„Warum möchten Sie den Job wechseln?“ Spätestens im Bewerbungsgespräch sollten Bewerber*innen auf diese Frage eine gute Antwort haben, auch wenn sie intern wechseln wollen. „Wechselmotivation“ nennen das die Personaler in der Fachsprache, und hinter ihr stecken immer persönliche Ziele. Wer diese möglichst positiv formuliert und im Bewerbungsgespräch vielleicht sogar mit dem ausgeschriebenen Job verknüpfen kann, punktet bei Personalern. Wage einen Blick in die Zukunft: Was reizt dich am Neuen, worauf freust du dich besonders? Was verbindest du mit dem Wechsel des Arbeitgebers?
„Warum möchten Sie den Job wechseln?“ Spätestens im Bewerbungsgespräch sollten Bewerber*innen auf diese Frage eine gute Antwort haben, auch wenn sie intern wechseln wollen. „Wechselmotivation“ nennen das die Personaler in der Fachsprache, und hinter ihr stecken immer persönliche Ziele. Wer diese möglichst positiv formuliert und im Bewerbungsgespräch vielleicht sogar mit dem ausgeschriebenen Job verknüpfen kann, punktet bei Personalern. Wage einen Blick in die Zukunft: Was reizt dich am Neuen, worauf freust du dich besonders? Was verbindest du mit dem Wechsel des Arbeitgebers?
Ob Berufseinstieg oder langjährige Erfahrung – es gibt viele nachvollziehbare Motive für einen Wechsel:
Karrierephase | Häufigkeit von Wechseln | Wirkung auf den Lebenslauf |
|---|---|---|
Berufseinstieg | 1–2 Jahre pro Stelle | Unkritisch – Such- und Lernphase |
Mid-Career (5–10 Jahre) | 2–4 Jahre pro Stelle | Akzeptiert, wenn Entwicklung erkennbar |
Senior-Level | 4–6 Jahre pro Stelle | Erwartet – für Stabilität und Führungserfahrung |
Fakt: 30 % der Fachkräfte wechseln innerhalb von zwei Jahren. 25 % nach zwei bis fünf Jahren. Selbst ein Wechsel nach einem Jahr ist erklärbar – bei 15 % ist das der Fall.
Eine unbedachte Bemerkung kann jedes noch so erfolgreiche Bewerbungsgespräch ruinieren. Grundsätzlich gilt: Personalverantwortliche suchen nach Kandidat*innen, die die Aufgaben der ausgeschriebenen Stelle bereits in der Vergangenheit zur Zufriedenheit ihres Arbeitgebers erfüllt haben – und glaubhaft machen können, dass sie dies auch bei einer neuen Firma tun werden.
Folgende Begründungen für einen Jobwechsel sind daher ein klares No-Go. Wir zeigen aber auch, wie ihr die Gründe positiv benennen könnt:
Mit einem Jobwechsel kann mehr Gehalt verbunden sein – das ist aber nicht zwingend. Wer als einzigen Grund für einen Jobwechsel ein höheres Gehalt angibt, ist bei Personalern ganz schnell unten durch – schließlich suchen sie nach jemandem, der mit Leidenschaft bei der Sache ist und nicht auf der Jagd nach dem schnöden Mammon.
In jedem Job gibt es mal gute, mal schlechte Tage. Nicht alle Aufgaben sind zwingend spannend – es kommt darauf an, was man daraus macht. Wer einen neuen Job nur deswegen sucht, um der Langeweile zu entkommen, ist im neuen Job vielleicht ebenso schnell unzufrieden – das sieht niemand mit Personalverantwortung gerne.
Wenn dir eine ausgewogene Work Life-Balance im Gegensatz zu Überstunden wichtiger ist, solltest du das im Gespräch positiv formulieren – ansonsten kommt der Eindruck auf, du lässt Punkt 17h den Stift fallen und bist auch für Abendtermine niemals einsatzbereit. Kläre Arbeitszeiten daher mit dem Verweis auf dein Privatleben ab und lege ein gewisses Maß an Flexibilität an den Tag – für das du im Gegenzug natürlich ein Entgegenkommen deines potentiell neuen Arbeitgebers erwarten kannst.
Big Names sind im Lebenslauf natürlich etwas Schönes. Wer aber nur wegen dem Markennamen ins Unternehmen einsteigt, erlebt mitunter eine herbe Enttäuschung – wenn die Tätigkeit so überhaupt nicht zu den eigenen Interessen passt. Besser: Das Tätigkeitsprofil genau auf Übereinstimmung mit der eigenen Person überprüfen – und im Zweifelsfall lieber für eine Stelle bewerben, die langfristig mit den eigenen Qualifikationen übereinstimmt.
Von einer Leitungsfunktion zurückzutreten, sorgt leider immer noch für hochgezogene Augenbrauen. Um zu verhindern, dass der Jobwechsel als Rückschritt wahrgenommen wird, solltest du konkrete Gründe für deinen Wunsch nach weniger Verantwortung angeben können – etwa, weil du dich wieder stärker in der Umsetzung von Projekten einbringen willst, statt nur organisatorisch tätig zu sein.
Im Bewerbungsschreiben sollte die Wechselmotivation immer proaktiv und nach vorne gerichtet kommuniziert werden. Personaler wollen keine langen Rechtfertigungen lesen, sondern Gründe, warum du dich gerade für diese Stelle entschieden hast– und welche Fertigkeiten und Kompetenzen du dafür mitbringst. Lenke den Blick von der Vergangenheit auf die Zukunft – und formuliere so genannte „Hin zu“-Ziele, anstatt dich lange mit dem „Weg von“-Argument aufzuhalten. Verschickst du sogar eine vertrauliche Bewerbung? Wir zeigen dir, mit welchen Formulierungen du richtig liegst.
✓„Diese Stelle ermöglicht mir den Einsatz meiner Kernkompetenzen. Sowohl Aufgaben als auch fachliche Schwerpunkte Ihrer Ausschreibung stellen genau jene Herausforderung dar, die ich schon seit einiger Zeit suche.“
✓„Ich bin seit vielen Jahren im Bereich XY tätig und konnte in meinem Bereich bereits große Erfolge erzielen. Gerne würde ich mein berufliche Wissen nun innerhalb Ihrer Branche gewinnbringend für Ihr Unternehmen einsetzen.“
✓„Zusammenhalt, Teamspirit und die gemeinsame Arbeit am Projekt sind mir wichtig. Ich habe den Eindruck, dass diese Werte in Ihrem Unternehmen gelebt werden, und würde mich daher freuen, Ihr Team zu verstärken.“
✓„Gerade für den Bereich XY verspreche ich mir von einem Wechsel zu Ihrem Unternehmen hervorragende Perspektiven und Entwicklungschancen.“
✓„Bereits seit einiger Zeit habe ich mein berufliches Interesse an Ihrer Branche intensiviert und im Rahmen von Projekt XY bereits erste Erfolge erzielt.“
✓„Die ausgeschriebene Stelle wäre für mich die perfekte Gelegenheit, meine bisherigen Erfahrungen und Fertigkeiten im Bereich XY in einer neuen Branche zum Einsatz zu bringen.“
✓„Nach einer mehrjährigen Tätigkeit in einem klassischen Familienbetrieb würde ich meine Fähigkeiten und Kenntnisse gerne für das weitere Wachstum eines Start-Ups wie dem Ihren einsetzen.“
✓„Ausgestattet mit ausgeprägten Fremdsprachenkenntnissen würde ich Ihren Unternehmenserfolg gerne international vorantreiben.“
✓„Nach umfassenden familiären Veränderungen suche ich nach einer Position, die mit meinem privaten Verpflichtungen vereinbar ist. Ihr Unternehmen kenne und schätze ich als familienfreundlichen Betrieb.“
Gekündigt – und jetzt? Experten raten, auch bei einer Arbeitgeberkündigung die Karten offen auf den Tisch zu legen. Informiere den Personalverantwortlichen daher ruhig bei der Frage nach deiner letzten Stelle über die Kündigung. Allerdings ohne große Rechtfertigungen oder, schlimmer noch, dem alten Arbeitgeber nachzutreten. Ein nüchternes „Mir wurde betriebsbedingt gekündigt, weil...“ schadet nicht und klärt die Atmosphäre.
Auch wenn du aufgrund mangelnder Leistungen gekündigt wurdest, können offene Worte Klarheit schaffen: Welche Schlüsse hast du aus der Kündigung für dich und deine Zukunft gezogen? Vielleicht kannst du deine Schwächen als Entwicklungspotenziale im neuen Job kommunizieren: Was wirst du beim nächsten Arbeitgeber anders machen?
Grundsätzlich geht es niemanden ewas an, warum dir gekündigt wurde oder weshalb du deinen letzten Job verlassen hast. Wenn du nicht darüber sprechen willst, ist das dein gutes Recht: Ein schlichtes „Das sind private Gründe, über die ich nicht sprechen möchte“ oder „Es hat einfach nicht mehr gepasst“ reicht in diesem Fall.
Stehst du kurz davor zu kündigen und hast innerlich schon gekündigt? Wir haben für dich mögliche Gegenmaßnahmen zusammengefasst.
Drei Jobs in einem Jahr? Nie länger als 5 Monate gearbeitet? Wer sich mit ungewöhnlichen Erwerbsbiografien, muss mit kritischen Fragen rechnen. Häufige Jobwechsel machen Personalverantwortliche nervös, denn sie können nicht sicher sein, wie lange der*die Bewerber*in im neuen Job bleiben wird. Diese Ängste gilt es sowohl im Bewerbungsgespräch als auch im Bewerbungsschreiben auszuräumen. Wir zeigen dir ebenso die häufigsten Interviewfragen im Vorstellungsgespräch, für eine gute Vorbereitung.
Wie sich die Anzahl der Jobwechsel auf deine Bewerbungschancen auswirkt, hängt auch von deiner Berufserfahrung ab: Fünf bis sieben Jahre nach dem Berufseinstieg verbucht man häufige Wechsel noch als „Orientierungsphase”. Dann allerdings gilt es, den neuen Arbeitgeber davon zu überzeugen, dass du inzwischen beruflich angekommen bist und weißt, wohin die weitere berufliche Reise gehen soll.
Musst du die Jobwechsel auf Englisch begründen? Dann nutze unser englisches Vokabular für den Bewerbungsprozess, das wir für dich zusammengefasst haben.
Größere Probleme haben erfahrene Fachkräfte, Spezialisten, die als Jobhopper unterwegs sind – allerdings nicht immer. In manchen Branchen, etwa in der Kreativwirtschaft, sind häufige Jobwechsel üblich: Ob Projektarbeit, saisonabhängige Jobs oder in der Start-Up-Branche, hier fragt niemand genauer nach, warum die Zeit bei einem Arbeitgeber so kurz war. Das können sich auch Fachkräfte aus anderen Branchen zunutze machen: Etwa, wenn thematisch zusammenhängende Jobs bereits im Lebenslauf gekennzeichnet und so ein roter Faden sichtbar gemacht wird.
Dafür sammelst du ähnliche Stellen und Projekte in einem größeren Zeitraum und führen diese als Liste auf. Einzelne Stichworte erläutern zusätzlich die verschiedenen Stellen – das schafft Kontinuität und Ruhe im Lebenslauf. Im Bewerbungsgespräch darauf angesprochen, raten Expert*innen zu Offenheit: Mache deutlich, was du in den verschiedenen Stationen deines Berufslebens gelernt hast und was davon nun für den neuen Arbeitgeber nützlich sein könnte. Auch wenn du damit nicht alle Befürchtungen ausräumen kannst, stehst du jedoch vor deinem Gegenüber als ehrlicher Mensch da, der viele Unternehmen oder Branchen kennengelernt hat und damit auch entsprechend viel Erfahrung mitbringt.
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