Junge Frau in weißer Bluse steht vor einem Schreibtisch und zeichnet den Grundriss eines Gebäudes.
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Das Wichtigste in KürzeDefinition HonorarkraftBedeutung HonorarbasisGehalt auf HonorarbasisSteuern als Honorarkraft Kranken- & Rentenversicherung Vorteile und NachteileTipps zum UmstiegFAQ zur Arbeit auf Honorarbasis

Arbeiten auf Honorarbasis bietet dir die Freiheit, selbstbestimmt zu arbeiten und dein eigenes Einkommen zu gestalten. Als Honorarkraft bestimmst du deine Arbeitszeiten und wählst die Aufträge, die zu deinen Fähigkeiten passen. Doch diese Flexibilität geht auch mit Verantwortung einher: Du musst dich um Versicherungen, Steuern und deine Altersvorsorge selbst kümmern.

In diesem Artikel erfährst du alles, was du über das Arbeiten auf Honorarbasis wissen musst, von Steuern und Sozialabgaben bis hin zu Tipps, wie du als Honorarkraft so richtig durchstartest.

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Das Wichtigste in KürzeDefinition HonorarkraftBedeutung HonorarbasisGehalt auf HonorarbasisSteuern als Honorarkraft Kranken- & Rentenversicherung Vorteile und NachteileTipps zum UmstiegFAQ zur Arbeit auf Honorarbasis

Das Wichtigste in Kürze

      • Definition Honorarkraft: Eine Honorarkraft ist eine selbstständige Person, die Dienstleistungen gegen Honorar anbietet, ohne festen Arbeitsvertrag.
      • Definition Honorarbasis: Honorarkräfte legen ihren Stundenlohn selbst fest und sind für Sozialversicherung und Steuern selbst verantwortlich.
      • Sozialversicherungen: Honorarkräfte sind selbst für ihre Kranken- und Rentenversicherung zuständig.
      • Steuern: Honorarkräfte müssen ihre Einkünfte versteuern, es gibt jedoch steuerliche Erleichterungen wie die Kleinunternehmerregelung.
      • Vor- und Nachteile: Vorteile sind unter anderem Flexibilität und selbstbestimmtes Einkommen, Nachteile umfassen unter anderem unsichere Auftragslage und fehlende soziale Absicherung.
      • Tipps für den Erfolg: Spezialisierung, Networking, eine professionelle Selbstdarstellung und Zuverlässigkeit sind Schlüssel zum Erfolg als Honorarkraft.

Definition: Was ist eine Honorarkraft?

Eine Honorarkraft ist eine selbstständige Person, die ihre Dienstleistungen gegen ein Honorar anbietet.

Im Gegensatz zu festangestellten Mitarbeiter*innen hat eine Honorarkraft keinen festen Arbeitsvertrag.

Denn Honorarkräfte arbeiten projektbezogen und zeitlich begrenzt für mehrere Auftraggeber*innen. Diese temporären Arbeitsverhältnisse werden in einem Honorarvertrag ausgestalten.

Unterschied zwischen Honorarvertrag und Arbeitsvertrag

Beide Vertragsformen regeln die Zusammenarbeit, unterscheiden sich jedoch in entscheidenden Aspekten.

Hier siehst du eine übersichtliche Gegenüberstellung der wichtigsten Unterschiede zwischen einem Arbeitsvertrag und einem Honorarvertrag:

Arbeitsvertrag

Honorarvertrag

Zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer*innen

Zwischen Auftraggeber*innen und Honorarkraft

Regelt festangestellte Tätigkeiten

Regelt Tätigkeiten auf selbstständiger Basis

Enthält Regelungen zu Arbeitszeiten, Urlaubsanspruch, Sozialleistungen, Kündigungsfristen

Enthält Regelungen zu Dienstleistungen, Honorar, Dauer des Auftrags, Zahlungsmodalitäten

Wird vom Arbeitgeber aufgesetzt

Kann von der Honorarkraft selbst aufgesetzt oder von Auftraggeber*innen vorgelegt werden

Eine Beratung durch einen Fachanwalt ist nicht nötig

Eine Beratung durch einen Fachanwalt ist empfehlenswert

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Bedeutung: Was ist eine Honorarbasis?

Arbeiten auf Honorarbasis bedeutet, dass du als Honorarkraft für deine selbstständig erbrachten Leistungen ein Honorar erhältst.

Dieses Honorar wird in der Regel vorab mit vereinbart. Dein Honorar orientiert sich an

Im Rahmen einer Honorarbasis gibt es keine festgelegten Arbeitszeiten, du kannst also individuell mit deinem*deiner Auftraggeber*in vereinbaren, wann und wie lange du arbeitest.

Unterschied zwischen Honorarkraft und Freiberufler*in

Je nach Branche werden Honorarkräfte auch Freelancer*innen oder freien Mitarbeiter*innen genannt, was du nicht mit „Freiberufler*in“ verwechseln solltest.

Obwohl die Begriffe „Honorarkraft“ und „Freiberufler*in“ manchmal synonym verwendet werden, gibt es dennoch Unterschiede zwischen den beiden.

Die folgende Gegenüberstellung stellt dir die wichtigsten Unterschiede zwischen Honorarkräften und Freiberufler*innen übersichtlich dar:

Honorarkraft

Freiberufler*in

Honorarkräfte sind Selbstständige, die Dienstleistungen auf Honorarbasis anbieten.

Freiberufler*innen sind Selbstständige, die in einem der Katalogberufe (§18 des Einkommenssteuergesetzes) arbeiten.

Honorarkräfte arbeiten projektbezogen und zeitlich begrenzt für mehrere Auftraggeber.

Freiberufler*innen üben eine qualifizierte Tätigkeit aus. Qualifikation erlangen sie durch eine entsprechende Ausbildung.

Gehalt: Was bedeutet der Stundenlohn bei einer Honorarbasis?

Als Honorarkraft bist du dein eigener Chef und hast die Freiheit, deinen Stundenlohn selbst festzulegen.

Das ermöglicht dir, dich nicht unter Wert zu verkaufen, indem du

nach eigenem Ermessen bewertest.

Dennoch musst du als Honorarkraft wettbewerbsfähig bleiben. Deshalb ist es wichtig, dass du dich über die branchenüblichen Honorarsätze informierst. Diese nutzt du als Orientierungspunkt für die Festlegung deiner eigenen Preise.

Wichtig ist dementsprechend auch deine Fähigkeit zur Verhandlung mit Auftraggeber*innen, damit du dich nicht unter Wert verkaufst und mit deinem Honorar:

Steuern: Kann ich als Honorarkraft steuerfrei auf Honorarbasis arbeiten?

Wenn du dich fragst, ob du als Honorarkraft steuerfrei arbeiten kannst, ist die Antwort klar: nein, denn auch selbstständige Tätigkeiten müssen als Einkünfte versteuert werden.

Auch, wenn dein Einkommen aus Honorartätigkeiten in der Regel steuerpflichtig ist, gibt es bestimmte Freibeträge oder Ausnahmeregelungen.

Beispielsweise gibt es steuerliche Erleichterungen für

Nebenfreiberufliche Honorartätigkeiten

Wenn du neben deiner Haupttätigkeit noch freiberuflich auf Honorarbasis arbeitest, profitierst du von steuerlichen Erleichterungen, wie z. B. der Übungsleiterpauschale.

Wenn es sich bei deiner nebenberuflichen Honorartätigkeit um eine gemeinnützige Tätigkeit, wie Vereinstrainer*in oder Kunstlehrer*in, handelt, liegt der steuerliche Freibetrag bei 3.000 € im Jahr.

Kleinunternehmerregelung

Die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG (Umsatzsteuergesetz) bietet dir als selbstständige Honorarkraft weitere Erleichterungen, insbesondere in Bezug auf die Umsatzsteuer.

Die Kleinunternehmerregelung nimmst du in Anspruch, wenn dein Umsatz:

Das bedeutet, du musst

Junger Mann mit Kopfhörern arbeitet am Computer.
Viele verschiedene Berufsbereiche bieten sich für eine Tätigkeit als Honorarkraft an. Designer*innen, Unternehmensberater*innen oder Spezialist*innen im IT-Sektor arbeiten häufig auf Honorarbasis. © Addictive Stock Creatives/EyeEm

Krankenversicherung und Rentenversicherung als Honorarkraft

Als Honorarkraft bist du für deine Sozialversicherungen selbst verantwortlich.

Im Gegensatz zu festangestellten Arbeitnehmer*innen, musst du dich als Honorarkraft daher eigenständig versichern und die Sozialabgaben eigenständig abführen.

Sowohl bei der Krankenversicherung als auch der Rentenversicherung gibt es einiges für dich zu beachten:

Krankenversicherung

Da es in Deutschland eine Krankenversicherungspflicht gibt, hast du zwei Optionen:

Eine private Krankenversicherung kann dich aufgrund von verschiedenen Kriterien als Versicherte*n ablehnen.

Durch die Krankenversicherungspflicht ist dir aber ein Platz in der gesetzlichen Krankenversicherung garantiert, sodass du im Krankheitsfall auf jeden Fall abgesichert bist.

Rentenversicherung

Honorarkräfte sind in der Regel nicht automatisch rentenversicherungspflichtig.

Allerdings gibt es bestimmte Ausnahmen, bei denen eine Rentenversicherungspflicht eintritt, etwa bei

Eine Scheinselbstständigkeit liegt dann vor, wenn eine Honorarkraft regelmäßig für denselben*dieselbe Auftraggeber*in arbeitet und keinen anderen Auftraggebenden hat.

Rentenversicherungspflichtige Honorarkräfte müssen den vollen Rentenversicherungsbeitrag (18,6 % des Einkommens) eigenständig abführen.

Altersvorsorge

Auch, wenn du als Honorarkraft nicht rentenversicherungspflichtig bist, solltest du Vorkehrungen für deine Altersvorsorge treffen, wie zum Beispiel mit:

Es ist wichtig, dass du dich frühzeitig über die verschiedenen Optionen informierst, um auch im Alter finanziell abgesichert zu sein.

Mehr zur Altersvorsorge erfährst du hier:

Altersvorsorge: Möglichkeiten, Tipps & Sparplan

Vorteile und Nachteile: Arbeit als Honorarkraft

Vorteile

Nachteile

Flexibilität: Du gestaltest und passt du deine Arbeitszeiten und Projekte flexibel an.

Unsicherheit der Auftragslage: Als Honorarkraft musst du kontinuierlich nach neuen Aufträgen suchen und hast keine langfristige Jobgarantie.

Eigenes Einkommen bestimmen: Du legst dein Honorar und somit dein Einkommen selbst fest.

Fehlende soziale Absicherung: Als Honorarkraft sind in der Regel keine Leistungen wie Rentenversicherung oder Krankenversicherung von Auftraggeber*innen abgedeckt.

Vielfältige Tätigkeiten: Als Honorarkraft arbeitest du in verschiedenen Bereichen und an unterschiedlichen Projekten.

Verantwortlichkeit für eigene Finanzen: Du musst dich selbstständig um Steuern, Abrechnungen und die eigene Altersvorsorge kümmern.

Aufbau eines eigenen Netzwerks: Durch die Arbeit als Honorarkraft knüpfst du Kontakte zu Auftraggeber*innen und Kund*innen und erweiterst dein berufliches Netzwerk.

Akquise und Selbstvermarktung: Als Honorarkraft bist du verantwortlich für die Akquise von Aufträgen und die Selbstvermarktung deiner Dienstleistungen, was zusätzlichen Aufwand bedeutet.

Tipps: Wie werde ich zur gefragten Honorarkraft?

Wenn du dich dafür entscheidest, als Honorarkraft zu arbeiten, haben wir dir fünf Tipps zusammengestellt, mit denen Auftraggeber*innen offene Türen bei dir einrennen:

Tipp 1: Spezialisierung

Finde einen Bereich, in dem du besonders stark bist und in dem du dich durch deine Expertise von der Konkurrenz abhebst. Je spezifischer dein Fachwissen ist, desto größer sind deine Chancen, Aufträge in dem Bereich zu bekommen.

Tipp 2: Netzwerk

Pflege dein berufliches Netzwerk und knüpfe Kontakte zu potenziellen Auftraggeber*innen. Nutz aktiv Plattformen wie LinkedIn oder Xing, um deine Kompetenzen zu präsentieren und dich mit anderen Menschen in deiner Branche zu vernetzen.

Tipp 3: Selbstdarstellung

Erstelle eine ansprechende Portfolio-Website oder ein professionelles Profil auf Freelancer-Plattformen, um potenziellen Auftraggeber*innen deine Fähigkeiten zu präsentieren. Referenzen und positive Kundenbewertungen helfen dabei, Vertrauen aufzubauen.

Tipp 4: Flexibilität

Biete deinen Auftraggeber*innen flexible Arbeitszeiten und individuell anpassbare Dienstleistungen. Das macht dich attraktiver und erhöht die Chancen auf langfristige Zusammenarbeit.

Tipp 5: Zuverlässigkeit

Pünktlichkeit, eine gute Kommunikation und die Einhaltung von Absprachen sind essenzielle Eigenschaften, um als Honorarkraft erfolgreich zu sein. Erfülle die Erwartungen deiner Auftraggeber*innen und bau so eine positive Reputation auf.

FAQ zur Arbeit auf Honorarbasis

Was ist eine Honorarkraft?

Eine Honorarkraft ist eine selbstständige Person, die Dienstleistungen gegen ein Honorar erbringt. Anders als bei festangestellten Arbeitnehmer*innen besteht kein dauerhaftes Arbeitsverhältnis, sondern es werden zeitlich begrenzte Aufträge auf selbstständiger Basis ausgeführt. Die Zusammenarbeit wird meist über einen Honorarvertrag geregelt.

Was bedeutet es, auf Honorarbasis zu arbeiten?

Arbeiten auf Honorarbasis bedeutet, dass du als Honorarkraft für deine erbrachten Dienstleistungen ein Honorar erhältst. Du bist selbstständig und entscheidest flexibel über deine Arbeitszeiten und die Aufträge, die du annimmst. Die Zusammenarbeit wird individuell mit den Auftraggeber*innen vereinbart.

Welche Steuern muss ich als Honorarkraft zahlen?

Honorarkräfte sind verpflichtet, ihre Einkünfte zu versteuern. Dazu gehören Einkommenssteuer und, abhängig von der Höhe der Einnahmen, auch Umsatzsteuer. Unter bestimmten Bedingungen, wie bei nebenberuflichen Tätigkeiten oder der Kleinunternehmerregelung, gibt es steuerliche Erleichterungen.

Welche Sozialversicherungen brauche ich als Honorarkraft?

Als Honorarkraft musst du dich eigenständig um deine Kranken- und Rentenversicherung kümmern. Du kannst dich freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichern oder eine private Krankenversicherung abschließen. Für die Altersvorsorge kannst du freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen oder private Vorsorgeformen wie die Rürup-Rente nutzen.

Wie bestimme ich als Honorarkraft meinen Stundenlohn?

Als Honorarkraft kannst du deinen Stundenlohn selbst festlegen, basierend auf deinem Fachwissen, deiner Erfahrung und dem Wert deiner Dienstleistungen. Es ist jedoch ratsam, sich an branchenüblichen Honorarsätzen zu orientieren und deine Preise wettbewerbsfähig zu gestalten.

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