahresmiete am Einkommen
  2. Birkenfeld (430 Euro zu 56.500 Euro) mit 9 Prozent
  3. Höxter (390 Euro zu 49.900 Euro) mit 9 Prozent
  4. Wesermarsch (450 Euro zu 56.800 Euro) mit 10 Prozent
  5. Salzgitter (450 Euro zu 55.500 Euro) mit 10 Prozent

In unserer interaktiven Grafik haben wir einmal die Top-3-Stadt- oder Landkreise je Bundesland herausgesucht, in denen am Ende des Monats im Schnitt am meisten oder am wenigsten auf dem Konto bleibt. Viel Spaß beim Durchklicken und Entdecken. Ist Ihre Heimat auch dabei?

Wie verändert sich die Jobsuche?

Eine ganz zentrale Entwicklung, die sich auch in 2020 fortsetzen wird, ist die, dass Jobsuchende immer stärker ihre wichtigsten Kenntnisse und Fähigkeiten in die Suchmasken eingeben, um passende Jobs zu finden. Das zeigt eine Analyse der Jobsuchen 2019 auf StepStone.de. Die Suche nach spezifischen und ’starren‘ Jobtiteln verliert demgegenüber an Bedeutung. Das ist folgerichtig angesichts der zunehmenden Spezialisierung von Fachkräften und der Komplexität ihrer Aufgaben, welche die digitale Arbeitswelt mit sich bringt. Anhand spezifischer Fähigkeiten oder „Skills“ können sowohl Jobsuchende als auch Arbeitgeber in vielen Bereichen mittlerweile besser ablesen, ob es sich um ein ‚Perfect Match‘ handeln könnte oder nicht. Die Diskussion darüber, welche Fähigkeiten in der Zukunft von entscheidender Bedeutung sein könnten, ist in vollem Gange. Wie es scheint, sind es nicht nur digitale Fähigkeiten, auf die es in einer stark technisierten und automatisierten Zukunft ankommt. Viel mehr lassen die Einschätzungen aus der Praxis darauf schließen, dass es besonders auf kommunikative und organisatorische Fähigkeiten ankommen könnte.

Jobsuchende wollen mit Menschen, digital und nachhaltig arbeiten

Dass entsprechende Fähigkeiten zunehmend wichtiger werden, könnte auch in der zunehmenden Bedeutung sozialer Berufe und allgemein Berufen, in welchen der Mensch im Fokus steht, begründet sein. Begriffe wie „Soziale Arbeit“, „Bildung & Soziales“ und „Betreuung“, aber auch „People Management“ und „HR Manager“ wurden im vergangenen Jahr deutlich häufiger in das Suchfenster eingegeben als noch in den Jahren zuvor. Gleichzeitig suchten Kandidaten auch besonders häufig nach Begriffen mit digitalem Kontext, wie etwa „Automatisierung“, „Innovation“ oder eben „Digitalisierung“. Dazu passend suchten StepStone-Nutzer verstärkt nach digitalen Fachbegriffen wie „Data Science“ oder „Machine Learning“. Schließlich spiegelte sich die enorme Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit auch in den Jobsuchen wider. Jobsuchende wollen selbst entsprechend beruflich aktiv werden oder legen verstärkt Wert auf einen nachhaltig agierenden Arbeitgeber. Es ist für 2020 zu erwarten, dass sich diese Trends weiterhin fortsetzen werden.

Wunscharbeitgeber Mittelstand

Arbeitgeberrankings belegen regelmäßig die Strahlkraft und Attraktivität bekannter Marken. Im Jahr 2019 hat sich die besondere Stellung und Stärke kleiner und mittlerer Unternehmen in Deutschland deutlich gezeigt. Der Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier nannte den Mittelstand sogar „Geheimwaffe Deutschlands“. Kein Wunder, denn die Geschäftslage der Unternehmen ist überwiegend gut oder sehr gut. Das sagten zumindest die von StepStone befragten Geschäftsführer. Als Hauptgrund hierfür führten sie die Qualität ihrer Mitarbeiter an. Ihre größte aktuelle Herausforderung sehen sie in der Gewinnung neuer Mitarbeiter.

Die Ausgangssituation mittelständischer Arbeitgeber ist gut, zeigt der StepStone Mittelstandsreport 2019. Denn die Mehrheit der Fach- und Führungskräfte wünscht sich explizit einen kleinen oder mittleren Arbeitgeber mit bis zu 500 Mitarbeitern. Unter den Absolventen, die nach dem Uni-Abschluss ihre Karriere starten möchten, sind es sogar noch mehr. Und hierfür haben sowohl die jungen wie erfahrenen Fachkräfte gute Gründe. Neben flexiblen Arbeitszeiten, die Arbeitnehmer sich heute sowohl von Großkonzernen wie Familienbetrieben versprechen, sind es vor allem ein familiäres Arbeitsklima und die Möglichkeit, in übersichtlichen Strukturen schnell Verantwortung übernehmen und selbst etwas bewegen zu können. Denn ein Trend aus 2018 setzte sich auch in 2019 fort. Die Sinnhaftigkeit von Arbeit und die Unternehmenskultur sind entscheidende Faktoren bei der Wahl des Arbeitgebers.

So wichtig ist das Thema Weiterbildung

Gut dreiviertel der Unternehmen hält nicht nur ein erfolgreiches Recruiting für entscheidend, um zukünftig weiterhin so wettbewerbsfähig zu sein, wie aktuell der Fall. Fast ebenso viele halten auch die Weiterbildung der eigenen Belegschaft für entscheidend. Das zeigt, welch wichtige Rolle das Thema Weiterbildung mittlerweile spielt – und das ist folgerichtig. Denn in Zeiten der Digitalisierung und den damit einhergehenden vielfältigen Veränderungsprozessen ist Wissen nur noch begrenzt haltbar. Lebenslanges Lernen und agile Arbeitsformen sind zentrale Antworten auf diese Herausforderung.

Die Bedeutung von persönlicher Weiterbildung haben Fach- und Führungskräfte bereits verinnerlicht und wollen sich fortbilden und somit ihre Karriereplanung aktiv vorantreiben. Über 60 Prozent wünschen sich Fortbildungen und fast jeder Zweite möchte gern an Fachkonferenzen teilnehmen. Aus Sicht der Beschäftigten haben die Arbeitgeber in diesem Punkt allerdings noch Nacholbedarf. Nur 17 Prozent meinen, dass ihr Arbeitgeber ihnen gute Aufstiegschancen und Weiterbildungsmöglichkeiten bietet. Jeder Vierte hat unter anderem wegen mangelnder Weiterbildungsmöglichkeiten gekündigt. Die logische Konsequenz: Die deutliche Mehrheit der Beschäftigten fühlt sich in ihrer Karriereplanung von ihrem Arbeitgeber nicht hinreichend unterstützt. Wie wichtig dieser Faktor ist, belegt, dass 87 Prozent derjenigen angeben, mit ihrem Job und Arbeitgeber zufrieden zu sein, die sich in ihrer Karriereplanung unterstützt fühlen. Ist dies aus Sicht der Beschäftigten nicht gegeben, sinkt die Zufriedenheit auf knapp 35 Prozent.

Das heißt für 2020, dass Unternehmen, die in ihrer Bewerberansprache gezielt auf Karriere- und Weiterbildungsoptionen hinweisen, bei Jobsuchenden sprichwörtlich gute Karten haben. Denn es liegt bei gut ausgebildeten Fachkräften voll im Trend, das eigene Wissen stetig zu erweitern und sich aktiv weiterzubilden.

Deshalb sind Teamwork & Unternehmenskultur wesentliche Erfolgsfaktoren

Laut der StepStone Studie Erfolgsgeheimnis Team arbeiten 95 Prozent der Fach- und Führungskräfte gerne im Team. Was erfolgreiche Teams ausmacht, wurde hierbei ebenso deutlich. Die gemeinsame Verpflichtung auf konkrete Ziele ist demnach ein entscheidender Faktor für die Innovationsfähigkeit. Über 70 Prozent der Fach- und Führungskräfte erkennen dies auch in ihrem Arbeitsalltag. Wie leistungsfähig die Befragten ihre Teams sehen, hängt dagegen stark davon ab, ob die Kommunikationskultur von Vertrauen und Offenheit gegenüber neuen Ideen und Fehlern geprägt ist. Etwas mehr als jeder Zweite sieht diese Aspekte im eigenen Team als gegeben an.

Ebenfalls deutlich hierbei wurde, dass neun von zehn Kandidaten bei der Jobsuche gezielt auf Informationen zum Thema Unternehmenskultur achten. Die Arbeit im Team war davon der wichtigste Aspekt. Aber auch zum Führungs- und Kommunikationsstil, den Entscheidungswegen und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie wünschen sich Jobsuchende Informationen.

Dass die Unternehmenskultur entscheidenden Einfluss auf die Zufriedenheit und damit die Performance wie auch mögliche Wechselabsichten von Fach- und Führungskräften hat, zeigte die Untersuchung zum Thema Onboarding. Eine gute Neuigkeit für die Unternehmen war, dass zweidrittel der Beschäftigten der Meinung waren, dass das in den Stellenanzeigen und im Bewerbungsprozess kommunizierte Bild der Unternehmenskultur auch zutraf. Kritischer dagegen ist aus Arbeitgeberperspektive, dass jeder Dritte angab, einen neuen Job bereits im ersten Jahr nach Vertragsunterschrift freiwillig gekündigt zu haben. Neben den konkreten Jobinhalten und der Zusammenarbeit mit dem Vorgesetzten war ein Hauptgrund hierfür: die Unternehmenskultur (46 Prozent gaben dies als Kündingungsgrund an).

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  • Dr. Anastasia Herrmann
  • Head of Research

  • Dr. Tobias Zimmermann
  • Research & PR Manager

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