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Spanien Jobs für Führungskräfte

  • Führungskräfte
Arbeitszeit
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Arbeiten in Spanien

Voraussetzungen zur Arbeitsaufnahme in Spanien

  • Land und Leute
  • Bürger der EU (Kernstaaten)
  • Bürger der EU (neue Mitglieder)
  • Nicht EU-Bürger

Land und Leute

Spanien ist nicht nur als Urlaubsziel begehrt, sondern auch das beliebteste Auswanderungsland für die Deutschen. Gut 22% der Auswanderungswilligen würden am Liebsten auf der Iberischen Halbinsel leben und arbeiten (Quelle: Forsa/Seven One Media 2006). Die Vorteile liegen auf der Hand, denn Spanien hat nicht nur ein mildes Klima, sondern auch eine gute Infrastruktur und ist auch nur zwei Flugstunden von Deutschland entfernt. Außerdem gelten die Spanier als besonders gelassen und lebensfreudig, was viele Auswanderer von einem relativ stressfreien Leben träumen lässt.
Zwar liegen die Lebenshaltungskosten unterhalb derer in den meisten anderen EU-Staaten (mit Ausnahme der neuen Mitglieder in Osteuropa), doch auch die Löhne erreichen nur rund 70% des deutschen Durchschnittslohnes. Viele gering qualifizierte Arbeitnehmer aus Osteuropa und Afrika suchen ihr Glück in Spanien und halten das Lohnniveau niedrig. In den Wirtschaftszentren und den begehrten Küstenorten sind insbesondere die Mieten außerdem höher als im Rest des Landes. In den nördlichen Landesteilen und auf den Balearen herrscht im Winter oft kühles, ungemütliches Wetter und was im Vorfeld einer Übersiedlung nach Spanien als Gelassenheit betrachtet wird, kann im spanischen Alltag schon mal nerven, denn hier wird gerne so manche Arbeit auf den nächsten Tag verschoben.
Wer dennoch auf dem spanischen Arbeitsmarkt Fuß fassen will, der sollte unbedingt über spanische (Castellano) bzw. katalanische Sprachkenntnisse verfügen und hartnäckig sein. Obwohl die Wirtschaft wächst und die Arbeitslosenquote seit 2004 unter der 10 %-Marke liegt, ist sie doch mit mehr als 9 % (Mai 2006, 9,8 %) relativ hoch. Der wichtigste Wirtschaftszweig ist der Dienstleistungssektor, insbesondere der Tourismus. Es folgen die verarbeitende Industrie und die Bauwirtschaft. Gute Chancen haben derzeit gut qualifizierte Handwerker, die in der wachsenden Bauwirtschaft und der Metallverarbeitung (KfZ-Industrie) eingesetzt werden können, sowie Servicekräfte für die Tourismusindustrie. Auch IT-Spezialisten und hochqualifizierte Ingenieure sind gefragt. Wirtschaftswissenschaftler hingegen konkurrieren mit der übermäßig hohen Zahl spanischer Absolventen.
Interessanterweise werden in Tochterunternehmen deutscher Konzerne kaum Deutsche beschäftigt. Spanische mittelständische Unternehmen, die sich auf dem deutschen Markt engagieren, bieten dagegen die größten Beschäftigungsmöglichkeiten. Eine weitere Besonderheit: Zeitarbeit spielt in Spanien eine sehr große Rolle. Fast 1/3 der Arbeitnehmer haben nur einen befristeten Arbeitsvertrag.

EU-Bürger

Jeder Staatsangehörige eines EU-Staates kann ungeachtet seines Wohnorts eine Tätigkeit in Spanien nach den dort geltenden Rechts- und Verwaltungsvorschriften ausüben. Bei selbständiger oder unselbständiger Arbeitsaufnahme unter 3 Monaten reicht ein gültiger Pass bzw. Personalausweis aus. Hierzu ist weder eine Meldepflicht noch eine Aufenthaltsgenehmigung erforderlich.
Wer plant, länger als drei Monate in Spanien zu bleiben, muss innerhalb eines Monats nach Einreise einen Antrag für eine Aufenthaltsgenehmigung stellen. Dies erfolgt bei der zuständigen Ausländerbehörde beziehungsweise beim Polizeikommissariat der jeweiligen Provinz. Falls die Dauer des Aufenthalts nicht definitiv zu bestimmen ist, wird die Erlaubnis für ein oder zwei Jahre erteilt und um jeweils 5 Jahre verlängert. Falls die Dauer der beruflichen Tätigkeit definitiv ein Jahr überschreitet, wird für EU-Bürger eine Aufenthaltsgenehmigung von 5 Jahren erteilt.

EU, Neue Mitgliedsländer

Spanien hat alle seine Beschränkungen der Freizügigkeit für Arbeitnehmer aus Estland, Lettland, Litauen, Polen, der Slowakei, Slowenien, der Tschechischen Republik und Ungarn aufgehoben. Dieser Beschluss wurde vom Ministerpräsidenten der spanischen Regierung beim dritten Gipfeltreffen Spanien-Polen am 9. März 2006 in Granada angekündigt. Er wurde den anderen Mitgliedstaaten durch die Arbeits- und Sozialminister anlässlich der letzten Sitzung des Rates für Arbeit und Sozialpolitik am 10. März 2006 in Brüssel übermittelt. Demgemäß genießen Arbeitnehmer aus diesen Ländern ab dem 1. Mai 2006 die gleichen Rechte wie Arbeitnehmer aus den anderen Mitgliedstaaten. Für Zuwanderer aus Rumänien und Bulgarien gelten noch Übergangsregelungen. Sie müssen in der Regel vor der Einreise ein Visum beantragen und haben nur begrenzten Zugang zum Arbeitsmarkt. Nähere Auskünfte erteilen die zuständigen spanischen Behörden (s. Linklisten am Ende des Artikels).

Nicht EU-Bürger

Nicht EU-Bürger benötigen eine Arbeitserlaubnis, um einer Beschäftigung nachgehen zu können. Diese wird durch das spanische Ministerium für Arbeit in den einzelnen Provinzen erteilt. Die Arbeitserlaubnis wird anfangs nur für einen bestimmten Arbeitgeber erteilt. Endet das Arbeitsverhältnis, so erlischt auch die Arbeitserlaubnis.
Im Allgemeinen ergibt sich grob folgender Ablauf: Als erstes beantragt man ein zur Arbeit ermächtigendes Visum. Dies schickt man dann dem zukünftigen Arbeitgeber. Dieser erwirkt die erste Arbeitserlaubnis. Sobald man in Spanien angekommen ist, muss man sich bei der Meldebehörde anmelden, bevor die Arbeit aufgenommen werden kann. Über die Einreiseformalitäten und Visabestimmungen, die für verschiedene Staatsangehörigeiten unterschiedlich sind, erteilt die jeweilige spanische Botschaft im Herkunftsland bzw. Land des Wohnortes Auskunft.

Gegebenheiten in Spanien

  • Anerkennung von Abschlüssen
  • Arbeiten in Spanien
  • Jobsuche & Bewerbung
  • Sozialversicherung

Anerkennung von Abschlüssen

Für die Ausübung bestimmter Berufe brauchen Sie ggf. den Nachweis eines Ausbildungsabschlusses, doch nicht alle deutschen Schulabschlüsse werden in Spanien anerkannt. Zum Teil ist die Anerkennung durch Europäische Richtlinien geregelt, zum Teil muss ein Anerkennungsverfahren durchlaufen werden. Dies gilt insbesondere, da in vielen Berufen in Spanien die Ausbildung mit einem universitären Abschluss beendet wird, während in Deutschland die Ausbildung an einer Fachhochschule erfolgt, oder die Qualifikation im Rahmen einer Berufsaufbildung erworben wird. Welche Behörde für die Anerkennung zuständig ist, richtet sich nach dem Beruf, den Sie ausüben möchten. Nähere Auskunft erhalten Sie bei EURES (European Employment Service) oder beim Arbeitsamt.

Arbeiten in Spanien

Der Urlaubsanspruch der Arbeitnehmer ist im spanischen Gesetz festgeschrieben. Er umfasst 30 Kalendertage garantierten Urlaub. Das Gehalt wird im vollen Umfang weitergezahlt. In Tarifverträgen wird im Allgemeinen eine höhere Anzahl von Urlaubstagen festgelegt. Außerdem gibt es bis zu 14 Feiertage.
Die 40-Stunden-Woche ist im spanischen Gesetz verankert. Die Jahresarbeitszeit kann durch tarifliche Vereinbarung unregelmäßig auf das Jahr verteilt werden. Dies macht eine Wochenarbeitszeit von mehr als 40 Stunden möglich. Die Arbeitszeit beträgt maximal 9 Stunden, wobei auch sie in Sonderfällen verlängert werden kann. Dabei muß die arbeitsfreie Zeit (zwischen zwei Arbeitstagen) mindestens 12 Stunden betragen. Arbeitnehmer dürfen nicht für einen geringeren Lohn als den gesetzlichen Mindestlohn eingestellt werden. In vielen Wirtschaftsbereichen sind für jede Berufsgruppe in den Tarifverträgen die Löhne und Gehälter festgelegt. Die Tradition der Siesta, der 3-stündigen Mittagspause, gehört immer mehr der Vergangenheit an. Insgesamt ist die Jahresarbeitszeit der Spanier mit ca. 1.800 Stunden überdurchschnittlich.

Jobsuche & Bewerbung

Persönliche Kontakte spielen bei der Jobsuche in Spanien eine große Rolle. Zum einen ist es immer gut, wenn man Ansprechpartner im Wunschunternehmen hat. Zum anderen ist es auch positiv, wenn man persönliche Referenzen (möglichst Spanier) in der Bewerbung angeben kann. Grundsätzlich ist die Jobsuche vor Ort leichter, da man sich kurzfristiger persönlich vorstellen kann. Gefestigte Spanischkenntnisse sind ein weiterer Vorteil.
Stellenanzeigen gibt es in Online Jobbörsen (s. Links) sowie den großen Tageszeitungen: El País, El Mundo, Diario 16 für Madrid und El Periodico und La Vanguardia für Barcelona. Die meisten Angebote gibt es Sonntags. Jobangebote gibt es auch über die örtlichen Arbeitsämter (Oficinas de Empleo) und beim Employment Service der Europäischen Union EURES. Zeitarbeitsfirmen spielen eine wesentliche Rolle am Arbeitsmarkt. Sie vermitteln befristete Stellen in fast allen Branchen und Qualifikationsebenen. Die Vermittlung ist für die Arbeitssuchenden kostenlos.
Initiativbewerbungen sind auch in Spanien üblich. Neben den großen Unternehmen, lohnt sich insbesondere die Kontaktaufnahme zu kleinen und mittelständischen Betrieben, die Aktivitäten mit Deutschland (oder mit Ihrem Heimatland) haben. Eine Bewerbung sollte auf jeden Fall in Spanisch geschrieben werden und möglichst knapp gehalten sein. Das Anschreiben sollte sich weniger mit der Vergangenheit (Schulabschluss etc.) beschäftigen, als mit den beruflichen Zielen und Ambitionen. Neben dem Lebenslauf sollte man Referenzen beilegen. Es ist auch von Vorteil, wenn man in der Bewerbung zeigen kann, dass einem Land und Kultur nicht völlig fremd sind. Und so sind auch Sprach-Zertifikate oder andere Nachweise über die Beherrschung der spanischen Sprache sehr sinnvoll. Foto und Zeugnisse sind für die Bewerbung nicht erforderlich und können auf Anforderung nachgereicht werden.
Haben Sie eine Bewerbung verschickt, dann bleiben Sie am Ball und haken Sie telefonisch nach. Spanische Unternehmen sind gesetzlich gezwungen, lange Arbeitsverträge abzuschließen und somit kann der Auswahlprozess und die Vertragsverhandlungen schon mal länger dauern. Außerdem werden Entscheidungen in Spanien gerne auf die lange Bank geschoben. Nehmen Sie es also nicht persönlich, wenn eine Reaktion auf Ihre Bewerbung ausbleibt, sondern haken Sie freundlich aber bestimmt nach.

Sozialversicherung

In Spanien sind Arbeitnehmer grundsätzlich sozialversicherungspflichtig. Dabei werden die Beiträge zur Arbeitslosen- und Krankenversicherung, der Seguridad Social überwiegend vom Arbeitgeber aufgebracht.

Weiterführende Informationen

Spanische Botschaft in Deutschland: http://www.mae.es
Informationen, hilfreiche Links und Merkblätter bei der Deutschen Botschaft in Spanien: http://www.madrid.diplo.de
Jobsuche online: www.infojobs.net
Spanisches Arbeitsamt Instituto Nacional de Empleo: www.inem.es
Informationen zu Einreise und Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis findet man bei den zuständigen spanischen Ministerien:
Innenministerium: http://www.mir.es
Spanisches Ministerium für Arbeit und Soziales: www.mtas.es
Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten: www.mae.es

Jobsuche in Spanien

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