Arbeiten im 21. Jahrhundert

Welche Rolle spielt die Arbeit eigentlich im Leben der Beschäftigten? Welche Ziele haben sie? Und wie reagieren sie auf die aktuellen Wandlungsprozesse?

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Es ist da. Das Wissen, dass sich etwas verändert. Unsere Gesellschaft wandelt sich im Zuge von Megatrends wie Digitalisierung, Globalisierung, Urbanisierung oder demographischem Wandel. Dasselbe gilt für die Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts. Egal, ob Pflegekraft, Banker oder Mechatroniker. Wir wissen, dass sich Berufsbilder wandeln, aber noch kann niemand genau sagen, wo uns diese Entwicklung genau hinführen wird. Die Beschäftigten erleben und gestalten diese Wandlungsprozesse aktiv mit. Welche Wünsche und Ziele verbinden sie hiermit? Wie gehen sie damit um?

So wichtig ist der Job und das wünschen sich Fachkräfte

Nicht nur die Arbeitswelt befindet sich im Wandel. Auch die Wünsche und Ziele von qualifizierten Fachkräften haben sich verändert. Ein Job dient schon lange nicht mehr nur der Sicherung des Lebensunterhaltes. Fachkräfte erwarten mehr von ihrem Job. 65 Prozent haben ihren Job nach ihren persönlichen Interessen gewählt, zeigt der StepStone Arbeitsreport. Nur für 6 Prozent stand bei der Entscheidung das Geld im Vordergrund. Das verwundert nicht: Wir verbringen im Schnitt etwa ein Drittel eines Wochentages am Arbeitsplatz und damit oftmals mehr Zeit mit Kollegen als mit Freunden und Familie.

Die Entscheidung für einen Job ist deshalb eine der wichtigsten Entscheidungen im Leben. Und an diese knüpfen Fachkräfte folgerichtig vielfältige Erwartungen. Fachkräfte sind heute hervorragend ausgebildet und diese Fähigkeiten wollen sie auch einsetzen. Deshalb wünschen sie sich, am Arbeitsplatz selbstständig Entscheidungen treffen zu können und ihre Aufgaben auf ihre Weise erledigen zu können.

Sie wollen am Ende ihres Arbeitstages wissen, etwas geleistet zu haben. Gleichzeitig wünschen sie sich mit Kollegen zusammenzuarbeiten, die ihnen sympathisch sind. Das heißt, dass Fachkräfte suchen nach Sinnhaftigkeit im Job. Das ermöglicht ihnen, sich selbstwirksam zu fühlen – und das in einem Umfeld, das sie schätzen und von dem sie geschätzt werden. Der Zusammenstellung von Teams kommt für Unternehmen deshalb enorme Bedeutung zu.

Zwar bleiben ein angemessenes Gehalt und eine sichere Anstellung für 8 von 10 Beschäftigten essenziell bei der Wahl eines Jobs. Aber auch, um sie langfristig an ein Unternehmen zu binden, reichen diese Faktoren allein nicht mehr aus. Fachkräfte wollen sich mit ihrem Job selbst verwirklichen. Gleichzeitig wünschen sie sich genug Zeit für Familie und Freunde – ein Spagat, der für Fachkräfte fest zu einer modernen Arbeitswelt gehört.

Welche Ziele haben Fachkräfte in ihrem Job?

‚Flow-Momente‘, wenn die Arbeit wie von selbst geschieht, stellen sich in erster Linie bei einer Tätigkeit ein, die Freude bereitet und Sinnhaftigkeit vermittelt. Deshalb ist es Fachkräften auch besonders wichtig, dass ihnen ihr Job Spaß macht.

Die meisten sprechen mehrmals wöchentlich mit Freunden und Familie über ihren Job. Auch das macht natürlich umso mehr Spaß, je mehr Freude der Job bereitet. Ausschlaggebend hierfür sind für die Befragten in erster Linie die Inhalte ihrer Arbeit. Aber auch das Gehalt, die Arbeitszeiten und die Organisationsstruktur sind wichtige Faktoren für die Arbeitszufriedenheit.

Wie reagieren Fachkräfte auf den Wandel der Arbeitswelt?

Fach- und Führungskräfte haben also hohe Erwartungen an ihren Traumjob. Dafür sind sie aber auch bereit, viel zu investieren. Die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technologischen Veränderungen, die auf die Arbeitswelt einwirken, bewerten sie mehrheitlich optimistisch. Ganze 68 Prozent erwarten von der Digitalisierung insgesamt positive Effekte.

Die Beschäftigten sehen die Notwendigkeit, auf wandelnde Rahmenbedingungen zu reagieren. Rund zwei Drittel hält es daher für notwendig, sich beruflich weiterzubilden. Dazu zählen insbesondere die Weiterentwicklung der persönlichen Kernkompetenzen sowie der digitalen Kompetenzen.

Die wichtigsten Gründe, um sich beruflich weiterzubilden, passen zum Wunsch nach Sinnhaftigkeit und Selbstwirksamkeit: Fachkräfte wollen sich vor allem aus eigenem Interesse heraus weiterbilden sowie aus dem Wunsch heraus, sich selbst zu verwirklichen und zu entwickeln.

Fachkräfte sind flexibel: Auch bei der Branche

Fachkräfte zeigen sich flexibel, um ihre gesteckten Ziele zu erreichen. Der Wandel ist für sie nicht nur ein Effekt von extern. Viele forcieren den Wandel für sich selbst sogar gezielt. Neun von zehn der Beschäftigten sind prinzipiell bereit, die Branche zu wechseln. Rund die Hälfte strebt beim nächsten Jobwechsel gezielt eine neue Branche an. Über 70 Prozent haben in ihrer Laufbahn bereits einmal die Branche gewechselt.

Die Arbeitnehmer in Deutschland stehen der sich wandelnden Arbeitswelt folglich grundsätzlich offen gegenüber. Sie verfolgen weniger lineare Karrierewege, sondern zeigen sich aufgeschlossen für ein dynamisches Berufsleben. Das heißt, dass Arbeitnehmern heute vielfältige Optionen bei der Jobwahl offenstehen und sie diese auch in Erwägung ziehen. Vor Veränderungen brauchen sich Fachkräfte folglich nicht zu fürchten. Sie scheinen gut vorbereitet, um die sich bietenden Chancen zu ergreifen. Unternehmen, die sie hierin unterstützen und in wichtige Erfolgsfaktoren investieren, können sich somit im Wettbewerb um die passenden Talente bestens positionieren.

Über die Studie

Welchen Stellenwert nimmt Arbeit im Leben von Fach- und Führungskräften in Deutschland heute ein? Wie gehen Fachkräfte mit dem Wandel der Arbeitswelt um? Wie stark fühlen sie sich von der Digitalisierung bedroht? Antworten auf diese und weitere Fragen geben die Ergebnisse des StepStone Arbeitsreports.

Für die Studie hat StepStone im zweiten Quartal 2018 eine Online-Befragung unter insgesamt rund 17.000 Fach- und Führungskräften in Deutschland durchgeführt, darunter waren rund 14.000 Fachkräfte ohne Personalverantwortung und rund 3.000 Führungskräfte.

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Kontakt

  • Dr. Anastasia Herrmann
  • Head of Research

  • Patricia Pela
  • Junior Research & Communications Manager

  • Dr. Tobias Zimmermann
  • Research & PR Manager

Wir freuen uns über Ihr Feedback und Ihre Anfragen unter: studien@stepstone.de