Teilzeit: Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Die wichtigsten Informationen zu diesem Modell im Überblick

Teilzeit: Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Die wichtigsten Informationen zu diesem Modell im Überblick
Das Teilzeitgesetz schreibt die gleichen Rechter für Arbeitnehmer vor, die weniger arbeiten als ihre in Vollzeit beschäftigten Kollegen. Und auch das Recht, eine Teilzeitstelle einzufordern ist gesetzlich geregelt, wenn die Voraussetzungen vorliegen. Nicht zuletzt deswegen, arbeiten die meisten Mütter in Deutschland in Teilzeit, denn es scheint die optimale Lösung zu sein, um Familie und Beruf zu vereinbaren.

Die „Präambel“ des Teilzeit-Gesetzes

Zielsetzung des Gesetzes über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge (TzBfG), ist es (§ 1 TzBfG), „Teilzeitarbeit zu fördern […] und die Diskriminierung von teilzeitbeschäftigten […] Arbeitnehmern zu verhindern“. Der Teilzeitarbeitnehmer genießt also dieselben gesetzlichen und sozialrechtlichen Absicherungen wie der Vollbeschäftigte.

Auf der Agenda: Gleichberechtigung und Lohngerechtigkeit

Das Gebot der Gleichbehandlung mit einem „vollen“ Mitarbeiter, der dieselben oder vergleichbare Tätigkeiten ausübt, umfasst das Arbeitsentgelt und „eine andere teilbare geldwerte Leistung“ (§ 4 TzBfG). Damit sind in erster Linie die Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle und das Urlaubsentgelt gemeint, aber auch tariflich bzw. betrieblich vereinbarte Leistungen wie zum Beispiel ein Weihnachtsgeld. Auch bei Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen dürfen Teilzeitbeschäftigte nicht benachteiligt werden (§ 7 und 10 TzBfG). Arbeitnehmer, die Rechte aus dem Gesetz in Anspruch nehmen, sind vor Benachteiligung geschützt (§ 5 TzBfG).

Umstritten: Der Rechtsanspruch auf Teilzeit

Arbeitnehmer haben einen Anspruch auf verringerte Arbeitszeit. Das gilt auch für leitende Angestellte. Grundsätzlich sollen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in einem erörternden Gespräch ein Einvernehmen erzielen. Der Arbeitgeber muss auf alle Fälle zustimmen, falls nicht ein betrieblicher Ablehnungsgrund vorliegt (§ 8 TzBfG). Entsprechendes gilt für die Verlängerung der Arbeitszeit: Bei der Besetzung freier Vollarbeitsplätze sind die Wünsche der teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmer auf Rückkehr zur Vollzeitarbeit bevorzugt zu berücksichtigen (§ 9 TzBfG).

Nach § 8 Nr. 4 TzBfG liegt ein betrieblicher Ablehnungsgrund „insbesondere vor, wenn die Verringerung der Arbeitszeit die Organisation den Arbeitsablauf oder die Sicherheit im Betrieb wesentlich beeinträchtigt oder unverhältnismäßige Kosten verursacht“. Diese Formulierung ist den Wirtschaftsverbänden und vielen Juristen zu vage. Und wirklich sperren sich viele Unternehmen mit Berufung auf diesen „Gummi-Paragraphen“ gegen die Einrichtung von Teilzeit-Arbeitsplätzen. In letzter Instanz muss vor Gericht jeder Einzelfall entschieden werden.

Voraussetzungen des Rechtsanspruchs

Eine Teilzeitlösung kann nur in Betrieben mit regelmäßig mehr als 15 Beschäftigten beansprucht werden. Kleinere Betriebe sind vor überraschenden Teilzeitwünschen also geschützt. Außerdem kann der Arbeitnehmer die Teilzeit erneut frühestens nach Ablauf von zwei Jahren verlangen, egal ob dem ersten Wunsch entsprochen wurde oder nicht (§ 8 Nr. 7 und 6 TzBfG). Ferner muss das Arbeitsverhältnis seit mindestens sechs Monaten bestehen. Der teilzeitwillige Beschäftigte hat die Verringerung und ihren Umfang spätestens drei Monate vor dem beabsichtigten Beginn geltend zu machen (§ 8 Nr. 1 und 2 TzBfG).

Teilzeit in Europa: Ein Bestandteil europäischer Beschäftigungspolitik

Bereits vor zehn Jahren verabschiedete der Europäische Rat eine von den europäischen Sozialpartnern geschlossene Rahmenvereinbarung über Teilzeitarbeit. In dieser EU-Richtlinie 97/81/EG heißt es, dass europaweit die Anträge von Unternehmensmitarbeitern auf einen Wechsel im Arbeitsverhältnis vom Arbeitgeber berücksichtigt und Maßnahmen zur innerbetrieblichen Förderung von Teilzeitmöglichkeiten in Erwägung gezogen werden sollen. Die Vereinbarung – die von den Mitgliedsländern bis Ende 2000 umzusetzen war – trägt mit einer solch vorsichtigen Formulierung den verschiedenen Traditionslinien und historischen Entwicklungen der Teilzeitarbeit auf dem Kontinent Rechnung.

Teilzeit aus der Not geboren: Südeuropa

In Südeuropa ist Teilzeitarbeit kaum in der Gesellschaft verankert. Dies hat mit der traditionellen Rollenverteilung zwischen Mann und Frau und der daraus resultierenden geringen Erwerbsquote von Frauen insgesamt zu tun. Italiener, Spanier oder Griechen betrachten Arbeitszeitverkürzungen in geringerem Maße unter dem Aspekt der Vereinbarkeit von Familien- und Berufsleben, da aus kulturellen Gründen der Wunsch nach mehr Freizeit weniger stark ausgeprägt ist. Südeuropäer ergreifen Teilzeitlösungen eher mangels guter Vollzeitstellen und aus finanzieller Notwendigkeit denn aus freier Entscheidung.

Teilzeit als Familienlösung: Mittel- und Westeuropa

In Großbritannien, Deutschland und Österreich hat dagegen das Modell eines männlichen Hauptverdieners und des weiblichen Zuverdieners, beginnend mit den fünfziger Jahren, eine gewachsene Tradition. Durch bessere Abschlüsse und Qualifikationen nahm die Berufstätigkeit in der Lebensplanung junger Frauen zunehmend einen festen Platz ein und konnte in Form der Teilzeitarbeit mit dem Kinderwunsch vereinbart werden. Die genannten Länder förderten solche Lebensweisen, indem Schwellenwerte geschaffen wurden, unterhalb derer keine Beiträge zur Sozialversicherung fällig wurden.

Teilzeit aus Prinzip: Skandinavien

In den meisten skandinavischen Ländern entwickelten sich die Vorstellungen von Teilzeitarbeit aus dem egalitären Familienmodell mit seiner prinzipiellen rechtlichen Gleichstellung der Ehepartner. Die hohe Teilzeit- und Frauenerwerbsquote in Dänemark und Schweden ist auch auf die große Anzahl an teilzeitfähigen Jobs im öffentlichen Sektor und die vielfältigen Möglichkeiten der Kinderbetreuung zurückzuführen.

Der Unterschied zum übrigen Europa: Die nordischen Staaten wollen die weitere Ausbreitung der Teilzeitarbeit eher verhindern, weil sie die Chancengleichheit für Frauen gefährdet sehen. Die Teilzeitquote ist deshalb seit einigen Jahren rückläufig.

Teilzeit als Zünder einer Jobmaschine: Die Niederlande

Die Niederlande sind in punkto Teilzeitarbeit das europäische Musterland. Hier arbeitet fast jeder 3. Arbeitnehmer in Teilzeit, darunter rund 17 Prozent Männer. Ein hoher Grad an Flexiblisierung sowie eine recht hohe Teilzeitquote auch in Führungspositionen macht die Niederlande zum europaweiten Vorreiter. Die Kehrseite der Medaille: in vielen Bereichen wird der Wirtschaft vorgeworfen, dass sie kaum noch Vollzeitstellen zur Verfügung stellt.

Das Teilzeitgesetz schreibt die gleichen Rechter für Arbeitnehmer vor, die weniger arbeiten als ihre in Vollzeit beschäftigten Kollegen. Und auch das Recht, eine Teilzeitstelle einzufordern ist gesetzlich geregelt, wenn die Voraussetzungen vorliegen. Nicht zuletzt deswegen, arbeiten die meisten Mütter in Deutschland in Teilzeit, denn es scheint die optimale Lösung zu sein, um Familie und Beruf zu vereinbaren.

Die „Präambel“ des Teilzeit-Gesetzes

Zielsetzung des Gesetzes über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge (TzBfG), ist es (§ 1 TzBfG), „Teilzeitarbeit zu fördern […] und die Diskriminierung von teilzeitbeschäftigten […] Arbeitnehmern zu verhindern“. Der Teilzeitarbeitnehmer genießt also dieselben gesetzlichen und sozialrechtlichen Absicherungen wie der Vollbeschäftigte.

Auf der Agenda: Gleichberechtigung und Lohngerechtigkeit

Das Gebot der Gleichbehandlung mit einem „vollen“ Mitarbeiter, der dieselben oder vergleichbare Tätigkeiten ausübt, umfasst das Arbeitsentgelt und „eine andere teilbare geldwerte Leistung“ (§ 4 TzBfG). Damit sind in erster Linie die Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle und das Urlaubsentgelt gemeint, aber auch tariflich bzw. betrieblich vereinbarte Leistungen wie zum Beispiel ein Weihnachtsgeld. Auch bei Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen dürfen Teilzeitbeschäftigte nicht benachteiligt werden (§ 7 und 10 TzBfG). Arbeitnehmer, die Rechte aus dem Gesetz in Anspruch nehmen, sind vor Benachteiligung geschützt (§ 5 TzBfG).

Umstritten: Der Rechtsanspruch auf Teilzeit

Arbeitnehmer haben einen Anspruch auf verringerte Arbeitszeit. Das gilt auch für leitende Angestellte. Grundsätzlich sollen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in einem erörternden Gespräch ein Einvernehmen erzielen. Der Arbeitgeber muss auf alle Fälle zustimmen, falls nicht ein betrieblicher Ablehnungsgrund vorliegt (§ 8 TzBfG). Entsprechendes gilt für die Verlängerung der Arbeitszeit: Bei der Besetzung freier Vollarbeitsplätze sind die Wünsche der teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmer auf Rückkehr zur Vollzeitarbeit bevorzugt zu berücksichtigen (§ 9 TzBfG).

Nach § 8 Nr. 4 TzBfG liegt ein betrieblicher Ablehnungsgrund „insbesondere vor, wenn die Verringerung der Arbeitszeit die Organisation den Arbeitsablauf oder die Sicherheit im Betrieb wesentlich beeinträchtigt oder unverhältnismäßige Kosten verursacht“. Diese Formulierung ist den Wirtschaftsverbänden und vielen Juristen zu vage. Und wirklich sperren sich viele Unternehmen mit Berufung auf diesen „Gummi-Paragraphen“ gegen die Einrichtung von Teilzeit-Arbeitsplätzen. In letzter Instanz muss vor Gericht jeder Einzelfall entschieden werden.

Voraussetzungen des Rechtsanspruchs

Eine Teilzeitlösung kann nur in Betrieben mit regelmäßig mehr als 15 Beschäftigten beansprucht werden. Kleinere Betriebe sind vor überraschenden Teilzeitwünschen also geschützt. Außerdem kann der Arbeitnehmer die Teilzeit erneut frühestens nach Ablauf von zwei Jahren verlangen, egal ob dem ersten Wunsch entsprochen wurde oder nicht (§ 8 Nr. 7 und 6 TzBfG). Ferner muss das Arbeitsverhältnis seit mindestens sechs Monaten bestehen. Der teilzeitwillige Beschäftigte hat die Verringerung und ihren Umfang spätestens drei Monate vor dem beabsichtigten Beginn geltend zu machen (§ 8 Nr. 1 und 2 TzBfG).

Teilzeit in Europa: Ein Bestandteil europäischer Beschäftigungspolitik

Bereits vor zehn Jahren verabschiedete der Europäische Rat eine von den europäischen Sozialpartnern geschlossene Rahmenvereinbarung über Teilzeitarbeit. In dieser EU-Richtlinie 97/81/EG heißt es, dass europaweit die Anträge von Unternehmensmitarbeitern auf einen Wechsel im Arbeitsverhältnis vom Arbeitgeber berücksichtigt und Maßnahmen zur innerbetrieblichen Förderung von Teilzeitmöglichkeiten in Erwägung gezogen werden sollen. Die Vereinbarung – die von den Mitgliedsländern bis Ende 2000 umzusetzen war – trägt mit einer solch vorsichtigen Formulierung den verschiedenen Traditionslinien und historischen Entwicklungen der Teilzeitarbeit auf dem Kontinent Rechnung.

Teilzeit aus der Not geboren: Südeuropa

In Südeuropa ist Teilzeitarbeit kaum in der Gesellschaft verankert. Dies hat mit der traditionellen Rollenverteilung zwischen Mann und Frau und der daraus resultierenden geringen Erwerbsquote von Frauen insgesamt zu tun. Italiener, Spanier oder Griechen betrachten Arbeitszeitverkürzungen in geringerem Maße unter dem Aspekt der Vereinbarkeit von Familien- und Berufsleben, da aus kulturellen Gründen der Wunsch nach mehr Freizeit weniger stark ausgeprägt ist. Südeuropäer ergreifen Teilzeitlösungen eher mangels guter Vollzeitstellen und aus finanzieller Notwendigkeit denn aus freier Entscheidung.

Teilzeit als Familienlösung: Mittel- und Westeuropa

In Großbritannien, Deutschland und Österreich hat dagegen das Modell eines männlichen Hauptverdieners und des weiblichen Zuverdieners, beginnend mit den fünfziger Jahren, eine gewachsene Tradition. Durch bessere Abschlüsse und Qualifikationen nahm die Berufstätigkeit in der Lebensplanung junger Frauen zunehmend einen festen Platz ein und konnte in Form der Teilzeitarbeit mit dem Kinderwunsch vereinbart werden. Die genannten Länder förderten solche Lebensweisen, indem Schwellenwerte geschaffen wurden, unterhalb derer keine Beiträge zur Sozialversicherung fällig wurden.

Teilzeit aus Prinzip: Skandinavien

In den meisten skandinavischen Ländern entwickelten sich die Vorstellungen von Teilzeitarbeit aus dem egalitären Familienmodell mit seiner prinzipiellen rechtlichen Gleichstellung der Ehepartner. Die hohe Teilzeit- und Frauenerwerbsquote in Dänemark und Schweden ist auch auf die große Anzahl an teilzeitfähigen Jobs im öffentlichen Sektor und die vielfältigen Möglichkeiten der Kinderbetreuung zurückzuführen.

Der Unterschied zum übrigen Europa: Die nordischen Staaten wollen die weitere Ausbreitung der Teilzeitarbeit eher verhindern, weil sie die Chancengleichheit für Frauen gefährdet sehen. Die Teilzeitquote ist deshalb seit einigen Jahren rückläufig.

Teilzeit als Zünder einer Jobmaschine: Die Niederlande

Die Niederlande sind in punkto Teilzeitarbeit das europäische Musterland. Hier arbeitet fast jeder 3. Arbeitnehmer in Teilzeit, darunter rund 17 Prozent Männer. Ein hoher Grad an Flexiblisierung sowie eine recht hohe Teilzeitquote auch in Führungspositionen macht die Niederlande zum europaweiten Vorreiter. Die Kehrseite der Medaille: in vielen Bereichen wird der Wirtschaft vorgeworfen, dass sie kaum noch Vollzeitstellen zur Verfügung stellt.

Hier finden Sie passende Artikel: