Arbeiten auf Honorarbasis bietet dir die Freiheit, selbstbestimmt zu arbeiten und dein eigenes Einkommen zu gestalten. Als Honorarkraft bestimmst du deine Arbeitszeiten und wählst die Aufträge, die zu deinen Fähigkeiten passen. Doch diese Flexibilität geht auch mit Verantwortung einher: Du musst dich um Versicherungen, Steuern und deine Altersvorsorge selbst kümmern.
In diesem Artikel erfährst du alles, was du über das Arbeiten auf Honorarbasis wissen musst, von Steuern und Sozialabgaben bis hin zu Tipps, wie du als Honorarkraft so richtig durchstartest.
Eine Honorarkraft ist eine selbstständige Person, die ihre Dienstleistungen gegen ein Honorar anbietet.
Im Gegensatz zu festangestellten Mitarbeiter*innen hat eine Honorarkraft keinen festen Arbeitsvertrag.
Denn Honorarkräfte arbeiten projektbezogen und zeitlich begrenzt für mehrere Auftraggeber*innen. Diese temporären Arbeitsverhältnisse werden in einem Honorarvertrag ausgestalten.
Beide Vertragsformen regeln die Zusammenarbeit, unterscheiden sich jedoch in entscheidenden Aspekten.
Hier siehst du eine übersichtliche Gegenüberstellung der wichtigsten Unterschiede zwischen einem Arbeitsvertrag und einem Honorarvertrag:
Arbeitsvertrag | Honorarvertrag |
|---|---|
Zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer*innen | Zwischen Auftraggeber*innen und Honorarkraft |
Regelt festangestellte Tätigkeiten | Regelt Tätigkeiten auf selbstständiger Basis |
Enthält Regelungen zu Arbeitszeiten, Urlaubsanspruch, Sozialleistungen, Kündigungsfristen | Enthält Regelungen zu Dienstleistungen, Honorar, Dauer des Auftrags, Zahlungsmodalitäten |
Wird vom Arbeitgeber aufgesetzt | Kann von der Honorarkraft selbst aufgesetzt oder von Auftraggeber*innen vorgelegt werden |
Eine Beratung durch einen Fachanwalt ist nicht nötig | Eine Beratung durch einen Fachanwalt ist empfehlenswert |
Arbeiten auf Honorarbasis bedeutet, dass du als Honorarkraft für deine selbstständig erbrachten Leistungen ein Honorar erhältst.
Dieses Honorar wird in der Regel vorab mit vereinbart. Dein Honorar orientiert sich an
Im Rahmen einer Honorarbasis gibt es keine festgelegten Arbeitszeiten, du kannst also individuell mit deinem*deiner Auftraggeber*in vereinbaren, wann und wie lange du arbeitest.
Je nach Branche werden Honorarkräfte auch Freelancer*innen oder freien Mitarbeiter*innen genannt, was du nicht mit „Freiberufler*in“ verwechseln solltest.
Obwohl die Begriffe „Honorarkraft“ und „Freiberufler*in“ manchmal synonym verwendet werden, gibt es dennoch Unterschiede zwischen den beiden.
Die folgende Gegenüberstellung stellt dir die wichtigsten Unterschiede zwischen Honorarkräften und Freiberufler*innen übersichtlich dar:
Honorarkraft | Freiberufler*in |
|---|---|
Honorarkräfte sind Selbstständige, die Dienstleistungen auf Honorarbasis anbieten. | Freiberufler*innen sind Selbstständige, die in einem der Katalogberufe (§18 des Einkommenssteuergesetzes) arbeiten. |
Honorarkräfte arbeiten projektbezogen und zeitlich begrenzt für mehrere Auftraggeber. | Freiberufler*innen üben eine qualifizierte Tätigkeit aus. Qualifikation erlangen sie durch eine entsprechende Ausbildung. |
Als Honorarkraft bist du dein eigener Chef und hast die Freiheit, deinen Stundenlohn selbst festzulegen.
Das ermöglicht dir, dich nicht unter Wert zu verkaufen, indem du
nach eigenem Ermessen bewertest.
Dennoch musst du als Honorarkraft wettbewerbsfähig bleiben. Deshalb ist es wichtig, dass du dich über die branchenüblichen Honorarsätze informierst. Diese nutzt du als Orientierungspunkt für die Festlegung deiner eigenen Preise.
Wichtig ist dementsprechend auch deine Fähigkeit zur Verhandlung mit Auftraggeber*innen, damit du dich nicht unter Wert verkaufst und mit deinem Honorar:
Wenn du dich fragst, ob du als Honorarkraft steuerfrei arbeiten kannst, ist die Antwort klar: nein, denn auch selbstständige Tätigkeiten müssen als Einkünfte versteuert werden.
Auch, wenn dein Einkommen aus Honorartätigkeiten in der Regel steuerpflichtig ist, gibt es bestimmte Freibeträge oder Ausnahmeregelungen.
Beispielsweise gibt es steuerliche Erleichterungen für
Wenn du neben deiner Haupttätigkeit noch freiberuflich auf Honorarbasis arbeitest, profitierst du von steuerlichen Erleichterungen, wie z. B. der Übungsleiterpauschale.
Wenn es sich bei deiner nebenberuflichen Honorartätigkeit um eine gemeinnützige Tätigkeit, wie Vereinstrainer*in oder Kunstlehrer*in, handelt, liegt der steuerliche Freibetrag bei 3.000 € im Jahr.
Die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG (Umsatzsteuergesetz) bietet dir als selbstständige Honorarkraft weitere Erleichterungen, insbesondere in Bezug auf die Umsatzsteuer.
Die Kleinunternehmerregelung nimmst du in Anspruch, wenn dein Umsatz:
Das bedeutet, du musst
Als Honorarkraft bist du für deine Sozialversicherungen selbst verantwortlich.
Im Gegensatz zu festangestellten Arbeitnehmer*innen, musst du dich als Honorarkraft daher eigenständig versichern und die Sozialabgaben eigenständig abführen.
Sowohl bei der Krankenversicherung als auch der Rentenversicherung gibt es einiges für dich zu beachten:
Da es in Deutschland eine Krankenversicherungspflicht gibt, hast du zwei Optionen:
Eine private Krankenversicherung kann dich aufgrund von verschiedenen Kriterien als Versicherte*n ablehnen.
Durch die Krankenversicherungspflicht ist dir aber ein Platz in der gesetzlichen Krankenversicherung garantiert, sodass du im Krankheitsfall auf jeden Fall abgesichert bist.
Honorarkräfte sind in der Regel nicht automatisch rentenversicherungspflichtig.
Allerdings gibt es bestimmte Ausnahmen, bei denen eine Rentenversicherungspflicht eintritt, etwa bei
Eine Scheinselbstständigkeit liegt dann vor, wenn eine Honorarkraft regelmäßig für denselben*dieselbe Auftraggeber*in arbeitet und keinen anderen Auftraggebenden hat.
Rentenversicherungspflichtige Honorarkräfte müssen den vollen Rentenversicherungsbeitrag (18,6 % des Einkommens) eigenständig abführen.
Auch, wenn du als Honorarkraft nicht rentenversicherungspflichtig bist, solltest du Vorkehrungen für deine Altersvorsorge treffen, wie zum Beispiel mit:
Es ist wichtig, dass du dich frühzeitig über die verschiedenen Optionen informierst, um auch im Alter finanziell abgesichert zu sein.
Mehr zur Altersvorsorge erfährst du hier:
Altersvorsorge: Möglichkeiten, Tipps & Sparplan
Vorteile | Nachteile |
|---|---|
Flexibilität: Du gestaltest und passt du deine Arbeitszeiten und Projekte flexibel an. | Unsicherheit der Auftragslage: Als Honorarkraft musst du kontinuierlich nach neuen Aufträgen suchen und hast keine langfristige Jobgarantie. |
Eigenes Einkommen bestimmen: Du legst dein Honorar und somit dein Einkommen selbst fest. | Fehlende soziale Absicherung: Als Honorarkraft sind in der Regel keine Leistungen wie Rentenversicherung oder Krankenversicherung von Auftraggeber*innen abgedeckt. |
Vielfältige Tätigkeiten: Als Honorarkraft arbeitest du in verschiedenen Bereichen und an unterschiedlichen Projekten. | Verantwortlichkeit für eigene Finanzen: Du musst dich selbstständig um Steuern, Abrechnungen und die eigene Altersvorsorge kümmern. |
Aufbau eines eigenen Netzwerks: Durch die Arbeit als Honorarkraft knüpfst du Kontakte zu Auftraggeber*innen und Kund*innen und erweiterst dein berufliches Netzwerk. | Akquise und Selbstvermarktung: Als Honorarkraft bist du verantwortlich für die Akquise von Aufträgen und die Selbstvermarktung deiner Dienstleistungen, was zusätzlichen Aufwand bedeutet. |
Wenn du dich dafür entscheidest, als Honorarkraft zu arbeiten, haben wir dir fünf Tipps zusammengestellt, mit denen Auftraggeber*innen offene Türen bei dir einrennen:
Finde einen Bereich, in dem du besonders stark bist und in dem du dich durch deine Expertise von der Konkurrenz abhebst. Je spezifischer dein Fachwissen ist, desto größer sind deine Chancen, Aufträge in dem Bereich zu bekommen.
Pflege dein berufliches Netzwerk und knüpfe Kontakte zu potenziellen Auftraggeber*innen. Nutz aktiv Plattformen wie LinkedIn oder Xing, um deine Kompetenzen zu präsentieren und dich mit anderen Menschen in deiner Branche zu vernetzen.
Erstelle eine ansprechende Portfolio-Website oder ein professionelles Profil auf Freelancer-Plattformen, um potenziellen Auftraggeber*innen deine Fähigkeiten zu präsentieren. Referenzen und positive Kundenbewertungen helfen dabei, Vertrauen aufzubauen.
Biete deinen Auftraggeber*innen flexible Arbeitszeiten und individuell anpassbare Dienstleistungen. Das macht dich attraktiver und erhöht die Chancen auf langfristige Zusammenarbeit.
Pünktlichkeit, eine gute Kommunikation und die Einhaltung von Absprachen sind essenzielle Eigenschaften, um als Honorarkraft erfolgreich zu sein. Erfülle die Erwartungen deiner Auftraggeber*innen und bau so eine positive Reputation auf.
Eine Honorarkraft ist eine selbstständige Person, die Dienstleistungen gegen ein Honorar erbringt. Anders als bei festangestellten Arbeitnehmer*innen besteht kein dauerhaftes Arbeitsverhältnis, sondern es werden zeitlich begrenzte Aufträge auf selbstständiger Basis ausgeführt. Die Zusammenarbeit wird meist über einen Honorarvertrag geregelt.
Arbeiten auf Honorarbasis bedeutet, dass du als Honorarkraft für deine erbrachten Dienstleistungen ein Honorar erhältst. Du bist selbstständig und entscheidest flexibel über deine Arbeitszeiten und die Aufträge, die du annimmst. Die Zusammenarbeit wird individuell mit den Auftraggeber*innen vereinbart.
Honorarkräfte sind verpflichtet, ihre Einkünfte zu versteuern. Dazu gehören Einkommenssteuer und, abhängig von der Höhe der Einnahmen, auch Umsatzsteuer. Unter bestimmten Bedingungen, wie bei nebenberuflichen Tätigkeiten oder der Kleinunternehmerregelung, gibt es steuerliche Erleichterungen.
Als Honorarkraft musst du dich eigenständig um deine Kranken- und Rentenversicherung kümmern. Du kannst dich freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichern oder eine private Krankenversicherung abschließen. Für die Altersvorsorge kannst du freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen oder private Vorsorgeformen wie die Rürup-Rente nutzen.
Als Honorarkraft kannst du deinen Stundenlohn selbst festlegen, basierend auf deinem Fachwissen, deiner Erfahrung und dem Wert deiner Dienstleistungen. Es ist jedoch ratsam, sich an branchenüblichen Honorarsätzen zu orientieren und deine Preise wettbewerbsfähig zu gestalten.
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